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Pixelmator Photo im Test: Gute Performance auf dem iPhone

11.01.2022 | 08:31 Uhr | Thomas Hartmann

Die App bietet auch auf dem iPhone viele nützliche Tools und Filter. Und sie arbeitet perfekt mit Apple Fotos zusammen.

Über die neue iOS-Ausgabe von Pixelmator Photo 2.0 haben wir auf Macwelt.de bereits berichtet , nun haben wir uns die App ausführlicher angesehen und sind sehr beeindruckt von der Vielzahl der Funktionen, der relativ leichten Bedienbarkeit und dem glatten Zusammenwirken mit der Bibliothek aus Apple Fotos. Alternativ greift man auf den Dateien-Ordner zu, also auch auf die iCloud.

Was uns sogleich gefällt: Einerseits sind die Werkzeuge in der oberen Leiste (in vertikaler Ansicht, sonst seitlich) übersichtlich angebracht. Dabei sticht vor allem hervor der Button ”ML” für Machine Learning hervor, also die eingebaute KI des Entwicklers. Damit lässt sich ein Foto per Knopfdruck verbessern, wobei die Software dabei die Vorlieben des Users lernen soll. Veränderungen lassen sich völlig problemlos sofort wieder rückgängig machen. Tippt man auf das Foto, sieht man den Vergleich vorher/nachher, dazu gibt es einen Vergleich mit einer nach links und rechts beweglichen Ziehleiste. Einfache Reparaturen führt man ohne Umstand mit dem Pflastersymbol als ”magischem Pinsel“ durch, dabei lassen sich auch Objekte wie etwa Personen, Laternen oder störende Bäume problemlos entfernen – je besser sie von der Umgebung abgegrenzt sind, desto leichter und überzeugender ist das Ergebnis.

”ML” für fast alle Funktionen

Auch für das Zuschneiden bietet die App eine ML-Funktion, sodass man mit Glück ohne weiteres Zutun einen ”smarten” Zuschnitt des Bildes erhält. Ferner lässt sich ein Bild begradigen und die Perspektive korrigieren.

Ein Histogramm informiert bei Bedarf über die Details der Farbverteilung, dazu gibt es zahlreiche Schieberegler, um das Bild weiter zu optimieren. Sehr überzeugend finden wir dabei die Funktion ”Kurven”, mit der sich ein Foto praktisch professionell einrichten lässt.

Weitere Funktionen, die etwas versteckter sind, erlauben es, ebenfalls über maschinelle Intelligenz, Farben anzupassen, indem man ein anderes Foto als Referenz nutzt, die Auflösung künstlich zu erhöhen (Super-Resolution) oder ein Bild zu entrauschen. Vorgenommene Anpassungen lassen sich kopieren und auf andere Bilder anwenden. Dabei hat man stets die anderen Fotos aus der Mediathek im Blick. Bevor man ein Foto schließlich dort speichert, wird man jeweils um Erlaubnis dafür gebeten, denn so taucht das bearbeitete Bild in Fotos auf und auch in allen Mediatheken, die damit über die iCloud verbunden sind. Freilich lässt sich das jederzeit rückgängig machen, die Option ”Zurück zum Original” bleibt erhalten.

Pixelmator auf allen drei Plattformen sehr ähnlich

Wer die Desktop-Version von Pixelmator Pro kennt, oder gar die iPad-Ausgabe, wird sich auch relativ schnell mit der iOS-App zurechtfinden. Zwar ist die Anordnung zum Beispiel der Werkzeugsymbole anders als für den größeren Mac gelöst, aber ihr Aussehen ist fast identisch. Doch auch ohne diese Vorerfahrung kommt man gut mit der App zurecht, wenn man sich erst einmal systematisch umsieht und verschiedene Funktionen einfach ausprobiert. Das wird einem dadurch besonders leicht gemacht, dass man zumindest mit Apple Fotos immer wie auch unter iPadOS einen Fotostreifen mit anderen Bildern aus der Bibliothek sieht und nach Belieben damit spielen kann. Nicht nur die obligatorische Abfrage vor dem Speichern, sondern auch die Möglichkeit, alles sehr schnell wieder komplett rückgängig zu machen, wenn es einem doch nicht gefällt, unterstützt dieses unbeschwerte Ausprobieren.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Die Pixelmator Photo-App 2.0 gibt es wie gewohnt im App Store ab iOS 14.0. Der Download schlägt mit knapp 200 MB zu Buche. Die Kosten liegen aktuell bei 3,99 Euro. Da es sich um eine Universal App handelt, zahlt man für iPhone oder iPad jeweils nur einmal. Wer also die iPhone-Version schon hat, kann die für das iPad kostenlos herunterladen und umgekehrt.

Fazit und Empfehlung

Wir sind schlicht begeistert von den einfachen und doch effektiven Möglichkeiten der App. Mit den ML-Buttons, die in etwa dem ”Zauberstab” von Apple entsprechen, kann man es sich leicht machen und Pixelmator Photo die intelligenten Verbesserungen überlassen, oder mit den zahlreichen Schiebereglern und Werkzeugen selbst Hand anlegen. Auch aufwendigere Retuschen sind abhängig von der Komplexität der Fotovorlage recht leicht gemacht. Besonders die Integration mit Apple Fotos wie schon auf dem iPad gefällt uns sehr gut. Für beide Mobilgeräte von Apple aus unserer Sicht eine klare Empfehlung.

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