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Plantronics Backbeat Fit – Ohrhörer für Sportler

03.11.2016 | 12:52 Uhr |

AirPods, welche AirPods? Für den drahtlosen Musikgenuss gibt es schon jetzt jede Menge Alternativen für jeden Zweck. Auch für Läufer, die nicht fürchten müssen, den Backbeat Fit zu verlieren.

Noch warten wir gespannt auf die AirPods von Apple, da es aber anscheinend noch Probleme mit Hard- oder Software gibt, hat der iPhone-Hersteller den Verkaufsstart zunächst einmal verschoben, aber keinen konkreten Termin genannt.

In der Zwischenzeit sehen wir uns um, welche drahtlosen Kopfhörer uns welchen Zwecken dienen. Im Flieger oder in der vollen Bahn kann das einer mit  großen Schalen und aktiver Rauschunterdrückung sein, im Büro ist ein eher leichtes Headset mit tauglichem Mikrophon der Lauscher der Wahl und für den Sport stellen wir wieder ganz andere Anforderungen.

Sicher im Ohr, nicht zu laut

Denn anders als die mit dem iPhone mitgelieferten kabelgebundenen Hörer sollten Ohrhörer für den Sport fest sitzen, auch dann, wenn man schneller läuft (nicht getestet). Zudem ist es von Vorteil, dass man wenigstens noch ein bisschen von den Außengeräuschen mitbekommt, will man nicht auf einer abgesperrten Strecke auf der Bezirkssportanlage laufen. Zu guter Letzt wäre es von Vorteil, wenn durch unseren Schweiß nicht das Gerät schnell unansehnlich wird und es allgemein pflegeleicht ist. Wahlweise satten oder scharf-klaren Sound wie wir ihn im Wohnzimmer erwarten, fordern wir von einer solchen mobilen Lösung nicht einmal. Wenn's unbedingt sein muss, würden wir auch damit telefonieren.

Plantronics bringt mit dem Backbeat Fit einen Kopfhörer für Läufer, der die oben genannten Kriterien erfüllen will. Dabei kommt die Lösung wie ein typischer Sportkopfhörer daher: Die Ohrstöpsel werden mit einem Bügel an den Ohrmuscheln festgehalten, ein in den Nacken gelegtes Band hält den Kopfhörer zusammen und verbindet die beiden Lautsprecher. Diese sitzen relativ fest in den Gehörgängen, schließen die Akustik der Außenwelt aber nicht so stark aus wie etwa der im Sommer von uns getestete Backbeat Go des gleichen Herstellers. Die Bügel so hinter die Ohren zu klemmen, dass auch die Ohrstöpsel richtig sitzen, hat zwar erst ein wenig Übung erfordert, gelang uns dann aber problemlos.

Verständliche Telefonate

Freilich lässt sich mit dem Ohrhörer auch telefonieren, Gespräche nimmt man mit einem Tipp auf den rechten Ohrhörer an. Die Gesprächsqualität ist ordentlich, die Kollegin verstand uns sogar im U-Bahnhof einigermaßen, obwohl der Knopf im Ohr doch ein Stück weit weg vom Mund war und wir nicht besonders laut redeten - sieht in der Öffentlichkeit immer noch ein wenig seltsam aus, wenn man anscheinend mit sich selbst spricht, da sind wir halt ein wenig leiser. Das Telefonat haben wir übrigens mit Siri veranlasst, die Fernbedienung erfüllt also alle Wünsche.

Das Material des Backbeat Fit besteht aus Schweiß abweisendem Kunststoff, insgesamt wirkt das Gerät recht pflegeleicht. Die Farbauswahl reicht von dezent über Tarnfarben zu poppig. Mit einer Ladung kommt man bis zu acht Stunden aus, mit einem mitgelieferten Micro-USB-Kabel lädt man den Hörer am Rechner oder am USB-Ladegerät in gut einer Stunde auf - die Buchse ist im rechten Speaker verbaut, an dem auch der Ein/Aus-Schalter angebracht ist. Links stoppt und startet man die Musik, schaltet zum nächsten Song oder zu dem davor und regelt die Lautstärke der Wiedergabe. Auf jeder Seite erledigen zwei Knöpfe die Jobs, ein großflächiger (die Rückseite des Speakers) und eine dezent daraus hervorstehende Spitze - in jeder Situation sind die Bedienelemente schnell ertastet.

Ordentlicher Sound

Der Sound ist für einen Sportohrhörer überraschend gut, hängt aber stark davon ab, wie gut die Hörer in den Gehörgängen stecken. Das entscheidet schlussendlich auch, wie sehr man von der Außenwelt abgeschirmt ist - meist so gut, dass sich aktive Teilnahme im Straßenverkehr von selbst verbietet. Zum Radeln ist der Backbeat Fit also eher nicht geeignet, wenn überhaupt sollte man zu diesem Zweck einen nur leicht aufliegenden Kopfhörer verwenden - und die Musik nie zu laut drehen. Für das Joggen auf Fußwegen und in verkehrsberuhigten Zonen taugt das Setting aber wunderbar, wir hören sogar noch rechtzeitig sich von hinten nähernde Radler, ohne bei der Musik Abstriche machen zu müssen. Der Sound bietet wenig Bass, mumpfelt dafür aber nicht, Höhen und Mitten sind klar. Geeignet ist der Backbeat Fit daher für eine weite Bandbreite von Musik, auf einer unserer Runde waren wir sowohl von Led Zeppelin als auch von Suzanne Vega und Ludwig van Beethoven in klanglicher Hinsicht durchaus angetan.

App eher überflüssig

Zum Kopfhörer liefert Plantronics auch eine App mit, deren Nutzen aber einigermaßen beschränkt ist. Über sie kann man die Verbindung zum Kopfhörer trennen (das geht auch über die Systemeinstellungen...) und die Sprache des VoiceOver ändern. Die Stimme im Ohr sagt uns aber ohnehin nicht viel mehr, als die verbleibende Betriebszeit und dass der Hörer jetzt an oder aus ist. Doch liefert Plantronics über die App auch gegebenenfalls Firmwareupdates aus, weshalb wir sie auf dem iPhone belassen.

Fazit

Der Backbeat Fit ist für den Sport bestens geeignet, der Sitz ist perfekt, der Sound überzeugt. Wer beim Joggen unbedingt noch ans Telefon gehen muss, hat mit dem Plantonics-Kopfhörer ein dafür geeignetes Headset. Der Preis von 75 Euro ist für die Qualität durchaus angemessen. Die AirPods werden mehr als das Doppelte kosten, wenn sie erst einmal erscheinen...

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