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iPhone 12 vs. iPhone 13: Die Kameras im Vergleich

28.09.2021 | 10:40 Uhr | Peter Müller

Jahr für Jahr verbessert Apple das Kamerasystem des iPhones weiter. Die Unterschiede sind dank A15 klar erkennbar.

Das iPhone  ist weit mehr als ein Mobiltelefon, es kann fast alles, vermutlich ist die Telefonapp sogar die am seltensten genutzte. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala der Einsatzzwecke steht die Fotografie, weshalb Apple Jahr für Jahr neue Argumente liefern will, sich das iPhone zu kaufen.

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Gegenüber der Konkurrenz mag Apple zwar in Sachen Featuritis etwas hinten anstehen, auch das reguläre Modell des Jahres 2021 hat keinen optischen Zoom – sieht man von dem beim Umschalten von Ultraweitwinkel- auf Weitwinkelkamera ab – und bleibt bei einer Auflösung von 12 Megapixeln.

Der Look der Foto-App hat sich etwas verändert, vor allem, was das Umschalten von Weitwinkel- auf Ultraweitwinkel betrifft.
Vergrößern Der Look der Foto-App hat sich etwas verändert, vor allem, was das Umschalten von Weitwinkel- auf Ultraweitwinkel betrifft.

Das ist nicht weiter ein Problem, immerhin dreifachen optischen Zoom gibt es nun beim iPhone 13 Pro (Max) mit seiner dritten Kamera mit Teleoptik , angeblich sollen in künftigen Modellen verbaute Periskopkameras den Zoom beträchtlich erweitern. Eine höhere Pixeldichte auf dem Sensor könnte indes zu mehr Rauschen führen. Apple will das Rennen um noch mehr Megapixel und noch stärkerem Zoom auch gar nicht mitmachen, sondern konzentriert sich darauf, was das Unternehmen am besten kann: Die einzelnen Systemkomponenten hinsichtlich Hardware und Software darauf abzustimmen, dass Jahr für Jahr die Bilder besser werden.

It's the software, stupid!

In diesem Jahr hat vor allem die neuronale Engine auf dem A15 deutliche Fortschritte gemacht, 15,8 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde sind nun möglich, beim A14 waren es 11 Billionen pro Sekunde. Das Geheimnis des guten Smartphonefotos ist nicht die Physik des Linsensystems, sondern die Echtzeitberechnung eines Bildes aus teils dutzenden von Einzelaufnahmen. Auf diese Weise gelingt es nun, im Nachtmodus eine Szene zehn Sekunden lang belichten zu lassen – aus der Hand und ohne Verwacklungen. Wer sich daran erinnert, in den 80ern mit der Kleinbildkamera schon bei einer Achtelsekunde Belichtung meist verwackelte Bilder bekommen zu haben, hatte man kein Stativ oder wenigstens eine feste Unterlage, mag das kaum glauben. Aber schon die drei Sekunden des Vorgängermodells, die man aus der Hand belichten konnte, waren eindrucksvoll.

Aber nicht nur Informatiker haben das Kamerasystem verbessert, sondern auch Physiker und Ingenieure. Die Pixel auf dem Sensor der Weitwinkelkamera messen nun 1,7 Mikrometer, was weniger Rauschen und zu einer höheren Lichtausbeute führt, Apple nennt ein Plus von 47 Prozent. Vor einem Jahr hatte nur das iPhone 12 Pro Max eine optische Bildstabilisierung mit Sensor Shift bekommen, der Fotochip sitzt dabei auf einem Sockel, der die Bewegungen des iPhones dynamisch ausgleicht – nun haben alle vier Modelle die Technik für ihre Weitwinkelkamera bekommen. Voraussetzung dafür war, im Inneren des iPhone etwas mehr Platz für den größeren Sensor zu schaffen. Die Aperturen der rückwärtigen Kameras haben sich nicht geändert: ƒ/1.6 im Weitwinkel und ƒ/2.4 im Ultraweitwinkel. Ebenso bleibt die Frontkamera im Truedepth-System unverändert mit ƒ/2.2 und 12 Megapixel.

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Die Änderungen im Inneren haben auch Auswirkungen auf das Gehäuse. Konnte man in den vergangenen Jahren viele Hüllen noch auf mehreren iPhones verwenden, wie etwa 6/6s/7/8, muss man sich für das iPhone 13 eine andere Hülle besorgen. Die Tasten an der Seite sind sichtlich verschoben.

Da passt die alte Hülle dann nicht mehr. Wobei man die nach einem Jahr ohnehin meist austauscht
Vergrößern Da passt die alte Hülle dann nicht mehr. Wobei man die nach einem Jahr ohnehin meist austauscht

Kinomodus: Filmen mit Fokus

Die Videokamera kennt auch einen neuen Trick, den Kinomodus. Auf dessen Nutzen und die Qualität gehen wir in einem anderen Artikel näher ein , hier nur soviel: Beim Filmen kann man nun den Fokus verschieben, vom Vordergrund in den Hintergrund und umgekehrt. Das passiert in vielen Fällen automatisch – die Neural Engine macht es möglich. Die von Apple entwickelten selbstlernenden Algorithmen erkennen, was in der Szene gerade wichtig ist und verfolgen etwa Personen und halten den Fokus darauf, wenn diese sich durch das Bild bewegen. Das funktioniert auch mit Tieren und Objekten, nur nicht ganz so smart, wie Sie hier sehen können: 

Während des Filmens kann man aber von Hand den Fokus verschieben oder zu verfolgende Bildinhalte festlegen. Das ist aber auch noch nachträglich beim Bearbeiten in der Fotos-App auf dem iPhone oder iPad möglich – und unter macOS 12 Monterey auch auf dem Mac mit iMovie und Final Cut Pro. Dabei werden die Filme aber nicht sonderlich größer, die Tiefeninformation ist nur eine kleine Schicht in der Datei. Bisher kann Apple den Kinomodus aber nur für 1080p anbieten und nicht in 4K. Dazu wird man weitere Entwicklungen der Prozessoren abwarten müssen.

Fazit

Abgesehen von den Verbesserungen bei den künstlichen Benchmarks, hat Apple mit dem iPhone 13 das Gesamtsystem noch ein gutes Stück weiter verbessert. Wunderdinge kann man von den Kameras keine erwarten, für den Alltag der meisten Smartphonefotografen bedeutet das iPhone 13 selbst gegenüber dem unmittelbaren Vorgänger einen klaren Fortschritt. Und da der Wiederverkaufswert eines 12er nach einem Jahr noch beträchtlich ist, kann man sogar zu diesem Upgrade raten.

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