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Logic Studio 2

12.09.2009 | 06:37 Uhr |

Apples Profi-Audio-Software Logic Studio liegt in einer neuen Version vor. Macwelt zeigt, was es zu bieten hat und ob sich der Umstieg von der Konkurrenz oder der Aufstieg von Garageband oder Logic Express lohnt

Apple Logic Studio 2
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Nachdem beim Vorg├Ąnger grundlegende Neuerungen eingebaut wurden hat Apple bei der neusten Auflage von Logic Studio vor allem unter der Haube gewerkelt. Das ist aber kein Grund das Update als Kosmetik abzutun, einige der Neuerungen haben es in sich und bringen gerade f├╝r die Nachbearbeitung einige Vorteile. Flextime ist sicher eine davon oder der Drum Replacer.

Apple hatte Logic im Jahr 2002 von der deutschen Firma Emagic, durch die ├ťbernahme der Firma, eingekauft. Zwei Jahre sp├Ąter stellte Apple Logic mit dem Anh├Ąngsel "Pro" in der Version 7 vor. Logic Pro 7 bestand aus einer Zusammenstellung von mehr als 20 Emagic Produkten. Sozusagen das Beste von Emagic in einem Produkt. Danach war es eine Weile ruhig um Logic Pro, bis Apple im September 2007 Logic Studio und damit die Version 8 von Logic Pro vorgestellte. Logic Studio wurde zu einer kompletten Musik-Suite ausgebaut. Mit Programmen zum Schreiben von St├╝cken, zur Aufnahme, zum Mixen, Editieren und f├╝r Live-Darbietungen. Wie viel sich davon der neue Version von Logic Studio ge├Ąndert hat, schauen wir uns nun im Detail an.

Paketinhalt und Installation

Neben den insgesamt 200 neuen Funktionen hat es auch eine neue Verpackung erhalten. Nicht nur den Postboten wird es freuen, dass das Paket massiv geschrumpft ist und von sieben auf ein Kilogramm abgespeckt hat. Dies liegt vor allem daran, dass die Handb├╝cher nicht mehr in gedruckter Form, sondern als PDFs in der integrierten Hilfe eingebaut sind.

In der lediglich CD grossen Box liefert Apple drei kleine Booklets mit: Installieren von Logic Studio, Erste Schritte mit Logic Pro 9 und Erste Schritte mit Mainstage 2. Die Booklets mit einem Umfang von 170 Seiten im Fall von Logic Pro und 80 bei Mainstage erlauben einen schnellen Einstieg in die Materie. Dank Schritt-f├╝r-Schritt Anweisungen und Erkl├Ąrungen von Schl├╝sselkonzepten findet man sich schnell zurecht.

Die Software ist auf 9 DVDs verteilt, darunter auch eine mit drei Demo-Projekten. The Killers haben "Spaceman" beigelegt, von Lilly Allen findet sich "The Fear" und von Santigold ist ein Remix von "YouÔÇÖll Find A Way" dabei. In der Jam Pack Sammlung sind ├╝ber 20 000 Apple Loops und mehr als 250 Instrumente. Dies ist sicher einer der Gr├╝nde die f├╝r Logic Studio sprechen, denn keine andere Software bietet eine so reichhaltige Sammlung von Loops und Instrumenten an, die bereits im Grundpaket inbegriffen sind.

F├╝r die Installation des gesamten Pakets auf dem Mac muss man schon einen halben Tag einrechnen und mindestens 40 Gigabyte freien Speicher auf der Festplatte. Drei zus├Ątzliche Gigabyte braucht, wer die drei Demoprojekte auf der Festplatte haben will. Mit einer angepassten Installation kann, je nach Bedarf, einiges an Festplattenspeicher eingespart werden. Die Soundeffekte belegen rund 23 Gigabyte und die Jam Pack-/Garage Band Inhalte schlagen mit fast vier Gigabyte zu Buche. Erstaunlich ist die Gewichtszunahme von Logic Pro, dieses ist von 250 Megabyte, bei der Version 8, auf 730 Megabyte der aktuellen Version 9 geschnellt. Der Grund daf├╝r liegt in der integrierten Hilfe. Sie ist 80 Megabyte schwer und in sechs Sprachen vorhanden.

Im Studio mit Logic Pro 9.0

In den letzten zwei Jahren, seit der Version 8, hat sich bei Logic Pro 9.0 einiges ver├Ąndert, das meiste allerdings unter der Oberfl├Ąche. Beim ersten Start nach der Installation lassen sich keine Unterschiede zur Vorg├Ąngerversion feststellen.

Logic Pro hat alles in einem Fenster untergebracht, was die hohen Anforderungen an die Bildschirmaufl├Âsung mit mindestens 1280 mal 800 Pixel erkl├Ąrt. Was schnell ins Auge sticht, ist das neue Flextime Ikon auf der Werkzeugleiste. Dies ist auch eine der gr├Â├čten Neuerungen. Apple hat den Audio-Motor von Logic neu gebaut. Damit ist es nun m├Âglich, das Timing und Tempo von Audiomaterial einfach und schnell zu ver├Ąndern. Das ist n├╝tzlich, wenn man zum Beispiel zwei Tonspuren hat, die vom Timing nicht genau aufeinander abgestimmt sind. Man m├Âchte eine Spur einzeln, oder Teile darin, dehnen oder verk├╝rzen.

Vor allem f├╝r die Nachbearbeitung von Aufnahmen ist dies ein gro├čer Vorteil. Man muss die "nicht so ganz perfekten" Takes nicht noch einmal neu aufnehmen. Mit Hilfe des Flex-Werkzeuges bringt man sie nachtr├Ąglich in die passende Form. Das geht nat├╝rlich nicht nur mit eigenen Aufnahmen sondern mit jeglicher Art von Audiomaterial. So k├Ânnen mitgelieferte Loops schnell nach Lust und Laune gedehnt oder verk├╝rzt werden, ohne das man den Editor bem├╝hen muss.

Praktisch ist auch das Anpassen des Tempos von mehreren Spuren gleichzeitig. So kann man nun irgendwelche Loops zusammen arrangieren, egal in welchem Tempo sie aufgenommen wurden. Dank des neuen Audio-Motors geht dies nun mit einigen wenigen Klicks.

Mit Flex Time hat Apple freilich das Rad nicht neu erfunden. Die M├Âglichkeit Tempo und Timing anzupassen, bieten verschiedene Musikprogramme schon l├Ąnger. Bei Live von Ableton oder Steinbergs Cubase hei├čt die Funktion "warping". Die Funktionsweise ist aber immer etwas unterschiedlich. Der Vorteil wenn man, wie Apple hier, zuletzt kommt ist, dass man sich von allen das Beste nehmen und beim eigenen Produkt einbauen kann. So lassen sich mit Logic Pro nicht nur Loops als ganzes, sondern auch jede Sequenz innerhalb einer Loop einzeln bearbeiten.

Falls beispielsweise bei einer Gesangsaufnahme das letzte Wort des Refrains zu kurz ist, braucht man den K├╝nstler nicht noch einmal vor das Mikrofon zu bem├╝hen. Mit dem Flex Tool kann man nur das letzte Wort in die gew├╝nschte L├Ąnge ziehen, ohne dass das Einfluss auf den Rest der Aufnahme hat.

Neues f├╝r Gitarristen

Aber auch f├╝r Gitarristen bietet Logic Pro zwei neue Plug-Ins mit hohem Suchpotential: der Amp Designer und das Pedalboard. Apple hat 25 bekannte Verst├Ąrker und ebenso viele Lautsprecherboxen, sowie drei verschiedene Mikrofontypen detailgetreu in digitaler Form nachgebildet. Diese k├Ânnen nach belieben kombiniert und zum individuellen Rig zusammengestellt werden. Mit dem Pedalboard hat man sogar noch mehr M├Âglichkeiten. 30 Bodeneffekte stehen zur Verf├╝gung und k├Ânnen nach belieben hinzugef├╝gt und frei angeordnet werden. Auch hier hat Apple viel Arbeit ins Detail gesteckt, um Schieber und Regler m├Âglichst echt aussehen zu lassen, damit nebst Ohr auch das Auge nicht zu kurz kommt.

Eine weitere Funktion, die viel Zeit und Geld einspart ist der Drum Replacer. Damit k├Ânnen Schlagzeugaufnahmen oder bestehende Loops mit wenigen Klicks ersetzt oder gedoppelt werden, damit eine bessere Klangf├╝lle entsteht. Bislang ben├Âtigte man daf├╝r eine teure Zusatzsoftware, beispielsweise Drumagog. Der integrierte Drum Replacer macht im Test einen ordentlichen Job, mit den M├Âglichkeiten von Drumagog kann er jedoch nicht mithalten.

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