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LG 34WK95U: 34-Zoll-Monitor für Bild- und Videobearbeitung

16.10.2019 | 14:37 Uhr |

Ein Monitor für alle Aufgaben: Der LG 34WK95U ist mit seiner Breite und seiner hohen Auflösung ein echter Spezialist.

Es gibt viele gute Monitore auf dem Markt, für Bildbearbeiter und Videofilmer sind speziell die hochauflösenden Monitore mit mindestens 4K-Auflösung interessant. Wir haben einen ganz besonderen Monitor von LG getestet. Der 34WK95U ist mit einer Breite von knapp 82 cm nicht nur ein besonders breiter Monitor, sondern auch mit einer Auflösung von 5120 × 2160 ein echter Spezialist. Das ist kein echtes 5K, sondern ein Monitor mit 4K, der in der Breite einem 5K-Monitor entspricht – eine sehr faszinierende Kombination.

Eine elegante Erscheinung ist der LG 34WK95U auf dem Schreibtisch. Auf der haben Seite stehen seine hohe Auflösung von 5120 x 2160 Pixel, der große Farbraum DCI-P3 und die Hardwarekalibrierung.
Vergrößern Eine elegante Erscheinung ist der LG 34WK95U auf dem Schreibtisch. Auf der haben Seite stehen seine hohe Auflösung von 5120 x 2160 Pixel, der große Farbraum DCI-P3 und die Hardwarekalibrierung.
© Thomas Bergbold

Das IPS-Display sorgt für eine sehr gute Darstellung auch von der Seite und als Bildbearbeiter gefällt einem besonders die matte Oberfläche des Displays. Kein störendes Spiegeln erschwert die Arbeit. Die weiße LED-Hintergrundbeleuchtung sorgt für eine sehr gute Ausleuchtung, die visuell fehlerfrei ist.

Für Bildbearbeiter wichtig ist das Farbspektrum. Normalerweise greifen Profis hier zu Monitoren, die nahezu den Adobe-RGB-Farbraum darstellen können. Der LG 34WK95U gehört hier zu der neuen Klasse an Bildschirmen, die den DCI-P3 Farbraum zu 98 Prozent abdecken. Das entspricht nicht ganz AdobeRGB, sondern ist verschoben, und umfasst 135 Prozent mehr als sRGB.

Für Bild- und Videobearbeiter ist der Monitor also sehr gut geeignet. Zusätzlich erfreut die Hardwarekalibrierung für perfekte Farbgenauigkeit. Zu diesem Zweck wird ein passendes Programm mitgeliefert, ein Messgerät wie einen Datacolor Spyder benötigt man aber noch extra.

Der LG 34WK95U bietet auf seiner schicken Rückseite zwei Möglichkeiten die volle Auflösung auszunutzen Thunderbolt 3 und DisplayPort. Zusätzlich ist ein USB3.0 HUB integriert, der allerdings nur zwei Ports zur Verfügung stellt.
Vergrößern Der LG 34WK95U bietet auf seiner schicken Rückseite zwei Möglichkeiten die volle Auflösung auszunutzen Thunderbolt 3 und DisplayPort. Zusätzlich ist ein USB3.0 HUB integriert, der allerdings nur zwei Ports zur Verfügung stellt.
© LG

Anschluss findet der LG 34WK95U über Thunderbolt 3 oder DisplayPort, er hat zwar auch einen HDMI-Anschluss, unterstützt dann aber nur die 4K-Auflösung von 3840 × 2160 Pixel mit schwarzem Rand.

Beim ersten Start des Mac Mini mit dem 34WK95U begeistert das scharfe Bild. Auffällig ist nur die Auflösung, der Mac Mini erkennt zwar die volle Auflösung von 5120 × 2160 Bildpunkten, stellt aber nur 3360 × 1417 ein. Das entspricht bei Retina-Displays einer skalierten Darstellung mit größerer Schrift. Zum Arbeiten in Textverarbeitung ist das super, weil die Skalierung sehr gut ist.

Damit man dem LG 34WK95U seine native Auflösung am Mac auch entlocken kann, muss man zu einem Trick greifen. Klickt man bei gedrückter alt-Taste auf „Skaliert“ in den Auflösungseinstellungen, wird eine größere Liste mit allen unterstützen Auflösungen und damit auch der Auflösung 5120 × 2160 angezeigt.

Damit man dem LG 34WK95U seine native Auflösung am Mac auch entlocken kann, muss man zu einem Trick greifen. Klickt man bei gedrückter alt-Taste auf „Skaliert“ in den Auflösungseinstellungen, wird eine größere Liste mit allen unterstützen Auflösungen und damit auch der Auflösung 5120 x 2160 angezeigt.
Vergrößern Damit man dem LG 34WK95U seine native Auflösung am Mac auch entlocken kann, muss man zu einem Trick greifen. Klickt man bei gedrückter alt-Taste auf „Skaliert“ in den Auflösungseinstellungen, wird eine größere Liste mit allen unterstützen Auflösungen und damit auch der Auflösung 5120 x 2160 angezeigt.

Ein USB-Hub im Monitor ist immer praktisch, kann man doch nie genug USB-Anschlüsse haben. Ärgerlich ist, wenn die Hersteller hier sparen und nicht mindestens USB3.0 Geschwindigkeit liefern. Beim LG Monitor können wir beispielsweise Speicherkarten in einem SanDisk ImageMate Pro mit maximaler Geschwindigkeit auslesen. Bei einer SSD in einem externen Gehäuse ist dann doch eine Reduzierung der Geschwindigkeit messbar. Direkt am Mac Mini gemessen sind es 480 MB/s beim Schreiben und 506 MB/s beim Lesen. Am USB-3.0-Anschluss des LG bleiben dann noch 370 MB/s beim Schreiben und 414 MB/s beim Lesen übrig. Für einen Speicherkartenleser oder einen USB-Stick ist der USB-Hub also sehr gut zu gebrauchen, für ein schnelles Laufwerk hingegen nicht.

Das übersichtliche OSD-Menü wird ausschließlich über einen Joystick an der unteren Kante des Bildschirms bedient. Das funktioniert gut, erfordert aber mehr Schritte als „richtige“ Tasten.
Vergrößern Das übersichtliche OSD-Menü wird ausschließlich über einen Joystick an der unteren Kante des Bildschirms bedient. Das funktioniert gut, erfordert aber mehr Schritte als „richtige“ Tasten.

Visuell kann der 34WK95U überzeugen, mit einem Spyder X von Datacolor messen wir den LG Monitor aus. Beim Farbumfang messen wir 100 Prozent von sRGB, 89 Prozent von AdobeRGB und 98 Prozent von DCI-P3. Bei der Messung der Farbtreue werden Abweichung in Delta-E angegeben. Bei den meisten Messwerten liegt der Delta-E unter 2 und nur einmal bei einem Delta-E von 4,0. Damit ist die Farbtreue des 34KW95U in einem guten bis sehr guten Bereich. Bei einem so großen Monitor ist die Helligkeitsverteilung nicht immer einfach für die Hersteller und hier zeigt der 34KW95U kleine Schwächen mit einer maximalen Differenz zur Mitte von 13 Prozent.

Empfehlung

Das breite Bild ist einfach super für Bildbearbeitung, Bildverwaltung und Videobearbeitung. Ob Adobe Lightroom, Phase One Capture One oder Apple Final Cut Pro, die Kombination aus Breite und hoher Auflösung macht einfach Spaß.

Umsteiger von einem 27-Zoll-Monitor werden sich bei der Bildschirmhöhe von 33,5 cm sofort wohl fühlen. Wer von einem 32-Zoll-Monitor mit einer Bildschirmhöhe von 37 cm kommt, muss sich an die kleinere Darstellung erst gewöhnen. Bei Mail und Finder ist dann die Darstellung schon gewöhnungsbedürftig klein in der nativen Auflösung von 5120 × 2880 Pixeln. In der Praxis haben wir dann schnell umgeschaltet auf eine niedrigere Auflösung.

An unserem Mac Mini mit i7-Prozessor wurde die echte 5K-Auflösung von 5120 × 2880 Pixel nicht direkt in den Systemeinstellungen angeboten. Wenn man den Trick mit der Options-Taste kennt , ist das aber kein Problem. Vielleicht wird das aber schon mit dem nächsten macOS-Update gelöst.

Schön ist auch, dass der eingebaute USB-Hub für Speicherkartenleser und USB-Stick ohne Einschränkungen an Geschwindigkeit nutzbar ist. Das findet man nicht immer.

Hat man einmal an einem so breiten Monitor gearbeitet, kann man bei der Bild- und Videobearbeitung gerne auf zwei getrennte Bildschirme verzichten. Das Arbeiten ist einfach viel angenehmer. Mit einem Preis von rund 1.300 Euro ist der 34WK95U ein faires Angebot, vor allem, weil er vieles bietet was Bild- und Videobearbeiter wichtig ist.

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