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Macbook 2016: Geschwindigkeit, Ergonomie, Akkulaufzeit im Test

02.05.2016 | 10:40 Uhr | Markus Schelhorn

Apples neues Macbook 12 Zoll kommt mit Skylake-CPUs und einer neuen Farbe. Erste Ergebnisse aus dem Macwelt-Testcenter.

Das Macbook 12 Zoll 2016 in seiner Grundkonfiguration mit 1,1 GHz schnellem Prozessor hat unseren aufwendigen Macwelt-Test-Parcours durchlaufen. Schnell ist das 12 Zoll große Macbook nicht gerade. Aber dafĂŒr ist es auch nicht gebaut. Vielmehr setzt Apple auf Ergonomie und stromsparenden Betrieb. So ist das Macbook mit rund 930 Gramm sehr leicht und mit einer maximalen Dicke von gerade mal 1,31 cm sehr handlich. Ach ja, das Macbook fĂŒllt nicht einmal die FlĂ€che eines DIN-A4-Blatts aus. Und in seiner zweiten Auflage gibt es das neue GerĂ€t nun außer in Space Grau, Gold und Silber auch in RosĂ©gold.

Auch die Technik hat Apple ĂŒberarbeitet. Aber das ist nach einem Jahr, den die erste Version des Macbook 12 Zoll auf dem Markt ist, selbstverstĂ€ndlich. Die grĂ¶ĂŸte Neuerung ist der neue Intel Core M Prozessor der sechsten Generation, Codename Skylake. Dieser zeichnet sich vor allem durch den schnelleren Grafikchip HD Graphics 515 aus.

AufrĂŒsten geht nicht

Das Macbook 12 Zoll 2016 gibt es in zwei Varianten mit 1,1 oder 1,2 GHz schnellem Prozessor.  Allen gemein ist der 8 GB große Arbeitsspeicher. WĂ€hrend die 1,1-GHz Variante (1449 Euro) mit einem 256 GB großen Flash-Speicher kommt, verwendet die 1,2GHz-Version (1799 Euro) einen 512 GB großen Speicher. Bestellt man direkt im Apple Store, dann lĂ€sst sich lediglich ein schnellerer Prozessor mit 1,3 GHz zusĂ€tzlich wĂ€hlen. Bei der 1,1-GHz-Version zahlt man hier 300 Euro Aufpreis, bei dem 1,2-GHz-Modell 180 Euro.

Das war es dann auch schon mit den Möglichkeiten, das Macbook zu erweitern. Denn der 8 GB große Arbeitsspeicher ist fest auf der Hauptplatine verlötet, auch einen grĂ¶ĂŸeren Flash-Speicher kann man nicht einbauen. Das haben die Spezialisten von iFixit bei ihrem Teardown herausgefunden

Auch der Akku lĂ€sst sich nicht tauschen, Ă€rgerlich, sollte seine Leistung mit den Jahren nachlassen. Das spricht nicht fĂŒr das grĂŒne Siegel, das Apple sich so gerne anheftet .

Tastatur und Force-Touch-Trackpad

Das integrierte Trackpad, das Apple "Force Touch" nennt, ist mit einer FlĂ€che von 11,7 x 7 cm sehr ausladend. Es beinhaltet keinen mechanischen Taster mehr. Stattdessen nutzt Apple vier Kraftsensoren an den Ecken des Trackpads, die auf Druck reagieren. Damit man bei einem Tastendruck ein haptisches Feedback bekommt, ist unter dem Trackpad ein krĂ€ftiger Elektromagnet angebracht, der das gesamte Trackpad zu kurzen Schwingungen anregt. Das soll sich laut Apple wie ein echter Tastendruck anfĂŒhlen, hat aber den Vorteil, dass man an jeder Stelle des Trackpads drĂŒcken kann. Pfiffig: DrĂŒckt man fester auf das Touchpad, kann man so Zusatzfunktion nutzen. Ein markierter Text lĂ€sst sich so beispielsweise sofort in Wikipedia nachschlagen.

UnverĂ€ndert ist auch die Tastatur. Hier nutzt Apple die gesamte Breite des Macbook aus, dadurch sind die Tasten angenehm groß. FĂŒr die Tastaturbeleuchtung nutzt jede Taste eine eigene weiße LED. Durch den sehr geringen Hub der Tasten hat man allerdings nicht das gewohnte haptische GefĂŒhl beim Schreiben.

Laden per USB 3 Typ C

Besonders spartanisch ist Apple bei den AnschlĂŒssen des Macbook. Es gibt nur einen USB-C-Port und einen Kopfhörer-Anschluss. Über den USB-C-Anschluss wird das Macbook auch geladen. Das ist gegenĂŒber dem Magsafe-Anschluss der anderen Macbook-Modelle ein RĂŒckschritt. Denn so steigt die Gefahr der BeschĂ€digungen des Macbooks, stolpert man beispielsweise ĂŒber das Ladekabel. Ach ja: Apple packt hier ein 2 m langes USB-C-Kabel dazu.

Möchte man per USB Peripherie anschließen, dann kann man dies ĂŒber zahlreiche Adapterkabel bewerkstelligen. Anschließen lĂ€sst sich mit passendem Adapter dabei viel: Angefangen von externen Festplatten, Druckern, Ethernet-Kabeln bis hin zu Beamern und Monitoren mit HDMI-, DVi- VGA- oder HDMI-AnschlĂŒssen und sogar Thunderbolt. Übrigens unterstĂŒtzt das Macbook auf einem externen Display eine Auflösung von bis zu 3840 x 2160 Pixeln bei 30 Hertz.

Kein LĂŒfter, keine BetriebsgerĂ€usche

Bemerkenswert ist, dass das Macbook wie schon sein VorgĂ€nger gĂ€nzlich ohne LĂŒfter auskommt. Möglich macht es der Intel Core-M-Prozessor, der mit 5 Watt Verbrauch sehr stromsparend arbeitet und kaum WĂ€rme entwickelt. Das Aluminium-GehĂ€use des Macbook ist somit in der Lage, den Chip ohne zusĂ€tzlichen LĂŒfter ausreichend zu kĂŒhlen. Apple gibt einen Temperaturbereich im Betrieb von 10 bis 35 Grad Celsius an und erst wenn dieser Bereich deutlich ĂŒberschritten wird, schaltet sich in unseren Tests des VorgĂ€nger-Modells das Macbook wegen Überhitzung aus .

Auch bei den Tests des aktuellen Macbooks haben wir bei normaler Raumtemperatur keinerlei GeschwindigkeitseinschrÀnkung feststellen können. Dabei haben wir den Prozessor des Macbook eine Stunde voll belastet und gleichzeitig eine Szene rendern lassen, also somit auch den Grafikchip krÀftig beschÀftigt.

Akkulaufzeit und Stromverbrauch

FĂŒr das Macbook 12 Zoll ist ein geringer Stromverbrauch wichtiger als die maximale Leistung. Die Akku-Laufzeit des neuen Macbook ist lĂ€nger geworden: Bis zu 10 Stunden soll man nun mit einer Akku-Ladung im Internet surfen können, bei unserem Test hĂ€lt das Macbook mit seinem fabrikneuen Akku sogar 15 Stunden durch (Die erste Generation: 14:40 Stunden). Apple hat dazu einen etwas stĂ€rkeren Akku verbaut, der 41,41 Wattstunden bietet – sein VorgĂ€nger begnĂŒgt sich mit 39,71 Wattstunden. Optimierte chemische Prozesse sollen zudem bei gleicher Bauform das Plus an nutzbarer Ladung verschaffen.

Grafik und Bildschirm

Die Display-Auflösung bleibt unverĂ€ndert bei 2304 x 1440 Punkten bei einem SeitenverhĂ€ltnis von 16:10. Bereits das erste Macbook 12 Zoll besitzt ein IPS-Display, das eine gleichmĂ€ĂŸige Helligkeitsverteilung und eine gute BildqualitĂ€t bietet. So auch das neue Display des Macbook 12 Zoll 2016. GegenĂŒber dem VorgĂ€nger-Modell ist es noch etwas heller geworden (342 statt 307 cd/qm, eigene Messung), das KontrastverhĂ€ltnis ist nahezu gleich geblieben und betrĂ€gt 1060:1.

Deutlich zugelegt hat die Grafikleistung des Macbook. Apple spricht von 25 Prozent mehr Geschwindigkeit. Und wir messen bei unseren Praxistests tatsÀchlich eine deutlich bessere Grafik-Geschwindigkeit. Am deutlichsten haben wir dies bei dem Spiel Call of Duty 4 bemerkt: WÀhrend das VorgÀngermodell unsere Testszene in voller Display-Auflösung nur mit unspielbaren 8,5 Bildern pro Sekunde (fps) wiedergeben kann, schafft das neue Macbook 31,4 Bilder pro Sekunde. Und bei unserem Open-CL-Benchmark ist das neue Macbook mit 150 GFlops rund 23 Prozent schneller als sein VorgÀnger. Allerdings ist das neue Macbook in unseren Tests mit den Spielen Portal 2 und Batman einen Tick langsamer als sein VorgÀnger.

Geschwindigkeitstest

Unser Test mit Geekbench 3 zeigt, dass das neue Macbook etwas schneller ist als sein VorgĂ€nger. Das Macbook 2016 erreicht mit einem Prozessorkern 2452 Punkte, mit allen Prozessorkernen 4735 Punkte. Sein VorgĂ€nger, das Macbook 2015, schafft 2434 Punkte beziehungsweise 4586 Punkte. Beachtlich ist ĂŒbrigens der Vergleich zum großen iPad Pro, der einen schnelleren Prozessor (auf ARM-Basis) bietet. Er liefert 3251 beziehungsweise 5519 Punkte.

Aktuelle Macs im Leistungsvergleich: Übersicht

Mac

CPU-Leistung

Grafik-Leistung

Ergonomie/Verbrauch

Einheit

Prozent

Prozent

Prozent

Macbook 12 Zoll Core M 1,1GHz (2015)

74

111

252

Macbook 12 Zoll Core M 1,1GHz (2016)

79

151

232

Macbook Pro 13 Zoll Core i5 2,5GHz (2012)

100

100

100

Macbook Air 13 Zoll Core i5 1,6GHz (2015)

105

117

192

Macbook Air 11 Zoll Core i5 1,6GHz (2015)

106

132

217

Macbook Pro Retina 13 Zoll i5 2,7 GHz (2015)

131

142

166

Macbook Pro Retina 15 Zoll i7 2,2 GHz (2015)

183

219

125

Macbook Pro Retina 15 Zoll i7 2,5 GHz (2015)

183

272

125

iMac 27 Zoll Retina 5K Core i5 3,3GHz (2015)

196

320

79

iMac 21,5 Zoll Retina 4K Core i5 3,1GHz (HD 2015)

196

227

85

Mac Pro Xeon E5 4 Kern 3,7GHz

210

335

117

Mac Pro Xeon E5 8 Kern 3,0GHz

295

344

98

Mac Pro Xeon E5 12 Kern 2,7GHz

301

333

92

Auch bei unseren umfangreichen Praxis-Tests ist das Macbook etwas schneller als sein VorgÀnger. Das liegt vor allem an dem deutlich schnelleren Flash-Speicher.  Bei unseren Tests mit dem kostenlosen und frei erhÀltlichen Tool Blackmagic Disk Speed messen wir eine Schreib-Leserate von 668 und 932 MB/s, der Speicher des VorgÀngermodells ist mit 481 und 753 MB/s deutlich langsamer.

Empfehlung Macbook 12 Zoll 2016

Er ist klein, sehr schick und leicht. Zudem kommt das Macbook ohne LĂŒfter aus. Dagegen steht die vergleichsweise langsame Leistung, der hohe Preis und die Tatsache, dass man das Macbook nicht aufrĂŒsten beziehungsweise nachtrĂ€glich den Akku tauschen kann.

Sehr leichter und handlicher mobiler Rechner mit geringer Rechenleistung

Hersteller:

Apple, www.apple.com/de

Preis:

1,1 GHz/8GB RAM/256 GB Flash-Speicher: 1449 Euro; 1,2 GHz/8GB RAM/512 GB Flash-Speicher: 1799 Euro; Aufpreis auf 1,3 GHz Prozessor: 300 Euro bzw. 180 Euro

VorzĂŒge:

Sehr hochwertig verarbeitet, Klein und leicht, kein LĂŒfter, lange Akkulaufzeit, gutes Display

Nachteile:

MĂ€ĂŸige Rechengeschwindigkeit, kein Magsafe-Stromanschluss, nur ein USB-C-Anschluss, nicht erweiterbar, hoher Preis

Technische Daten:

Display: 12 Zoll, 2304 x 1440 Pixel; Prozessor: 1,1 Dual-Core m3 bzw. 1,2 Dual-Core m5, optional 1,3 Dual-Core m7; Grafik: Intel HD Graphics 515; Schnittstellen: 1-mal USB-C, 1-mal Kopfhörer-Anschluss, eingebautes Dual-Mikrofon und Stereo-Lautsprecher, eingebaute Facetime-Kamera (480p); Drahtlos: WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.0. Maße: 0,35 bis 1,31 cm x 28 cm x 20 cm (H x B x T), 920 Gramm

Note Leistung (40%)

2,5

  Note Ausstattung (10%)

2,9

  Note Handhabung (25%)

1,5

  Note Verbrauch/Ergonomie (25%)  

1,2

Gesamtnote

2,0

So testet Macwelt

Testsystem: Wir testen alle Macs im Vergleich den Referenzrechner 13- Zoll Macbook Pro i5 mit 2,5 GHz Baujahr 2012. Alle Werte dieses Computers entsprechen auf unserer Skala 100 Prozent. Schnellere Systeme sollten in allen Bereichen besser als die 100 Prozent des Referenzrechners sein.

Testverfahren: Alle Tests fĂŒhren wir mit Programmen durch, die auch unsere Leser bei der tĂ€glichen Arbeit und Unterhaltung mit ihren Macs benutzen. Im Einzelnen sind dies unter anderem: MP3-Kodierung mit iTunes, DVD-Komprimierung mit Toast 11 und iDVD, schnelle 3D-Action mit Batman Arkham City und Portal 2. Daneben benutzen wir Garageband sowie Photoshop CC. Zudem verwenden wir die Bench-Programme Maxons Cinebench 15 und Geekbench.

Die Bildschirmmessungen fĂŒhren wir im Dunkelraum mit der selbst entwickelten Software How Fast Display (HomogenitĂ€t) und der Kalibriersoftware Basiccolor 5 (Farbraum) durch. Dabei verwenden wir das Spektrometer Eye One Pro von X-Rite.

Bewertung : Alle ermittelten Werte fließen in eine Datenbank ein, die automatisch eine Gesamtnote aus den Ergebnissen der Tests ermittelt. In dieser Gesamtnote schlagen sich alle Aspekte eines Systems nieder. Dabei hat jede Einzelnote eine unterschiedliche Gewichtung: Leistung 40%, Ausstattung 10%, Handhabung 25% und Ergonomie/Verbrauch 25%

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