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Plantronics Backbeat Pro 2 im Praxis-Test

14.11.2016 | 16:39 Uhr |

Lamge Akkulaufzeit, wirkungsvolle Geräuschunterdrückung und zwei Geräte gleichzeitig koppeln: Der Backbeat Pro 2 richtet sich an Businessanwender, die Wert auf guten Klang legen. Wir haben genau hingehört

Der Plantronics Back Beat Go 2 macht als Kopfhörer für Musikfans einerseits und als Headset für Büromenschen Kompromisse. Das ist aber keine Abwertung, denn die vom kalifornischen Hersteller angebotenen Lösungen wissen durchaus zu gefallen.

Vor allem an Geschäftsreisende richtet sich die aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC). Überall, wo es laut ist und man sich in seine Musik zurückziehen möchte, schaltet man diese ein: Im Flieger, am Bahnhof oder im Meeting (kleiner Scherz…). Sofern man nicht darauf angewiesen ist, wenigstens einen kleinen akustischen Eindruck von der Umgebung zu bekommen, ist der Wahlschalter an der linken Ohrmuschel in seiner Position ganz unten am Besten eingerastet. Die Mittelstellung indes erlaubt zumindest, laute Ansagen auf dem Bahnsteig oder von der Flugbegleitung mitzubekommen, aber auch hier ist die Abschirmung gegenüber Umgebungsgeräuschen so gut, dass sich der Einsatz im Straßenverkehr von alleine verbietet. In einer dritten Stellung geht das Mikrophon an und lässt die äußere Welt durch die gut gepolsterten Ohrmuscheln durch. Dann setzt auch sofort die Musik aus und lässt sich in der Stellung auch nicht mehr starten.

Sensoren stoppen und starten die Musik

So muss man nicht mehr den Over-Ear-Kopfhörer abnehmen, um zu verstehen, was das Gegenüber gerade sagt. Doch auch in diesem Fall stoppt sofort die Musik, der Plantronics Backbeat Pro 2 hat Bewegungssensoren, die melden, wenn man ihn ab- und wieder aufsetzt. Dann fängt die Musik wieder zu spielen an. Das hat in unserem Test aber eine Gegenstelle bei der Soundausgabe erfordert, die die via Bluetooth 4 gesendeten Signale versteht. Garageband dudelt einfach unabhängig von der Schalterstellung weiter – aber aufgrund der über die drahtlose Verbindung unvermeidlichen Latenzen sollte man bei der Arbeit mit Apples Audioprogramm ohnehin immer ein Kabel für die Tonausgabe verwenden. Eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse bietet auch der Plantronics-Hörer, ein entsprechendes Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Zwiefacher: Doppelt gekoppelt

Sehr praktisch ist es zudem, dass man den Backbeat Pro 2 mit gleich zwei Geräten gleichzeitig koppeln kann. Anwendungsbeispiel: Bei der Arbeit laut Musik vom Mac streamen, wenn aber das iPhone klingelt, übernimmt dieses die Soundausgabe. Die Musik am Mac stoppt, das Telefonat lässt sich führen, ohne das Smartphone aus der Hosentasche zu ziehen. Zwei Mikrophone im Kopfhörer garantieren ein einigermaßen verständliches Telefonat. Nach dem Auflegen – wie das Abheben per Tipp auf die rechte Ohrmuschel zu bewerkstelligen – setzt die Musik vom Mac wieder ein. Gleichzeitig zwei Musikstreams von unterschiedliche Geräten – das geht glücklicher Weise nicht. An der linken Ohrmuschel sitzen die Knöpfe für die Fernbedienung des Musikplayer auf Mac oder iOS-Gerät: Stopp/Play, vorwärts, rückwärts und die Lautstärke justiert man über ein Drehrad. Siri lässt sich nicht vom Headset aus bedienen, wollen wir selbst jemanden anrufen, müssen wir wohl oder übel das iPhone aus der Tasche holen.

Plantronics gibt die Akkulaufzeit mit 24 Stunden an und in der Tat haben wir bei unseren Test etliche Betriebsstunden benötigt, um die Ansage beim Einschalten von „Batterie voll“ bis „Batterie medium“ zu bekommen. Auch wenn wir ihn über mehrere Tage hinweg unbenutzt ließen, verlor der Akku nicht wesentlich an Ladung, bis zu sechs Monate soll der Kopfhörer im Standby mit einer vollen Ladung (680 mAh) ausharren. Drei Stunden dauert das Wiederaufladen via Micro-USB. Mit einem Gewicht von 289 Gramm ist der Plantronics kein Leichtgewicht, sitzt aber dennoch recht angenehm auf – und hält im hiesigen Winter die Ohren schön warm. Die Ohrschalen sind übrigens asymmetrisch aufgehängt, der Tatsache Rechnung tragend, dass unsere Köpfe nicht gerade sind, die Muscheln krümmen sich leicht nach unten vorne. Sprich: Wer Rechts und Links verwechselt, hört nicht nur die Bläser auf der falschen Seite, sondern wundert sich über die schlechte Passform des Kopfhörers. Womöglich hat auch deshalb Plantronics die Buchstaben „L“ und „R“ riesig auf die Überdeckung der Membranen gedruckt.

Fazit

Der Plantronics Backbeat Pro 2 ist ein hervorragend und ausgewogen klingender Ohrhörer für Musikfreunde, lässt sich aber auch prima im Geschäftsalltag einsetzen, sowohl im Büro als auch auf Reisen. Dabei lässt er kaum Wünsche offen. Der Preis von 250 Euro ist für die Qualität angemessen. Nicht getestet haben wir die Premium-Ausführung des Backbeat Pro 2, die mit einem Hartschalenkoffer und einem NFC-Chip für schnellere Paarung mit dem Smartphone kommt. Letzteres ist für iPhone-Besitzer jedoch irrelevant, da iOS den verbauten NFC-Chip ausschließlich für Apple Pay nutzen lässt.

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