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Vifa Copenhagen 2.0 und Stockholm 2.0: Wiedergeburt des Kofferradios

21.08.2019 | 09:30 Uhr |

Starkes, zeitloses Design und ein hervorragender Klang: Die beiden Lautsprecher von Vifa lassen nichts zu Wünschen übrig.

Kennen Sie noch den Begriff Kofferradio und können Sie sich noch an die Produkte von Blaupunkt und Braun aus den 60er-Jahren erinnern?

Die dänische Antwort auf das Kofferradio im schlichten Design und mit Griff zum Tragen kommt heute von Vifa. Wie schon die Produkte von Braun Design-Klassiker sind, verstehen es auch die Dänen, einfach ein tolles zeitloses Design zu schaffen. Leichte Rundungen brechen die Strenge des Quaders und der Griff als festes Element des Gehäuses integriert sich perfekt in die Form.

Abgerundet wird das Design durch eine melierte Stoffbespannung, die in sechs verschiedenen Farben zu haben ist. Wir haben uns Anthracite Grey bei unserem Testmuster des Lautsprechers Copenhagen 2.0 entschieden.

 

Hinter dem schönen Design

So unauffällig, wie der Lautsprechers Copenhagen 2.0 daherkommt, hat er doch alles Wichtige für einen WiFi-Lautsprecher an Bord. Die Kompatibilität zu Apple AirPlay, DLNA und Spotify in einem WiFi-Netzwerk, sowie Bluetooth mit aptX HD für die direkte Verbindung. Per Kabel geht es auch, dafür gibt es einen Klinkenanschluss und eine USB-Buchse für einen USB-Stick mit Audiodateien.

Heutzutage muss jeder gute WiFi-Lautsprecher Multiroom unterstützen –  und auch das hat er. Damit wir es auch ausprobieren können, haben wir uns noch das große Modell Stockholm 2.0 mit ins Testlabor geholt.

Dass die Dänen Multiroom ernst nehmen, merkt man auch an der Taste Vifa LINK, mit der man mit einem Klick Lautsprecher zu einer Gruppe verbinden kann. Da muss man nicht zur App greifen.

An der Bestückung des Lautsprechers merkt man auch die große Erfahrung der Vifa-Entwickler. Zwei 28-mm-Hochtöner, zwei 50-mm-Mitteltöner und zwei 80-mm-Basslautsprecher sind in dem nur 36 cm breiten Gehäuse untergebracht. Und dann wird das Ganze noch von einem 6-Kanal-Verstärker versorgt und sechs Passivradiatoren unterstützen die Basslautsprecher bei  tiefen Tönen.

Der mit einer Breite von 1010 mm große Stockholm 2.0 hat natürlich sehr viel mehr Platz. So steigt nicht nur die Membrangröße der Mitteltöner auf 80 mm und die der Basslautsprecher auf 100 mm, sondern es verdoppeln sich die Basslautsprecher auf vier.

Vom Design her erinnert der Stockholm 2.0 an eine Soundbar für den Fernseher, das ist er aber nicht. Wenn man einen Platz für den großen Stockholm 2.0 sucht, hat man die Wahl zwischen einem breiten Lowboard beziehungsweise einer Kommode oder der praktischen Wandmontage.

Der Griff des Copenhagen 2.0 ist nicht nur Designelement ist, sondern hat einen praktischen Nutzen - Mobilität. Der Copenhagen 2.0 hat nämlich einen eingebauten Akku, womit man ihn auch mal in den Garten tragen kann. Im Test hält der Akku etwas mehr als fünf Stunden durch.

 

Alles im Griff

Wie sich das gehört für einen modernen Lautsprecher, liefert Vifa die Home-App zur Steuerung und Konfiguration mit. Die Benutzerführung ist recht übersichtlich und nach kurzer Beschäftigung kommt man damit sehr gut klar.

In der Home-App stellt man beispielsweise den Namen der Lautsprecher ein, verändert den Klang oder erstellt Gruppen für Multiroom. Unter der Steuerung fallen nicht nur so einfache Funktionen wie Pause und Titelsprung, sondern auch die Eingangswahl und die Auswahl eines Musikdienstes. Neben TuneIn, versteht sich die Home-App auch mit iHeartRadio, Spotify, Tidal, Napster und Qobuz.

Neben der App kann man die Lautsprecher auch mit Tasten direkt am Gerät bedienen. Die schlichte Stoffbespannung beherbergt drei Tasten unterhalb der runden Status-LED auf der Vorderseite.

Das sind zum einen zwei Pfeiltasten für die Lautstärke und darüber die Vifa-Play-Taste mit der man zwischen drei voreingestellten Radiosender wechseln kann. Die Konfiguration der Speicherplätze erfolgt über die Vifa-Home-App.

Auf der Rückseite ist der Ein/Ausschalter, die Connect und die Vifa-Link-Taste versteckt. Über Connect wechselt man die Eingänge. Damit man nicht ganz verloren ist, zeigt eine Status-Anzeige auf der Vorderseite, ob Bluetooth (blau), Kabelverbindung (grün) oder die WiFi-Verbindung (weiß) aktiv ist. Einfacher geht das aber mit der Vifa-Home-App, der Button auf der Rückseite ist einfach zu klein.

 

Als Zubehör gibt es auch die klassische Fernbedienung R2. Die schlanke Fernbedienung, die übrigens beim großen Stockholm 2.0 im Lieferumfang ist, bietet alle Tasten im direkten Zugriff. Das sind Lautstärke, vor/zurück, Ton an/aus und die Tasten für Vifa Play und Vifa Link. Durch die schwere Metallkonstruktion liegt die R2 sehr wertig und gut in der Hand.

 

Voller Sound

Die Entwickler von Vifa sind seit Jahrzehnten für ihre tollen Lautsprecherchasis bekannt. Das stellen sie auch bei Ihren Multiroom-Produkten unter Beweis.

Wir starten aber eher ungewöhnlich für einen WiFi-Lautsprecher im Bluetooth-Modus. Der Handgriff hat uns dazu verleitet, den Copenhagen 2.0 mit nach draußen zu nehmen.

Kleine Party am Pool gefällig? Also starten wir mit Yello´s "Dialectical Kid" vom Album "Toy". Sofort auffällig ist die sehr neutrale Abmischung. Der Bass ist präsent aber nicht abgrundtief, die Höhen sehr schön rund und sanft. Das passt perfekt nicht nur zu elektronischer Musik, sondern auch zu Jazz. Und so beenden wir unseren Bluetooth-Soundcheck mit der wunderbaren Soulstimme von Lisa Simone. Auch hier passt die Abstimmung perfekt, die Stimme von Lisa ist voll und klar. Im direkten Vergleich zu WiFi singt sie aber mit angezogener Handbremse.

Und so lassen wir Lisa frei aufspielen, indem wir zu WiFi wechseln. In "Suzanne" merkt man, wie toll Lisa mit ihrer Stimme spielen kann. So fröhlich beschwingt spielen das auch die beiden Vifa-Lautsprecher. Wir wählen natürlich die Soundeinstellung "Neutral" und freuen uns auf einen Sound im höchsten Niveau. Richtig jazzig geht es bei "The Hardest Part" zu. Die Gitarre kann man sehr schön fein hören, die Bassgitarre ist fast zu spüren und das Schlagzeug liefert den passenden Grundton. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.

 

Jazz können die Dänen, aber auch rockigen Pop?

Das probieren wir doch gleich mit Depeche Mode und dem Album "Spirit Deluxe" aus. Wegen seiner viel größeren Membranfläche spielt hier natürlich der große Stockholm 2.0 eindeutig überzeugender. Er kann nicht nur größere Pegel, sondern auch einen viel tieferen und trockeneren Bass liefern. Damit spielt er schon auf dem Niveau klassischer Stereoanlagen mit kompakten Lautsprechern. Sehr überzeugend. Die sanfte Hochtonwiedergabe passt auch bei Depeche Mode ausgezeichnet.

 

Fazit

Die Bedienung mit der App gehört eindeutig zu unserer bevorzugten Methode zur Steuerung. Was nämlich etwas unglücklich ist, sind die Buttons am Gehäuse beziehungsweise auf der Rückseite beider Lautsprecher. Man muss eigentlich das Gerät jedes Mal umdrehen, sonst kann man den richtigen Button schlecht identifizieren. Nur der Powerknopf ist auch blind zu finden. Nur warum muss dieser auf der Rückseite sein?

Automatisch Ein oder Aus schalten sich die Lautsprecher nicht, daher wäre der Button vorne oder an der Seite besser angebracht. Sie gehen aber in einen Ruhezustand, aus dem man sie schnell wieder über die App oder AirPlay aufwecken kann. Wo wir gerade bei Kritik sind, beim tragbaren Copenhagen 2.0 wird der Akkustand weder an die Vifa-Home-App noch das iOS übertragen. Besonders ärgerlich ist aber, dass wenn man vergessen hat, den Copenhagen 2.0 auszuschalten, sich der Akku im Ruhezustand komplett entleert.

 

Was für einen mobilen Lautsprecher aber sehr praktisch ist, ist die Hotspot-Funktion, womit der Copenhagen 2.0 sein eigenes WiFi aufbaut, mit dem man sich verbinden kann.

 

Über das Design brauchen wir kein Wort verlieren, das ist zeitlos und schön – liegt aber auch im Auge des Betrachters. Was unstrittig ist, sind die klanglichen Leistungen der beiden Lautsprecher. Sie sind keine Krawallbrüder, die nur auf Party aus sind. Die relativ neutrale Abstimmung ist perfekt für viele Musikgenre und perfekt für das stressfreie entspannte Musikhören. Während der kleine Copenhagen 2.0 für Musikfreunde ein Kompromiss darstellt, ersetzt der große Stockholm 2.0 eine Stereoanlage. Durch den Klinke-Eingang, kommen mit einem passenden Plattenspieler sogar Analog-Freunde auf ihre Kosten.

Copenhagen 2.0

Hersteller:

Vifa

Preis:

699,- Euro

Vorteile:

sehr guter Klang, praktischer Handgriff

Nachteile:

kein AirPlay 2, Akku entlädt sich komplett im Ruhezustand, Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite

Stockholm 2.0

Hersteller:

Vifa

Preis:

1299,- Euro

Vorteile:

sehr guter Klang – neutral und kräftig

Nachteile:

kein AirPlay 2, Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite

 

 

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