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Nuki Smart Lock 3.0 im Test: Schlüssel waren gestern

15.05.2022 | 10:20 Uhr |

Mit einem Smart Lock können Sie ihren Schlüsselbund künftig zuhause lassen. Wir haben das Nuki Smart Lock 3.0 ausgiebig getestet.

Das Nuki Smart Lock 3.0 ist ein Motorantrieb für den Schließzylinder einer Tür. Für die Montage wird kein Handwerker benötigt, weil das Smart Lock einfach auf den vorhandenen Schließzylinder geschraubt wird. Die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben sind vielfältig. Zum Beispiel die einfache Ausgabe von digitalen Schlüsseln für Besucher bei einer Ferienwohnung oder einer Pflegekraft. Viel wichtiger war jedoch schon nach einer Woche Praxis das automatische Aufschließen bei Annäherung an die Tür. Kein Abstellen der Tasche, kein Schlüssel rauskramen, das ist sehr angenehm.

Wir haben uns zwei Monate intensiv mit der Neuauflage des Klassikers beschäftigt.

Die Montage und Einrichtung

Für die Montage auf dem Schließzylinder liegen dem Smart Lock 3.0 zwei Grundplatten und Werkzeug bei.
Vergrößern Für die Montage auf dem Schließzylinder liegen dem Smart Lock 3.0 zwei Grundplatten und Werkzeug bei.
© Thomas Bergbold

Die erste Hürde ist immer die Montage und die geht bei Nuki relativ leicht, denn das Smart Lock wird einfach auf den vorhandenen Schließzylinder aufgeschraubt. Einzige Voraussetzung: Der Schließzylinder sollte mindestens 3 mm hervorstehen. Bei weniger als 3 mm benötigt man einen anderen Schließzylinder, bei mehr als 3 mm liegt das Smart Lock nicht flächig auf dem Türrahmen auf. So wie bei unserer Haustür. Einen passender Schließzylinder hat Nuki auch im Programm.

Der komplette Prozess inklusive der Konfiguration erklärt ein guter Einrichtungs-Assistent in der Nuki App.

Ein Assistent in der App führt den Nutzer in leicht verständlichen Schritten durch den Prozess der Installation und Einrichtung.
Vergrößern Ein Assistent in der App führt den Nutzer in leicht verständlichen Schritten durch den Prozess der Installation und Einrichtung.
© Thomas Bergbold

Die Nuki App

Die App von Nuki zeigt sich sehr minimalistisch. Das kann neue Nutzer schon mal verwirren, wenn sie auf den nahezu schwarzen Bildschirm schauen, der nur einen offenen Kreis zeigt. Das Geheimnis eröffnet sich erst beim Wischen beziehungsweise Drücken.

Sehr gut gemacht ist die Sicherheitsfrage, die verhindert, dass man versehentlich das Türschloss öffnet.

Die Nuki App ist auf den ersten Blick sehr minimalistisch. Die Sicherheitsfrage verhindert ein versehentliches Öffnen.
Vergrößern Die Nuki App ist auf den ersten Blick sehr minimalistisch. Die Sicherheitsfrage verhindert ein versehentliches Öffnen.
© Thomas Bergbold

Damit der Status der Haustür korrekt angezeigt wird, also ob die Tür offen steht oder geschlossen ist, ist der Tür-Sensor wichtig. Diesen sollte man auf jeden Fall mitkaufen.

In einem Haus lebt man selten allein, da gibt es neben dem eigenen Partner auch Kinder und Großeltern. Sie alle benötigen Zutritt zum Haus. Und wenn man auch eine Reinigungskraft beschäftigt, diese ebenfalls.

Jeder dieser Nutzer kann eigene Rechte und einen eigenen Schlüssel bekommen. Der Schlüssel kann auch zeitabhängig sein, was zum Beispiel bei einer Reinigungskraft Sinn macht. Die Einrichtung hierzu ist bei Nuki vorbildlich gelöst, vor allem benötigen Nutzer keinen Account oder Registrierung bei einem Onlinedienstleister. Das bleibt alles lokal und privat.

Nutzer können neben der Nuki App die Fernbedienung Fobi und das Keypad mit dem eigenen Schlüssel nutzen.

Extras machen das System rund

So richtig rund wird ein Produkt nur, wenn es noch passendes Zubehör gibt. Hier punktet Nuki mit einer Vielzahl an praktischen Extras.

Ein wichtiges Extra ist der bereits erwähnte Türsensor für 39,- Euro, der eine offene Tür erkennen kann. Auch wenn das Smart Lock 3.0 HomeKit unterstützt, kann man hierfür keine HomeKit Türsensoren einsetzen.

Der Türsensor wird einfach auf den Türrahmen geklebt und erkennt ob die Tür offen oder geschlossen ist.
Vergrößern Der Türsensor wird einfach auf den Türrahmen geklebt und erkennt ob die Tür offen oder geschlossen ist.
© Thomas Bergbold

Das nächste sind das ebenfalls bereits erwähnte Keypad und die Fernbedienung Fobi. Diese sind entweder für 79,- Euro beziehungsweise 39,- Euro zu bekommen oder vergünstigt im Bundle mit dem Smart Lock 3.0. Das Keypad wird entweder mit einem Klebepad oder Schrauben befestigt. Die Stromversorgung erfolgt mit Knopfzellen und bei Dunkelheit helfen phosphoreszierende Ziffern bei der Erkennung. Interessant ist, dass Nuki auf eine Null als Ziffer verzichtet. Damit wird der Nutzer gezwungen auf unsichere Passwörter wie Geburtsdaten zu verzichten.

Die Pfeiltaste wird übriges dafür genutzt, dass man mit einem Druck ohne die App die Haustür abschließen kann.

Das Keypad ist für alle interessant, die keine App nutzen können oder möchten, zum Beispiel eine Reinigungskraft.
Vergrößern Das Keypad ist für alle interessant, die keine App nutzen können oder möchten, zum Beispiel eine Reinigungskraft.
© Thomas Bergbold

Das nächste praktische Extra, welches wir ausprobiert haben, ist ein Akku mit der Bezeichnung Power Pack. Bis zu sechs Monate soll die Akkulaufzeit sein, wir kommen bei häufiger Nutzung im Familienbetrieb auf hochgerechnet fünf Monate.

Möchte man sein Smart Lock nicht nur in Bluetooth-Reichweite, sondern auch aus der Ferne bedienen oder kontrollieren, ist die Bridge das wichtige Verbindungsglied. Sie stellt die Verbindung zwischen dem Smart Lock und dem hauseigenen Router her. Praktischerweise gibt es das Smart Lock auch gleich mit der Bridge als reduziertes Bundle.

Die Bridge ist unerlässlich für den Zugriff aus der Ferne und die Integration mit HomeKit.
Vergrößern Die Bridge ist unerlässlich für den Zugriff aus der Ferne und die Integration mit HomeKit.
© Thomas Bergbold

Das Smart Lock 3.0 gibt es auch in der Version Pro mit integriertem WiFi und Power Pack. Eine extra Bridge ist dann nicht mehr nötig.

Fazit

Türschlossantriebe gehören zu den smarten Dingen im Haus, die am Anfang den größten Widerspruch finden. Sei es, weil sie groß und hässlich sind oder zu kompliziert in der Bedienung.

Hier kann man teilweise Entwarnung geben. OK, besonders schön ist das Nuki auch nicht in der Version 3.0, aber Schönheit liegt im Auge des Betrachters und nach einigen Wochen haben sich die Hausbewohner nicht mehr an der Optik gestört. Etwas erschrocken sind alle über die Lautstärke des Motors. ABER das hatte auch sein Gutes. Das Geräusch des Motors ist ein ideales akustisches Signal, gerade wenn man das Haus verlässt.

Beim Thema Bedienung kann man auch einen Haken machen. Ist die Montage abgeschlossen, gefällt vor allem die einfache Verwaltung von Nutzern. Ohne eine extra Anmeldung auf einem Server, einfach nur Lokal. Das ist klasse. Und dazu kommen die guten Zusatzprodukte wie die Fernbedienung oder das Keypad.

Nach kurzer Zeit möchte man den Luxus eines Tür-Buttlers nicht mehr missen, ob es das automatische Öffnen der Tür bei Annäherung ist oder das Vergeben eines digitalen Schlüssels an andere Personen.

Das Nuki Smart Lock 3.0 ist in der von uns getesteten Basis rundum empfehlenswert und mit 149,- günstig. Wir empfehlen aber das Nuki 3.0 Set mit der Bridge, dem Keypad und der Fernbedienung für 319,- Euro, sowie zusätzlich den Door Sensor für 39,- Euro.

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