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iPhone 13 Pro vs. 12 Pro im Test: Kamera, Display, Notch

03.10.2021 | 09:30 Uhr |

iPhone 13 Pro oder iPhone 12 Pro? Welche Features sich für ein Upgrade lohnen – und welche nicht.

Apple selbst bewirbt die Pro-Geräte der neuen iPhone-13-Generation mit folgenden Features: 

  • einem deutlich leistungsstärkeres Kamerasystem

  • kleinere Notch

  • einem Pro-Motion-Display

  • dem "schnellsten Smartphone-Chip der Welt"

  • verbesserte Batterielaufzeit 

Seit vergangenem Freitag konnte ich das iPhone 13 Pro mit dem iPhone 12 Pro vergleichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich manche der aufgelisteten Neuerungen im Alltag nicht mehr missen möchte, andere hingegen scheinen reines Marketing-Gerede zu sein, damit dem unentschlossenen Käufer die Kaufentscheidung erleichtert wird. Ich habe das iPhone 13 in den Kategorien Kamera, Display und Notch getestet ( hier geht's zum Fazit). 

Kamera

Die gute Nachricht vorweg: Die Kamera ist in jederlei Hinsicht besser geworden. Großen Spaß bereitet der neue Makro-Modus, mit dem man Motive besonders aus dichter Entfernung einfangen kann. Dadurch bietet das iPhone 13 Pro in Sachen Fotografie ganz neue Möglichkeiten. Die Ergebnisse sind zwar nicht immer druckreif, auf dem Bildschirm sehen die Fotos aber eigentlich immer gut aus.

Der Makro-Modus des iPhone 13 Pro im Test
Vergrößern Der Makro-Modus des iPhone 13 Pro im Test

Auf den neuen Kino-Modus habe ich mich besonders gefreut: Dieser erlaubt es beim Filmen individuelle Fokuspunkte zu setzen und diese auch im Nachhinein zu bearbeiten und etwa die Öffnung der Blende einzustellen. Apple demonstrierte auf der Keynote mit einem Kurzfilm, was damit möglich sein soll. Das Ergebnis (laut Apple): Kinoreife Aufnahmen, die auf den ersten Blick nicht darauf schließen ließen, dass dies tatsächlich mit einem iPhone gefilmt wurde. 

Die Realität sieht aber leider anders aus: Manche Aufnahmen verblüffen, die Qualität des Unschärfebereichs – auch Bokeh genannt – ist teilweise wirklich realistisch. Im folgenden Video können Sie sich selbst einen Eindruck über unsere Testaufnahmen verschaffen:

Je nach Motiv hat die Kamera aber mit dem Fokus zu kämpfen. Das aus dem Porträt-Modus bekannte Problem, dass Kanten oder Umrisse von Motiven nicht richtig erkannt und dementsprechend unscharf angezeigt werden, hat Apple auch mit dem Kino-Modus nicht lösen können. Wie gut oder schlecht der Kino-Modus funktioniert, hängt von der Komplexität des Motivs ab. Personen werden recht gut erkannt, Blätter oder Äste hingegen nicht wirklich, wie folgendes Video zeigt:

Apple hat auch den Zoom verbessert. Anstatt zweifach optisches Zoomen ist nun dreifach optisches Zoomen möglich. Meiner Meinung nach geht Apple den richtigen Weg und konzentriert sich auf die Bereiche, die im Alltag häufiger verwendet werden: Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Makro-Modus. Ein noch größerer optischer Zoombereich wäre natürlich schön, der dreifache Zoombereich ist aber schonmal eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum 12 Pro.

Links: 2x Zoom (12 Pro), Rechts: 3x Zoom (13 Pro)
Vergrößern Links: 2x Zoom (12 Pro), Rechts: 3x Zoom (13 Pro)

Fazit Kamera
Hobby-Fotografen werden sich vor allem über den neuen Makro-Modus freuen. Wer plant, mit dem iPhone 13 Pro auch cineastische Videoaufnahmen zu drehen, bekommt mit dem Kino-Modus ein Tool, welches zwar nicht ganz perfekt ist, dafür aber – unter den richtigen Bedienungen – durchaus beeindruckende Aufnahmen hinbekommt. 

Notch
Für viele Apple-Fans ist die Notch ein Dorn im Auge, das Design der Einkerbung am oberen Bildschirmrand ist stark umstritten. Mit der iPhone-13-Generation hat Apple die Notch um 20 Prozent verkleinert. Vergleicht man die Notch des 12 Pro mit der des 13 Pro fällt der Unterschied sofort auf. Doch ist die Verkleinerung so gut gelungen, dass alte Kritikerstimmen nun verstummen? 

Auf keinen Fall. Wen zuvor die Notch nicht gestört hat, wird sich auch an der kleineren Notch nicht weiter stören. Wer die Notch aber schon beim iPhone 12 (und Vorgänger) nicht mochte, der wird sich auch weiterhin über die kleinere Notch aufregen. Die Verkleinerung um 20 Prozent hat nicht dazu beigetragen, dass die Notch im Alltag weniger auffällt. Zudem verschenkt Apple Potenzial: Der Platz, der durch die Verkleinerung gewonnen wurde, wird nach wie vor für den Namen des Vertragsanbieters und die Uhrzeit (links von der Notch) sowie für die Anzeige des Netzempfangs, WLAN/Internet und die Akkuanzeige genutzt. Ich hätte mir gewünscht, dass Apple für das iPhone 13 die prozentuale Akkuanzeige zurückgebracht hätte. Diese verschwand mit dem iPhone X ins Kontrollzentrum. Wer also wissen will, wie viel Prozent Restladung der Akku besitzt, muss vom oberen rechten Bildschirm herunterwischen. 

Fazit Notch

Face-ID ist trotz kleinerer Notch genauso schnell wie zuvor. Dass die Notch aber tatsächlich um 20 Prozent kleiner geworden ist, nimmt man im Alltag nicht wirklich wahr. Sie sollten daher nicht zu einem iPhone-13-Modell greifen, wenn Sie sich aktuell von einer zu großen Notch gestört fühlen. 

120 Hz / Pro Motion 

Das neue Pro-Motion-Display ist tatsächlich eines dieser Features, die man nach einmaliger Nutzung nicht mehr missen möchte. Das adaptive 120-Hertz-Display ist im Vergleich zum 60-Hertz-Display der 12er-Generation ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die flüssigeren Animationen sind deutlich wahrnehmbar und machen die Nutzung noch angenehmer. Wie groß der Unterschied der Displays zwischen iPhone 13 Pro und iPhone 12 Pro ist, zeigt folgendes Video: 


Fazit

Als Besitzer eines iPhone 12 Pro war ich natürlich gespannt, wie groß die Unterschiede zum iPhone 13 Pro sind. Lohnt sich ein Upgrade vom iPhone 12 Pro aufs iPhone 13 Pro? Das verbesserte Kamerasystem mit einem tollen Makro-Modus, verbessertem Nacht-Modus und der neue – wenn auch nicht perfekte – Kinomodus lassen das iPhone 12 Pro alt aussehen. Es macht eine Menge Spaß, die neuen Möglichkeiten des iPhone 13 Pro auszuprobieren und Motive auf eine ganz neue Art und Weise einzufangen. Auch das adaptive 120Hz-Display will ich nicht mehr missen. Ich bezweifle, dass alle Nutzer den Unterschied wahrnehmen, doch die, die ihn bemerken, wollen anschließend nicht mehr auf ein standardmäßiges 60-Hz-Display zurück. Die kleinere Notch hingegen ist für mich ein reines Marketing-Gerede. Sie ist trotz 20 Prozent kleinerer Einkerbung immer noch stark präsent. Nutzer, die sich schon zuvor an der Notch gestört fühlten, werden auch an der neuen Notch etwas auszusetzen haben. Ein Upgrade lohnt sich daher für diejenigen, die viel mit dem iPhone fotografieren und Filmen und sich zudem an dem neuen 120Hz-Display erfreuen können. 

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