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"Paper Mines" für iOS: Spiel mit der Lore

08.06.2020 | 15:27 Uhr | Thomas Hartmann

In dem relativ schlicht aufgebauten, aber durchaus anspruchsvollen Spiel fährt man mit einem Minenwagen durch relativ ähnliche Landschaften immer abwärts und an und über Hindernissen vorbei.

Der Entwickler Maximilian Servais beschreibt sein Indie-Spiel "Paper Mines" als Kombination aus Reaktionstest, Downhill Race und Kunstprojekt. Mit einem Minenwagen fährt man horizontal durch eine Landschaft, die im Papierstil gestaltet ist und deren Details einem Zufallsgenerator anvertraut sind. 20 Level bietet das Game insgesamt. Die Lore fährt nach Beginn des Levels automatisch los, mit Fingergesten lässt man die Figur sich bei Hindernissen ducken, kann bremsen oder Griffe für die Seilbahn (”Deckenhaken”) nach oben ausfahren. Licht schaltet sich bei Bedarf von allein zu. In der Werkstatt kann man mit der Zeit und gesammelten Punkten dem Wagen Upgrades spendieren.

In der Mine ohne Licht.
Vergrößern In der Mine ohne Licht.
© Paper Mines

Das Fahrgefühl und die Bewegungen wirken recht realistisch, auch die Umgebungstöne oder die Sounds vom Wagen klingen mit allen Details.

Einspuriges Gameplay, abwechslungsreiche Erscheinung

Spaß macht es auf jeden Fall, möglichst lang und bis zum jeweiligen Ziel durchzuhalten und dabei in den Minen Kristalle zu sammeln. Außerdem lässt sich die Erscheinungsweise von ”Paper Mines” sichtbar verändern: Vorgegeben ist die Papierstruktur, möglich ist aber auch Holz, eine monochrome oder sehr kontrastreiche Landschaft. All dies und der rasch zunehmende Schwierigkeitsgrad sorgen für Abwechslung, aber durchaus auch für Frust. Denn wenn man irgendwo hängenbleibt, umkippt oder herunterfällt, fängt man wieder ganz von vorn an, Zwischenstufen (Checkpoints) oder mehrere Leben gibt es nicht.

Die Level haben einen ziemlich hohen Schwierigkeitsgrad, der rasch und kräftig anzieht. Wir sind in unserem Test bis Level 7 gekommen und fanden es besonders anstrengend, wenn Nachtfahrten anstanden und jedes Mal, wenn man sich duckt, plötzlich das Licht wegbleibt. Man ist dann wie im Blindflug unterwegs und knallt mit ziemlicher Sicherheit gegen das nächste Hindernis, sobald man sich wieder aufrichtet (und aufrichten muss, um die Deckenhaken auszufahren).

Besonders schwierig sind die Nachtfahrten.
Vergrößern Besonders schwierig sind die Nachtfahrten.
© Paper Mines

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

"Paper Mines" gibt es im App Store ab iOS 13.2 zum Preis von 3,49 Euro (wofür man fast schon ein Monats-Abo mit über 100 Spielen von Apple Arcade erhält). Das finden wir trotz der originellen Idee und liebenswerten Umsetzung etwas zu teuer. Denn letztlich ist es nur ein einziges Spielprinzip mit begrenzten Veränderungen durch die Level, soweit wir sie zumindest kennen. Wer das Game für iOS erwirbt, erhält es für das iPadOS kostenlos und umgekehrt. Leider werden die Fortschritte aber nicht synchronisiert, sodass man nicht einfach weitermachen kann, wo man auf dem anderen Gerät aufgehört hat.

Fazit und Empfehlung

Trotz des guten Eindrucks können wir "Paper Mines" angesichts der beschriebenen Einschränkungen und des Preises nicht uneingeschränkt empfehlen. Wer auch ohne Demo, die es nicht gibt, wissen will, ob sich das Spiel für einen lohnt, erhält einen guten Eindruck durch den Walkthrough der ersten fünf Level von App Unwrapper auf YouTube (oben verlinkt).

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