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XCOM: Enemy Unknown im Test für iOS

04.07.2013 | 16:30 Uhr |

Wer hätte das für möglich gehalten? Firaxis ist das Kunstück gelungen, einen PC- und Konsolentitel nahezu verlustfrei aufs iPhone und iPad zu bringen!

Ok, der Plot hätte durchaus etwas einfallsreicher ausfallen können, aber was soll's: Aliens greifen die Erde an und es ist – wenn die Viecher schon mal da sind – am Spieler, die eierköpfigen Invasoren zurück zu schlagen. Wir übernehmen dabei das Kommando über das internationale Sondereinsatzkommando XCOM (für „Extraterrestrial Combat Force“), das von der internationalen Gemeinschaft zur Abwehr der Angriffe abgestellt ist.

Mars Attacks!

Die blaue Umrandung zeigt den Bewegungsradius der gewählten Einheit.
Vergrößern Die blaue Umrandung zeigt den Bewegungsradius der gewählten Einheit.

Der Abwehrkampf mit den Alien-Biestern findet serientypisch in rundenbasierter Form statt, das heißt, dass abwechselnd der Spieler und die außerirdischen Feinde ihre Einheiten in begrenzten Radien auf der Karte bewegen und Aktionen ausführen dürfen. Beispielsweise bewegen wir einen Scharfschützen an einen erhöhten Punkt (beispielsweise das Dach eines Busses) und gehen dort in Stellung. Dann nehmen wir von dieser guten Schussposition nahe Feinde unter Beschuss, werfen eine Granate oder sprinten zur nächsten Deckung.

Sind wir mit unseren Bewegungen und Aktionen durch, sind die Feinde an der Reihe – und die verhalten sich ziemlich intelligent. Denn falls wir auf mehrere Gegner treffen (was in beinahe jeder Mission der Fall ist) versuchen die Biester unsere Truppen zu flankieren und so auszuschalten. Das sorgt für Spannung – und im Verlustfall für Trauer, denn unsere Einheiten sammeln über alle Einsätze hinweg Erfahrung und werden so schneller und treffsicherer. Da schmerzt der Verlust einer lange „trainierten“ Einheit doch sehr.

In der Kaserne der Basis können die Einheiten aus- und aufgerüstet werden.
Vergrößern In der Kaserne der Basis können die Einheiten aus- und aufgerüstet werden.

Zwischen den Einsätzen landen wir dann in XCOM Enemy Unknown immer wieder in unserer Basis – und damit beim Aufbau-Part des Spiels. Der kontinuierliche Ausbau unserer Kommandozentrale ist ein essentieller Bestandteil des Gameplays, denn nur wer fleißig an erbeuteter Alien-Technologie oder gefangen genommenen Aliens forscht, erhält neue und bessere Bewaffnung, Panzerung oder andere Fertigkeiten. Finanziert werden die Tätigkeiten in der Basis übrigens von den Prämiengeldern die wir für die Rettung einzelner Nationen vor der Alien-Brut erhalten. Nett sein mit den Verbündeten lohnt sich also. Neben dem Ausbau der Basis selbst können dann die Forschungsergebnisse der Entwicklungsabteilung der XCOM in der Schmiede in Feuerkraft, sprich neue Wummen umgesetzt werden.

Unsere Basis ist der Ausgangspunkt der XCOM-Missionen und kann kontinuierlich ausgebaut werden.
Vergrößern Unsere Basis ist der Ausgangspunkt der XCOM-Missionen und kann kontinuierlich ausgebaut werden.

In den Mannschaftsquartieren führen wir dann Aufrüstungen für die Truppen durch, sprechen Beförderungen aus oder kümmern uns um die Aus- und Weiterbildung der Soldatinnen und Soldaten. Sie sehen: XCOM Enemy Unknown bietet enorm hohen Tiefgang und hält bis zum Schluss, der nach etwa 20 Stunden erreicht ist, bei der Stange. Außerdem sind die einzelnen Aufträge von der Länge her gut für eine längere U-Bahnfahrt geeignet, man braucht also keine Stunde Freizeit um einen Auftrag abzuschließen.

Perfekt für Mobile

Aus der Deckung feuern wir auf die Aliens.
Vergrößern Aus der Deckung feuern wir auf die Aliens.

Schon nach wenigen Minuten mit der App wird klar, dass die Entwickler bei der Ankündigung nicht zu viel versprochen haben, denn XCOM Enemy Unknown bietet tatsächlich auch auf dem iPhone und iPad (fast) die gleiche Qualität und Spieltiefe wie die größeren stationären Versionen. Zwar mussten die Entwickler bei Firaxis ein paar Abstriche bei der Grafikqualität machen (die Texturen der Protagonisten und der Umgebung wirken nicht ganz so knackig, wie noch auf der Playstation 3 oder Xbox 360) und auch die (nicht ganz optimale) deutsche Synchro der PC- und Konsolenfassung fehlt; dafür haben die Entwickler immerhin deutsche Untertitel in die iOS-Version retten können.

Davon abgesehen befindet sich die kleinste Version von XCOM Enemy Unknown mit den großen Versionen auf Augenhöhe. Ja, man kann sogar sagen, dass die Bedienung auf iPhone und iPad noch intuitiver rüber kommt, als mit einem Gamepad oder einer Maus. Die mobilen Plattformen sind einfach perfekt für ein Rundenstrategiespiel geeignet! Lediglich auf dem iPhone fällt auf, dass der Screen selbst beim iPhone 5 etwas zu klein für alle Bedienelemente geraten ist – da hat die iPad-Version die Nase vorn.

Empfehlung: XCOM Enemy Unknown

Die Portierung ist beinahe verlustfrei und vor allem auf aktuellen iOS-Geräten sehr performant geraten, leidet aber am iPhone unter dem zu kleinen Bildschirm. Besitzer der Konsolenfassung oder der erst kürzlich erschienene Mac-Version könne das iOS-Pendant aber getrost auslassen. Alle anderen – gerade iPad-Besitzer – dürfen angesichts der hohen Spieldauer, des großen Umfangs und der taktischen Tiefe zugreifen. Denjenigen, die sich am Ende mit dem abschreckend hohen Preis etwas schwer tun sei gesagt: Selten waren 18 Euro für eine Spiele-App so gut investiert.

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