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iLock It+: Intelligentes Fahrradschloss wird noch besser

29.04.2019 | 15:08 Uhr | Peter Müller

Das intelligente Fahrradschloss bekommt einige sinnvolle Neuerungen spendiert. An der Montage hapert es weiterhin bei uns.

Wir hatten das intelligente Speichenschloss iLock It bereits im vergangenen Jahr getestet und sind zu dem Fazit gekommen, dass es als Zubehör eine bequeme Methode bietet, sein Fahrrad mal eben alleine zu lassen. Auf Wunsch rastet der Bügel automatisch ein, wenn man sich mitsamt dem gekoppelten iPhone vom Fahrrad entfernt und öffnet sich bei Näherung wieder. Gegen einfaches Wegtragen schützt ein recht lauter Alarm (110 dB) – zumindest schreckt er Gelegenheitsdiebe ab. Und wenn der Akku des Smartphones zum falschen Zeitpunkt leer ist, kann man mit einem Farbcode das Schloss auch manuell entsperren. Einige kleine Schwächen hatten wir dann doch fest gestellt, so konnte es etwa passieren, dass das Fahrrad nicht abgesperrt wurde, wenn eine Speiche im Weg war. In diesem Fall bekamen wir zwar eine Meldung auf das iPhone, beim größten anzunehmenden Pech käme die aber zu spät. Außerdem konnten wir das Schloss nicht auf native Weise an unserem Cross-Fahrrad befestigen, die Geometrie des Rahmens und der dafür vorgesehenen Bohrungen passte nicht mit dem Schloss zusammen – wir behalfen uns mit Kabelbindern, die aber einen ausreichenden Halt boten.

Nun legt der Hersteller mit dem iLock It+ eine zweite Fassung des Schlosses vor, das einige Verbesserungen verspricht, vor allem bei der Software. An der Hardware hat sich auf den ersten Blick nichts verändert, neue Bewegungsmelder sollen noch empfindlicher reagieren, aber dazu später. Die Geometrie ist gleich geblieben, weswegen – Sie ahnen es schon – wir auch im zweiten Durchgang uns mit Kabelbindern behalfen. Auch die unserem Testgerät beiliegenden Adapter mit ihrem passenden Gewinde konnten wir nicht so montieren, dass sie uns weiter geholfen hätten. Ansonsten finden wir die vertraute Form und die stabile Bauweise vor – das Schloss schließt sicher und fest, das Fahrrad ist zumindest gegen die schnelle Mitnahme damit gesichert.

Schlossgeometrie und Fahrrad passen hier leider nicht zusammen.
Vergrößern Schlossgeometrie und Fahrrad passen hier leider nicht zusammen.

Wenn wir es aber länger alleine lassen, schließen wir es dennoch zusätzlich mit einem Seilschloss. Dieses dürfte zwar alleine für sich weit weniger Sicherheit bieten – in weniger als einer Minute lässt es sich mit dem richtigen Werkzeug durchschneiden – bietet zusammen mit dem Speichenschloss aber eine gute Kombination, so dass wir das Fahrrad auch den Arbeitstag über sicher abgestellt wähnen. Noch ein Vorteil des zusätzlichen Seilschlosses: Wir können unser für eher sportliche Touren gedachtes Fahrrad damit etwas stabiler aufstellen, denn auf einen Ständer haben wir bei diesem Modell natürlich verzichtet. Wir wollen ja vermeiden, dass schon ein kleiner Windstoß das Radl umkippt und dann der Alarm losbrüllt. Unser Büro liegt außer Hörweite der Fahrradständer …

Die Neuerungen in Hard- und Software

Wir wollen doch unbedingt vermeiden, dass jemand versehentlich an das Rad stößt und den Alarm auslöst. Leichtes Berühren reicht zwar noch nicht für den Alarm aus, aber allzu kräftig schütteln muss man nicht, damit das iLockIt+ reagiert. Neu ist nun aber der Voralarm, der dreimal mit einem kurzen Ton warnt, bevor die Sirene 30 Sekunden lang Daueralarm gibt. Befürchtet man, dass auch dies nicht ausreicht, um versehentlichen Alarm zu aktivieren, kann man den Alarm auch auf stumm stellen. Das scheint uns aber nur sinnvoll, solange man sich in Bluetooth-Reichweite aufhält, nur dann informiert das gekoppelte iPhone über Alarme.

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Wie eingangs und im Test vom letzten Jahr erwähnt, kann der Bügel beim Schließen Speichen nun ausweichen. Bisher stoppte die kleinste Berührung einer Speiche den Schließvorgang, was zwar nachteilig ist, wird man nicht rechtzeitig gewarnt, aber auch den unbestrittenen Vorteil hat, dass die Speiche nicht mit roher Gewalt beschädigt wird. Für die zweite Fassung iLock It+ hat der Hersteller einen Kompromiss gefunden: DSA, was für "Dynamisches Speichen Ausweichsystem" steht. Dabei ruckelt der Bügel leicht und kann so der Speiche ausweichen – sofern er sie nicht komplett zentral trifft und sich das Hinterrad nicht bewegen lässt, siehe Video:

Neu ist – zumindest seit dem letzten Test – die Möglichkeit, in der App einen eigenen Farbcode für das Schloss zu vergeben. Mit diesem kann man wie erwähnt das iLock It+ auch dann aufsperren, wenn man das iPhone nicht zur Hand hat oder dessen Akku leer ist. Die drei Farben rot, grün und blau stehen als Basis des sechsstelligen Codes bereit, das sind 729 Möglichkeiten. Beim Entsperren drückt man den Knopf am Schloss so lange, bis die richtige Farbkombination aufleuchtet, lässt den Knopf dann los und drückt ihn bei Erscheinen der nächsten richtigen Farbe erneut, bis man alle sechs Stellen eingegeben hat. Das ist nicht ganz trivial, leicht hat man sich dabei vertippt – und der (Vor)alarm geht los. Aber mit ein wenig Übung ist es so möglich, das iLock It+ und damit das Fahrrad unter mehreren Personen aufzuteilen, weitere Codes für Dritte lassen sich in der App erstellen.

Jetzt neu: Farbcode in der App vergeben, mit anderen teilen.
Vergrößern Jetzt neu: Farbcode in der App vergeben, mit anderen teilen.

Hinzugefügt haben die Entwickler in die App auch ein Logbuch, das genau auflistet, wann und wo (sofern Ortungsdienste das erlauben) man sein Fahrrad abgesperrt und wieder aufgeschlossen hat oder wann und wo der Alarm auslöste. Gewiss recht nützlich, wenn das Schloss und Fahrrad auf mehrere Nutzer aufteilt – die Information erhält man aber nur in Reichweite der Bluetoothverbindung. Wo man also sein Radl absperrte, bevor es verschwand, weiß man also nur, wenn man sein geladenes iPhone zu Hand hatte.

Alarm! Und wie kommt man zum letzten Standort? Verrät die App.
Vergrößern Alarm! Und wie kommt man zum letzten Standort? Verrät die App.

Apropos Ladung: Der Akku des iLockIt lässt sich per Micro-USB aufladen, ein Kabel liegt der Verpackung bei. Ein Ladegerät nicht, da wir das  Schloss zum Laden nur ungern ab- und wieder anmontieren oder Verlängerungskabel durch die Gegend legen wollen, bietet sich hierfür eine Powerbank an. Ein voll geladenes iLockIt hält ungefähr ein halbes Jahr.

Fazit

iLockIt+ ist nach wie vor ein hervorragendes und bequemes Speichenschloss, das zumindest Gelegenheitsdiebe abhält und nicht allzu teure Fahrräder wirksam schützt. Gegen wegtragen würde ein zusätzliches Seilschloss helfen, iLockIt bietet ein solches in zwei Varianten auch als Zubehör an : Einfach in das Schluss mit einhängen und auf der anderen Seite mit einem festen Gegenstand verbinden. Ebenso optional ist ein Handsender. Die Installationsadapter haben uns leider nicht weiter geholfen. Der Preis von 149 Euro ( derzeit nur beim Hersteller zu beziehen ) ist angemessen, nach der Faustregel, dass ein Schloss mindestens zehn Prozent des Neuwertes eines Fahrrads kosten soll, sind mit dem iLockIt viele gängige Räder geschützt, auch die günstigeren unter den E-Bikes .

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