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Test: Photos2Webgallery – Website für Apple Fotos

27.02.2019 | 12:03 Uhr | Thomas Hartmann

Völlig unkompliziert eine Bilder-Website aus den Alben in Apple Fotos machen, das klingt verlockend. Genau das, aber auch nicht mehr schafft Photos2Webgallery.

Apple hat zum Bedauern vieler Fans das eigene Programm iWeb eingestellt. Damit ließen sich recht komfortabel Websites mit einigen speziellen Funktionen bauen und direkt auf Apples MobileMe – dem Vorgänger von iCloud – veröffentlichen. Genau darin lag auch die Grenze – ein Export oder ein Hochladen per integriertem FTP-Client auf eine andere Domain war nicht vorgesehen. Dafür gab es dann beispielsweise Rapid Weaver, oder auch ein Programm wie Sandvox, mit dem sich ebenfalls auf leichte Weise Homepages anlegen ließen.

Kaum Funktionen

Nun wurden wir auf Photos2Webgallery von Jocapps aufmerksam. Auf deren Website sieht man als erstes einen vielversprechenden Screenshot, der Apple Fotos zeigt und einen dynamischen Pfeil, wie man ganz schnell eine Webgalerie in HTML 5 erstellt – direkt aus der Fotos-Bibliothek auf dem Mac. Das stimmt auch. Aber trotzdem verspricht dieser Screenshot zu viel. Denn man zieht daraus den Eindruck, dass man aus Apples Fotos-App heraus ein Album auswählt, hier vielleicht Voreinstellungen wie Länge, Anzahl der Bilder, eventuell ein Thema für die Website und anderes mehr aussuchen kann. Doch Fehlanzeige.

Das Programm, das immerhin 40 US-Dollar kostet, bietet beim Start ein unattraktives Fenster an, bei dem man ohne Such- oder Sortierungsmöglichkeit oder andere Optionen lediglich die gewünschten Alben aus der Fotos-Bibliothek aussucht, was bei größeren Foto- und Albenbeständen sehr mühselig und langwierig sein kann. Dann wird der gewünschte Zielort auf der Mac-Festplatte oder auch auf einem externen Medium wie USB-Stick gewählt. Anschließend lässt sich die Größe der Bilder per Schieberegler um einen beliebigen Prozentsatz reduzieren. Allerdings ohne dass man einen Hinweis bekommt, wie sich das beispielsweise auf die Qualität oder die Größe und Auflösung auswirkt. Schließlich gilt es noch zu warten, bis das Tool sein Werk vollendet hat. Jetzt gibt es nicht etwa einen Button, um direkt zum Ordner mit der Fotogalerie zu gelangen, das muss man schon händisch machen. Also auch hier kein bisschen Komfort trotz des hohen Preises.

Potenzial unerfüllt

Immerhin hat man nun eine einfache, aber recht schön gestaltete Website vor sich mit den unterschiedlichen Alben, durch die man sich im Browser klicken kann. Zu jedem Bild wird auch das Datum angezeigt, gibt es einen Orts-Tag, lässt sich dieser in Google Maps aufrufen. Außerdem kann man eine Diashow starten, die aber keinerlei Parameter wie Dauer eines einzelnen Bildes oder gar Übergänge bietet.

Was macht man nun damit? Am liebsten würde man die Bildergalerie einfach hochladen. Angenommen, man hat irgendwo einen Web-Hoster respektive eine Homepage frei, dann bräuchte man nun nur noch einen integrierten FTP-Client. Aber auch hier – Pustekuchen. Das muss man komplett selber einrichten, etwa mithilfe von Tools wie Cyberduck. Doch auch hier fragt man sich, wodurch der hohe Preis von Photos2Webgallery gerechtfertigt sein sollte. Immerhin unterstützt die schlichte Mac-App bereits das neue Fotoformat HEIC und konvertiert es automatisch nach JPEG. Auch kompatible Filme in den Fotoalben werden korrekt wiedergegeben.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Die App ist im Mac App Store   nur 5 MB zum Download groß. Vorausgesetzt wird mindestens macOS 10.13. Die Sprache des Programms ist Englisch – aber viel zu lesen, etwa als Instruktion und Hilfe, gibt es ohnehin nicht. Die regulären Kosten liegen bei 45 Euro.

Fazit und Empfehlung

Die Vorfreude vor allem angesichts des ersten Screenshots des Entwicklers, mit dem dieser wirbt, war verfrüht. Zwar verwandelt Photos2Webgallery Fotoalben aus Fotos zuverlässig in Bildergalerien, aber außer dem Skalieren der Fotos hat man keinerlei Einflussmöglichkeiten. Für den April sind neue Funktionen versprochen. Darunter zum Beispiel Optionen zur Sortierung und die Möglichkeit, Apple Maps für die Darstellung von Foto-Aufnahmeorten anstelle von Google Maps zu verwenden. Ob das den hohen Preis dann rechtfertigt, wird neu zu prüfen sein. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Kaufempfehlung aussprechen – außer, das Tool wird mal im Rahmen einer Rabattaktion für höchstens zehn Euro angeboten.

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