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Verbesserte Effekte

18.08.2006 | 12:54 Uhr |

Verbesserte Effekte

Neben der Universal-Binary-Unterstützung ist die einzige große Neuerung die Handhabung und Darstellung von Effekten sowie die Möglichkeit, mit Keyframes zu arbeiten. War man in der Vorversion noch auf eine Einstellung pro Clip und Filter beschränkt, kann man jetzt Bewegungen und Effekte mittels Keyframes über die Zeit animieren, um beispielsweise eine Einstellung aus der Unschärfe in die Schärfe kommen zu lassen oder, um die Farbkorrektur den sich ändernden Lichtverhältnissen innerhalb eines Clips anzupassen. Das gleiche gilt auch für die Bewegung eines Objektes, zum Beispiel eines Textes, der nicht nur über einen globalen Keyframe, sondern über einzelne Keyframes für jede Einstellung wie Skalierung, Drehung und so weiter verfügt.

Zur Animation eines Effektes mittels Keyframes bedient man sich derselben Methoden wie in Final Cut Pro. Zunächst wendet man einen Filter per Drag-and-drop oder per Auswahl aus dem Menü auf einen Clip in der Timeline an und öffnet diesen per Doppelklick im Viewer. Klickt der Anwender auf die kleine Raute rechts neben dem Parameter, erscheint ein Keyframe auf der derzeitigen Position des Playheads, etwa auf dem ersten Frame des Clips. Hier definiert man zunächst die gewünschte Anfangseinstellung des Filters. Im nächsten Schritt bewegt man den Playhead an das Ende der Animation, beipielsweise den letzten Frame, und spezifiziert die End-Parameter, also das Zielbild. Die grüne Linie zwischen den beiden Keyframes verläuft in der Folge diagonal, so dass man die Interpolation zwischen den beiden Werten erkennt und sich der Filter von Einstellung 1 zu Einstellung 2 verändert. Zwischen diesen Punkten kann man nun weitere Keyframes festlegen, um beispielsweise Zwischenwerte des Filters anzugeben. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, die Keyframes in Bezier-Griffe umzuwandeln, indem man mit der rechten Maustaste oder gehaltener Control-Taste auf einen Keyframe klickt und aus dem Kontextmenü die Funktion „Bezier“ wählt, woraufhin sich die Diagonale in eine Kurve verwandelt. Mittels Bezier-Griffen erstellt man dann eine weichere Änderung zwischen den Einstellungen.

Dynamische Voransicht

Ebenfalls neu in Final Cut Express ist die Unterstützung der dynamischen Voransicht. Hierbei stellt das Programm die zu berechnenden Effekte aus der Timeline in der maximalen Geschwindigkeit dar, die die Rechenleistung zulässt. Je mehr oder je kompliziertere Effekte der Cutter auf einem Clip anwendet, umso geringer wird die Darstellungsqualität, wobei Final Cut Express versucht, den Effekt möglichst immer in Echtzeit darzustellen. Als weitere Darstellungsmöglichkeiten kann man auch auf „sichere Echtzeit“ umstellen. Hier zeigt das Programm die Effekte immer in bestmöglicher Qualität und zwingt den Anwender mitunter zum Rendern. Alternativ stellt man die Darstellungsqualität auf Hoch oder Gering, und die Wiedergaberate zwischen Viertel und Voll, um sowohl die Bildqualität als auch die Anzahl der darzustellenden Frames entsprechend des Effekts zu verringern. Diese Einstellungen bieten sich allerdings nur an, wenn man mit extrem vielen Filtern und Effekten arbeitet, einen langsamen Rechner oder eine langsame Festplatte hat, und dennoch Wert auf eine Echtzeitdarstellung ohne bestmögliche Qualität legt.

Darüber hinaus hat Apple die Zusammenarbeit mit Live Type und Motion verbessert, so dass man fremde Projektdateien laden und sogar in Echtzeit abspielen kann.

Fazit

Die Neuerungen sind zwar nicht spektakulär, lohnen sich aber für Anwender, die gerne mit Effekten und Animationen arbeiten. Dem Anfänger wird der Einstieg durch mangelnde Handbücher und ein englisches DVD-Tutorial erschwert. Auch die fehlende Unterstützung von Formaten wie nativem HDV machen die Software nicht gerade attraktiver. Nichtsdestotrotz ist Final Cut Express der nächste logische Schritt für alle ambitionierten Anwender, denen iMovie zu eingeschränkt und Final Cut Pro zu mächtig ist.

Wertung

Note: 1,4 sehr gut

Vorzüge professionelle Schnittwerkzeuge, ausreichende Filter und Effekte für professionelle Ergebnisse, schnelle und hochwertige Darstellung

Nachteile Einschränkung in den Formaten, keine Möglichkeit zum Sichten und Loggen von Bändern, nur Online-Handbuch und englische Einführungs-DVD, kein Audiomischer

Alternative iMovie HD, Final Cut Pro, Avid Xpress DV

Technische Angaben Systemanforderungen: Power Mac G4 ab 550 MHz, ab 512 MB RAM, ab Mac-OS X 10.4.6, Quicktime 7.0.4

Preise Vollversion € (D) 290, € (A) 300, CHF 400; Update € (D) 100, € (A) 100, CHF 140

Info Apple

Das ist neu

– Animierbare Filter und Bewegungseinstellungen

– Dynamische Echtzeit-Vorschau

– Universal Binary für Intel-Macs

– Verbessertes Medien-Management

Macwelt Marktplatz

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