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Logitech MX Keys Mini for Mac im Test – Clevere Mini-Tastatur mit Beleuchtung

07.10.2021 | 11:15 Uhr |

Apples Magic Keyboard ist eine Instanz. Tolles Design, unverwüstliche Materialen, doch als Mac-Mini- oder iMac-User vermisst man eine wichtige Funktion: Die Hintergrundbeleuchtung. Die neue Mini-Version der MX Keys for Mac von Logitech bringt genau das und noch deutlich mehr.

Die große Version der MX Keys for Mac mit integriertem Ziffernblock gibt es schon länger , die neue Mini-Version verzichtet nun auf den Ziffernblock, ist kleiner und leichter. Es gibt sie nur in einer Farbe: Silber. Zudem verzichtet Logitech bei der Mini-Version auf den USB-Dongle (Logi Bolt). Man ist zunächst auf eine Bluetooth-Verbindung angewiesen, was im Prinzip jedoch kein Nachteil ist, Bluetooth kann schließlich jeder Mac. Die Tastatur ist allerdings zu dem USB-Empfänger von Logitech kompatibel, wer will, kann diesen nachkaufen (13 Euro).

Die Logitech Tastatur bietet eine automatische Tastenbeleuchtung, die sich bereits bei Annäherung der Hände aktiviert.
Vergrößern Die Logitech Tastatur bietet eine automatische Tastenbeleuchtung, die sich bereits bei Annäherung der Hände aktiviert.

Das Design ähnelt auffällig dem Original von Apple: silberfarbenes Gehäuse, weiße Tasten (etwas grauer als bei Apple), leicht angewinkelt, abgerundete Ecken, flache Tastenköpfe. Schaut man genauer hin, erkennt man jedoch Unterschiede im Detail: Die Anwinkelung ist etwas steiler als bei Apple und die Tasten haben einen spürbar längeren Hub. Im Test sorgt das für ein angenehmes und sicheres Tippgefühl. Das Gewicht ist deutlich größer als beim Magic Keyboard. Mit 505 Gramm wiegt die MX Keys Mini mehr als doppelt so viel wie die Apples Magic Keyboard in der Mini-Version. Das ist offensichtlich der größeren Batterie geschuldet, denn der wichtigste Unterschied zum Original ist die Hintergrundbeleuchtung und die braucht freilich mehr Strom! Das höhere Gewicht hat jedoch auch einen Vorteil: Die Tastatur liegt sicher und fest auf dem Schreibtisch und verrutscht nicht so schnell unabsichtlich.

Clevere Sonderfunktionen findet man bei den Funktionstasten (v.l.n.r.): Diktierfunktion, Smilie-Palette, Screenshot, Mikrofon stummschalten
Vergrößern Clevere Sonderfunktionen findet man bei den Funktionstasten (v.l.n.r.): Diktierfunktion, Smilie-Palette, Screenshot, Mikrofon stummschalten

Magische Hintergrundbeleuchtung

Bei der Hintergrundbeleuchtung hat Logitech ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Um Strom zu sparen, schaltete sie sich nach einiger Zeit automatisch aus, das ist noch normal, doch anders als bei den Macbook-Tastaturen von Apple (die ebenfalls über eine Hintergrundbeleuchtung verfügen) aktiviert sich diese bei der MX Mini nicht erst beim ersten Tastendruck, sondern schon vorher, wenn man sich mit den Händen den Tasten auf etwa einen Zentimeter annähert! Das ist eine tolle, fast magische Idee und sie funktioniert in der Praxis großartig. In sehr dunklen Umgebungen, wenn man die Tasten quasi gar nicht mehr sieht, spart man sich so einen Tastendruck, nur um die Beleuchtung zu aktivieren. Jede Taste verfügt zudem über eine eigene LED, das erkennt man daran, dass diese während des Tastendrucks erlischt. Die LEDs beleuchten nicht nur die Zeichen auf den Tasten, sondern auch die Umrisse der Tasten – bei spitzem Blickwinkel tritt Licht zwischen den Tasten aus, was störend sein kann. Solange man aber möglichst von oben auf die Tastatur schaut, fällt das nicht auf.

Die Beleuchtung funktioniert prima, die Helligkeit passt sich dem Umgebungslicht an, lässt sich aber auch manuell beeinflussen.
Vergrößern Die Beleuchtung funktioniert prima, die Helligkeit passt sich dem Umgebungslicht an, lässt sich aber auch manuell beeinflussen.

Die Funktionstasten hat Logitech anders belegt als Apple, aber durchaus clever und vor allem zeitgemäßer. Es gibt eigene Tasten für den „Nicht-Stören-Modus“ in macOS (prominent ganz rechts oben platziert), eine Mute-Taste für das Mikrofon (besonders bei Videokonferenzen praktisch, denn dann muss man nicht mehr zur Maus greifen), eine Taste für Screenshots , eine weitere, um die Emojis-Palette aufzurufen und eine Diktiertaste, die die Spracherkennung von macOS aktiviert. Auch das sind klasse Ideen.

Bei leicht schräger Ansicht, scheint das Licht der LEDs unter den Tasten hindurch. Das kann störend wirken.
Vergrößern Bei leicht schräger Ansicht, scheint das Licht der LEDs unter den Tasten hindurch. Das kann störend wirken.

Multi-Pairing auch fürs iPad

Eine weitere Besonderheit der MX Key Mini ist die Möglichkeit, die Tastatur mit bis zu drei Geräten zu koppeln. Das müssen keine Macs sein, iPads oder gar Windows-PCs funktionieren genauso. Umgeschaltet wird mittels der Funktionstasten „1“ bis „3“, die dafür jeweils eine eigene weiße LED aufweisen. Sie leuchtet kurz auf, wenn man das Zielgerät wechselt oder blinkt, wenn man den Pairing-Modus aktiviert (langes Drücken).

Die Seitenansicht zeigt: Die Logitech-Tastatur steht etwas steiler, als das Original von Apple und sie ist wegen der groß dimensionierten Batterie auch deutlich schwerer.
Vergrößern Die Seitenansicht zeigt: Die Logitech-Tastatur steht etwas steiler, als das Original von Apple und sie ist wegen der groß dimensionierten Batterie auch deutlich schwerer.

Im Test verwenden wir die Tastatur erfolgreich an einem brandneuen iPad Mini 6 , das von der Größe her prima dazu passt. Auch hier arbeiten die meisten Funktionstasten, wie der „Nicht-Stören“-Modus, die Screenshot-Funktion oder die Emojie-Palette auf Anhieb. Selbst die Diktierfunktion schaltet sich im Test problemlos auf dem iPad ein, wenn man die entsprechende Funktionstaste drückt – toll!

Logitech bietet auch eine eigene Mac-Treibersoftware namens „Logi Options“ an. Sie ist zwar nicht zwingend notwendig, denn die Grundfunktionen arbeiten auch ohne die Software, doch bietet sie einige zusätzliche Möglichkeiten. Ändert man beispielsweise die Helligkeit der Tastenbeleuchtung manuell (es gibt einen Helligkeitssensor, der das normalerweise automatisch erledigt) erscheint kurzzeitig ein Icon auf dem Bildschirm, das den aktuellen Helligkeitsstand anzeigt (in acht Schritten), ähnlich, wie das bei den eingebauten Tastaturen der Macbooks der Fall ist. Ebenso bei der Caps-Lock-Taste. Hier taucht zusätzlich ein nach oben zeigender Pfeil in der Menüleiste auf, solange Caps-Lock aktiviert ist. Die Treiber-Software installiert auch eine App, mit der man den Batteriestatus der Tastatur abfragen kann und die es sogar erlaubt, verschiedene Einstellungen je nach geöffnetem Programm zu erstellen. Meldet man sich bei Logitech an, lassen sich alle Einstellungen in der Cloud sichern und bei Bedarf wiederherstellen, wenn man beispielsweise auf einen neuen Mac umsteigt. Obwohl die Software noch nicht nativ für Apple-Silicon-Chips vorliegt, funktioniert sie im Test unter der Intel-Emulation Rosetta 2 einwandfrei auf unserem Mac Mini mit M1-Chip.

Bis zu drei verschiedene Geräte lassen sich koppeln, zwischen denen man dann per Tastendruck umschaltet. Auch ein iPad funktioniert im Test tadellos.
Vergrößern Bis zu drei verschiedene Geräte lassen sich koppeln, zwischen denen man dann per Tastendruck umschaltet. Auch ein iPad funktioniert im Test tadellos.

Akkulaufzeit

Zehn Tage Akkulaufzeit mit eingeschalteter Beleuchtung gibt der Hersteller an. Das ist schon ganz ordentlich. Wir arbeiten im Test etwa eine Woche lang täglich drei bis vier Stunden, danach zeigt die Logitech-App immer noch einen Akkustand von etwa 75 Prozent. Ein tolles Ergebnis. Geladen wird dann per USB-Typ-C. Ein Ladekabel liegt bei.

Was nicht geht

Ein paar Punktabzüge gibt es dann aber doch. Der Bootmanager von macOS auf Intel-Macs lässt sich nicht mit der üblichen Tastenkombination (Options-Taste gedrückt halten) aufrufen. Auch andere Shortcuts beim Booten wie Parameter-RAM-Reset (cmd-option-P-R) oder der Recovery-Modus (cmd-R) funktionieren nicht. Kein Wunder, denn zu diesem Zeitpunkt im Bootvorgang ist Bluetooth noch nicht gar initialisiert und die Tastatur daher nicht verbunden. Dass das mit originalen Apple-Tastaturen dennoch klappt, ist eine proprietäre Angelegenheit von Apple, auf die Drittherstellern leider nicht zurückgreifen können oder dürfen. Abhilfe schafft hier der USB-Empfänger Logi Bolt. Da dieser dem Mac eine kabelgebundene USB-Tastatur vorgaukelt, funktionieren dann auch die Shortcuts in der Boot-Phase.

Die Mac-Treiber-Software ist noch nicht für den Apple M1-Chip optimiert, arbeitet im Test jedoch ohne Murren unter der Rosetta 2 Emulation von Apple.
Vergrößern Die Mac-Treiber-Software ist noch nicht für den Apple M1-Chip optimiert, arbeitet im Test jedoch ohne Murren unter der Rosetta 2 Emulation von Apple.

Touch-ID gibt es freilich nicht. Auch kein Wunder, denn dazu müsste ein spezieller Chip in der Tastatur integriert sein, der mit der Secure-Enclave im Mac Kontakt aufnimmt. Diesen Chip gibt es nur bei Apple.

Fazit

Die MX Keys Mini kostet mit 109 Euro genau so viel wie Apples Magic Keyboard (ohne Touch ID). Das ist sicher kein Zufall. Sieht man über die Kompatibilitätsprobleme bei den Boot-Shortcuts hinweg, bietet die Logitech Tastatur einige tolle Funktionen mehr, die man bei Apple vermisst. Allen voran die clevere Tastaturbeleuchtung. Wer oft am Mac Mini oder iMac im Dämmerlicht arbeiten muss oder will, kommt um diese Tastatur nicht herum.

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