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Test Nuance Dragon Dictate Deutsch 2.0.3

25.03.2011 | 10:33 Uhr | Thomas Hartmann

Windows-Nutzer haben es gut: Seit Windows Vista liefert Microsoft eine kostenlose Spracherkennung zum Betriebssystem mit. Damit kann man recht komfortabel diktieren. Apple dagegen bietet bislang lediglich eine elementare Steuerung von Befehlen auf Englisch. Wer am Mac Texte diktieren will, muss tief in die Tasche und zum Nachfolger von iListen greifen: Dragon Dictate ist derzeit die einzige aktuelle Diktiersoftware fĂŒr Mac-OS X.

Dragon Dictate
VergrĂ¶ĂŸern Dragon Dictate

Was das Diktieren betrifft, sind wir von Dictate 2 begeistert. Wer die Spracherkennung völlig neu auf seinem Mac installiert, durchlĂ€uft zunĂ€chst die Einrichtung des mitgelieferten USB-Headsets und ein kurzes Sprachtraining, dann geht es los. Die Erkennungsrate ist phasenweise beinahe perfekt. Sie lĂ€sst sich noch einmal deutlich steigern, wenn man Dragon Dictate eine Analyse seiner typischen Dokumente durchlaufen lĂ€sst und die entsprechenden Vokabeln dem Wortschatz hinzugefĂŒgt. Es ist möglich, in grundsĂ€tzlich jedes Mac-Programm zu diktieren, selbstverstĂ€ndlich auch in Text Edit oder Word. Es geht aber meist flotter, besonders lĂ€ngere Texte in den mitgelieferten Texteditor hinein zu sprechen und Formatierungen spĂ€ter im entsprechenden Programmen vorzunehmen. Schade nur, dass es mit den Befehlen zur Steuerung von Programmen und System nicht ebenso gut klappt. Immerhin gibt es jetzt die Option, die Maus per Stimme steuern zu können, das fehlte in Dictate bislang. Jedoch funktioniert der doppelte Mausklick nur mit Anlaufschwierigkeiten, und fĂŒr einen rechten Mausklick respektive das KontextmenĂŒ ist erst gar kein Befehl vorgesehen.

Partiell katastrophal: Befehle per Stimme

Auch die neue Direktsuche auf dem Computer, mit Spotlight oder im Internet per Stimme geht gar nicht: In unserem Test tut sich bei den entsprechenden Befehlen nichts beziehungsweise werden die Steuerbefehle als diktierter Text erkannt.

Immer noch fehlt ein Befehl, um zum Ende einer Zeile zu gelangen. DafĂŒr gibt es zwar andere Optionen, die aber sehr umstĂ€ndlich sind. Am einfachsten ist es noch, mit der Maus dorthin zu klicken, wo der Cursor sein soll. Allerdings bringen solche Aktionen Dictate rasch so durcheinander, dass es vor allem bei lĂ€ngeren Texten an der falschen Stelle weiterarbeitet und fĂŒr ein heilloses Wirrwarr sorgt. Dann hilft nur noch die Weiterarbeit in einem neuen Diktatfenster. Um sich durch MenĂŒs zu bewegen und gezielt Tasten oder Links zu aktivieren, ist der Mausklick per Stimme durchaus ein Workaround. Ferner ist die Option, Tastenkombinationen per Sprache auszufĂŒhren (wie etwa "DrĂŒcke Befehlstaste ‚Quelle’" fĂŒr Cmd-Q zum Beenden eines Programms), ebenfalls eine praktikable Hilfe. Besser wĂ€re es freilich, wĂŒrden die vorgesehenen Befehle problemlos funktionieren. Oder wĂ€ren sie wenigstens logisch aufgebaut und korrekt angegeben. So liest man auf der kleinen Referenzkarte fĂŒr wichtige Befehle, die immerhin ausgedruckt mitgeliefert ist, dass man sagen soll: "Diktatmodus einschalten". In Wahrheit lautet der Befehl aber: "Diktiermodus einschalten." Warum es "Wach auf", aber nicht schlicht "Schlaf ein" heißt, um das Mikrofon ein- oder auszuschalten, bleibt ebenfalls rĂ€tselhaft. Außerdem ist die Referenzkarte viel zu kurz geraten. Bei der unĂŒbersichtlichen Vielzahl der Befehle hĂ€tte man gern deutlich mehr davon ausgedruckt vor Augen. Ein weiteres Ärgernis ist die Korrektur von einzelnen Wörtern. Fast immer werden mit dem entsprechenden Befehl gleich mehrere Wörter markiert, was die Berichtigung im Korrekturfenster deutlich erschwert. Dass sich auch das Fenster "VerfĂŒgbare Befehle" beim Durchsuchen bisweilen bockig zeigt, macht die Arbeit ebenfalls nicht leichter.

Empfehlung

Dictate 2.0 ist ein Spitzenprogramm, so lange es ums Diktieren geht: Hier haben wir auf dem Mac noch nichts Besseres erlebt. Dass wichtige Befehle aber nicht funktionieren oder gar nicht erst vorgesehen sind, ist ein schweres Manko: Gerade wer auf barrierefreies Steuern des Macs per Stimme angewiesen ist, hat hier das Nachsehen. Um Texte zu diktieren, ist Dictate 2 aber eine klare Empfehlung wert.

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