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Technics Ottava Musiksystem – Klangmöbel für ein modernes Zuhause

03.04.2021 | 08:47 Uhr |

Wie gut schlägt sich die klassische Hifi-Marke Technics auf dem Feld der Streaming Audio-Player? Wir haben genaue hingesehen und gehört.

Von „Elegantes und zeitloses Design“ spricht Technics selbst über die Ottava-Serie und dem kann man beim Anblick nicht widersprechen. Wie im klassischen Hifi-Bau findet Aluminium großzügig seinen Einsatz und Taster zur Bedienung zeigen dem Nutzer es geht auch ohne App.

Ob Büro, Küche oder Wohnzimmer, die Ottava SC-C30 fügen sich perfekt in die Einrichtung ein.
Vergrößern Ob Büro, Küche oder Wohnzimmer, die Ottava SC-C30 fügen sich perfekt in die Einrichtung ein.
© Technics

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Die Ottava-Serie

Technics bietet drei verschieden Produkte in seiner Ottava-Serie an, das Kompaktsystem SC-C70MK2 und die zwei Lautsprecher SC-C50 und SC-C30. Für unseren Test standen und das SC-C70MK2 und das SC-C30 zur Verfügung.

In die Ottova-Serie hat Technics alles reingepackt, was heutzutage wichtig in einem Streaming-Audio-System ist. Das fängt bei Highres-Audio und Musik-Streaming-Dienste wie Spotify an und hört bei den Standards wie Airplay 2 und Chromecast nicht auf.

Auch in Sachen Anschlüssen kocht Technis nicht auf Sparflamme, neben dem obligatorischen WiFi gibt es auch Ethernet, Bluetooth und sogar Eingänge für analoge und digitale Audiosignale. Dadurch findet beispielsweise ein Fernseher am digitalen Eingang und ein Plattenspieler wie der Technics SL-1500C am analogen Eingang seinen Zugang. Damit ein Plattenspieler angeschlossen werden kann, muss dieser einen sogenannten Phonoverstärker mit Line-Ausgang eingebaut haben.

 

Mit einem zweiten SC-C30 lässt sich ein Stereo-System erstellen. An den analogen Eingang der Ottava-Geräte passt wunderbar ein Plattenspieler wie der Technics SL-1500C. Voraussetzung beim Plattenspieler: Ein Line-Ausgang.
Vergrößern Mit einem zweiten SC-C30 lässt sich ein Stereo-System erstellen. An den analogen Eingang der Ottava-Geräte passt wunderbar ein Plattenspieler wie der Technics SL-1500C. Voraussetzung beim Plattenspieler: Ein Line-Ausgang.
© Technics

 

Den klassischen Hifi-Genen entsprechend, ist eine Bedienung über Tasten direkt am Gerät möglich. Eine App für iOS zur Steuerung gibt es natürlich auch.

Technisch sorgen digitale Verstärker mit einem spezialisierten Chip für optimierten Klang. Eine „Space Tune“-Funktion mit Messmikrofon misst den tatsächlichen Frequenzgang am Standort des Lautsprechers und passt ihn an die Raumsituation an. Das Mikrofon ist bereits in das Gehäuse verbaut.

 

Das eingebaute Messmikrofon in jedem Ottava-Gerät ermöglicht es den Klang optimal auf den Standort des Lautsprechers anzupassen. Zum Start der Messung ruft man in der Technics Audio Center App den Punkt „Space Tune“ auf.
Vergrößern Das eingebaute Messmikrofon in jedem Ottava-Gerät ermöglicht es den Klang optimal auf den Standort des Lautsprechers anzupassen. Zum Start der Messung ruft man in der Technics Audio Center App den Punkt „Space Tune“ auf.

 

Der kleinste Lautsprecher im Trio ist der SC-C30. Mit einer Breite von 315 mm und einer Höhe von 190 mm besitzt er Abmessungen, die es leicht machen einen Platz für ihn zu finden. Die Deckplatte aus Aluminium und das stattliche Gewicht von 4,5 kg unterstreichen den hochwertigen Eindruck. Die Frontbespannung aus weißem oder alternativ schwarzem Stoff wirkt sehr gefällig. Unser Testmuster hatte die weiße Bespannung und integrierte sich dadurch ausgezeichnet in eine moderne Wohnung.

Hinter der halbrunden Front verstecken sich zwei Hochtöner, zwei Tieftöner und ein Subwoofer. Wer eine zweite SC-C30 dazustellt, kann diese zu einem Stereo-System über die App Technics Audio Centerkoppeln.

 

Kein reiner WiFi-Lautsprecher, sondern eine komplette Stereoanlage mit CD-Player und Digitalradio ist das SC-C70MK2.
Vergrößern Kein reiner WiFi-Lautsprecher, sondern eine komplette Stereoanlage mit CD-Player und Digitalradio ist das SC-C70MK2.
© Technics

 

Mit einer Breite von 450 mm ist das SC-C70MK2 das größte Produkt im Ottava-Trio. Die Breite kommt nicht ohne Grund, denn das SC-C70MK2 möchte nämlich kein einfacher Lautsprecher sein, sondern eine vollwertige Stereo-Anlage ersetzen.

Neben zwei Hochtönern, zwei Tieftönern und einem Subwoofer steckt auch ein Radio mit DAB+ und FM, sowie ein CD-Player in dem schicken Gehäuse.

Das Aluminium-Oberteil wirkt durch einen Trick dicker als es eigentlich ist und die Rippen aus Kunststoff wirken fast etwas futuristisch. Neben dem mit 1,5 x 6 cm kleinen Display, ist ein Kopfhörer-Anschuss gut zugänglich an der Front. Das Display dient beispielsweise als Anzeige für Titelinformationen und der Bedienung über die Tasten auf der Oberseite beziehungsweise der großen mitgelieferten Fernbedienung.

 

Die Anzeige des SC-C70MK2 bietet auf kleinem Raum viele wichtige Informationen.
Vergrößern Die Anzeige des SC-C70MK2 bietet auf kleinem Raum viele wichtige Informationen.
© Thomas Bergbold

 

Technics hat bei der Ottava-Serie an viele Anschlüsse gedacht. So gehört ein analoger und ein digitaler Audioeingang genauso bei allen Geräten dazu, wie ein USB-Anschluss für Sticks. Nur der CS-C70MK2 verfügt zusätzlich noch über ein Radio (DAB+ und FM) und einen CD-Player.
Vergrößern Technics hat bei der Ottava-Serie an viele Anschlüsse gedacht. So gehört ein analoger und ein digitaler Audioeingang genauso bei allen Geräten dazu, wie ein USB-Anschluss für Sticks. Nur der CS-C70MK2 verfügt zusätzlich noch über ein Radio (DAB+ und FM) und einen CD-Player.
© Technics

 

Bedienung: Klassisch ergänzt Modern

Moderne Hifi-Geräte lassen sich meist nur mit Apps gut bedienen. Zu viele Funktionen und Einstellungen stecken heutzutage in den Hifi-Geräten. Hat man das iPhone aber gerade mal nicht zur Hand, ist es von Vorteil, wenn es noch Alternativen gibt. Zum Beispiel echte Tasten oder einer Fernbedienung.

Echte Tasten bieten beide Geräte auf der Oberseite. Eingangswahl, Musiksteuerung und Lautstärke sind so leicht möglich. Drückt man beispielsweise beim SC-C30 die Sterntaste, startet der erste Eintrag der Favoriten. Mit weiteren Klicks auf die Sterntaste wechselt man zum jeweils nächsten Favoriten. Ähnlich beim SC-C70MK2 nur das hier die Taste mit FAV bezeichnet ist. Auch für das Abspielen von einem USB-Stick wird weder eine Fernbedienung noch eine App benötigt.

 

Kein iPhone zu Hand? Die Bedienung geht auch leicht mit den Tasten am Gerät für die Grundfunktionen wie Musiksteuerung und Quellenwahl – hier beim SC-C30.
Vergrößern Kein iPhone zu Hand? Die Bedienung geht auch leicht mit den Tasten am Gerät für die Grundfunktionen wie Musiksteuerung und Quellenwahl – hier beim SC-C30.
© Thomas Bergbold

Mit der Fernbedienung des SC-C70MK2 kann man sogar Einstellungen vornehmen oder Musik von einem Server auswählen. Das Display an der Front des SC-C70MK2 ist hier besonders wichtig, es dürfte nur dafür etwas größer sein.

 

Sehr übersichtlich und einfach gehalten ist die Technics Audio Center App.
Vergrößern Sehr übersichtlich und einfach gehalten ist die Technics Audio Center App.

Mehr Komfort und mehr Möglichkeiten kommen dann mit der App Technics Audio Center. Ob Konfiguration, Klangeinstellungen, das Verwalten von Playlisten und Favoriten oder das Koppeln mehrerer Lautsprecher zu einem synchron abspielenden Raum.

Die für iPhone und iPad angepasst App, kommt im dezenten schwarz mit weißer Schrift daher. Auf Schnickschnack verzichtet Technics konsequent. Begrüßt wird man direkt mit der Quellenwahl, das ist übersichtlich und wirft keine Fragen auf.

Fragen können aber trotzdem aufkommen. Zum Beispiel beim DAB+-Radio. Über die App lassen sich nur gespeicherte DAB+-Sender abrufen, eine Liste aller zu empfangenden Sender gibt es leider nicht. Die gibt es auch nicht direkt am SC-C70MK2, man muss sich per Tracksteuerung durch die unbekannte Liste durchklicken.

Eine weitere Inkonsistenz gibt es bei der Musikauswahl über die App von einem DLNA-Server. Der Zugriff auf diverse Musik-Server wie Synology oder Serviio und das Anlegen von Abspiellisten funktioniert ohne Probleme. Was nur über die App funktioniert, ist die Tracksteuerung, also das Springen zum nächsten oder vorherigen Titel. Am Gerät selbst hat nur die Play/Wiedergabe eine Funktion. Wer Airplay nutzt, hat diese Probleme nicht.

 

Mehrere Lautsprecher koppeln geht aber auch mit Airplay. Dann lassen sich auch Apps von Streaming Anbieter wie Qobuz nutzen.
Vergrößern Mehrere Lautsprecher koppeln geht aber auch mit Airplay. Dann lassen sich auch Apps von Streaming Anbieter wie Qobuz nutzen.

 

Die klanglichen Qualitäten

Die technischen Grundlagen für einen guten Klang hat Technics gelegt. Eine aufwendige Verstärkerschaltung mit doppeltem Netzteil, Abschirmungen, optimiertes Schallsystem und ein stabiles Gehäuse gehört dazu.

Auch bei den Übertragungsstandards hat Technics bei Bluetooth nicht nur an SBC, sondern auch an AAC gedacht. Und dank DLNA und Chromecast gibt es kaum einen Musik-Server oder Musik-Service, der nicht abgespielt werden kann. In unserem Test beschränken wir uns aber auf Highres Audio via Airplay 2 und DLNA.

 

Highres Audio Streaming klappt zum Beispiel mit der iOS-App des Streaming-Anbieter Qobuz.
Vergrößern Highres Audio Streaming klappt zum Beispiel mit der iOS-App des Streaming-Anbieter Qobuz.

 

Es ist Abend, das Tagwerk ist erledigt. Müde, aber zufrieden sinken wir auf die Couch und Melody Gardot soll uns mit ihrer tollen Jazz-Stimme in den Abend begleiten. Den Anfang macht der kleine SC-C30. Die Stimme von Melody ist sehr präsent und klar, die akustischen Instrumente lassen sich gut orten. Das Klangbild ist aber etwas eng. Genau hier setzt der SC-C70MK2 an. Die Bühne öffnet sich und die akustischen Instrumente kommen besser zur Geltung. Der etwas bessere Bass untermauert die Darbietung auch schöner.

Am nächsten Morgen brauchen wir einen Wachmacher von Kylie Minogue. Das Album Disco ist genau das richtige. Sehr direkt ohne aggressiv zu werden, macht Kylie auf dem SC-C30 richtig Spaß. Umschalten auf den SC-C70MK2 bringt eine bessere Stereoabbildung und einen etwas volleren Klang mit sich.

Vielen Playlists von Audio-Streamingdiensten später zeigt sich ein leichter Unterschied ab. Der SC-C30 begeistert durch sein direktes Klangbild, das ohne Schärfe sehr frisch aufspielt. Der Bass ist ausreichend und kann über die Klangregler in der App noch angepasst werden. Der SC-C30 gehören klanglich zu den Besten Lautsprechern seiner Preisklasse.

Etwas wärmer und offener zeigt sich der SC-C70MK2 audiophiler und darf sich auch mit der Krone seiner Preisklasse schmücken.

 

Fazit

Die Ottava-Serie ist Technics gut gelungen. Die Hardware macht einen hervorragenden Eindruck, das Design ist modern und zeitlos, was für viele Jahre Musikspaß sorgen dürfte. Was noch runder werden sollte ist die App, zum Beispiel mit mehr Funktionen beim DAB+-Radio oder auch einer Musiksteuerung über dem Sperrbildschirm.

Man muss aber nicht unbedingt die App einsetzen. Ob mit der App des Audio-Streamingdienst Qobuz, der DS Audio App des NAS System von Synology oder über macOS Musik, via DLNA und Airplay 2.

Auch beim Thema Multiroom kann Technics noch was verbessern. So gilt eine Kopplung nicht für alle Quellen. Hat man in der Technics-App zwei Geräte gekoppelt, bleibt die Verbindung beispielsweise bei Internetradio oder DLNA. Wechselt man zu Airplay 2, wird die Verbindung wieder getrennt. Hier sollte man sich besser nur für einen Standard entscheiden. Ob das auch passiert, wenn man zwei SC-C30 zu einem Stereo-System verbindet, konnten wir nicht ausprobieren.

Beim Einrichten bekommt man als Apple-User den ersten Schock – man benötigt die Google Home App. Ein proprietäres System zur Einrichtung bedeutet immer, dass es zwar zu Beginn einfach zu nutzen ist, ob es das aber auch noch in vielen Jahren gibt, kann man nicht voraussehen. Im Sinne der Nachhaltigkeit - und hochwertige Audio-System können durchaus zehn Jahre und länger halten – ist es für Anwender wichtig, wenn es offene Standards gibt. In der großen PDF-Bedienungsanleitung kann man dann beruhigt lesen, dass auch die Verbindung über WPS an den Router möglich ist.

Klanglich ist Technics hier ein großer Wurf gelungen und schafft direkt den Sprung in die Spitzengruppe der besten Wlan-Lautsprecher. Schon der kleine SC-C30 klingt erwachsen und wem ein einzelner SC-C30 zu wenig Druck im Hörraum bietet, der kann ganz einfach durch einen zweiten SC-C30 das System erweitern. Der SC-C70MK2 kann sich klanglich vom kleinen SC-C30 leicht absetzen und ersetzt direkt eine klassische Stereo-Anlage.

Technics Ottava F SC-C70MK2

Preis:

899,- Euro

Ausstattung:

Analoger Eingang, digitaler optischer Eingang, USB-Anschluss, CD-Player, DAB+ und FM Radio, 2+1 Lautsprechersystem, Ethernet und WiFi, Bluetooth (AAC, SBC), Airplay 2, Chromecast, DLNA, Internetradio, Spotify, Tidal, Deezer, Podcasts.

Vorteile:

sehr guter Klang, sehr gute Verarbeitung, gute Ausstattung und Anschlüsse, DLNA und Airplay 2, Raumanpassung

Nachteile:

App nicht ganz ausgereift, keine Senderliste für DAB+, Kopplung der mehrerer Geräte bleibt nicht erhalten

Info:

         Technics

Technics Ottava S SC-C30

Preis:

599,- Euro

Ausstattung:

Analoger Eingang, digitaler optischer Eingang, USB-Anschluss, 2+1 Lautsprechersystem, Ethernet und WiFi, Bluetooth (AAC, SBC), Airplay 2, Chromecast, DLNA, Internetradio, Spotify, Tidal, Deezer, Podcasts.

Vorteile:

sehr guter Klang, sehr gute Verarbeitung, gute Ausstattung und Anschlüsse, DLNA und Airplay 2, Raumanpassung

Nachteile:

App nicht ganz ausgereift, Kopplung der mehrerer Geräte bleibt nicht erhalten

Info:

Technics

 

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