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Server-CPU im Desktop-Mac

16.10.2006 | 15:43 Uhr |

Server-CPU im Desktop-Mac

Die wichtigste Neuerung im Mac Pro jedoch sind die Prozessoren. Apple setzt Server-CPUs vom Typ Intel Xeon 5100 ein. Eine Server-CPU in einem Desktop-Rechner ist schon etwas ungewöhnlich aber Apple setzt noch einen drauf, denn jeder Mac Pro ist mit zwei dieser CPUs ausgestattet. Damit arbeitet selbst der preisgünstigste Mac Pro mit insgesamt vier Rechenkernen. Ein Privileg, dass es bei der G5-Generation nur für das Flaggschiff gab. Die Intel-Server-CPUs arbeiten im Gegensatz zu den Core-Duo-Prozessoren mit 64 Bit. Allerdings kann Mac-OS X 10.4 davon nur auf Unix-Ebene profitieren. Erst mit Mac-OS X 10.5 Leopard soll sich die 64-Bit-Funktionalität durch das gesamte System bis hinauf zur Bedienoberfläche ziehen.

Wir haben die Xeon-CPUs bereits in der letzten Macwelt getestet, damals zusammen mit unseren Kollegen vom Tecchannel in einem Windows-PC. Nun muss sich zeigen, wie gut sich diese Prozessoren unter Mac-OS X schlagen.

Mac Pro im Macwelt-Benchmark

Der Power Mac G5 Quad war bislang das Maß der Dinge. Er ist immerhin schon ein gutes Jahr alt und dennoch ist die Rechenleistung des Power-PC-Boliden nicht so einfach zu toppen. Trotz allem behauptet Apple, der neue Quad Xeon wäre bis zu doppelt so schnell, wie der Power Mac G5 Quad. Um dies zu untermauern, nimmt Apple einige spezielle Benchmarks zu Hilfe, doch getreu der Macwelt-Tradition nutzen wir dagegen Anwendungen aus der Praxis.

Der Leistungsvergleich auf Seite 34 zeigt, dass die 3-GHz-Version des Quad Xeon den Quad-G5-Mac tatsächlich in fast allen Bereichen hinter sich lässt, von doppelter Leistung kann allerdings nicht die Rede sein. Die Unterschiede sind teilweise nur marginal, wie beispielsweise im Final-Cut-Test (Video-Rendern) oder beim Berechnen einer hoch auflösenden Diashow in iMovie-HD. Deutlicher ist der Abstand des Xeon-Mac beim 3D-Rendern in Cinebench. Hier erreicht die 3-GHz-Version Rekordwerte und auch das 2,66-GHz-Modell lässt den G5-Veteran hinter sich. Besonders krass ist der Abstand in Garageband. Bei unserem Testsong schafft der Xeon-Mac sogar mehr als doppelt so viele Spuren wie der Quad-G5.

Doch es gibt auch den umgekehrten Fall. Beim Exportieren einer Diashow aus iPhoto liegt der Power-PC noch deutlich vorne. Das bestätigt unsere Vermutung, dass die Vektoreinheit der Intel-Chips trotz aller Optimierungsmaßnahmen noch nicht an die Veloctity-Engine (Altivec) der G5-Prozessoren heranreicht. Das macht sich besonders beim Encoding von Video bemerkbar. Auch beim Umrechnen eines DV-Videos ins iPod-Format (Mpeg 4) kann der G5 noch gut mithalten und egalisiert trotz geringerer Taktfrequenz (2,5 GHz) die Werte des 2,66-GHz Quad Xeon.

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