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Vier Videoquellen synchron schneiden

29.05.2007 | 14:20 Uhr |

Vier Videoquellen synchron schneiden

4 Kanäle: Die neue Multicam-Funktion ermöglicht den Live-Schnitt von bis zu vier synchronisierten Videoquellen.
Vergrößern 4 Kanäle: Die neue Multicam-Funktion ermöglicht den Live-Schnitt von bis zu vier synchronisierten Videoquellen.

Die reine Roh- und Feinschnittarbeit gestaltet sich in Premiere Pro mehr oder minder zügig und weitestgehend einfach. Die Standard-Fensteranordnung mit Projektfenster, Zuspieler und Rekorder sowie Timeline und Effekten entspricht allen anderen gängigen Schnittprogrammen, und auch die Anzahl der Schnittwerkzeuge braucht sich gegenüber Final Cut Pro oder Avid nicht zu verstecken. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Benennung der Fenster und der Werkzeuge: Möchte man den Trimmen-Modus aufrufen, wählt man das Fenster „Zuschneideansicht“, und das Ripple-Werkzeug versteckt sich hinter dem Namen „Unterschieben“.

Neu in Premiere ist die Multicam-Funktion, die das Schneiden von bis zu vier synchron angelegten Videoquellen ermöglicht. Die Clips platziert man hierfür in der Timeline übereinander, öffnet die Sequenz im Quellmonitor und aktiviert über das Kontext-Menü den Modus Multi-Kamera. Spielt man das Quellfenster ab, so laufen alle vier Quellen gleichzeitig, und der Anwender wählt per Mausklick, welches Bild er schneiden möchte. Zwar sind vier Quellen vergleichsweise wenig (Final Cut Pro unterstützt bis zu 128 Quellen), jedoch reicht die Anzahl für viele Projekte wie Konzert- oder Theatermitschnitte aus. Besonders After-Effects-Anwender wird es freuen, dass Premiere in der neuen Version auch das Clip-Replacement über die Wahltaste unterstützt, und dass genestete Sequenzen den Ton auch ohne Verzögerung abspielen.

Auch in puncto Effekte hat sich in Premiere einiges getan. So findet der Anwender zum Beispiel eine sehr umfangreiche 3-Wege-Farbkorrektur und eine neue Time-Remapping-Funktion. Die Farbkorrektur verfügt über die bekannten drei Farbteller für Schwarz-, Mitten- und Weißtöne sowie über automatisierte Prozesse zur Tonwertangleichung und für einen Autokontrast. Alle Einstellungen können per Keyframes über die Zeit verändert werden, und auch eine sekundäre Farbkorrektur ist über das Einschränken von Farbbereichen möglich.

Premiere unterstützt bei der Farbkorrektur sowohl den 8- als auch den 10-Bit Farbraum von Standard-Videoaufnahmen, sowie 16-Bit für Kompositionen. Für Änderungen der Clip-Geschwindigkeit finden sich in Premiere nicht nur lineare Zeitlupe und Beschleunigung, sondern auch eine Remapping-Funktion, mittels der man einen Clip über die Zeit beschleunigen und verlangsamen kann. Hierfür legt der Anwender zunächst einen Zeitraum fest, der beschleunigt oder abgebremst werden soll, verändert die Geschwindigkeit wunschgemäß und kann anschließend über Bézier-Griffe die Beschleunigungs- oder Abbremskurve definieren. Bedauerlicherweise sind die Einstellungen sehr klein, sodass ein exaktes Remapping schnell zur zeitraubenden Fummelarbeit mutiert. Die eigentliche Stärke von Premiere ist jedoch das nahtlose Zusammenspiel mit den anderen Applikationen der Kollektion Production Premium, zum Beispiel Photoshop, After Effects und Soundbooth für die Kreation, oder Encore und Flash für die Ausgabe.

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