2246588

Raumfeld Stereo Cubes: Musikalische Klangwürfel zum Spitzenpreis

17.01.2017 | 16:12 Uhr |

Raumfeld ist als Konzept vor vielen Jahren angetreten, Multiroom zu vereinfachen und für jedermann zugänglich zu machen.

Raumfeld setzt in seinem Konzept auf eine Kollektion von Lautsprechern, die vielfältigen Ansprüchen genügt. Das Angebot reicht von ausgewachsenen Standlautsprechern über Soundbars für den Fernseher bis zu Onebox-Lösungen. Aus den sechs möglichen Systemen haben wir uns die kleinsten Stereo-Lautsprecher herausgesucht, die Stereo Cubes.

In den kleinen quadratischen Würfeln, mit einer Kantenlänge von 19,50 cm, steckt ein Zwei-Wege-Sytstem mit einem 130 mm großen Tiefmitteltöner und einem 28 mm großen Hochtöner. Damit das auch alles rein passt, ist der Hochtöner in der Mitte des Tiefmitteltöner angeordnet. Diese Anordnung minimiert Laufzeitunterschiede und kommt dem Ideal einer Punktschallquelle näher.

Die Stereo Cubes machen nicht nur optisch einiges her, sondern überzeugen auch beim näheren Hinsehen mit einer tadellosen Verarbeitung.
Vergrößern Die Stereo Cubes machen nicht nur optisch einiges her, sondern überzeugen auch beim näheren Hinsehen mit einer tadellosen Verarbeitung.
© Teufel/Raumfeld

Angesteuert werden die Lautsprecher mit vier Endstufen, die je 40 Watt für die Hochtöner und je 45 Watt für die Tiefmitteltöner zur Verfügung stellen. Das ganze steckt zusammen mit dem Netzteil in einem der Cubes, dem Master. Der Slave wird über ein spezielles Klinkenkabel mit drei Meter Länge verbunden. Optional gibt es gegen einen geringen Aufpreis von 9,99 Euro ein fünf Meter langes Kabel. Weitere Anschlüsse sind USB, Ethernet, WLAN und Chinch-Stereo. Sowohl über den USB-Anschluss als auch die Chinch-Buchsen nehmen die Cubes Musik direkt entgegen. Das ist klasse, um zum Beispiel einen Plattenspieler mit einem eingebauten Phono-Vorverstärker direkt anzuschließen, wie etwa den Audio-Technica AT-LP3. So wird aus den Stereo Cubes eine kleine Stereoanlage, die die analoge mit der digitalen Welt vereint.

Ansonsten sind die Cubes natürlich fürs Streaming von Audio-Dateien gemacht. Neben Musik über einen DLNA/UPnP-Medienserver, sowie direkt vom iOS-Gerät, wird eine Vielzahl von Streaming-Anbieter unterstützt. Neben TuneIn für Internetradiostationen, sind dies Napster, Soundcloud, Spotify und Tidal. Airplay sucht man leider derzeit vergeblich.

Auf der Rückseite des Master-Cubes ist neben einem Netzwerkanschluß auch ein USB-Port für einen USB-Stick mit Musikdateien und ein Line-In.
Vergrößern Auf der Rückseite des Master-Cubes ist neben einem Netzwerkanschluß auch ein USB-Port für einen USB-Stick mit Musikdateien und ein Line-In.
© Thomas Bergbold

Sehr interessant ist die neue Erweiterung mit Chromecast und damit dem Dienst Google Cast für Audio. Auf diese Weise finden über 100 Streamingdienste in den Raumfeld-Lautsprecher einen neuen Partner: etwa Deezer, Flux FM oder Qobuz. Das besondere daran ist, das die App der Streaming-Anbieter die Lautsprecher nicht direkt ansprechen muss. So zum Beispiel Qobuz, die nur die Wiedergabe in der App sowie Chromecast, aber nicht Airplay unterstützt. Mit Qobuz wird sogar die Wiedergabe in Highres möglich.

Unkomplizierte Einrichtung

Multiroom klingt nach vielen Geräten, also nach komplizierter Installation. Neben dem Mitbewerber Sonos ist aber auch Raumfeld angetreten, die Multiroom-Technik so einfach wie möglich zu gestalten.

Vergleichbar zu einer Punktschallquelle sind der Hochtöner und der Tiefmiteltöner auf einer Achse angeordnet. Das Ergebnis ist ein wunderbar ehrlicher Sound, der in dieser Preisklasse kaum zu finden ist.
Vergrößern Vergleichbar zu einer Punktschallquelle sind der Hochtöner und der Tiefmiteltöner auf einer Achse angeordnet. Das Ergebnis ist ein wunderbar ehrlicher Sound, der in dieser Preisklasse kaum zu finden ist.
© Teufel/Raumfeld

Zur Einrichtung benötigt man neben dem Raumfeld-Lautsprecher nur noch ein vorhandenes WLAN und ein iOS-Gerät. Die Raumfeld-App führt einen beim ersten Start automatisch durch die Installation der Lautsprecher. In deutscher Sprache und mit einfachen Anweisungen kommen auch Nutzer mit geringem technischen Wissen ganz gut damit klar.

Die Installation erfolgt in zwei Stufen: Zuerst verbindet man den Speaker mit dem hauseigenen WLAN und gibt ihm einen Namen,  anschließend wählt man die Musikquelle aus. Hierbei kann man nicht nur einen Server, sondern auch die Musik auf dem iOS-Gerät bestimmen.

An diser Stelle lauert leider die erste zu nehmende Hürde. Generell ist es sehr löblich, dass Raumfeld Medienserver nach DLNA/UPnP ansprechen kann. Nur leider sind die Raumfeld-Lautsprecher hier etwas wählerisch. Auf unserem Mac Mini konnte weder mit Serviio noch mit Linn Kazzo, die Cubes etwas anfangen. Nach Rücksprache mit dem sehr netten Support wurde der „ MinimServer “ empfohlen, mit dem es auch geklappt hat.

An den Line-In der Stereo Cubes lässt sich beispielsweise ein Plattenspieler mit einem eingebauten Phono-Vorverstärker, wie den Audio-Technica AT-LP3, direkt anzuschließen.
Vergrößern An den Line-In der Stereo Cubes lässt sich beispielsweise ein Plattenspieler mit einem eingebauten Phono-Vorverstärker, wie den Audio-Technica AT-LP3, direkt anzuschließen.
© Audio-Technica

Mit einer Synology NAS hatten wir das gleiche Problem, auch hier hat nur der MinimServer funktioniert. Eine andere Möglichkeit ist der Zugriff über eine SMB-Freigabe, allerdings nicht mit macOS.

Steuerung über App und am Gerät

Die eigentliche Schwierigkeit bei Streaming-Audio ist die Steuerung, also wie komfortabel wähle ich Musik aus und wie übersichtlich ist die entsprechende App. Hier hat Raumfeld gute Arbeit geleistet. Naturgemäß ist die Version für das iPad einfacher zu bedienen als die Version für das iPhone, das größere Display hat einfach mehr Platz. Am iPad hat man einen direkten Zugriff auf „Meine Musik“ im eigenen Netzwerk, mit der Raumfeld-App selbst erstellte Playlisten, TuneIn für Internetradio, Spotify, den Line-In Eingang und die Einstellungen. Bei der iPhone-Variante sind die Quellen unter Home abgelegt und es gibt einen Direktzugriff auf "Favoriten", "Zuletzt gespielt" und "Persönliche Trends". Das hat man schnell verstanden. Tidal und Chromecast tauchen nur auf, wenn man sich dort angemeldet hat.

Die Raumfeld-App startet beim ersten Start mit einem sehr gut verständlichen Einrichtungsassistenten.
Vergrößern Die Raumfeld-App startet beim ersten Start mit einem sehr gut verständlichen Einrichtungsassistenten.

Schön viel Platz gibt es auf dem iPad an der rechten Seite für die Musik-Steuerung, die Lautstärke und die Hörzonen mit den einzelnen Raumfeld-Lautsprechern. Am iPhone ist das am unteren Rand versteckt, ähnlich der Apple-Musik-App. Ein nettes Detail ist das virtuelle Drehrad für die Lautstärke. Schön ist aber auch, das unsere Stereo Cubes auch Lautstärkeregler am Gehäuse haben.

Starker Sound

Die Stereo Cubes verarbeiten von komprimierten AAC und MP3 bis unkomprimierten FLAC und Apple Lossless alle wichtigen Audioformate. Freunde von Highres-Audio freuen sich über unterstützte Samplingraten bis 192 kHz. Leider mit einer Einschränkung, nicht beim Apple Lossless Dateiformat, aber bei FLAC.

Ein tolles Album zum Testen der Klangqualität ist Toy von Yello. Elektronische Beats, trocken und schnell, eingängige Melodien, hier zeigt sich schnell mit wie viel Spielfreude agiert wird. Um es kurz zu machen, das passt beim den Stereo Cubes wunderbar. Sehr frisch, ohne Aggression gehen die Cubes zu Gange. Das macht einfach Spaß. Malia als Gastsängerin begeistert nicht nur hier, sondern auch auf anderen Alben mit ihrer rauchigen Stimmen. Eines macht Toy auch klar, ein abgrundtiefer Bass lässt sich den kleines Cubes nicht entlocken.

Wo wir schon bei Malia sind, musste auch eines ihrer Jazz-Alben virtuell aufgelegt werden. Akustische Instrumente werden gut reproduziert, in der Mitte fehlt aber ein wenig die Präzision. Bei anderen Jazz-Alben, wie Diana Krall das gleiche Bild. Sehr offen, frisch und mit klarer Stimme. Man sollte immer im Blick behalten wie klein die Cubes sind, da ist das sehr respektabel.

Zurück zu Pop und Elektronik, hier gibt es nichts zu meckern. Depeche Mode können somit wunderbar eine kleine Party rocken.

Die Raumfeld-App zur Steuerung ist übersichtlich und man findet sich schnell zurecht.
Vergrößern Die Raumfeld-App zur Steuerung ist übersichtlich und man findet sich schnell zurecht.

Empfehlung

Als Apple-Nutzer vermisst man schmerzlich das schön einfache und unkomplizierte Airplay. Wer Streamingdienste nutzt, wird von der Chromecast-Unterstützung begeistert sein. Auf diese Weise können auch exotischere Dienste auf die Raumfeld-Lautsprecher streamen, für die es sonst keine Unterstützung geben würde. Wer lokale Musik nutzen möchte, muss zu Beginn die Hürde nehmen, einen passenden Server zu installieren. Der Zugriff via SMB-Freigabe ist hierbei nur ein Notbehelf und klappt auch auf dem Mac nicht. Schön, dass der MinimServer ein anerkannt zuverlässiger Musik-Server, obendrein sogar kostenlos ist.

Die Einrichtung klappt dann ganz einfach und auch die Raumfeld-App macht einen guten Eindruck. Auch wenn die Raumfeld-Lautsprecher DLNA fähig sind, haben wir keine alternative Steuerungs-App gefunden, die fehlerfrei mit den Stereo Cubes funktioniert hat. Das liegt in der Sache von DLNA und ist nicht den Stereo Cubes anzulasten.

Sehr schön integriert ist TuneIn mit dem Zugriff auf eine Vielzahl an Internetradiostationen. Schnell war der Heimatsender gefunden, sogar mit passendem Symbol. Damit man ihn direkten Zugriff hat, ist er sehr einfach als Favorit zu definieren.

Ein Highlight an den Stereo Cubes ist neben der Verarbeitung der Klang. Im besten Sinne unauffällig, spielen sie musikalisch auf hohem Niveau. Kein Stress, kein künstliches größer machen als sie sind. Aus den kleinen Cubes kann kein Bass wie aus den Hörner im der ehemaligen Disco Dorian Gray in Frankfurt kommen. Somit sind sie wunderbar ehrlich. Der Preis ist mehr als fair und läßt die Mitbewerber alt aussehen. Da sieht man vielleicht auch über das fehlende Airplay hinweg und das Apple Lossless nur bis 44,1 kHz unterstützt wird.

Raumfeld Stereo Cubes

Preis:

379,90 €

Note:

1,6 gut

Alternativen:

Beoplay A6, Sonos Play:3 (Zweimal), Denon Heos 5 (Zweimal)

Vorteile:

sehr guter Klang und Verarbeitung, günstiger Preis, gute Steuerungs-App

Negativ:

kein Airplay

Technische Daten:

Anschlüsse:

Cinch Stereo, USB 2.0, LAN, WLAN

Dateiformate:

MP3, WMA, WAV, AAC, FLAC bis 192 kHz, OGG, Apple Lossless

0 Kommentare zu diesem Artikel
2246588