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iPhone 11 im Test – unschlagbar beim Preis-Leistung-Verhältnis

01.10.2019 | 13:10 Uhr | Dennis Steimels

Die Kombination aus Preis und Features machen das iPhone 11 noch besser als den Vorgänger iPhone XR. Was uns trotzdem stört, lesen Sie in diesem Test.

Das iPhone 11 ist nicht das kleinste Modell der neuen 11-Generation, aber das günstigste. Gegenüber der Pro-Modelle fehlen die dritte Kamera, der OLED-Bildschirm und die höhere Display-Auflösung. Der Rest ist nahezu identisch. Das iPhone 11 ist der direkte Nachfolger des iPhone XR (zum Test) . Während beide Modelle von vorne nicht zu unterscheiden sind, finden sich die auffälligen Änderungen auf der Rückseite.

Test-Fazit zum iPhone 11

Das iPhone 11 beeindruckt mit der besten Smartphone-Performance in unseren Benchmarks, einer tollen Kamera und langer Akkulaufzeit. Allerdings stören uns die niedrige Display-Auflösung sowie die lange Ladezeit, da Apple kein Schnellladegerät wie bei den Pro-Modellen beilegt. Auch die dicken Display-Ränder sind mittlerweile einfach out. Wer keine Ultra-Weitwinkelkamera braucht, der kann auch einen Blick auf den Vorgänger iPhone XR für 150 Euro weniger im Macwelt-Preisvergleich werfen. Denn das Design ist nahezu identisch, iOS 13 läuft auch auf dem Gerät und die Leistung ist dank des A12-Chip auch noch sehr hoch.

Obwohl das iPhone 11 Pro das beste iPhone auf dem Markt ist und auch in Sachen Kamera wieder nach dem Thron greift, ist das iPhone 11 für die meisten Nutzer wohl das interessante Gerät. Das liegt vor allem an dem wesentlich besseren Preis-Leistungsverhältnis. Denn das iPhone 11 mit der kleinsten Speichergröße kostet satte 350 Euro weniger als das Pro-Modell mit extra Kameralinse und OLED-Display. Wem 64 GB zu wenig sind, muss beim Pro-Modell mit der mittleren Speicherausrüstung (256 GB für 1319 Euro) 470 Euro mehr darauf zahlen als beim vergleichbaren iPhone 11 (128 GB für 849 Euro).

iPhone 11 Pro im Macwelt-Preisvergleich

Pro:
+ Beste Smartphone-Performance
+ Lange Akkulaufzeit
+ Sehr gute Kamera

Contra:
- Niedrige Display-Auflösung
- Wenige Neuerungen gegen iPhone XR
- Sehr lange Ladezeit

Design und Display: Gleiche Front, neue Rückseite

Auf der Vorderseite des iPhone 11 befindet sich der 6,1 Zoll (ca. 15 cm) große LCD, den Apple Liquid Retina HD Display nennt. Ein OLED-Screen bleibt also den beiden Pro-Modellen vorenthalten. Die Auflösung von 1792 × 828 Pixel ergibt bei der Bildschirmgröße eine Pixeldichte von gerade mal 326 ppi. Und das ist bei heutigem Standard in dieser Preisklasse recht schwach. Zwar fällt den meisten Nutzern im Alltag die niedrige Auflösung kaum auf, im direkten Vergleich mit den Pro-Modellen oder anderen Smartphones mit mindestens Full-HD wird der Unterschied aber erkennbar – wenn auch minimal.

iPhone 11 sieht dem iPhone XR zum Verwechseln ähnlich - nur das Kamera-Design ist neu
Vergrößern iPhone 11 sieht dem iPhone XR zum Verwechseln ähnlich - nur das Kamera-Design ist neu
© fotolia.de / John Smith / Apple

Gegenüber dem iPhone XR ändert Apple nichts am Design der Vorderseite. Die Notch ist weiterhin breit und groß und die Display-Ränder sind nach wie vor sehr dick. Wie es eleganter geht, zeigen unter anderem Huawei im bereits vorgestellten Huawei Mate 30 Pro (zum Test) oder Xiaomi mit seinem beeindruckenden Surround-Display im Mi Mix Alpha (alle Infos) , das im Dezember erscheinen soll. Das iPhone 11 sieht dadurch altbacken aus und wirkt immer so, als wäre das Gerät in einer Hülle verstaut. Immerhin liegt es angenehm in der Hand und ist wertig verarbeitet.

iPhone 11 ist wasser- und staubdicht
Vergrößern iPhone 11 ist wasser- und staubdicht
© Apple

Die größte offensichtliche Neuerung sieht man beim Blick auf die Rückseite. Die Dual-Kamera sitzt jetzt in einem quadratischen Bereich, der leicht aus dem Gehäuse hervorragt. Das Design orientiert sich an dem der Triple-Kamera des iPhone 11 Pro (zum Test) , statt der dritten Kamera sitzt beim iPhone 11 der Blitz an dieser Stelle. Über das Design lässt sich streiten. Es bietet auf jeden Fall genug Anlaufstelle für Memes im Internet, die sich wie Lauffeuer verbreitet haben und für Lacher sorgen. Einige Nutzer vergleichen die Optik unter anderem mit dem Kopf von Elektro-Rasierern, mit Fidget-Spinnern oder Herdplatten – wie unsere Schwesterpublikation PC-WELT auf Instagram .

Performance: Gleiche Leistung wie in den Pro-Modellen

Im iPhone 11 arbeitet mit dem A13-Bionic-Chip der Nachfolger des A12 Bionic aus dem iPhone XR. Und der war schon schnell – gerade im Vergleich zur Android-Konkurrenz. Der A13 der neuen 11er-Generation legt noch einmal eine Schippe darauf – aber vielmehr bei der Grafik- als bei der CPU-Leistung. Im Benchmark Geekbench 5 erreicht das iPhone 11 eine Verbesserung von 14 Prozent bei der Single-Core CPU-Performance. Bei der Multi-Core-Performance sind es 18 Prozent. Noch beeindruckender sind die Ergebnisse der Grafik-Benchmarks. Im 3DMark SlingShot ist das iPhone 11 ganze 29 Prozent schneller als das iPhone XR. Der Arbeitsspeicher ist übrigens 4 GB groß.

Teilweise stellen wir den Performance-Boost auch in der Praxis fest. So starten beispielsweise viele Apps einen Tick schneller. Vor allem die Grafikleistung in Spielen ist spürbar geschmeidiger als zuvor.

Kamera: Dual- statt Single-Cam

Apple verbessert sein iPhone 11 hier und da ein bisschen gegenüber dem Vorgänger, vieles bleibt aber auch gleich. Die größte Neuerung finden Sie bei der Kamera, denn das neue iPhone hat jetzt eine zweite Kamera. Neben der Standard-Weitwinkelkamera ist jetzt auch eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 120 Grad Aufnahmebereich an Bord. Beide knipsen mit 12 Megapixeln, die Hauptkamera hat aber die lichtstärkere f/1.8-Blende gegenüber f/2.4. Öffnen Sie die Kamera, sehen Sie im normalen Fotomodus immer den Ultra-Weitwinkelbereich. Der Wechsel zwischen den Kameras ist extrem schnell. Videos nimmt die Kamera mit 4K bei 60 fps auf.

Neues Kamera-Design des iPhone 11
Vergrößern Neues Kamera-Design des iPhone 11
© fotolia.de / John Smith / Apple

Neu ist auch der integrierte Nachtmodus, den Samsung, Huawei und Co. auch schon einsetzen. Bei schlechten Lichtverhältnissen holt die Kamera etwas mehr Qualität heraus, die mit der des Galaxy Note 10 (zum Hands-On) mithalten kann, aber nicht an die des Huawei P30 Pro (zum Test) herankommt. Manuell können Sie den Nachtmodus allerdings nicht auswählen, Apple setzt komplett auf die Automatik, die bei Dunkelheit ein kleines gelbes Fenster mit "1s" oder "2s" einblendet, um zu signalisieren, dass der Nachtmodus aktiv ist.

Das iPhone 11 kann jetzt auch sogenannte Slofies – normale Selfies sind schließlich zu langweilig. Hierbei können Sie mit der Frontkamera Slow-Motion-Videos aufnehmen – das ist eine ganz nette Funktion, die sicher wohl eher an jüngere Nutzer richtet.

Die Bildqualität liegt sowohl bei Tageslicht als auch bei Nachtaufnahmen auf einem Niveau mit der Konkurrenz von Samsung, Huawei und Co. Hier gibt es grundsätzlich nichts zu meckern.

Sowohl das Quadrat als auch die Kamera selbst stehen aus dem Gehäuse hervor
Vergrößern Sowohl das Quadrat als auch die Kamera selbst stehen aus dem Gehäuse hervor
© fotolia.de / John Smith / Apple

Mobilität: lange Akkulaufzeit, aber langsames Laden

Die Akkukapazität des iPhone 11 steigt gegenüber dem iPhone XR um 168 mAh auf 3110 mAh an. Daraus resultierend soll der Akku laut Apple bis zu eine Stunde länger halten. In unserem Akkutest, bei dem der Browser alle paar Sekunden eine neue Webseite bei 75-prozentiger Display-Helligkeit aufruft, verlängert sich die Laufzeit gerade mal um 16 Minuten auf 12:42 Stunden. Damit beweist das iPhone 11 eine lange Akkulaufzeit. Auch Heavy-User kommen damit über den Tag, Normalnutzer müssen das Gerät erst am nächsten Tag wieder an den Strom hängen.

So gut die Laufzeit auch ist, das Laden dauert deutlich länger als bei den Pro-Modellen, denen Apple erstmals ein Schnellladegerät mit einer Leistung von 18 Watt beilegt. Denn das iPhone 11 laden Sie weiterhin mit dem langsamen 5-Watt-Netzteil. Bis das Gerät wieder bei 100 Prozent Akkuladung angekommen ist, vergehen mehrere Stunden.

Ausstattung und Software

Auf dem iPhone 11 ist das neue iOS 13 vorinstalliert, dessen Neuerungen wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen . Unser Testmodell hat eine Speicherkapazität von 256 GB. Davon sind bereits 12,5 GB ab Werk belegt. Zur Auswahl stehen beim Kauf aber auch 64 und 128 GB. Der Speicher ist wie gewohnt nicht erweiterbar, weshalb die mittlere Speichergröße vermutlich attraktiver ist als die kleinste Variante. Schade eigentlich, dass Apple – auch bei den Pro-Modellen – weiterhin auf 64 GB als Einstieg bei diesem Preis setzt, während die Android-Konkurrenz oft bei 128 GB startet und zusätzlich einen Platz für eine Speicherkarte bietet.

Apple setzt beim iPhone 11 weiterhin auf Lightning statt USB-C
Vergrößern Apple setzt beim iPhone 11 weiterhin auf Lightning statt USB-C
© fotolia.de / John Smith / Apple

Ansonsten unterstützt das iPhone 11 alle gängigen LTE-Bänder und arbeitet mit schnellem WLAN-ax. Bluetooth 5.0 und NFC sind auch an Bord, letzteres eignet sicher allerdings weniger für den Datenaustausch zwischen den Nutzern, sondern eher mehr für Bezahl-Dienste wie Apple Pay oder seit iOS 13 für Identifizierung mit eigenem biometrischen Ausweis . Apple verbaut weiterhin einen Lightning-Anschluss und verzichtet auf USB-C.

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