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Test Cutout 6: Bilder ausschneiden wie ein Profi

12.10.2016 | 14:55 Uhr | Thomas Hartmann

Mit Cutout 6 Professional legt der Franzis-Verlag eine spezialisierte Bildbearbeitung vor, die einen n├Ąheren Blick wert ist und gute Ergebnisse liefert.

Bildmotive wie einen Menschen oder ein Objekt aus einem Foto herausschneiden und woanders wieder einsetzen, oder auch oder im gleichen Rahmen verschieben, das kennen wir schon von Photoshop oder Photoshop Elements und vergleichbaren Bildbearbeitungsprogrammen. Das kann aber auch eine ausufernde Geduldsarbeit werden. Hier springt das Tool Cutout 6 vom Franzis-Verlag ein, das f├╝r Windows und f├╝r Mac vorliegt und sich als eigenst├Ąndiges Programm oder auch als Plug-in f├╝r Photoshop & Co. nutzen l├Ąsst.

Drei Verfahren inklusive Chromakey-Technik

Dabei bietet Cutout 6 Professional drei verschiedene Verfahren, die f├╝r unterschiedliche Motive jeweils besser geeignet sein k├Ânnen. Zun├Ąchst zeigt die Programmoberfl├Ąche im Album eine ├ťbersicht ├╝ber Fotos und Ordner. Hier klickt man auf das gew├╝nschte Bild und w├Ąhlt den Befehl ÔÇŁFreistellenÔÇŁ. Nun sind wir mit der Auswahl f├╝r das Verfahren konfrontiert. ÔÇŁFreistellen anhand der ObjektkonturenÔÇŁ ├╝ber Segmentierung des Bildes klappt auch in unserem Test sehr gut bei klaren Kanten und eindeutigem, abgegrenztem Hintergrund. So etwa mit Comicfiguren oder einfachen Objekten. In der Regel w├Ąhlt man ÔÇŁFreistellen ├╝ber Innen-/Au├čenbereichÔÇŁ. Dieses Verfahren ist zugleich das aufw├Ąndigste unter den dreien, weil man hier nacheinander den Au├čen- und Innenbereich mit der Maus umfahren und markieren muss. Doch auch das klappt in unserem Test recht gut, bei sehr unregelm├Ą├čigen Objekten mit nicht klar abgegrenztem Hintergrund geht es auch gar nicht anders.

Neu ist schlie├člich die ÔÇŁChromakey-TechnikÔÇŁ, die sich vor allem f├╝rs Freistellen von Models im Studio eignet, wenn man dort gezielt Aufnahmen mit klarem blauen oder gr├╝nen Hintergrund vorgenommen hat. Dann reicht ein Klick in den farbigen Hintergrund. In unserem Test klappt das auch mit vergleichbaren Motiven recht gut, etwa einer schwarzen Katze auf einer gr├╝nen Wiese. Obwohl dann etwas Nacharbeit n├Âtig ist, weil die Abgrenzung durch ├╝berlappende Grashalme nicht v├Âllig eindeutig ist. Hier macht es sich gut bemerkbar, wenn man Cutout 6 als Plug-in benutzt, weil man dann kleinere Fehler oder unerw├╝nschte ├ťberlappungen einfach mit den Tools von Photoshop etc. korrigieren kann, was mitunter flotter geht, als die Detailauswahl mit Cutout 6. Au├čerdem lassen sich die Funktionen miteinander kombinieren.

Oft ist Feinarbeit erforderlich

Hat man das Matting (also die Trennung von Vorder- und Hintergrund) per Knopfdruck durchgef├╝hrt, wird man aufgefordert, das Objekt als eigene Ebene zu speichern oder es direkt in ein anderes Bild einzuf├╝gen. Das sollte man sich am besten schon vorher klarmachen, weil man sonst in der kleinen Vorschau durch die vielen Fotos scrollen muss. Nun setzt man sein ausgeschnittenes Objekt in das neue Bild ein, skaliert und verschiebt es an die richtige Position und nimmt noch ein paar Korrekturen f├╝r die Belichtung, den Kontrast und die Farbe vor. Die Tools daf├╝r liefert Cutout 6 gleich mit. Das Ausgangsbild sollte ├╝brigens nicht eine zu kleine Aufl├Âsung haben, sonst wirkt der Cutout zu ÔÇŁpixeligÔÇŁ.

Auch das Speichern als Projekt sowie der Export in diverse Formate, inklusive PSD mit allen Ebenen, ist m├Âglich. Ebenso finden RAW-Bilder Unterst├╝tzung. Eine ausf├╝hrliche PDF-Datei bietet umfangreiche Hilfe sowie Einf├╝hrung in die Bedienung und die verschiedenen Optionen. Dennoch sollte man sich nicht t├Ąuschen, wenn ein Motiv nicht auf die leichte Art freizustellen ist, bedeutet es durchaus Arbeit. Diese ist aber in vielen F├Ąllen durch Erfolg gekr├Ânt. Mit den zus├Ątzlichen Tools zur Verfeinerung wie etwa dem subtraktiven oder additiven Polygonwerkzeug oder dem Fenster zur Kr├╝mmung der Maske von Vorder- und Hintergrund sollte man sich etwas detaillierter auseinandersetzen.

Zu den weiteren Vorz├╝gen der Software geh├Ârt die Stapelverarbeitung mehrere Bilder mit denselben Parametern, eine F├╝lle weiterer Tools und die M├Âglichkeit, mehrere Bildprojekte in Tabs offen zu halten.

Systemvoraussetzungen und Verf├╝gbarkeit

Auf dem Mac wird mindestens OS X 10.7 vorausgesetzt. Eine Demoversion mit 30 Tagen Laufzeit ist zu haben, setzt aber ein Wasserbild ins Endprodukt. Die Professional-Verion im Download oder in der Box kostet jeweils 99 Euro .  Eine etwas einfachere und günstigere Variante gibt es mit der Standard-Version zum Preis von 69 Euro.

Fazit und Empfehlung

Grunds├Ątzlich ist Cutout 6 Professional ein hervorragendes Tool, um Objekte, Menschen oder Tiere aus einem digitalen Foto freizustellen und in ein anderes Bild mit einem verschiedenen Hintergrund einzusetzen. Unsere Screenshots zeigen ein paar Beispiele. Ein ganz gro├čer Fortschritt ist das Matting mit Chromakey-Technik. Aber auch mit dem Markieren von Au├čen- und Innenbereich kommt man meistens sehr weit. Die Bedienoberfl├Ąche ist wie von Franzis gewohnt etwas eigenwillig, damit muss man sich erst einmal vertraut machen. Doch dann sind die M├Âglichkeiten auch zur nachtr├Ąglichen Optimierung eines eingesetzten Motivs in ein Bild beeindruckend. Wer ├Âfter den Bedarf hat, Objekte auszuschneiden und in andere Bilder einzusetzen, der sollte sich Cutout 6 Professional unbedingt ansehen.

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