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Textverarbeitung für Anspruchsvolle

25.06.2007 | 13:36 Uhr |

Textverarbeitung für Anspruchsvolle

Microsoft Word hat drei Konkurrenten, die wir jedem Mac-Benutzer zum Selbsttest empfehlen: Mellel, Nisus Writer Express und Papyrus. Mellel, weil der Entwickler vieles einfacher und schöner macht als die Damen und Herren bei Microsoft; seien es Zeichenzähler, eine Formatierungspalette, die einfach zu verstehen ist und ein System für Fußnoten, Inhaltsverzeichnisse und Stichwortverzeichnisse.

Nisus Writer Express glänzt ähnlich, allerdings bringt erst die neue und teurere Pro-Version einige der Funktionen, die Mellel heute schon bietet. Papyrus hat die gute Formatierungspalette und das System für Fußnoten, Inhalts- und Stichwortverzeichnisse und eine eingebaute Datenbank obendrein. Deutlich schwerer tun wir uns mit der Bewertung von Ragtime. Der Preis des Multifunktionstalents schreckt ab; mehr als 800 Euro sind viel zu viel, um damit Briefe zu schreiben. Doch damit hätte man Ragtime völlig falsch verstanden – die Software sollte man besser als Layoutsoftware mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank verstehen. Diese Funktionsvielfalt macht viele Dinge möglich – wir kennen Architekten, die fast ihre gesamte Büroarbeit in Ragtime erledigen. Sie hat aber eine Kehrseite: Wer neu in Ragtime einsteigt, muss Zeit mitbringen.

Openoffice und die Variante Neooffice funktionieren auch auf dem Mac, und der Preis ist verlockend. Allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass beide Varianten nur mit einem Hilfskonstrukt funktionieren: Openoffice braucht Apples Variante des X11-Grafiksystems, die seit Mac-OS X 10.4 nicht mehr zur Standard­installation gehört. Neooffice dagegen braucht Java. Neooffice spricht also nicht direkt mit Mac-OS X beziehungsweise mit dem Prozessor, sondern zuerst mit einer virtuellen Maschine ("Java VM"), was die Fehlersuche manchmal mühsam macht.

Software für Vielschreiber

Avenir ist fast zu simpel. Eine einfache Texteingabe in der Mitte, links die Übersicht über Kapitel, Personen, Serienfolgen und Plot. Rechts Raum für Notizen. Außerdem gibt es nur einen RTF-Export, Word-Dokumente lassen sich nicht erzeugen. Deshalb kann die Textverarbeitung Ulysses, die mit der Version 1.5 stark zugelegt hat, die Wertung klar für sich entscheiden. Bluetec liefert ein zuverlässiges Produkt, das auch mit langen Texten nicht überfordert ist und sich nicht gegen Bilder in den Notizen sperrt. Die Hände können bei Ulysses auf der Tastatur bleiben, Eingabefelder und Funktionen erreicht man mit Tastenkombinationen – ein Segen für Vielschreiber. Die Vollbildansicht arbeitet sehr gut.

Editoren für Programmierer

Subethaedit ist ein hervorragendes Produkt. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist hoch, seit Version 2.6 kann man mehrere Dokumente in einem Fenster offen halten, die Oberfläche ähnelt den "Tabs" des Internet-Browsers Safari. Wenn man dann mehrere Entwickler einlädt, gemeinsam an einem Dokument zu arbeiten, fällt den Kollegen aus dem Windows-Lager in der Regel das Kinn auf die Brust – Vergleichbares ist unter Windows unbekannt. Dagegen wirkt Skedit auf den ersten Blick harmlos. Wenn man damit aber beispielsweise HTML-Code entwickelt, lernt man die Funktion "Autocompletion" schätzen: Es braucht nur wenige Tastenanschläge, bis ein Befehl mit Endmarkierung eingetippt ist.

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