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Oceanmata – iPhone-11-Pro-Hülle mit Umwelt-Spende

21.09.2020 | 17:35 Uhr | Halyna Kubiv

Der Hersteller wirbt um seine Hülle mit einem Umwelt-Konzept: Pro verkaufte Hülle wird ein Kilo Plastikmüll auf Bali gesammelt.

Oceanmata ist ein kleiner bayerischen Hersteller von iPhone-Hüllen, der für sein Erzeugnis mit etwas anderen Mitteln wirbt: Demnach wird ein Teil des Erlöses an ein Team auf Bali gespendet, das dafür ein Kilogramm Plastikmüll aufsammelt . Die Hülle kostet aktuell knapp 30 Euro , immer noch weniger als Apples eigene Silikon-Hüllen für knapp 44 Euro. Wir haben ein Test-Exemplar vom Hersteller über zwei Wochen im Alltag getestet.

Etwas stutzig kann die Zusammensetzung der Hülle machen: Sie besteht demnach aus knapp 77 Prozent Zucker, elf Prozent Kalk, sechs Prozent Cellulose, der Rest fällt auf Holzspäne und Talkpuder. Trotz der Tatsache, dass die Hülle quasi aus Zucker besteht, ist sie wasserabweisend. Wir haben sie mehrmals mit einem nassen Tuch gereinigt, die Hülle hat sich nicht aufgelöst. Haptisch erinnert sie an Apples Silikon-Hülle mit etwas gröberer Textur. Die Oceanmata liegt auch sehr angenehm in der Hand, rutsch nicht ab, die drei Knopfabdeckungen für den Power-Button, Leiser- und Lauter-Knöpfe sind perfekt angepasst, nur der Lauter-Knopf lässt sich mit der Hülle etwas schwieriger bedienen – ein Problem, das die meisten neuen Hüllen haben. Erfahrungsgemäß wird sich mit der Nutzung die Abdeckung ausleiern, die Knöpfe lassen sich nach ein paar Wochen genauso gut in der Hülle wie ohne bedienen.

Der Hersteller bewirbt die Oceanmata-Hülle als kompostierbar, bei der Zusammensetzung kein Wunder. Laut einer Pressesprecherin wird die Hülle innerhalb von neun bis zwölf Monaten bei einer Luftfeuchtigkeit von 99 Prozent und einer Temperatur von 40° bis 60° Celsius komplett zersetzt. Sechs Monate würden unter gleichen Bedingungen gebraucht, damit sich Hülle bis zu 80 Prozent zersetzt.

Wir haben beim Abfallwirtschaftsbetrieb München nachgefragt, welche Bedingungen Abfallprodukte erfüllen müssen, um überhaupt in die Bio-Tonne zu gelangen. Laut Pressesprecherin Evi Thiermann dauert der Kompostierungsprosess bei AWM knapp sechs Wochen: "Die Münchner Bio-Abfälle, aus denen der AWM in einer Vergärungsanlage zunächst Biogas und anschließend aus den Gärresten Kompost herstellt, durchlaufen den Kompostierungsprozess   innerhalb von sechs Wochen. Dies ist unseres Wissens auch die Zeitspanne, in der die meisten Kompostieranlagen Kompost herstellen." Nach Empfehlung von AWM eignet sich die Hülle nicht für die Bio-Tonne, sie kann in der Stadt nur in der Restmüll-Tonne entsorgt werden. Außer, man hat einen Hof mit eigener Kompostieranlage, da kann man die Hülle dann über die angedachten neun bis zwölf Monate sich zersetzen lassen.

Fazit : Oceanmata ist an sich ein interessanter Ansatz mit dem Umweltschutz als Hintergedanke. Trotz recht exotischen Zusammensetzung lässt sich die Hülle im Alltag wie eine "normale" Plastik- oder Silikon-Hülle nutzen. Leider ist sie unter normalen Bedingungen in den herkömmlichen Abfallwirtschaftsbetrieben nicht kompostierbar.

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