2412822

Spectre: Foto-App für eindrucksvolle Langzeitbelichtungen

01.03.2019 | 15:16 Uhr | Stephan Wiesend

Mit der App der Halide-Entwickler kann man per Langzeitbelichtung schöne Effekte erzielen.

Update

Wir hatten bei der App die Bildqualität bei Nachtaufnahmen kritisiert, diese hat der Hersteller der App aber mit einigen Updates deutlich verbessert. Vor allem ab der Version 1.1 gelingen nun deutlich bessere Aufnahmen.

Mit der aktuellen Version gelingen Nachaufnahmen nun deutlich besser.
Vergrößern Mit der aktuellen Version gelingen Nachaufnahmen nun deutlich besser.

Ursprünglicher Artikel

Zu den klassischen Aufnahmetechniken der Fotografie gehört die so genannte Langzeitbelichtung, die eindrucksvolle Effekte ermöglicht: Durch mehrere Sekunden lange Aufnahmen werden durch sie Autos zu Lichtstreifen, Wasserfälle zu weichen Wolken  und lästige Touristen vor Sehenswürdigkeiten verschwinden auf Wunsch komplett.

Mit einem iPhone ist dies nicht ganz einfach, so benötigt man selbst bei herkömmlichen Kameras oft ein Stativ und Filter. Es gibt bereits zahlreiche Apps wie Slow Shotter und Night Caps für diese Aufgabe, viele Pro-App bieten außerdem eine einstellbare Belichtungszeit.  Die neue App Spectre verspricht aber, diese Effekte iPhone-Fotografen besonders komfortabel zur ermöglichen. Laut Hersteller setzt man dabei auf künstliche Intelligenz und Computational Photographie. So werden laut Hersteller pro Aufnahme eigentlich hunderte an Einzelfotos erstellt und kombiniert, für die aufwendige Bildstabilisierung ist allerdings mindestens ein iPhone 8 die Voraussetzung. Nicht zuletzt stammt die App von den Entwicklern der bekannten Foto-App Halide, was einige Substanz hinter solchen Versprechungen erwarten lässt.

Optimierte Oberfläche

Gut: Die 2,29 Euro teure App bietet eine auf ihre Aufgabe spezialisierte Oberfläche, so zeigt ein kleines iPhone-Symbol in einem Viereck, ob man sein Smartphone ruhig hält. Die Kamerafunktion selbst bietet wenig Optionen. Ein digitaler Zoom ist nicht verfügbar, einstellen kann man nur die Helligkeit.  Über ein Wählrad gibt man außerdem die Aufnahmedauer vor, zwischen drei und neun Sekunden sind wählbar. Ohne Stativ sind nach unserem Eindruck die voreingestellten drei Sekunden übrigens die beste Wahl. Schon bei Tageslicht sorgten Wackler bei unseren Aufnahmen für einen unscharfen Hintergrund – der ja eigentlich scharf bleiben soll.

Drückt man auf den Auslöser, zeigt außerdem ein Kreissymbol die Aufnahmedauer an. Nachtaufnahmen soll die App automatisch als solche erkennen und besonderen Wert auf schöne Lichteffekte legen – etwa die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos besonders berücksichtigen. Man kann diese Einstellung aber auch manuell im oberen Bereich der App festlegen.

In dieser Aufnahme sind die vorbeifahrenden Autos als Streifen zu sehen.
Vergrößern In dieser Aufnahme sind die vorbeifahrenden Autos als Streifen zu sehen.

Gute Ergebnisse, aber auch Schwächen

Bei unseren ersten Versuchen mit der App und einem iPhone XR bei Tageslicht gelangen uns schnell ansehnliche Ergebnisse. Trotz künstlicher Intelligenz waren wir aber doch über die Zahl der misslungenen Aufnahmen überrascht. Bei vielen Aufnahmen sehen wir vor allem einen lästigen grauen Schleier über dem Bild. Nach unserem Eindruck  gibt es wohl manchmal Probleme bei der Auswahl und Kombination der so genannte Schlüsselbilder. Da die App die Fotos als Live Photos speichert, können wir dies aber selbst nachbessern: Öffnet man das Foto in Apple Fotoübersicht, kann man die Aufnahme als Live-Photo öffnen und einfach ein anderes Schlüsselbild zuweisen.

Bei Nachtaufnahmen sind eindrucksvolle Lichteffekte möglich, die Bilder werden aber schnell unscharf.
Vergrößern Bei Nachtaufnahmen sind eindrucksvolle Lichteffekte möglich, die Bilder werden aber schnell unscharf.

Nach unserem ersten Eindruck ist außerdem die schicke Verwacklungs-Anzeige etwas trügerisch: Man sollte das iPhone ruhiger halten als diese Funktion verlangt, und für gute Ergebnisse wohl besser ein Stativ verwenden.

Eigentlich bieten ja Apples Live Photos bereits einen sehr ähnlichen Effekt. Die neue App liefert dem Fotofan aber weitaus mehr Einstellungsmöglichkeiten und ermöglicht bessere Ergebnisse. Ganz kann die App den geweckten hohen Erwartungen zwar nicht entsprechen, hier kann der Entwickler aber noch nachbessern.

Bei "mißglückten" Aufnahmen kann man oft noch ein neues Schlüsselfoto festlegen.
Vergrößern Bei "mißglückten" Aufnahmen kann man oft noch ein neues Schlüsselfoto festlegen.

Hier die App laden

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2412822