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Vergleichstest: USB-C Sticks für Mac und iPad Pro

08.05.2020 | 07:34 Uhr |

USB-Sticks sind aus dem digitalen Leben nicht mehr weg zu denken. Auch wenn es Cloud-Services gibt, so ist der kleine Datenspeicher in der Hosentasche praktisch und auch ohne Internet sind die Daten immer verfügbar.

Mit der neuen USB-C-Schnittstelle ändert sich auch das Format des Steckers. Somit sind alte USB-Sticks nur noch mit Adapter zu gebrauchen. Doch wer möchte den immer mitnehmen? Und noch viel wichtiger, USB-C bietet die Chance, viel schnellere Datenraten auch auf den kleinen Sticks zu haben.

Ich habe mir aus diesem Grunde eine Auswahl an aktuell erhältlichen USB-C Sticks ins Testlabor geholt – und auf Herz und Nieren am Mac Mini, einem Macbook Pro und einem iPad Pro geprüft.

Empfehlung

Empfehlung

Den Trend zu extrem kleinen USB-C Sticks kann man kontrovers diskutieren. Sehr auffällig dabei ist auf jeden Fall die Wärmeentwicklung des kleinen Metallgehäuses von Transcend. Das wird extrem heiß und fasst sich daher sehr unangenehm an. Beim Kunststoffgehäuse des Verbatim merkt man kaum etwas und erst recht nicht bei den großen Gehäusen der Sandisks. Hier ist also die Größe genauso wie bei der Handhabung ein Pluspunkt.

Wie schon bei anderen Flash-Speichern unterscheiden sich die Datenraten für das Schreiben deutlich von denen für das Lesen. Die Datenraten am Macbook Pro entsprechen nur teilweise den Erwartungen. Es ist ja schön, dass Hama und Verbatim viel schneller sind als gedacht, aber das betrifft nur die Werte für das Lesen. Die Schreibwerte sind einfach viel zu gering, speziell beim Verbatim ist das auffällig. Hier merkt man, das USB-Sticks günstige Massenware sind. Dass es auch kleine Fortschritte geben kann, zeigt der neue Sandisk Ultra Dual Drive Luxe. Zwar reicht die Datenrate beim Lesen nicht an Hama und Verbatim heran, dafür sind die Schreibwerte am Mac sehr gut.

Ein ähnliches Bild auch am iPad Pro, nur das hier die Schnittstelle lange nicht so leistungsfähig ist, wie am Macbook Pro. Da merkt man dann doch, dass es noch kein vollwertiger Ersatz für ein Macbook Pro ist. Die Datenraten reichen für kleine Dateien, Videoschnitt auf einem USB-C Stick zu machen würde einem dann doch nicht einfallen. Der negative Ausreißer am Macbook Pro Verbatim, ist hier der Musterknabe beim Schreiben und der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe zeigt, dass auch gute Lesewerte möglich sind.

Klein oder groß? Je kleiner die Sticks sind, umso unhandlicher werden sie. Das merkt man ganz speziell zwischen dem sehr kleinen Transcend und dem größeren Sandisk. Wobei der Sandisk nicht wirklich groß ist.
Vergrößern Klein oder groß? Je kleiner die Sticks sind, umso unhandlicher werden sie. Das merkt man ganz speziell zwischen dem sehr kleinen Transcend und dem größeren Sandisk. Wobei der Sandisk nicht wirklich groß ist.
© Thomas Bergbold

Die Testkandidaten

Derzeit ist die Auswahl an schnellen Sticks für USB-C noch sehr überschaubar. Mit dabei ist von Hama der FlashPen C-Turn mit 64 GB Speicher . Der C-Turn ist ein Stick mit zwei Schnittstellen, auf der einen Seite USB Type A mit USB-3.0-Geschwindigkeit und auf der anderen Seite der USB-C-Stecker. Hama verzichtet auf eine Schutzkappe, stattdessen wird eine Abdeckung aus Aluminium über die nicht benutzte Schnittstelle geklappt.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.
Vergrößern Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.
© Thomas Bergbold

Vergleichbar macht es auch Sandisk beim Ultra Dual Drive Luxe . Das recht große Ganzmetallgehäuse liegt sehr gut in der Hand und ist mit 1TB Speicher der größte USB-C Stick im Testfeld – Kapazitäten von 32 GB 64 GB, 128 GB, 256 GB und 512 GB sind zudem angeboten.

Kappe oder Versenken, die USB-C Sticks bieten ganz unterschiedliche Lösung für den Schutz der Schnittstelle. Wobei nur bei Sandisk beide Schnittstellen gleichzeitig geschützt sind.
Vergrößern Kappe oder Versenken, die USB-C Sticks bieten ganz unterschiedliche Lösung für den Schutz der Schnittstelle. Wobei nur bei Sandisk beide Schnittstellen gleichzeitig geschützt sind.
© Thomas Bergbold

Ebenfalls von Sandisk mit dabei ist der Ultra Dual USB Type-C Stick mit dem größten Gehäuse im Testfeld. Er tritt mit 32 GB an. Auch er bietet wie alle Testteilnehmer zwei Schnittstellen, hat aber eine besondere Bauform, bei der beide Schnittstellen im Gehäuse geschützt sind. Man schiebt einfach den gewünschten Anschluss aus dem Gehäuse.

Der nächste USB-C Stick ist wieder ein sehr kleiner Vertreter, der JetFlash 890 von Transcend in 64 GB . Das Aluminiumgehäuse ist aus einem Guss und sehr elegant. Da wirkt die aufgesetzte Staubschutzkappe wie ein Fremdkörper. Leider verliert man sie auch sehr schnell.

Die preiswerten USB-C Sticks sind nicht nur für den Mac erste Wahl, sondern auch am neuen iPad Pro sehr praktisch.
Vergrößern Die preiswerten USB-C Sticks sind nicht nur für den Mac erste Wahl, sondern auch am neuen iPad Pro sehr praktisch.
© Thomas Bergbold

Der Verbatim Dual Drive 64 GB USB-Stick ist der letzte Teilnehmer am Test. Das Kunststoffgehäuse mit seiner Kunststoffkappe wirkt auf den ersten Blick nicht so hochwertig wie die Mitbewerber, ist aber zweckmäßig.

Die Handhabung

Bei den meisten USB-C-Sticks fallen zuerst die sehr kompakten Abmessungen auf. Der kleinste Stick ist der Transcend mit 2,9 cm Länge, dann der Hama mit 3 cm, gefolgt vom Verbatim mit 3,3 cm. Sandisk liefert mit 3,8 cm und 4,5 cm die größten USB-C Sticks.

Das Aluminiumgehäuse des Transcend sieht ja sehr elegant aus, hat aber in der Handhabung einen großen Nachteil, man bekommt den Stick nur schwer zu packen. Steckt er mal richtig fest, ist es ein Geduldsspiel, den Stick wieder aus der Schnittstelle zu bekommen. Und ein weiteres Problem ist die thermische Entwicklung des JetFlash 890. Er wird im laufenden Betrieb sehr warm, das kann unangenehm werden. Die Schutzkappe wirkt ein wenig wie ein Fremdkörper und verhält sich leider auch so, man kann sie sehr schnell verlieren.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.
Vergrößern Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.
© Thomas Bergbold

Der Verbatim bietet dank der großen Schutzkappe etwas mehr Handhabe, ist aber mit 3,3 cm auch sehr kurz geraten. Hier wird die Schutzkappe, wie beim Transcend einfach auf die nicht benutzte Schnittstelle gesteckt, die andere Schnittstelle bleibt ebenso ungeschützt. Steckt die Schutzkappe auf dem USB-A-Stecker, ist die Handhabung noch in Ordnung, nur auf dem USB-C-Stecker löst sich die Schutzkappe leicht, vor allem beim Verkanten.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C Stick bietet eine wohltuende Abkehr vom Minimalismus. Wer wie ich zwar kleine Hände, aber dicke Finger hat, tut sich mit so kleinen USB-Sticks sehr schwer, vor allem, wenn der Anschluss nur schwer erreichbar ist. Da ist ein so großes Gehäuse – der Sandisk ist immerhin 3,8 cm lang – leicht in der Handhabung.

Die Gehäusegröße hat nur dann Nachteile, wenn die Platzverhältnisse sehr eng sind. Zum Beispiel beim iPad Pro mit einer dicken Schutzhülle wie der UAG Metropolis. Hier punktet der Ultra Dual Drive Luxe von Sandisk mit der besten Handhabung aller USB-C Sticks. Er ist nicht breit, aber dafür lang.

Sehr elegant und schön ist das Aluminiumgehäuse des JetFlash 890 von Transcend. Doch leider wird es im Betrieb sehr warm.
Vergrößern Sehr elegant und schön ist das Aluminiumgehäuse des JetFlash 890 von Transcend. Doch leider wird es im Betrieb sehr warm.
© Thomas Bergbold

Als hätten die Hersteller es geahnt, dass man ihre Sticks leicht verlieren kann, bieten alle eine kleine Öse für eine Kordel zum Aufhängen.

Die Geschwindigkeit

Alle USB-C Sticks unterstützen den USB 3.1 Gen 1 Standard mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 5 Gbit/s. Damit kommt schon die erste Enttäuschung, ist doch der USB-C Standard bis 10 GBit/s definiert und nennt sich dann USB 3.1 Gen 2.

Die Hersteller geben meist nur die Geschwindigkeit beim Lesen an, weil diese sehr viel höher, als die Geschwindigkeit beim Schreiben ist. Hama gibt hier konservative 100 MB/s an, Transcend 130 MB/s und Sandisk 150 MB/s. Einzig Verbatim macht keine Angaben.

In der Praxis sehen die Werte aber ganz anders aus. Ich habe zum einen mit Aja System Test Lite die Datenrate gemessen, aber auch die Zeit gestoppt, die es gebraucht hat, einen Ordner mit Bildern zu übertragen. Die Angaben der Hersteller gelten nur für den Betrieb am Mac, für das iPad Pro geben die Hersteller keine Werte an.

Bei den von Hand gestoppten Werten am USB-C des Mac liegen Hama und Verbatim mit 190 MB/s beziehungsweise 180 MB/s nah beieinander. Das ist deutlich mehr, als die Hersteller angeben. Sandisk trifft mit rund 150 MB/s die Werksangaben und Transcend bleibt mit knapp 100 MB/s, 30 MB/s unterhalb der Angaben.

Beim Schreiben sieht es typisch Speicherstick nochmals anders aus. Hier führt der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe mit 56 MB/s das Feld deutlich an. Dahinter folgen mit Abstand der Sandisk Ultra Dual USB Type-C mit 35 MB/s, der Hama mit 31 MB/s und dem Transcend mit 28 MB/s. Verbatim ist hier mit 24 MB/s Schlusslicht.

Die einfache Nutzung von Speichersticks am iPad hat sich mit dem neuen iPad Pro und iOS 13 deutlich vereinfacht. So stellen USB-C Sticks für den einfachen Datenaustausch die erste Wahl dar. Auch hier habe ich die Geschwindigkeit von Hand mit einem Ordner Bilder gemessen. Da mir der USB-C Stick von Transcend nicht mehr zur Verfügung stand, muss dieser hier leider außen vor bleiben.

Bei den Werten für die Datenrate beim Lesen liegt der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe mit 81 MB/s deutlich vorn. Hama und Verbatim liegen mit 56 MB/s gleichauf, gefolgt vom Sandisk Ultra Dual USB Type-C mit 46 MB/s. Beim Schreiben sind alle Werte sehr niedrig. Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C kommt nur auf 4 MB/s und Hama sowie Sandisk Ultra Dual Drive Luxe auf 5 MB/s. Verbatim ist hier mit 12 MB/s etwas besser.

Empfehlung

Den Trend zu extrem kleinen USB-C Sticks kann man kontrovers diskutieren. Sehr auffällig dabei ist auf jeden Fall die Wärmeentwicklung des kleinen Metallgehäuses von Transcend. Das wird extrem heiß und fasst sich daher sehr unangenehm an. Beim Kunststoffgehäuse des Verbatim merkt man kaum etwas und erst recht nicht bei den großen Gehäusen der Sandisks. Hier ist also die Größe genauso wie bei der Handhabung ein Pluspunkt.

Wem die kleinen USB-C Sticks zu langsam sind und zu wenig Speicherkapazität haben, für den könnten auch kompakten SSDs eine Alternative sein. Mit zunehmender Speichergröße sind solche Lösungen auch günstiger als USB-C Sticks. Dank USB-C laufen sie sowohl am Mac als auch am iPad Pro zu Höchstform auf.
Vergrößern Wem die kleinen USB-C Sticks zu langsam sind und zu wenig Speicherkapazität haben, für den könnten auch kompakten SSDs eine Alternative sein. Mit zunehmender Speichergröße sind solche Lösungen auch günstiger als USB-C Sticks. Dank USB-C laufen sie sowohl am Mac als auch am iPad Pro zu Höchstform auf.
© Thomas Bergbold

Wie schon bei anderen Flash-Speichern unterscheiden sich die Datenraten für das Schreiben deutlich von denen für das Lesen. Die Datenraten am Macbook Pro entsprechen nur teilweise den Erwartungen. Es ist ja schön, dass Hama und Verbatim viel schneller sind als gedacht, aber das betrifft nur die Werte für das Lesen. Die Schreibwerte sind einfach viel zu gering, speziell beim Verbatim ist das auffällig. Hier merkt man, das USB-Sticks günstige Massenware sind. Dass es auch kleine Fortschritte geben kann, zeigt der neue Sandisk Ultra Dual Drive Luxe. Zwar reicht die Datenrate beim Lesen nicht an Hama und Verbatim heran, dafür sind die Schreibwerte am Mac sehr gut.

Außerhalb der Wertung lief eine WD Blue SN550 NVMe SSD in einem Gehäuse von LMP dem DataMobile Ultra SSD mit. Diese Kombination überzeugt nicht nur am Mac, sondern zeigt auch am iPad Pro, das Speichern flott gehen kann.
Vergrößern Außerhalb der Wertung lief eine WD Blue SN550 NVMe SSD in einem Gehäuse von LMP dem DataMobile Ultra SSD mit. Diese Kombination überzeugt nicht nur am Mac, sondern zeigt auch am iPad Pro, das Speichern flott gehen kann.
© Thomas Bergbold

Ein ähnliches Bild auch am iPad Pro, nur das hier die Schnittstelle lange nicht so leistungsfähig ist, wie am Macbook Pro. Da merkt man dann doch, dass es noch kein vollwertiger Ersatz für ein Macbook Pro ist. Die Datenraten reichen für kleine Dateien, Videoschnitt auf einem USB-C Stick zu machen würde einem dann doch nicht einfallen. Der negative Ausreißer am Macbook Pro Verbatim, ist hier der Musterknabe beim Schreiben und der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe zeigt, dass auch gute Lesewerte möglich sind.

Außerhalb der Wertung habe ich noch eine sehr kompakte SSD mitlaufen lassen. Die neue WD Blue SN550 NVMe SSD in einem Gehäuse von LMP, dem DataMobile Ultra SSD. Diese schnelle Kombination für USB-C bringt es auf tolle Werte von über 900MB/s für Lesen und Schreiben. Und sogar am iPad Pro messe ich Rekordwerte von 32 MB/s beim Schreiben und 146 MB/s beim Lesen. Auch wenn NVMe SSDs sehr viel größere Abmessungen haben, sind sie was, dass Preisleistungsverhältnis betrifft durchaus eine Überlegung wert. So kostet unsere Kombination rund 180,- Euro mit 1TB und der 1TB Sandisk Ultra Dual Drive Luxe USB-C Stick mit 100,- Euro mehr, derzeit 280,- Euro.

Hersteller

Hama

Sandisk

Sandisk

Transcend

Verbatim

Produkt

FlashPen C-Turn

Ultra Dual USB Type-C

Ultra Dual Drive Luxe Type-C

JetFlash 890

Dual Drive USB-Stick

Preis
(64 GB)

17,99 €

16,99

21,77  €

16,49

12,89

Info

Hama [Link auf https://de.hama.com/]

shop.westerndigital.com/de-de/sandisk

shop.westerndigital.com/de-de/sandisk

de.transcend-info.com

www.verbatim.de

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