1029725

Propellerhead Record

23.12.2009 | 16:33 Uhr |

Wer bisher mit Trompete oder Gitarre Musik gemacht und ein bescheidenes Heimstudio sein eigen nennt, um musikalische Ideen festzuhalten, findet mit Record ein kompaktes Studio, das wesentlich weniger Platz einnimmt, aber viel mehr Möglichkeiten bietet.

Propellerhead Record
VergrĂ¶ĂŸern Propellerhead Record

TatsÀchlich könnte man sich im Paradies wÀhnen. Man bekommt eine nur durch die SpeicherkapazitÀt begrenzte Anzahl möglicher Audio- und MIDI-Spuren, zehn Effekte, darunter VerstÀrker-Simulationen, Echos, Delays, Equalizer und Kompressoren, sowie ein voll ausgestattetes, dem SSL 9000 nachempfundenes Mischpult.

Der Mixer bietet eine Dynamikabteilung mit Gate und Kompressor, einen EQ und Insert- sowie Send-Effekte. Schön sind auch die Automatisierungsfunktion des Mischpults. Man erzeugt einfach eine neue Spur, die wÀhrend des Abspielens einer Spur die ReglerverÀnderungen aufzeichnet. Bei Nichtgefallen lassen sich die einzelnen Einstellungen nachtrÀglich verÀndern. Perfekt!

Virtuelle Instrumente

SchwachbrĂŒstig kommt Record jedoch beim Einsatz virtueller Instrumente daher, was umso schwerer wiegt, weil das Tonstudio den Einsatz von VST und AU-Plugins nicht erlaubt. Die Entwickler von Propellerhead begrĂŒnden das mit ihrem Wunsch, ein stabiles Programm auf den Markt zu bringen. Das mag nachvollziehbar sein, ist aber dennoch nicht akzeptabel. StabilitĂ€t trotz externer Erweiterungen - das schaffen andere Programme auch.

Auf den ersten Blick wirkt Record etwas unübersichtlich. Aber nach kurzer Einarbeitung findet man sich mit Mischpult (oben) Effekt-Rack (Mitte) und Spurenverwaltung (unten) gut zurecht.
VergrĂ¶ĂŸern Auf den ersten Blick wirkt Record etwas unĂŒbersichtlich. Aber nach kurzer Einarbeitung findet man sich mit Mischpult (oben) Effekt-Rack (Mitte) und Spurenverwaltung (unten) gut zurecht.

FĂŒr das Festhalten von Ideen reicht der Vorrat an Sounds dennoch. Das virtuelle Instrument ID-8 bietet rund 90 gĂ€ngige, allerdings kaum regelbare Band- und OrchesterklĂ€nge. Richtig freuen können sich eigentlich nur Besitzer von Propellerhead Reason. Hier gibt es eine ertrĂ€gliche Anzahl von Synthesizern und Samplern, die auch mit Record zusammenarbeiten.

Zusammenarbeit mit anderen Programmen

Verschlossen zeigt sich Record auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Programmen, die dann doch die ein oder andere Funktion mehr bieten, etwa bei der Bearbeitung von MIDI-Signalen oder beim Einbinden weiterer virtueller Instrumente. Zwar lassen sich Songs aus Record ĂŒber MIDI- und Audio-Export prinzipiell auch in anderen Programmen weiter verarbeiten; kompatible Schnittstellen etwa zu Logic, Cubase oder Garageband wĂ€ren dennoch wĂŒnschenswert.

Ein Detailblick auf die Effekte. Die insgesamt neun Werkzeuge lassen sich frei und jeder Spur mehrfach zuordnen.
VergrĂ¶ĂŸern Ein Detailblick auf die Effekte. Die insgesamt neun Werkzeuge lassen sich frei und jeder Spur mehrfach zuordnen.

Und noch ein Punkt sollte nicht unerwĂ€hnt bleiben: Das Programm lĂ€sst sich nur mit einem Dongle genannt "Ignition key" sowie ĂŒber eine Internet-Registrierung betreiben. Diese lĂ€stigen Prozeduren sind bei Musiksoftware offenbar nicht tot zu kriegen, umstĂ€ndlich bleiben sie dennoch.

Empfehlung

Record ist ein Aufnahmestudio, das viele BedĂŒrfnisse von Musikern befriedigt, die sonst mit elektronischem Equipment wenig am Hut haben. Es bietet alles, was fĂŒr die Aufnahme von Demos oder Ideen nötig ist. WĂŒrde Record nicht ein geradezu autistisches VerhĂ€ltnis gegenĂŒber der großen weiten Welt anderer Instrumente und Aufnahme-Tools pflegen, wĂ€re es eine echte Alternative zu teurer AusrĂŒstung und noch viel kostspieligeren Studio-Sessions.

Macwelt Marktplatz

1029725