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Nebula Solar Portabel: Heller, flexibler Beamer mit Schwächen beim Sound

18.12.2020 | 15:33 Uhr | Peter Müller

Warte, bis es dunkel ist. Mit 400 ANSI-Lumen kommt man aber in der Dämmerung schon recht weit.

In unserem letzten Beamer-Test hatten wir und noch beklagt, dass der Nebula Cosmos ja doch eher für den Kosmos der Android-Nutzer und die Welt der Google-TV-Seher geeignet ist. Das gilt für den Nebula Solar Portable auch noch, aber jetzt im Dezember nicht mehr so streng. Da Apple und Google angekündigt haben, Apple TV samt des Dienstes Apple TV+ auf den Chromecast zu bringen, verschwimmen die Welten immer mehr miteinander, als würden zwei Galaxien kollidieren, so wie in Milliarden Jahren unsere Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie.

Die Plattform-Entscheidung ist keine so tiefgehende mehr, es kommt nun weniger auf die Software an, sodass wir uns auf die Hardware konzentrieren können. Hatten wir im Sommer noch das Vergnügen, mangels Android-Handy Passworte für WLAN und Google-Konto (und das sind keine trivialen!) mit der fummligen Fernbedienung eingeben zu müssen, erfreut uns nun die Abkürzung über das Setup von Android-TV auf unserem iPhone und vor allem die App Nebula Connect, die nichts weiter ist als die Software der Fernbedienung auf dem iPhone.

Das iPhone hilft aber auch weiter, da es mit Nebula Connect als Fernbedienung dient.
Vergrößern Das iPhone hilft aber auch weiter, da es mit Nebula Connect als Fernbedienung dient.

Natürlich vermissen wir Airplay, einfach Apple TV auf dem iPhone starten und auf den Beamer streamen, das wäre es. Oder noch direkter: Eine Apple-TV-App direkt auf dem Beamer. Kommt Zeit, kommt Rat. Immerhin können wir mit Google Home unsere Konten von Apple Music und Disney+ verbinden und so mit dem kleinen Umweg über die App des Android-Herstellers auch auf den Beamer streamen. Aber selbst ohne diese Krücke würde er uns ein anständiges Programm zeigen.

Das ist der Weg: Von Disney+ auf dem iPhone über Google Home auf den Nebula Solar
Vergrößern Das ist der Weg: Von Disney+ auf dem iPhone über Google Home auf den Nebula Solar
© Macwelt

Damit meinen wir nicht Youtube, das natürlich ab Werk auf dem  Android-TV-Beamer installiert ist, obwohl wir auch dort wunderbare Inhalte finden, etwa mal wieder Pink Floyd oder David Gilmour in Concert. Erst einmal laden wir Arte und suchen uns etwas auf den diversen Musikkanälen des deutsch-französischen ÖR-Senders aus. Aber natürlich bekämen wir auch Live-TV anderer Sender. Was uns von einem Einsatz im kommenden Sommer träumen lässt.

Denn sein Akku macht den Beamer von Nebula so flexibel, um mit ihm auch draußen einen Filmabend zu genießen oder eine Sportübertragung zu schauen, muss man nicht Strom an seinen Standort verlegen – so können wir im nächsten Sommer die Fußball-EM im Garten schauen, zumindest die Abendspiele. Sofern wir uns nicht an dem leichten Versatz stören, der Internetstreaming nun einmal mit sich bringt. Seine Inhalte kann der kompakte Beamer aber auch über HDMI beziehen. Die 400 ANSI Lumen projizieren ein kräftig helles Bild. Bis zu drei Stunden hält der Nebula Solar im Betrieb durch, nach 90 Minuten ist der Akku wieder voll aufgeladen.

Seine Name ist Beck, Jeff Beck. Er hat die Lizenz zum Dröhnen.
Vergrößern Seine Name ist Beck, Jeff Beck. Er hat die Lizenz zum Dröhnen.
© Macwelt

Für unseren Test sehen wir auf Arte Jeff Beck ein Konzert in Tokio geben, zunächst im Keller, um vor allem die Akkulaufzeit zu überprüfen und den Sound (später dann noch mal mit mehr Aufmerksamkeit in einem anderen Setting …). Der Nebula Solar Portable ist kaum größer als unser Mac Mini und klingt dementsprechend etwas dünn. Laut genug ist er, muss er auch sein, denn die Lüfter dröhnen arg, das Licht produziert entsprechende Abwärme. Wegen seines geringen Gewichts lässt er sich aber wunderbar auf Standvorrichtungen montieren, ausfahrbare Füße zur Projektion des Bildes in eine höhere Position bringt er nicht mit. Das Bild stellt sich immer sehr schnell automatisch scharf, selbst auf kürzester Distanz vor einer rauen Wand, wie wir feststellen.

Fazit

Der Nebula Solar Portable ist ein heller und sehr flexibler Beamer, der dank der Annäherung von Google und Apple bezüglich ihrer Medienservices auch für iPhone- und Mac-Nutzer Sinn ergibt. Beim Klang muss man ein wenig Abstriche machen, trotz Dolby HD. Aber zweimal drei Watt und der kleine Formfaktor fordern ihren Tribut. Das 1080p-Bild ist jedoch hell und klar. Der Preis von 600 US-Dollar, den Nebula aufruft, ist aber recht sportlich . Viele Smart-TVs sind deutlich günstiger. Aber wenn Sie eine weiße und glatte Wand frei haben, ist der Beamer von Nebula eine Empfehlung wert.

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