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SSD Crucial X8 im Test: Schnell, schick und günstig

07.11.2019 | 09:23 Uhr | Stephan Wiesend

Die neue externe SSD von Crucial bietet hohe Transferraten von knapp 1000 MB/s und ist vergleichsweise preiswert.

Viele aktuelle externe SSDs sind eigentlich veraltet: Sie nutzen intern die alte SATA-Schnittstelle, welche die Transferrate auf maximal 500 MB/s begrenzt. Erst wenige neue externe SSD basieren auf einer schnellen NVMe-SSD und einem aktuellern Brückenchip und sind mehr als doppelt so schnell. Zu dieser neuen Generation an SSDs gehört die neue Crucial X8 , die in den Kapazitäten 500 GB und 1TB zu haben ist.

Fazit

Will man eine schnelle und kompakte externe SSD für das Auslagern von Daten oder Backups, scheut aber die hohen Kosten einer Thunderbolt-Lösung, ist die X8 eine gute Lösung. Anspruchsvollen Anwendern und Videofilmern würden wir aber gleich zu einer Thunderbolt-SSD raten.

Vorzüge: Kompakt, leicht, hohe Performance
Nachteile: Hohe Erwärmung, Leistungsreduzierung bei Dauerlast
Preis: 180 Euro (1TB), 130 Euro (500 GB)

Crucial ist vor allem als Anbieter von SSDs und RAM bekannt, mit der neuen Crucial X8 gibt es nun erstmals eine externe SSD von dem US-Hersteller. Beim Auspacken macht die externe SSD einen guten Eindruck, das Speichermedium ist mit knapp hundert Gramm angenehm leicht und kleiner als jede externe Festplatte. Das Gehäuse aus Aluminium und Kunstoff-Mix wirkt gediegen und soll auch den Fall aus zwei Meter Höhe überstehen. Etwas überrascht sind wir, dass nur ein Kabel in dem kleinen Paket liegt, üblicherweise liegen heute ja immer ein USB-C und ein USB-A-Kabel bei. Es handelt es sich aber um ein USB-C-Kabel mit aufgestecktem Mini-USB-A-Adapter – weit platzsparender als zwei separate Kabel. Das Kabel ist allerdings für manche iMacs oder PC-Desktops zu kurz.

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Interessant ist die Kompatibilität, die Crucial verspricht: Die neue SSD unterstützt USB 3.2 Gen2 und ist nicht nur mit Macs, PCs, Windows und Android nutzbar, auch die aktuellen iPad Pro mit USB-C-Schnittstelle werden ausdrücklich unterstützt. Vorformatiert ist die SSD im plattformunabhängigen Format exFAT.

Ein kurzes Kabel mit Adapter liegt bei.
Vergrößern Ein kurzes Kabel mit Adapter liegt bei.

Performance

Von einem großen Teil der Konkurrenz kann sich die neue SSD durch ihre Performance absetzen, verspricht doch Crucial eine Transferleistung von bis zu 1050 MB/s beim Lesen. Über 1000 MB/s erzielt die Crucial allerdings nur bei Windows-PCs mit bestimmten Mainboards: An einem Mac messen wir mit dem Disk Speed Test von Black Magic immer noch erstklassige 937 MB/s beim Schreiben und 967 MB/s beim Lesen. Höhere Transferraten sind über USB-C am Mac nicht möglich. Was man aber beachten sollte: In unserem Test nutzen wir die Version mit 1TB, die Version mit 500 GB ist bei der Schreibrate etwas langsamer. Auch die Zugriffszeiten sind hervorragend und bei einem Füllgrad von 90 Prozent bleibt die hohe Transferrate erhalten.

Die Transferleistung ist hervorragend.
Vergrößern Die Transferleistung ist hervorragend.

Verwendet man die SSD über eine herkömmliche USB-Schnittstelle, halbiert sich die Datenrate. Per USB-A-Adapterkabel messen wir nur noch maximal 430 MB/s. Insgesamt ein gutes Ergebnis: Die relativ günstige X8 reicht zwar nicht an teure Thunderbolt SSDs wie die G-Drive Mobile Pro heran, die knapp 2500 MB/s liefert, ist aber doch doppelt so schnell wie die Samsung T5 oder die Fast SSD von Seagate. In der Praxis können diese älteren Modelle aber noch gut mithalten: Nutzt man die externe SSD in der Praxis, ist die hohe Transferleistung zwar messbar aber nur selten spürbar – etwa wenn umfangreiche Backups etwas schneller absolviert werden und das Kopieren von Videodateien deutlich zügiger abgeschlossen wird. Für das Auslagern von Fotosammlung oder Steam-Archiv ist eine günstige SATA-SSD aber völlig ausreichend. Gerade beim Kopieren von großen Mengen kleiner Dateien bleibt von der hohen Datenrate schließlich wenig übrig.

Cache und Wärme

Eine hohe Schreibleistung wird bei einer SSD durch einen Cache ermöglicht, der bei günstigen SSDs meist sehr klein ist. Selbst als wir die Größe der Testdatei auf 64 GB vergrößern, bleibt die Transferrate der X8 aber noch stabil. Ein echter Erfolg für Crucial, verbaut der Hersteller doch eigentlich lahmen QLC-Speicher statt dem teureren TLC-Speicher. Die auf der Crucial P1 basierende SSD nutzt nämlich einen sehr großen Cache-Speicher aus, der bei der 1TB-Version etwa 200 GB groß ist.

Erst als wir als Extrem-Test einen Ordner mit 380 GB Umfang auf die externe SSD kopieren, wird der QLC-Speicher spürbar: Nach dem Kopieren von 190 GB ist der Cache erschöpft und die Schreibrate bricht auf unter 50 MB/s ein. Derartige Datenmengen sind aber kein Alltags-Ereignis, selbst Videofilmer sollten solche Volumen nur selten bewegen. Diesen würden wir aber eh eine Thunderbolt-SSD mit schneller SSD zu empfehlen, vielleicht sogar mit aktiver Kühlung.

Die schnellen NVMs-SSDs haben einen weiteren großen Nachteil: Hohe Erwärmung. Werden die SSDs zu heiß, reduziert das sogenannte Thermal Management die Datenrate und auch die Lebensdauer leidet. Desktops können die SSD per Lüfter kühlen, bei einer kleinen externen SSD ohne Lüfter ist die Ableitung der Wäme ein Problem. Nach unserer Tests hat Crucial die Erwärmung aber vergleichsweise gut im Griff und das Gehäuse leitet die Wärme ab: Nach einer halben Stunde Datentransfer wird das Gehäuse sehr warm und auch die Datenrate reduziert sich, das ist aber so gewollt. Laut SMART-Daten erwärmt sich die SSD auf bis zu 58 Grad, das ist aber noch tolerierbar. Bei üblicher Nutzung sollten kaum Probleme auftreten.

Preis-Leistungsverhältnis

Der Listenpreis für die Version mit 500 GB beträgt 131 Euro, die Version mit 1TB kostet 180 Euro. Das klingt teuer, gibt es die alte T5 von Samsung mit 500 GB doch oft schon ab 80 Euro. Die neue X8 konkurriert aber eher mit anderen externen SSDs wie der Rugged SSD von Lacie und der neuen Sandisk Extreme Pro, die noch deutlich teurer sind. Nach unserer Erfahrung wird der Preis für die neuen SSDs zudem bald noch etwas sinken. Noch günstiger erhält man eine schnelle externe SSD, wenn man ein NVMe-Gehäuse kauft und eine passende SSD selbst zusammenbaut. Hier muss man aber auf eine geeignete SSD achten und ein Gehäuse mit guter Wärmeableitung finden – was nicht ganz einfach ist .

Fazit:

Will man eine schnelle und kompakte externe SSD für das Auslagern von Daten oder Backups, scheut aber die hohen Kosten einer Thunderbolt-Lösung, ist die X8 eine gute Lösung. Anspruchsvollen Anwendern und Videofilmern würden wir aber gleich zu einer Thunderbolt-SSD raten.

Crucial X8

Hersteller: Crucial
Vorzüge: Kompakt, leicht, hohe Performance
Nachteile: Hohe Erwärmung, Leistungsreduzierung bei Dauerlast
Preis: 180 Euro (1TB), 130 Euro (500 GB)

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