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Mediola AIO Creator Neo: Smart-Home-Apps selbst entwickeln

27.10.2016 | 14:54 Uhr |

Einen anderen Ansatz als das Homekit von Apple verfolgt das AIO Creator Neo von Mediola: Programmieren Sie sich Ihre Heimsteuerung einfach selbst

Licht szenenabhĂ€ngig ein- und ausschalten, Überwachungskameras kontrollieren, Heizkörper steuern oder die Raumluft ĂŒberwachen. In einem modernen Haushalt lassen sich eine Vielzahl von Gewerken intelligent steuern. Je mehr dieser intelligenten Helfer verbaut werden, desto lauter wird die Forderung nach einer zentralen Steuerung.

Apples Homekit ist beispielsweise eine solche Lösung, die verschiedene Anbieter unter einen Hut bringen möchte und GerĂ€te verknĂŒpft, die eigentlich von Hause aus nicht miteinander kommunizieren können.

Einen anderen Ansatz und damit auch ganz andere Möglichkeiten bietet die Entwicklungsumgebung AIO Creator Neo von Mediola. FĂŒr Mac und Windows versteht sich AIO Creator Neo auf eine Vielzahl von Protokollen, die als Plug-ins eingebunden werden. Der Anwender kreiert sich seine eigene BenutzeroberflĂ€che fĂŒr sein iPhone oder iPad und greift ĂŒber die Plug-ins beispielsweise auf Komponenten von Homematic, Instar, Raumfeld oder Philips Hue zu. Insgesamt werden 52 Plug-ins angeboten und die Entwickler tĂŒfteln immer noch weiter. Das reicht von professionellen Smart-Home-Lösungen, Überwachungskameras, Streaming-Audio-Playern, Routern, smartem Licht bis hin zu einfacheren Smart-Home-Lösungen.

Wie ein Baukastensystem erwirbt man eine Basisversion und erweitert diese nur um die Plug-ins, fĂŒr die GerĂ€te, die man im eigenen Smart Home einsetzt. Das ist sehr gut umgesetzt. Die Preise fĂŒr Plug-ins beginnen bei € 4,95.

Wie man eine BenutzeroberflÀche baut

Bei der Kreation einer App beginnt man mit der Auswahl des GerĂ€tes, etwa das iPad Air. FĂŒr jedes iOS-GerĂ€t wird die passende Auflösung unterstĂŒtzt. Bevor man mit der Gestaltung der Seiten loslegen kann, ist das eigene Smart Home zu konfigurieren. AIO Creator Neo muss wissen, welche GerĂ€te im Netzwerk dazu gehören und wie sie sich ansprechen lassen. Hier kommen die vielen Plug-ins ins Spiel, die die Kommunikation erledigen. Wir haben uns fĂŒr die Basisversion mit integrierter Homematic-UnterstĂŒtzung entschieden. Das Herz bei Homematic ist ein zentraler Server - die Homematic CCU. In der Konfiguration von AIO Creator Neo wird die Homematic CCU ausgelesen und alle in der Homematic CCU konfigurierten GerĂ€te stehen dann der Entwicklungsumgebung zur VerfĂŒgung, ebenso wie die in der Homematic CCU erstellen Programme und Variablen.

Jetzt kann man loslegen, die einzelnen Seiten wie „Startseite“, „Wohnzimmer“ oder „Licht“ und „Heizung“ zu erstellen. Eine App zur Steuerung des digitalisierten Zuhauses ist durchaus komplex, daher ist es sinnvoll, im Vorfeld ein Konzept fĂŒr die App zu erstellen.

Damit man schnell zum Erfolg kommt, hat Mediola aber Musterseiten angelegt. Diese sind schon mit Buttons versehen, die man nur noch mit dem entsprechenden Befehlen belegen muss. Das ist nach kurzer Einarbeitung leicht zu handhaben. Ebenso wie das Positionieren eigener Buttons. Eine umfangreiche Bibliothek lĂ€sst kaum WĂŒnsche offen. Eigene Grafiken können aber auch importiert werden.

Toll sind auch die vielen Buttons, die einen Zustand auslesen können, etwa ob ein Schalter offen oder geschlossen ist. Da sieht man sofort, ob beispielsweise der Rasensprenger an ist oder das Licht im Keller noch brennt. Positionierungshilfen, wie Raster und magnetische Hilfslinien, erleichtern die Arbeit. Leider gibt es keine Möglichkeit, Objekte auf der ArbeitsflÀche zu zentrieren. Eine pixelgenaue Positionierung ist aber möglich.

Neben der universellen Entwicklungsumgebung Neo, bei der man eine Vielzahl an unterschiedlichen Geräten einbinden kann, bietet Mediola auch eine eigene Hardwarelösung an - das Gateway. Während Neo nur Geräte verwenden kann, die über das eigene Netzwerk erreichbar sind, verbindet das Gateway Geräte über Funk, Infrarot und Netzwerk.
VergrĂ¶ĂŸern Neben der universellen Entwicklungsumgebung Neo, bei der man eine Vielzahl an unterschiedlichen GerĂ€ten einbinden kann, bietet Mediola auch eine eigene Hardwarelösung an - das Gateway. WĂ€hrend Neo nur GerĂ€te verwenden kann, die ĂŒber das eigene Netzwerk erreichbar sind, verbindet das Gateway GerĂ€te ĂŒber Funk, Infrarot und Netzwerk.
© Mediola

Die Möglichkeiten des Mediola AIO Creator Neo

Alles unter einer BenutzeroberflĂ€che zu vereinen bietet große Vorteile. Nicht nur in der Übersicht, sondern auch der Bedienung. Ein Beispiel sind WohnrĂ€ume. Man stelle sich ein Kinderzimmer vor, die Heizungssteuerung ĂŒbernimmt Homematic, ebenso die RolllĂ€den. Die Kamera, die auf das Baby in seiner Wiege gerichtet ist, kommt von Instar und damit sie nicht permanent eingeschaltet sein muss, steuern wir sie ĂŒber einen Homematic-Schalter. Die Kinderlampe wiederum ist mit einer Philips Hue bestĂŒckt und zaubert ein passendes „Gute-Nacht-Licht“. Das alles können wir in einer Ansicht vereinen, normalerweise wĂ€ren hierfĂŒr drei verschiedene Apps zustĂ€ndig.

Oder man baut sich eine ganz individuelle Ansicht mit dem Status aller Fenster und TĂŒren im Haus. Offen oder geschlossen, dann muss man beim Verlassen des Hauses nicht in jedem Raum nachsehen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.

FĂŒr Streaming-Audio-Player bietet Mediola spezielle Elemente fĂŒr die Musikauswahl und Musiksteuerung an. Zum einen braucht es hier Felder fĂŒr die Textausgabe von Titeln und zum anderen Listen zur Musikauswahl auf einem Server. Das Element fĂŒr die Musikauswahl klappt beim Anklicken aus, was leider die Positionierung etwas erschwert.

Der Abschluss der Programmierung

FĂŒr eine Vorschau und einen Funktionstest der selbst gestalteten Steuerungs-App ist der App-Simulator zustĂ€ndig. Das erspart den Test mit dem iPhone beziehungsweise iPad. Ist die Arbeit abgeschlossen, muss die Steuerungs-App auf das iOS-Device gelangen. Dieser Vorgang erfolgt leider nicht direkt. Zuerst wird die gestaltete Fernbedienungen auf den Server von Mediola hoch geladen und anschließend von diesem Server auf das gewĂŒnschte iPhone beziehungsweise iPad geschickt.

So funktioniert Homematic

Wenn man von SmartHome-Lösungen spricht, die einen kompletten Haushalt bedienen, dann wird neben der professionellen Lösung KNX immer Homematic von eQ-3 genannt.

Der Wandthermostat lässt sich wunderbar in ein vorhandenes Schalterprogramm integrieren.
VergrĂ¶ĂŸern Der Wandthermostat lĂ€sst sich wunderbar in ein vorhandenes Schalterprogramm integrieren.
© Thomas Bergbold

Homematic befriedigt professionelle AnsprĂŒche und bietet den Vorteil jederzeit in eine vorhandene Installation nachgerĂŒstet werden zu können. WĂ€hrend KNX ein Hersteller unabhĂ€ngiger Standard mit einer fest verdrahteten Installation vom Fachmann ist, erfolgt die Verbindung von Homematic drahtlos ĂŒber Funk. Eine Vielzahl von Komponenten fĂŒr die Gewerke Heizung, Licht, Energie und Sicherheit sind erhĂ€ltlich.

Wer ein bisschen Geld sparen möchte, für den gibt es einige Geräte - wie hier der Wandthermostat - als Bausatz.
VergrĂ¶ĂŸern Wer ein bisschen Geld sparen möchte, fĂŒr den gibt es einige GerĂ€te - wie hier der Wandthermostat - als Bausatz.
© Thomas Bergbold

Folgende Szenarien haben wir ĂŒber einige Jahre erfolgreich im Einsatz: Raumtemperatursteuerung, Lichtsteuerung ĂŒber Schalter, Bewegungsmelder und Zeit, Markisensteuerung, GartenbewĂ€sserung, RaumĂŒberwachung. Über den Zentralen Server CCU sind alle GerĂ€te (Aktoren und Sensoren) verbunden und die BedienoberflĂ€che WebUI dient zur Programmierung. Auf diese Weise lassen sich auch umfangreiche Szenarien umsetzen, wie Beispielsweise eine GartenbewĂ€sserung abhĂ€ngig von der Regendauer.

Zum Wandthermostat gigt es die passenden Stellantriebe für Heizkörper.
VergrĂ¶ĂŸern Zum Wandthermostat gigt es die passenden Stellantriebe fĂŒr Heizkörper.
© Thomas Bergbold

Durch die bidirektionale Verbindung der Komponenten, ist nicht nur eine Bedienung möglich, sondern kann auch der Zustand ĂŒbertragen werden, also beispielsweise der Schalterzustand.

Neben integrierbaren (Unterputz) Schaltaktor gibt es auch Zwischenstecker. Neben einem Standard Schalter, auch als Dimmer oder zusätzlich mit einer Leistungsmessung. Auf diese Weise kann man z.B. ein Programm schreiben, welches einem mitteilt wenn die Waschmaschine im Keller fertig ist.
VergrĂ¶ĂŸern Neben integrierbaren (Unterputz) Schaltaktor gibt es auch Zwischenstecker. Neben einem Standard Schalter, auch als Dimmer oder zusĂ€tzlich mit einer Leistungsmessung. Auf diese Weise kann man z.B. ein Programm schreiben, welches einem mitteilt wenn die Waschmaschine im Keller fertig ist.
© Thomas Bergbold
Über die Benutzeroberfläche WebUI werden nicht nur die Komponenten verwaltet,...
VergrĂ¶ĂŸern Über die BenutzeroberflĂ€che WebUI werden nicht nur die Komponenten verwaltet,...
...sondern auch Programme und Abläufe programmiert.
VergrĂ¶ĂŸern ...sondern auch Programme und AblĂ€ufe programmiert.

Smartes Licht: Philips Hue

Für den Einstieg in das Philips Hue System gibt es verschiedenen Starterkits. Hier zum Beispiel 3 RGB-Lampen und die Bridge zur Verknüpfung von Lampen mit dem Netzwerk.
VergrĂ¶ĂŸern FĂŒr den Einstieg in das Philips Hue System gibt es verschiedenen Starterkits. Hier zum Beispiel 3 RGB-Lampen und die Bridge zur VerknĂŒpfung von Lampen mit dem Netzwerk.
© Philips

Philips nutzt die Möglichkeiten von LED-Licht mit seinem drahtlosen Lichtsystem Hue konsequent. Neben der eigentlich banalen, aber wichtigen Funktion des Dimmens, sind Leuchtmittel im Programm bei denen man die Farbtemperatur einstellen kann. NatĂŒrlich geht das am schönsten mit einer App-Steuerung.

Perfekt sind die Color Ambiance Leuchtmittel für das Esszimmer oder eine Stehlampe im Wohnzimmer.
VergrĂ¶ĂŸern Perfekt sind die Color Ambiance Leuchtmittel fĂŒr das Esszimmer oder eine Stehlampe im Wohnzimmer.
© Philips
Möchte man ein Buch lesen stellt man ein eher neutrales weiß und hell ein, als Ambientlicht warm und dunkel. Über die App lässt sich das sogar Programmieren.
VergrĂ¶ĂŸern Möchte man ein Buch lesen stellt man ein eher neutrales weiß und hell ein, als Ambientlicht warm und dunkel. Über die App lĂ€sst sich das sogar Programmieren.
© Philips
Für ein farbiges Effektlicht gibt es unter anderem von Philips die kleine Go mit eingebautem Akku.
VergrĂ¶ĂŸern FĂŒr ein farbiges Effektlicht gibt es unter anderem von Philips die kleine Go mit eingebautem Akku.
© Philips

Neutral zum Mittagessen oder Arbeiten, Warm zum Abendessen oder wie Kerzenschein zu einem Rotwein und romantischer Musik. Neben LED-Strips, werden die Leuchtmittel auch mit GU10 und E27 Sockel angeboten. Auf diese Weise lassen sich eine Vielzahl an Lampen damit ausstatten. Die Verbindung erfolgt drahtlos mit einem Hub, der wiederum mit eigenen Netzwerk verbunden ist.

Empfehlung

Im Gegensatz zu der ersten Version, die wir 2012 testen konnten, ist Neo komplett neu und basiert nicht mehr auf Adobe Air. Der Lohn dieser Neuentwicklung ist eine flĂŒssige BenutzeroberflĂ€che, die jetzt viel mehr Spaß macht. Auch wenn Grafiker sich wĂŒnschen wĂŒrden, dass es sich mehr wie in Illustrator anfĂŒhlt. So kommen nicht nur Profis fĂŒr Smart Homes schnell an ihr Ziel, sondern auch Heimanwender. Die breite UnterstĂŒtzung von Protokollen ist ein dickes Plus und das Baukastensystem eine tolle Idee. Der Kunde erwirbt so nur den Leistungsumfang, den er braucht. Das ist gut fĂŒr den Geldbeutel und wenn man noch etwas wie eine Philips Hue Lichtlösung integrieren möchte, kauft man das Plug-in einfach spĂ€ter hinzu.

Neben Homematic konnten wir noch weitere Plug-ins ausprobieren. FĂŒr die Überwachungskameras von Foscam und Instar, sowie die Lichtsteuerung fĂŒr Philips Hue. Das funktionierte sehr ĂŒberzeugend. Was es derzeit noch nicht gibt bei den Mediaplayer-Plug-ins wie dem fĂŒr Raumfeld, ist die Anzeige der noch abzuspielenden Lieder.

Die mitgelieferten Vorlagen und Grafiken sehen schick aus und ermöglichen den schnellen Einstieg. Trotzdem kann man auch eigene Grafiken gestalten und integrieren, auch fĂŒr wechselnde SchaltzustĂ€nde. NatĂŒrlich sind auch Hintergrundgrafiken wie Haus- und GrundstĂŒcksplĂ€ne fĂŒr eine maximale Individualisierung kein Problem.

Mediola ist somit mit Neo eine ĂŒberzeugende Entwicklungsumgebung gelungen, die zu einem fairen Preis angeboten wird. Zum ausprobieren gibt es eine kostenlose Testversion.

Hersteller:

Mediola

Preis:

ab € 29,95, unsere getestete Version € 99,95

Note:

1,6 gut

VorzĂŒge:

gute Bedienbarkeit, viele Grafiken und Musterseiten enthalten, eigene Grafiken verwendbar, fairer Preis, Plug-ins zur Erweiterung

Nachteile:

manche Plug-ins sehr teuer

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