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iMovie 3: Magic Movie und mehr im Kurztest

24.04.2022 | 10:30 Uhr | Thomas Hartmann

Wir haben die neuen Funktionen von iMovie 3 für iOS und iPadOS ausprobiert und sind – teilweise – beeindruckt. Verbesserungsbedarf besteht aber.

”Magic Movie” – das klingt nach Zauberei und ist genau das, was man braucht, wenn man schnell mal aus einigen Fotos und/oder Videoclips einen netten kleinen Film basteln will, den man auch einfach teilen kann. Und das sogar inklusive schicken Übergängen, Ken-Burns-Effekt und Musik aus der iMovie-Bibliothek oder den eigenen Tracks. Die Länge passt sich dabei automatisch dem Clip an. Zusätzlich lässt sich ein solches ”Magic Movie” auch selbst bearbeiten, freilich nur in engen Grenzen. Das Ergebnis ähnelt sehr den bekannten ”Rückblicken” auf bestimmte Ereignisse oder Jahre, die man von Apple über Fotos regelmäßig angeboten bekommt.

Wie das Anfertigen eines ”Magic Movies” im Einzelnen funktioniert, beschreibt unser Schwestermagazin Macworld inklusive ”How-to”-Video , auf Englisch Schritt für Schritt – die Unterschiede zwischen iPhone oder iPad sind dabei gering.

Interessante Neuerungen, wir haben sie getestet
Vergrößern Interessante Neuerungen, wir haben sie getestet

Magic Movie – schnell, aber nicht komplex

Prinzipiell sollte ein solches Apple-Programm annähernd selbsterklärend sein. So ist es auch. Man startet iMovie 3. ”Neues Projekt beginnen”, ist der nächste Schritt, hier kann man ”Magic Movie“ auswählen (die anderen Optionen sind ”Storyboard”, dazu gleich, oder ”Film” wie bisher). Nun wählt man die Medien aus, die man benutzen möchte, direkt aus Fotos bestimmte Alben oder einzelne Fotos und Videos. Dann tippt man nur noch auf ”Magic Movie erstellen”. Das war’s im Grunde schon, wir erhalten ein im Schnitt einminütiges Video mit Titel, Überblendungen und Musik. Ist man damit zufrieden, ist man schon fertig. Ansonsten lassen sich die Frames auch einzeln an andere Stellen verschieben.

Hier wählt man sein Projekt aus
Vergrößern Hier wählt man sein Projekt aus

Man kann die Dauer eines Frames verkürzen oder verlängern, indem man daran zieht. Es lassen sich andere Titellayouts wählen. Hierzu eine kritische Anmerkung: Es gibt eine Vorlage, möchte man deren Titel ändern, kann es passieren, dass die Tastatur über dem Text schwebt und man nicht sieht, wo man gerade im Text ist. Tipp: In einem solchen Fall kurzfristig einen anderen Titel auswählen, der über die Tastatur hinausragt, Text ändern, und dann zum ursprünglichen Titellayout zurück, wenn man das wünscht, so klappt es dennoch. Doch das müsste Apple besser lösen. Die Schrift, Größe oder Farbe kann man leider nicht beeinflussen.

Die Reihenfolge der Clips lässt sich leicht verschieben
Vergrößern Die Reihenfolge der Clips lässt sich leicht verschieben

Ein paar Einstellmöglichkeiten gibt es

Dagegen lässt sich die Musik einfach ändern, und auch ein Voiceover darüber sprechen, also im Prinzip ein eigener Kommentar. Das ist sehr gut gelöst.

In der Timeline lassen sich diverse Veränderungen vornehmen
Vergrößern In der Timeline lassen sich diverse Veränderungen vornehmen

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Stil des Titels anzupassen, etwa ”Neon”, oder gleich den des gesamten Clips durch Filter wie Mono, Duoton, Blockbuster, Stummfilm oder Comic, die den ursprünglichen Charakter je nachdem ziemlich stark verändern. Ist man dann wirklich zufrieden, lässt sich das Video direkt, auch im Vollbild, abspielen, sowie auf vielfältige Weise teilen, sichern und dadurch auch wieder auf dem Mac importieren.

Hier ist der Text unseres Titels nicht zu sehen
Vergrößern Hier ist der Text unseres Titels nicht zu sehen

Das klappt aber trotz unterschiedlicher Versuche nicht, obwohl iMovie auf dem Mac eigens die Menü-Option bietet, ”iMovie iOS-Projekt importieren“. Doch das Projekt als .mov gesichert lässt sich erst gar nicht auswählen. Was in unserem Test lediglich funktioniert, ist, den fertigen Film vom iCloud-Drive auf iMovie auf dem Mac zu ziehen, dann hat man ihn als normalen Filmclip in der Timeline zur Verfügung, aber nicht frei zur Bearbeitung, um etwa Titel oder Übergänge zu editieren. Macworld-Kollege Roman Loyola erklärt: ”Sie können das Projekt in iMovie für Mac öffnen, aber es wird in der normalen Zeitleistenansicht und nicht in der Magic-Movie-Oberfläche angezeigt.” Auch hier müsste Apple nachbessern, sonst wäre es ein falsches oder zumindest missverständliches Versprechen gewesen.

Um das zu ändern, wählt man für die Texteingabe vorübergehend ein anderes Titel-Layout
Vergrößern Um das zu ändern, wählt man für die Texteingabe vorübergehend ein anderes Titel-Layout

Storyboards

Storyboards, die iMovie 3 als zweite Option bei einem neuen Projekt anbietet, sind schon etwas komplexer. Hier bekommt man eine ganze Reihe von möglichen Platzierungen angeboten, für die man inhaltlich passend seine Fotos oder Videos auswählt. Das kann ein Video ”Über mich” sein, ein ”F&A”, die ”Top 5” von irgendwas, Themen wie Wellness oder Buchbesprechung, ein Nachrichtenbericht, Reise oder Trailer, insgesamt 21 Themen stellt Apple hier zur Verfügung.

Dies ist nur eine Teilauswahl von Storyboards, die man mit Inhalt füllt
Vergrößern Dies ist nur eine Teilauswahl von Storyboards, die man mit Inhalt füllt

Doch dann muss man selber ”ran”. Man hat Vorgaben zur Verfügung wie den Titel, eine Halbtotale oder eine Nahaufnahme, Referenzaufnahmen oder andere Einstellungen, die mit einem knappen Kommentar versehen sind, was hier erscheinen soll, etwa die Hauptperson, ein Lieblingsmoment oder Schlüsselmomente und anderes. Hier lässt sich also nicht einfach ein Album oder eine Auswahl von Fotos importieren, um iMovie den Rest automatisch erledigen zu lassen, sondern das ist dann eigene Tüftelei, die aber dem persönlichen Anspruch und Anlass als Resultat besser entsprechen dürfte. Doch die Strukturen, die Apple für das jeweilige Thema vorgibt, sind sehr inspirierend.

Die Vorlagen sind recht komplex
Vergrößern Die Vorlagen sind recht komplex

Fazit und Empfehlung

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht zu tief ins Maul – iMovie 3 gibt es schließlich für iOS und iPadOS (ab iOS/iPadOS 15.3) kostenlos zum passenden Gerät dazu. Wir wünschen uns bei den Magic Movies noch etwas mehr Einflussmöglichkeiten und vor allem den gelingenden Import nach iMovie auf dem Mac , um Details wie Titel oder Übergänge individuell bearbeiten zu können. Doch Ziel dieses Angebots ist es vor allem, flott ein durchaus sehenswertes Video von einem Anlass wie einer Feier, einem Ausflug oder einem Familientreffen zu erstellen, das man dann auch sofort teilen kann, oder um komplexere Storyboards individuell zu realisieren. Dafür ist iMovie 3 trotz der genannten Beschränkungen – einfach toll.

Es liegt an einem selbst, diese mit Fotos und Videos zu füllen
Vergrößern Es liegt an einem selbst, diese mit Fotos und Videos zu füllen

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