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Schnelle NVMe-SSDs für den mobilen Mac-Einsatz im Vergleich

16.01.2021 | 15:12 Uhr |

Externer Speicher für den Mac kann an sich nicht schnell genug sein. Die neuesten NVMe-Lösungen im Vergleich.

Im ersten Teil unseres Tests von schnellen externen Speicherlösungen für den Mac ging es in erster Linie um Thunderbolt-3-Lösungen , die auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt sind. Bei einem stationären Einsatz kann man daher größere RAID-Gehäuse einsetzen, zum Beispiel für mehrere NVMe-SSDs. Thunderbolt 3 bietet aber noch den Vorteil, gut weitere Schnittstellen, wie USB und DisplayPort in das Gehäuse integrieren zu können.

Im zweiten Teil möchten wir einen Überblick über Laufwerke mit einer einzelnen NVMe-SSD geben. Durch die kompakte Bauweise sind sie nicht nur stationär, sondern auch mobil einsetzbar.

Als Schnittstellen zum Mac kommt bei NVMe SSDs nur USB 3.2 Gen-2 Type-C mit 10Gbit/s oder Thunderbolt 3 mit 20 Gbit/s in Frage.

Unser Testfeld

In der Klasse der Einzellaufwerke mit USB-C haben wir zum einen das Leergehäuse Datamobile Ultra SSD von LMP . Mit dem größten Gehäuse kommt das WD_Black P50 von WD mit 1 TB. Eigentlich für den Gamer-Markt gedacht, nutzt es das große Metallgehäuse für seine Abwärme.

Mehr im Hosentaschenformat sind unseren nächsten vier Testteilnehmer, das ADATA SE800 , das Lexar SL100 Pro , sowie die zwei Neuauflagen Sandisk Extreme Portable SSD und von WD die My Passport SSD . Die alte My Passport SSD und die alte Extreme Portable SSD hatten wir schon einmal im Test. Die Neuauflagen haben nur noch den Namen gemein.

Das LMP-Leergehäuse verwendet zur Kühlung ein Aluminiumgehäuse mit Kühlrippen. Sehr clever ist die Montage der NVMe gelöst. Auf der Stirnseite gibt es einen kleinen Schiebetaster, zieht man diesen zur Seite, wird das Gehäuse freigegeben und man kann es abziehen. Jetzt lässt sich die NVMe ganz einfach einsetzen. Wir haben die neue Einsteiger NVMe von WD , die SN550 mit 1 TB aus der Blau-Serie eingebaut. WD gibt eine maximale Lesegeschwindigkeit von 2.400 MB/s an. Zum Verschließen wird das Gehäuse einfach wieder aufgeschoben und rastet dann automatisch wieder ein. Ein 15 cm kurzes Kabel ist im Lieferumfang enthalten und damit man das Laufwerk auch an einem Rechner mit dem alten USB-A Anschluss einsetzen kann, hat es einen Adapterstecker. Das Datamobile Ultra SSD trägt eine Preisempfehlung von 55 Euro, zusammen mit 1 TB WD SN550 kostet das Laufwerk dann rund 149 Euro.

Datamobile Ultra SSD bei Amazon

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Das Datamobile Ultra SSD von LMP besticht durch seine einfache werkzeugfreie Montage der NVMe-SSD. Nur das mitgelieferte Kabel ist nicht sehr hochwertig.
Vergrößern Das Datamobile Ultra SSD von LMP besticht durch seine einfache werkzeugfreie Montage der NVMe-SSD. Nur das mitgelieferte Kabel ist nicht sehr hochwertig.
© Thomas Bergbold

Das WD_Black P50 ist mit 118 mm Länge im Vergleich zu den Mitbewerbern recht groß. Das Design erinnert an eine Armee-Metallkiste, genauer gesagt an einen Überseecontainer. Das mitgelieferte USB-C-Kabel ist eines der längsten im Vergleich, was beim stationären Einsatz sehr praktisch sein kann. Am Mac kann man leider derzeit die maximale Performance nicht ausreizen, da WD eine USB3.2 Gen 2×2 mit 20GBit/s verbaut. Apple stattet seine Rechner nur mit der 10 GBit/s Variante USB3.2 Gen 2 aus. Die WD_Black P50 ist nur mit 1 TB erhältlich und kostet im Handel rund 200 Euro.

WD Black P50 bei Amazon

Das WD_BLACK P50 erweckt den Eindruck für den harten Outdoor-Einsatz geschaffen zu sein. In der Tat verfügt es aber über ein robustes und großes Gehäuse. Die Datenrate in der Praxis zählt zu den Besten.
Vergrößern Das WD_BLACK P50 erweckt den Eindruck für den harten Outdoor-Einsatz geschaffen zu sein. In der Tat verfügt es aber über ein robustes und großes Gehäuse. Die Datenrate in der Praxis zählt zu den Besten.

Ein Handschmeichler ist die WD My Passport SSD. Auch wenn es nicht so aussieht, ist das Gehäuse aus Metall und sturzfest bis 1,98 Meter. Das Kabel ist mit 16 cm sehr kurz und ein einfacher Adapter stellt die Abwärtskompatibilität zu USB-A her. Zum Bruder Sandisk Extreme Portable SSD gibt es viele Parallelen. Neben dem kurzen Kabel mit Adapter ist es die USB-3.2-Gen2-Schnittstelle und die Sturzfestigkeit. Unterschiede gibt es natürlich im Aussehen aber auch darin, dass das Sandisk Wasser- und Staubschutz nach IP55 hat. Die typische Öffnung für einen Karabinerhaken hat die neue Version auch bekommen.

Auch neue Sandisk Extreme Portable SSD überzeugt mit einem robusten Gehäuse das Wasser- und Staubschutz nach IP55 ist.
Vergrößern Auch neue Sandisk Extreme Portable SSD überzeugt mit einem robusten Gehäuse das Wasser- und Staubschutz nach IP55 ist.
© Thomas Bergbold

Sowohl die My Passport SSD als auch die Extreme Portable SSD sind mit 500 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich. Mit 1 TB kostet die My Passport SSD rund 150 Euro und die Extreme Portable SSD rund 190 Euro.

Die Neuauflage im schicken Aluminiumkleid hat deutlich an Geschwindigkeit zugelegt. Leider ist das Kabel immer noch sehr kurz.
Vergrößern Die Neuauflage im schicken Aluminiumkleid hat deutlich an Geschwindigkeit zugelegt. Leider ist das Kabel immer noch sehr kurz.
© Thomas Bergbold

Sandisk Extreme Portable bei Amazon

WD My Passport SSD bei Amazon

Etwas kantiger sind die ebenfalls mit der schnellen USB3.2 Gen 2 Schnittstelle ausgestatteten Lexar SL100 Pro und ADATA SE800. Von den Abmessungen her ist das ADATA das kleinste aller USB-C Laufwerke und besitzt als Besonderheit eine Gummikappe vor dem Anschluss. Damit ist es auch Wasser- und Staubgeschützt nach IP68. Natürlich auch stoßfest. Lexar macht hierzu keine Angaben. Lexar legt zwei ordentliche Kabel mit 20 cm Länge bei, bei ADATA sind es sogar 23 cm. Als einziger Hersteller liefert ADATA sein Laufwerk NTFS-Formatiert aus.

Das SE800 von ADATA überzeugt mit seinem robusten Gehäuse nach IP68 und sehr guten Datenraten in der Praxis.
Vergrößern Das SE800 von ADATA überzeugt mit seinem robusten Gehäuse nach IP68 und sehr guten Datenraten in der Praxis.
© Thomas Bergbold

Das Lexar SL100 Pro mit 500 GB kostet derzeit 79,90 Euro, das ADATA SE800 mit 500 GB 85,- Euro und mit 1 TB 155,- Euro.

Das LS100 Pro macht mit seinem Aluminiumgehäuse was her, auch die zwei beigelegten Kabel sind ordentlich. Leider versagt es beim Praxistest.
Vergrößern Das LS100 Pro macht mit seinem Aluminiumgehäuse was her, auch die zwei beigelegten Kabel sind ordentlich. Leider versagt es beim Praxistest.
© Thomas Bergbold

ADATA SE800 bei Amazon

Lexar SL 100 Pro bei Amazon

Unser letzter Vertreter ist wieder ein Leergehäuse, aber eines mit Thunderbolt 3 Anschluss. Das OWC Envoy Express kommt in einem schlichten schwarzen Metallgehäuse und wird für nur 93,- Euro angeboten. Für die Montage der NVMe SSD wird das Gehäuse einfach aufgeschraubt, ein passender Schraubendreher ist im Lieferumfang enthalten. Was auch im Lieferumfang enthalten ist, ist eine Halterung, um das Laufwerk an einen Rechner oder Monitor zu kleben. Als NVMe SSD haben wir wieder die schnelle Kingston KC2500 aus dem ersten Teil unseres Artikels genommen. Die 1 TB KC2500 kostet derzeit 158,- Euro, macht zusammen mit dem Gehäuse ein Gesamtpreis von 251,- Euro.

Das Envoy Express überzeugt nicht nur durch sein Preisleistungsverhältnis, sondern auch mit Detaillösungen, wie zum Beispiel das austauschbare Kabel.
Vergrößern Das Envoy Express überzeugt nicht nur durch sein Preisleistungsverhältnis, sondern auch mit Detaillösungen, wie zum Beispiel das austauschbare Kabel.
© Thomas Bergbold

OWC Envoy Express bei Amazon

Kingston KC2500 NVMe bei Amazon

Zum Vergleich lassen wir aus unserem letzten Test „ Mac Mini 2018 erweitern, Teil 2: Externe Speicher “ zwei Laufwerke mit Thunderbolt 3 Anschluss mitlaufen. Das G-Technology G-Drive mobile Pro SSD mit 500 GB und das Freecom mSSD Celeritas 1 TB.

Die Laufwerke im Praxisvergleich

Was die stationären Lösungen leisten, konnten wir eindrucksvoll im ersten Teil sehen . Doch neben den Vorteilen der Geschwindigkeit und dem Verketten mehrerer Thunderbolt-Laufwerke (Daisy-Chaining), sind diese auch deutlich teurer als die einfachen USB-C- und Thunderbolt-3-Laufwerke.

Zum Vergleich in unserem Diagramm mit aufgeführt ist die G-Technology G-Drive mobile SSD . Ein USB-C SSD-Laufwerk der ersten Generation. Als Vergleich aus dem Thunderbolt 3 Lager darf unsere Referenz das G-Technology G-Drive mobile Pro SSD und das Freecom mSSD Celeritas mitlaufen.

Das Datamobile Ultra SSD von LMP überzeugt hier durch seine einfache Werkzeug-freie Montage der NVMe-SSD. Ein Schiebeschalter gibt das Gehäuse frei, welches sich dann leicht abnehmen lässt. Wir haben die sehr preisgünstige NVMe WD Blue SN550 eingesetzt. Durch Ihre Geschwindigkeitsklasse passt sie sehr gut zum USB-C-Anschluss. Somit messen wir mit Aja System Test auch zu erwartende Werte von 883 MB/s beim Schreiben und 931 MB/s beim Lesen. Beim Praxistest mit einem rund 75 GB großen Bilderordner bricht unsere LMP-WD Kombination aber etwas ein. Da bleiben nur noch 591 MB/s beim Schreiben übrig.

Die neue Ausgabe der My Passport von WD überzeugt mit 901 MB/s beim Schreiben und sehr guten 950 MB/s beim Lesen. Das Gehäuse wird dabei aber sehr warm, ein Tribut an die kompakte Bauweise. Im Praxistest mit dem Bilderordner ist dementsprechend die Datenrate auf 554 MB/s beim Schreiben abgerutscht. Denn je mehr Wärme produziert wird, umso langsamer wird die SSD, damit sie keinen Schaden nimmt.

Vergleichbar ist die robuste Sandisk Extreme Portable SSD. Auch hier sind wir über 900 MB/s, genauer 910 MB/s beim Schreiben ist der Bestwert. Beim Lesen sind es ebenfalls sehr gute 949 MB/s. Im Praxistest bleiben leider nur noch 527 MB/s übrig, aber das Gehäuse wird dabei nicht übermäßig warm.

Ebenfalls recht gut nutzt das WD Black P50 von WD den USB-C-Anschluss aus. Auch hier haben wir überzeugende Datenraten gemessen. Beim Schreiben 907 MB/s und beim Lesen 911 MB/s. Die P50 besitzt auch das größte Gehäuse unserer Einzellaufwerke mit USB-C-Anschluss. Richtig robust schreit es nach dem harten Einsatz und dank des großen Gehäuses wird die Wärme auch sehr gut abgeleitet. Im Stresstest mit unserem Bilderordner messen wir die Topp Leistung von 675 MB/s beim Schreiben für USB-C-Laufwerke.

Eine Überraschung ist das ADATA SE800. Nicht weil es das kleinste Laufwerk ist und auch nicht, weil es eine Gummiabdeckung vor dem Port hat. Es sind die tollen Praxiswerte beim Schreiben von 741 MB/s. Die gemessenen Benchmarks sind erstaunlicherweise nicht die Besten im Testfeld. Für das Schreiben sind es 866 MB/s und für das Lesen 869 MB/s. Das Metallgehäuse wird dabei zwar warm, aber nicht heiß.

Das Schlusslicht in unserem Test kommt von Lexar. Das SL 100 Pro liegt mit gemessenen 735 MB/s beim Schreiben und 832 MB/s beim Lesen deutlich hinter den Mitbewerbern. Im Praxistest kommt es sogar nur auf 206 MB/s, hier merkt man, das mit zunehmender Dateimenge die Leistung immer mehr in den Keller geht. Das Gehäuse wird dabei recht warm.

Unser letzter Vertreter ist ein Exot. Weil es nur sehr wenige Einzellaufwerksgehäuse zum selbst bestücken mit Thunderbolt-3-Anschluss gibt. Umso größer ist die Herausforderung den USB-C-Laufwerken zu zeigen, was Thunderbolt 3 kann. Auf den ersten Blick aber enttäuschen die reinen Messwerte. Mit 1158 MB/s beim Schreiben und 1495 MB/s beim Lesen setzt es sich zwar deutlich ab, kommt aber nicht an unsere Referenz von G-Technology heran. Das ändert sich aber deutlich beim Praxistest. Hier zeigt es mit 1035 MB/s die Bestmarke bei Einzellaufwerken.

Empfehlung

Mit den NVMe-SSDs ist ein deutlicher Geschwindigkeitsschub bei USB-C- und Thunderbolt-3-Laufwerken gekommen. Schaut man sich die Leistung der NVMes genauer an, so merkt man aber, dass die Schnittstelle immer der Flaschenhals ist.

Das LMP-Gehäuse zeigt: Es braucht nicht immer die schnellste NVMe SSD, um die Grenzen von USB-C zu erreichen. Das diese Grenze von knapp unter 1000 MB/s nicht erreicht wird, liegt entweder an den verbauten Kontrollern oder an thermischen Problemen. Speziell an der WD_BLACK P50 und dem sehr kleinen Lexar SL 100 Pro kann man das sehen. Das eine nutzt den Platz für beste Technik und Kühlung und das andere bremst, damit die SSD nicht zu heiß wird.

Aber auch an der Schnittstelle des Mac sieht man das. So ist unser Macbook Pro aus dem Jahr 2020 ein paar MB/s langsamer als unser Mac Mini 2018, mit dem wir die Messungen durchgeführt haben.

Dass die WD BLACK P50 nicht die angegebene Datenraten von bis zu 2.000 MB/s schafft, liegt am im Mac verbauten USB-C-Anschluss, der nur maximal 10 Gbit/s unterstützt.

Die kompakten NVMe SSDs überzeugen durch ihr kompaktes Gehäuse aber auch die schnellen Datenraten. Perfekt für den Videoschnitt oder Bildbearbeitung unterwegs.
Vergrößern Die kompakten NVMe SSDs überzeugen durch ihr kompaktes Gehäuse aber auch die schnellen Datenraten. Perfekt für den Videoschnitt oder Bildbearbeitung unterwegs.
© Thomas Bergbold

Ansonsten kann man mit der Sandisk Extreme Portable SSD, der WD My Passport SSD oder der ADATA SE800 nichts falsch machen. Bei vergleichbaren Preisen kann man da ganz nach der Optik gehen. Wobei sich als Geheimtipp in der Praxis die ADATA ein wenig in den Vordergrund gespielt hat. Fotografen hingegen werden das tolle robuste Gehäuse der Sandisk zu schätzen wissen, welches auf Reisen schon so einiges wegstecken musste.

Wir haben aber noch einen Geheimtipp, das OWC Envoy Express Gehäuse. Mit unserer schnellen 1 TB Kingston KC2500 kostet das Duo nur rund 250  Euro. Das sind nur 60 Euro mehr als eine Sandisk Extreme Portable SSD, aber 90 Euro weniger als eine G-Technology G-Drive mobile Pro SSD.

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