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Macbook Pro 13'' 2020 im Test: Die bessere Entscheidung

16.07.2020 | 15:48 Uhr |

Die Rechnerserien mit einem Pro als Namenszusatz sind die Arbeitstiere unter den Apple-Produkten. Pro wie professionell bedeutet nicht nur Leistung, sondern auch ZuverlÀssigkeit.

Nach einiger Kritik an den VorgĂ€ngern hat Apple jetzt auch das kleine 13 Zoll Macbook Pro erneuert. Das offensichtlichste Merkmal ist die neue Tastatur, was sich sonst noch verĂ€ndert hat, prĂŒfen wir in der Praxis am Top-Modell der 13-Zoll-Baureihe.

Auf dem Datenblatt

WĂ€hrend bei dem Pro-Einstiegsmodell noch ein Intel-Prozessor der 8. Generation zum Einsatz kommt, ist es beim Top-Modell ein 2,0 GHz Quad‑Core i5 der 10. Generation. Nach dem Einstiegsmodell haben wir uns jetzt genau dieses Modell nĂ€her angesehen. Gegen Aufpreis von 243,60 Euro ist sogar ein Quad-Core i7 mit 2,3 GHz Taktrate zu haben.

Interessenten wird noch vor dem Kauf positiv auffallen, das Apple jetzt 16 GB an Hauptspeicher als Einstieg gönnt. Eine gute Entscheidung, merkt man doch schnell, das 8 GB einfach zu wenig fĂŒr flĂŒssiges Arbeiten sind. Auch der Datenspeicher hat sich erfreulich auf 512 GB SSD verdoppelt. FĂŒr professionelles Arbeiten ist das eine gute Basis, da ist man auch als Fotograf und Videofilmer zufrieden, weil man zumindest die Daten fĂŒr kleine Projekte jetzt auf dem internen DatentrĂ€ger ablegen kann.

Wichtig an dem Top-Modell ist jedoch nicht nur der bessere Speicherausbau, sondern die vier Thunderbolt-3-AnschlĂŒsse. Mit Stromanschluss und einer schnellen SSD sind schnell zwei belegt, da ist es praktisch, noch weitere beispielsweise fĂŒr einen Monitor zu haben. Interessant ist hierbei, dass unser Top-Modell jetzt trotz Intel Iris Plus Grafikchip Monitore bis 6K bei 60 Hz unterstĂŒtzt. Mangels passenden 6K- beziehungsweise 5K-Monitor konnten wir das aber nicht ausprobieren. Bei 4K werden immerhin zwei externe Monitore mit 60 Hz versorgt.

Das interne Display löst immer noch 2560 × 1600 Pixeln bei 227 ppi auf und liefert mit dem P3-Farbraum einen ausreichend großen Farbraum fĂŒr Bildbearbeitung und Videoschnitt.

An der FaceTime-Kamera hat sich nichts geÀndert, sie löst immer noch nur 720p auf.

In der Praxis

Einen mobilen Rechner nutzt man auch gerne mobil, also im Akkubetrieb. Gerade im Sommer arbeitet es sich am Abend sehr schön im Garten. Der 58-Wh-Akku soll hierbei bis zu zehn Stunden zum Beispiel beim Surfen halten.

Dass das nicht immer einzuhalten ist, kann man ganz toll in der AktivitÀtsanzeige sehen. Dort gibt es die Anzeige "Energie", mit der man Energieverbraucher entlarven kann. Im Falle von Safari werden sogar die entsprechenden Internetseiten angezeigt.

Wir haben dem Akku erst einmal ein paar Ladezyklen gegönnt, bevor wir die Laufzeit ermittelt haben. Bei mittlerer Bildschirmhelligkeit hielt der Akku bei der Arbeit mit Microsoft Office und Surfen mit Safari, dabei wurde auch fleißig Youtube gesehen, rund 8,5 Stunden. Das entspricht in etwa der LeistungsfĂ€higkeit der VorgĂ€nger.

Das am meisten diskutierte Bauteil des neuen Macbook Pro ist sicher die Tastatur. Sie basiert auf einer komplett ĂŒberarbeiteten Scherenmechanik. Der Hub ist jetzt auf 1 mm angewachsen, was sich sehr gut anfĂŒhlt. Das neue Magic Keyboard kommt wieder an das GefĂŒhl und die LautstĂ€rke der alten Tastaturen heran. Damit kann man voll und ganz zufrieden sein. Wie es sich im Dauertest nach vielen Monaten schlĂ€gt, wird man sehen.

Ebenfalls ĂŒberarbeitet wurde die Touchbar. Wie auch schon beim 16-Zoll-Modell ist die Esc-Taste jetzt wieder eine richtige Taste und ebenso abgegrenzt wie der Fingerabdrucksensor. Der dritte und letzte Punkt sind die Pfeiltasten, die jetzt als umgedrehtes T angebracht sind. Sind die anderen Änderungen fĂŒr mich ein großer Fortschritt, ist das fĂŒr mich ein echter Nachteil. Ich möchte wieder die großen Tasten fĂŒr Links und Rechts.

Der Bildschirm kann mit seinen 2560 × 1600 Pixeln bei 227 ppi immer noch begeistern und der P3-Farbraum stellt auch Bildbearbeiter zufrieden. Wir haben mit dem Messprogramm SpyderXEliteMQA, welches beim Spyder X Elite dabei ist, nachgemessen und unser Macbook Pro kommt auf Farbraumwerte von 100 Prozent sRGB, 89 Prozent AdobeRGB und 100 Prozent P3. Damit ist der Farbumfang sehr gut, die Farbtreue und FarbhomogenitĂ€t sind fast sehr gut. Der Kontrast ist wieder sehr gut und die Helligkeitsverteilung ist gut.

Datenraten intern und extern

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Datenraten des internen Flash-Speichers sehr gut. Wir haben rund 2300 MB/s fĂŒr Schreiben und Lesen mit AJA System Test Lite gemessen.

FĂŒr die Messung am externen Thunderbolt-3-Anschluss haben wir unser Referenzlaufwerk von G-Technology, das G-Drive mobile Pro SSD herangezogen. Auf allen vier Thunderbolt-3-AnschlĂŒssen haben wir rund 2100 MB/s beim Schreiben und 2400 MB/s beim Lesen gemessen. Bei Ă€lteren Generationen, wie beispielsweise aus 2016, gab es hier noch Unterschiede zwischen linker und rechter Seite.

Unser Referenzlaufwerk fĂŒr USB-C, das WD_Black P50 von WD kommt auf sehr gute 880 MB/s beim Schreiben und 900 MB/s beim Lesen. Das sind auch in etwa die Werte beim Mac Mini von 2018.

CPU und GPU Benchmarks

FĂŒr den CPU und Open CL Test verwenden wir Geekbench 4 und 5. Die Werte können sich durchaus sehen lassen. Im Single-Core Test kommt der i5 der 10. Generation sogar dem 6-Core i7 im Mac Mini 2018 nah. Sehr deutlich ist der Abstand zu einem vier Jahre alten Macbook Pro mit Dual-Core i5. Damit liegt die Leistung der CPU im erwarteten Bereich.

Um die Leistung des Intel Iris Plus Grafikprozessors zu messen, setzen wir neben Geekbench fĂŒr den OpenCL-Test auch GFXBenchMetal ein. An den Messwerten kann man deutlich sehen, dass der neue Intel Grafikchip ein deutlicher Schritt nach vorne ist. Er deklassiert den Grafikchip im Mac Mini, dass es schon peinlich ist. An eine Highend-Grafikkarte wie einer Radeon RX 5700XT kommt er natĂŒrlich nicht im entferntesten heran.

Bild und Videobearbeitung in der Praxis

Final Cut Pro ist eigentlich eine Anwendung, die sehr von einem Grafikprozessor profitiert. Im Gegensatz zu einem Mac Mini 2018 mit seinem UHD630 Grafikprozessor lĂ€uft das Schneiden etwas flĂŒssiger. Beim Export eines ĂŒber eine Stunde langen Videos in Final Cut Pro wurde das GehĂ€use deutlich warm, aber der LĂŒfter war kaum zu hören. Erst, wenn das Videomaterial umkodiert oder skaliert werden musste, sprangen die LĂŒfter hörbar an.

FĂŒr unsere Geschwindigkeitsmessung haben wir die gleichen Projekte genommen, wie beim eGPU-Test mit dem Mac Mini. Einmal ein 4K-Video mit Überblendungen und Titeln, Quelle war H.264 Material aus einer Fujifilm. Und unser zweites Projekt ist ein einminĂŒtiges 4K-Video, mit Quellmaterial aus einer RED in unterschiedlichen Auflösungen, aber alles in ProRes 422.

Musste das Video einfach nur in der gleichen Auflösung wie das Quellmaterial nach ProRes 422 oder H.264 exportiert werden, war die Exportzeit teilweise deutlich lÀnger als beim Mac Mini mit seinem schnelleren Prozessor. Musste hingegen das Quellmaterial oder die Ausgabe skaliert werden, half der bessere Grafikprozessor und das Macbook Pro war schneller als der Mac Mini. Beim HEVC-Codec hatte das Macbook Pro immer leichte Vorteile.

Bei der Arbeit mit Adobe Photoshop, Indesign und Lightroom, ebenso wie bei Capture One ĂŒberzeugt die gebotene Leistung und sorgt fĂŒr ein flĂŒssiges Arbeiten. Das merkt man sogar sehr deutlich beim sanften Scrollen in Lightroom Classic. Im Vergleich zum Mac Mini 2018, bei dem es immer ein wenig ruckelt.

Auch hier haben wir die aus den Artikeln zum Mac Mini 2018 eingesetzten Praxistests zum Vergleich herangezogen. In Adobe Photoshop CC, Adobe Lightroom Classic 9.3, Skylum Luminar 4.3 und Capture One 20 wurden 60 RAW-Aufnahmen in einer Stapelverarbeitung als JPEG konvertiert. Dabei wurden die Bilder mit einem Color Lookup beziehungsweise einer Vorgabe optimiert und auf eine BildgrĂ¶ĂŸe von 4000 Pixel auf der Langen Kante skaliert.

Beim Konvertieren meldet sich sehr deutlich bei allen Programmen der LĂŒfter. Der bessere Grafikprozessor im Vergleich zum Mac Mini macht sich bei Capture One bemerkbar und gleicht den somit den schwĂ€cheren Prozessor aus.

Den letzten Praxistest machen wir nur mit Adobe Lightroom Classic. Die Aufgabe hier ist ein klassischer Bildverwaltungsworkflow: Import von 2297 Bildern, 1:1 Vorschau erzeugen, mit Excire Search den Bildinhalt analysieren und die Stichworte den Bildern zuweisen.

Die Aktionen laufen fast ausschließlich ĂŒber die CPU, so das man hier den Vorteil des 6-Core beim Mac Mini bemerkt. Trotzdem schlĂ€gt sich der i5 der 10. Generation hier sehr gut.

Fazit

Je mehr ich mit der neuen Tastatur schreibe, umso mehr merke ich, wie schön angenehm sich dieser Text jetzt schreiben lĂ€sst. Ob man das Magic nennen muss, sei dahingestellt, aber es ist ein großer Schritt nach vorne – eigentlich ja zurĂŒck.

Ansonsten ist das Topmodell des 13-Zoll-Macbook Pro aus dem Jahrgang 2020 eine gelungene Evolution. Der Prozessor hat ausreichend Dampf fĂŒr Adobe Creative Cloud Anwendungen. Im direkten Vergleich zum alten 2016er Modell gibt es endlich keine Verzögerungen mehr. Alles fĂŒhlt sich flĂŒssig an. Eine echte Verbesserung ist auch die Geschwindigkeit der Thunderbolt-3-AnschlĂŒsse, die jetzt auf beiden Seiten gleich schnell sind.

Bei Medienschaffenden ist der Grafikprozessor immer ein Thema. Dass dieser teilweise erheblichen Einfluss auf den Arbeitsfluss haben kann, hat man schon in unserer Artikelreihe zu eGPU am Mac Mini lesen können. Daher war es spannend zu sehen, wie sich der Intel Iris Plus im Vergleich zum UHD630 im Mac Mini schlĂ€gt. Was man an den Benchmarks schon ĂŒberdeutlich sehen kann, zeigt sich auch in der Praxis mit Final Cut Pro, Lightroom und Co. Das Macbook Pro schlĂ€gt hier den Mac Mini trotz seiner schnelleren CPU, bei Anwendungen, die einen Grafikprozessor benötigen. Ansonsten ist die 6-Core i7 CPU im Mac Mini natĂŒrlich immer schneller. Trotzdem kann man mit der gebotenen Leistung des i5 der 10. Generation zufrieden sein. Zur Medienbearbeitung unterwegs ist das ausreichend.

Der Bildschirm ĂŒberzeugt durch einen großen Farbraum, sowie einer fast sehr guten Farbtreue. Damit lassen sich sehr gut Bilder und Videos bearbeiten sowie fĂŒr den Druck aufbereiten. Dank vier Thunderbolt-3-AnschlĂŒsse kann man nicht nur schnelle SSD-Laufwerke, sondern ein oder zwei großen Bildschirm fĂŒr die professionelle Arbeit, anschließen.

Somit stellt das Macbook Pro Jahrgang 2020 mit dem 2 GHz Quad-Core i5 fĂŒr 2075,30 Euro ein gutes PreisleistungsverhĂ€ltnis dar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das nĂ€chst kleinere Modell mit dem 1,4 GHz Quad-Core i5 bei gleichem Speicherausbau nur rund 127 Euro gĂŒnstiger ist.

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