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Test: YI Smart Dash Cam

25.02.2019 | 14:13 Uhr |

Dashcams sind in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen legal. Die günstige Yi Smart Dash Cam bietet einen guten Einstieg.

Neben der überaus beliebten Yi 4K+ Action Cam , bietet YI Technology seit einiger Zeit auch Dashcams. Die Yi Smart Dash Cam kostet gerade einmal 50 € und bietet umfangreiche App-Unterstützung, einen Spurassistenten und eine hohe Videoauflösung in 1296p. Wir haben die Dashcam einem Langzeittest unterzogen.

 

Die Verpackung ist wie üblich sehr schlicht in Weiß und nur mit dem bekannten Y-Logo als Aufdruck gehalten. Neben der Kamera ist im Lieferumfang ein circa drei Meter langes Micro-USB-Kabel, eine Halterung und ein Klebepad sowie ein 12V-USB-Ladeadapter enthalten.

Auf der Vorderseite steckt das Objektiv mit f/1.8 Blende und 165-Grad-Weitwinkelobjektiv. Innerhalb dessen ist auch das Mikrofon zur Sprachaufzeichnung untergebracht. Bei den Farben für das Gehäuse besteht die Auswahl zwischen Anthrazit oder Gold. Auf der linken Seite der Kamera findet man den Micro-USB-Port sowie einen Resetknopf, gegenüber liegt der Schacht für die microSD-Karte.

Damit die Dashcam auch gut auf der Halterung hält, gibt es auf der Oberseite einen Einschub für diese. Unter dem rückwärtigen 2,7-Zoll-Display sind vier Tasten zur Bedienung der Kamera angebracht. Die Dashcam kommt ohne Touchscreen aus, was von Vorteil ist, da man hierdurch bei der Bedienung abgelenkt werden könnte. Auf der Unterseite der Kamera sitzt der kleine Lautsprecher, der ruhig etwas lauter sein könnte. Das Gehäuse selbst besteht aus Kunststoff, allerdings ist die Verarbeitungsqualität für den Preis sehr gut. Knarzende oder verbiegbare Bauteile lassen sich nicht finden. Die im Lieferumfang enthaltene Halterung der Yi-Dashcam besteht ebenso aus Kunststoff und kann dank des Kugelgelenks an jede Form der Frontscheibe angepasst werden: Allerdings wäre anstatt eines Klebepads ein Saugnapf sinnvoller gewesen, da sich bei einem Autowechsel die Halterung nur sehr schwer wieder demontieren lässt.

Lesen Sie hier: Die besten Dashcams für Ihr Auto

Errechnete Auflösung von 1296p, Akku hält nur kurz

Laut Hersteller bietet die Kamera die Aufnahme von 1080p mit bis zu 60 Frames pro Sekunde. Yi Technolgy gibt auch 1296p als Videogröße an, allerdings handelt es sich hierbei nur um hochgerechnete Aufnahmen. Dank WDR 2.0 passt sich die Kamera sehr schnell an die aktuellen Lichtverhältnisse an. Fährt man etwa aus einem Tunnel, passt die Software die Belichtung automatisch an und Details bleiben weitgehend sichtbar.

Während unserer mehrwöchigen Testphase haben wir etliche Aufnahmen in 1296p, 1080p und 720p gesammelt. Egal, ob bei guten oder schlechten Wetterbedingungen, die Aufnahme war meistens ausreichend scharf und detailliert. Auch die Anpassung an die Lichtverhältnisse, von Hell auf Dunkel und andersherum, funktioniert gut und zuverlässig. Auf den Aufnahmen waren Kennzeichen anderer Fahrzeuge und Wildwechsel gut zu erkennen. Dank des Weitwinkelobjektivs und dessen großes Blickfeld, ist die gesamte Fahrbahn gut einsehbar. Die Aufnahmequalität des Mikrofons ist ausreichend, Gespräche werden klar und deutlich aufgezeichnet, allerdings ist der Ton etwas zu dumpf. Fahrzeuggeräusche werden gut herausgefiltert.

Leider benötigt die Kamera Dauerstrom, und kann ohne aktive Stromverbindung nur ca. zwei Minuten mit Ihrem internen Akku überleben.

Rechtslage: Keine Aufnahmen ohne Grund erlaubt

Eingeschränkt legal: In Deutschland muss eine Dashcam bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu hat der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs am 15. Mai 2018 unter dem Aktenzeichen VI ZR 233/17 ein Urteil gesprochen, laut dem es zwar erlaubt ist, ein Dashcam-Video als Beweismittel vor Gericht zu verwenden. Eine ständige Videoaufzeichnung ohne Grund und besonders ohne Einwilligung der anderen Autofahrer aus Datenschutzgründen nicht zulässig. Dagegen ist eine kurze, anlassbezogene Aufzeichnung gemäß dem BGH-Urteil erlaubt. hc

Mangels Touchscreen erfolgt die Bedienung über die vier Tasten unter dem Display. Mit diesen lässt sich zum Beispiel eine Notaufnahme und normale Aufnahme starten, in die Galerie wechseln, um sich die Aufnahmen anzusehen und zuletzt ist da auch noch eine Einschalt- bzw Optionentaste. Die Einstellungen sind recht übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend. Selbst als Dashcam-Neuling findet man sich gut zurecht. Außer mit den Knöpfen an der Kamera lässt sich die Dashcam auch über das Smartphone mit der zugehörigen App bedienen. Hierzu wird unkompliziert eine WLAN-Verbindung zwischen Dashcam und Smartphone oder Tablet hergestellt. In der Hauptansicht lässt sich die Aufnahme starten, über die Galerie in der App können die eigenen Aufnahmen angeschaut und auf das Smartphone übertragen werden. Zudem lassen sich noch kleinere Einstellungen wie Auflösung oder der Spurassistent einstellen. Der Spurassistent hat in unserem Test leider nur einmal funktioniert, Spurwechsel wurden sonst einfach nicht erkannt.

 

Fazit

Für rund 45 Euro lässt sich bei der Yi Smart Dashcam nichts falsch machen. Die Verarbeitungsqualität ist vollkommen in Ordnung, das Display lies sich immer gut abgelesen und die Aufnahmequalität ist auch gut. Die Yi Dashcam App bietet auch einen Mehrwert und ließ sich komfortabel bedienen. Einziges Manko sind der nicht vorhandene Saugnapf und der nicht funktionierende Spurassistent.

 

 

 

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