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Yamaha YVC-200 und eMeet Luna: Zwei Lautsprecher für die Konferenz

24.09.2020 | 11:50 Uhr | Peter Müller

Lautsprecher und Mikrofone bringen Macs zwar mit, für die Konferenz benötigt man doch externe Lösungen. Zwei Geräte im Vergleich.

Die Sache mit der Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden, Optimisten hoffen im kommenden Jahr ab Sommer auf annähernd wieder normale Zustände. Eine Sache könnte aber noch länger bleiben: Konferenzen in Bild und Ton vom Rechner im Home Office oder dem nahe gelegenen Büro mit Kollegen und Geschäftspartner aus aller Welt in deren heimischer Umgebung.

Gerne versammelt man sich auch – mit gebührendem Abstand – mit mehreren Personen in einem großen Konferenzraum. Wenn dann in der Mitte des Tisches nur ein Telefon mit schwachen Lautsprechern liegt, wird die Konferenz bald wieder zum Einzelgespräch. Konferenzlautsprecher, die man per Bluetooth oder auch mit Kabel an den Mac, PC oder iPhone und iPad koppelt, lösen das Problem mit Rundumklang, der sich auch für mittelgroße Räume auf das notwendige Lautstärkeniveau heben lässt.

Bereits zu Beginn der neuen Ära der Remotekonferenzen hatten wir Ankers PowerConf im Test , dieser hat mittlerweile einen kaum veränderten Nachfolger bekommen. Zum Vergleich haben wir nun mit zwei weiteren Geräten konferiert.

Yamaha YVC-200: Das schräge Ufo

In seiner weißen Variante macht sich der Yamaha YVC-200 elegant auf dem Desktop. Das Design ist auch abseits der Farbe (gibt es aber auch in Schwarz) gefällig: Das runde Gehäuse von etwa einem CD/DVD-Durchmesser ist auf seiner Oberseite exzentrisch gewölbt und erinnert damit entfernt an Apples frühere Airport-Basisstationen. Die Verbindung gelingt dem Lautsprecher nicht nur über Bluetooth, sondern auch per Kabel, USB-A auf Micro-USB. Letzteres hat zwei wesentliche Vorteile: Der Akku des Lautsprechers wird über die Kabelverbindung auch gleich geladen, man kann ihn also die komplette Zeit nutzen. Und vor allem sinkt die Latenz. Bei Konferenzen fällt diese jedoch kaum ins Gewicht.

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Der YCV-200 lässt sich auch via NFC koppeln, das geht schneller als mit Bluetooth. Einfach ein kompatibles Handy an das Logo (die drei berühmten Stimmgabeln) halten – fertig. Problem dabei: iPhone haben zwar seit dem iPhone 6 NFC-Chips an Bord, diese waren von Anfang an auf Apple Pay beschränkt und kommen seit iOS 13 auch mit NFC-Tags zurecht, aber sind eben nicht für Kopfhörer oder  Lautsprecher von Dritten freigegeben. Der Nutzbarkeit des YVC-200 im Apple-Kosmos tut das aber keinen Abbruch.

Der Klang ist von ausreichender Qualität, ein wenig blechern zwar und auch die Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung halten den von den iMac-Mikrofonen eingefangenen Klang klarer und lauter, doch ist das ein etwas unfairer Vergleich. Apple-Hardware ist zwar für ihre außerordentlichen Aufnahme- und Wiedergabequalitäten von Audio bekannt, steht aber eben nicht in jedem Konferenzraum – der von uns herangezogene 27-Zoll-Desktop ist auch noch schlecht transportabel. Der Einsatzzweck eines Konferenzlautsprechers ist ein anderer.

Sehr auffällig: Das Mikro ist an
Vergrößern Sehr auffällig: Das Mikro ist an

Die Ergonomie des Yamaha YVC-200 ist ebenso überzeugend wie sein schlanker Formfaktor und das geringe Gewicht, die Sensortasten für Leiser und Lauter gut sichtbar beschriftet, wie auch die Telefontaste, die schnell gedrückt ist, wenn es klingelt. Vor allem aber zeigt die Mute-Taste unmissverständlich an, ob das Mikrofon ein- oder ausgeschaltet ist, versehentliches Mithörenlassen von vertraulichen Inhalten oder umgekehrt lautlose Lippenbewegungen vor der Kamera sind praktisch ausgeschlossen. Auch nicht ganz unwichtig, vor allem unterwegs: Kopfhörerausgang und Kensingtonlock.

Negativ ist nur eine Sache aufgefallen: Der Ladezustand des YVC-200 ist aus uns nicht bekannten Gründen nicht im entsprechenden Widget des iPhone zu sehen, man bekommt nur eine ungefähre Ahnung vom Stand der Batterie, drückt man auf den Ein/Aus-Schalter, dann flackert kurz der Batterieindikator, der länger blinkt, wenn der Lautsprecher wieder an das Ladekabel (liegt ebenso wie ein Audiokabel bei) muss.

eMeet Luna

Letzteres ist beim eMeet Luna besser gelöst, auch hier führt der Weg zur Information über den Ladezustand über einen Druck auf den Powerbutton. Dann leuchten aber von den fünf Status-LEDs so viele auf, wie es der Restladung entspricht. Und wir sehen es auch genauer als nur in Schritten von 20 Prozentpunkten im Batteriewidget des iPhone.

Etwas kleiner und leichter und die Statuslampe fällt kaum auf: eMeet Luna
Vergrößern Etwas kleiner und leichter und die Statuslampe fällt kaum auf: eMeet Luna

Der eMeet Luna ist noch kleiner und ein wenig leichter als die Lösung von Yamaha, die Klangqualitäten sind von ähnlicher Güte. Für kleine bis mittlere Konferenzen (in dann hoffentlich größeren Räumen) als Telefon für alle gut geeignet, als einzelnes Gerät im Anschluss an iMac oder Macbook Pro von bescheidenerer Qualität als die Apple-Hardware, aber wie gesagt: schräger Vergleich.

Wo der eMeet Luna gegenüber dem YVC-200 etwas abfällt, ist die Frage der Mute-Taste, respektive der Anzeige des Zustands. Auch hier gilt die Farbcodierung rot für "Mikrofon aus", doch zeigt nur die mittlere der fünf kleinen LEDs am Rand der Oberfläche in Blau an, dass das Gerät nun an ist und in Hörbereitschaft. Das mag bei den geforderten Abständen im Konferenzraum etwas zu unauffällig sein, am Einzelarbeitsplatz aber völlig ausreichend.

Auf der Oberfläche finden sich drei Tasten mehr als beim Yamaha-Gerät, das Ein/Aus und Bluetooth-Kopplung an den Rand verbannt hat. Die dritte Taste schaltet das "Voice-IA" an oder aus, das Hintergrundgeräusche wie Klimaanlagengesurre oder Tastaturgetippe auszufiltern verspricht.

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Die Ergebnisse sind aber nicht eindeutig, was wir wahrnehmen, ist eher eine besondere Anhebung der Stimme, die auch leicht mal zum Übersteuern neigt, wenn man zu nahe am Lautsprecher sitzt. Aber der ist ja auch für den größeren Raum gemacht.

Neben einem Kopfhörerausgang und dem Kensingtonlock bietet der kompakte Lautsprecher noch einen Audioeingang, ein optionaler USB-A-Dongle hilft dabei, über längere Strecken die Verbindung zum Rechner zu halten.

Fazit

Die Klangqualität des Yamaha YVC-200 ist etwas besser als die des eMeet Luna, beide Lösungen fallen hier aber deutlich gegenüber iMac und Macbook Pro an. Doch sollen die Konferenzlautsprecher ja in der Mitte eines Tisches stehen oder unterwegs gute Dienste leisten. Die Akkulaufzeiten könnten etwas besser sein, länger als den halben Arbeitstag wird aber kaum jemand einen Konferenzlautsprecher nutzen wollen, aufgeladen sind sie schnell am Rechner, dem sie auch als USB-Tonausgabe dienen können. Der Preis spricht eher für den eMeet Luna, der Yamaha YVC-200 ist am Mac nicht in dem Maße besser.

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