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iPhone 5S - So gut ist die neue Kamera

23.09.2013 | 16:39 Uhr |

Slow-Motion, Serienbilder, neuer Sensor und neues Objektiv: Die Kamera des iPhone 5S soll deutlich besser sein als beim VorgÀnger. Stimmt nur fast.

Schon auf dem Papier klingt die neue Kamera besser als bisher. Wie beim Vorgänger iPhone 5 bietet die rückwärtige Kamera zwar einen Bildsensor mit acht Megapixel Auflösung, die SensorgroÌˆĂŸe ist aber um 15 Prozent groÌˆĂŸer geworden. Dies hat mehrere Auswirkungen. Dies reduziert das Bildrauschen, das insbesondere bei Aufnahmen mit nur wenig Licht auftritt. Eine zusätzliche Neuerung ist das etwas lichtstärkere Objektiv, das eine Blendenöffnung von f/2,2 bietet. Dadurch verringert sich dadurch der scharf wiedergegebene Bereich leicht, sodass Portraitaufnahmen mit scharfem Gesicht und unscharfem Hintergrund besser möglich sind. Zudem ist der Blickwinkel der Kamera des 5S durch den großen Sensor ein wenig grĂ¶ĂŸer.

Mehr Komfort - weniger Details

Fotovergleich: Oben das iPhone 5, unten das 5S, in 1:1-Ansicht. Blätter und vor allem das Gras sind beim 5S verwaschener.
VergrĂ¶ĂŸern Fotovergleich: Oben das iPhone 5, unten das 5S, in 1:1-Ansicht. BlĂ€tter und vor allem das Gras sind beim 5S verwaschener.
© Macwelt

Wir testen die Fotofunktion des iPhone 5S gegen den VorgĂ€nger, das iPhone 5. Sofort fĂ€llt auf: der Fokus findet die SchĂ€rfe spĂŒrbar schneller und die bessere Stabilisierung sorgt fĂŒr ein ruhigeres Bild beim Fotografieren - schön! Doch der direkte Vergleich mit dem iPhone 5 zeigt auch: die Bilder des 5S sind keineswegs deutlich "besser". In Großansicht sind Details sogar etwas stĂ€rker verwaschen als beim VorgĂ€nger. Der Grund ist schnell gefunden: das iPhone 5S nutzt die Rechenpower des A7-Prozessors offenbar fĂŒr eine stĂ€rkere RauschunterdrĂŒckung. Das sorgt zwar dafĂŒr, dass Fotos weniger störendes Bildrauschen enthalten, gleichzeitig verschwimmen Details ein wenig mehr. Das spielt bei kleinen Bildern fĂŒr Facebook oder Instagram keine Rolle, bei der Bildbearbeitung fĂ€llt dies hingegen schon auf. Ein weiterer Unterschied: die Fotos des iPhone 5S sind durch den grĂ¶ĂŸeren Sensor ein wenig weitwinkliger.

Foto-Download: iPhone-5-Bild im Original

Foto-Download: iPhone-5S-Bild im Original

Vergleich im Innenraum: Auch hier unterdrückt das iPhone 5S (unten) das Rauschen stärker und schluckt dadurch Details ein wenig. Hier überwiegt jedoch der Vorteil der Rauschentfernung.
VergrĂ¶ĂŸern Vergleich im Innenraum: Auch hier unterdrĂŒckt das iPhone 5S (unten) das Rauschen stĂ€rker und schluckt dadurch Details ein wenig. Hier ĂŒberwiegt jedoch der Vorteil der Rauschentfernung.

Serienbilder machen

Neben dem schnelleren Autofokus hat die Kamera generell mehr Schwung. Wir können jetzt dauerhaft zehn Fotos pro Sekunde aufnehmen. Dazu einfach den Auslöser gedrĂŒckt halten und schon rattern die Bilder im Dauerfeuer in den Speicher des iPhone. Damit es kein Chaos im Fotoordner gibt, gruppiert iOS die Bilder einer Serienaufnahme zu einem Bildstapel. Über den Knopf "Favorit" können wir eine oder mehrere bevorzugte Aufnahmen der Serie als Hauptbild festlegen, die dadurch auch separat vom Bilderstapel in der Fotoapp auftauchen.

Bei der Aufnahme zählt das iPhone die Fotos mit (oben). Dabei gelangen schnell Dutzende Fotos in den Speicher. Hinterher können wir die Schlüsselbilder festlegen und den Rest löschen (unten).
VergrĂ¶ĂŸern Bei der Aufnahme zĂ€hlt das iPhone die Fotos mit (oben). Dabei gelangen schnell Dutzende Fotos in den Speicher. Hinterher können wir die SchlĂŒsselbilder festlegen und den Rest löschen (unten).

Schließen wir das iPhone jedoch an den Computer an, zeigen Fotoprogramme wie iPhoto alle Fotos der Serienaufnahme an, dies ist wenig ĂŒbersichtlich. Um dies zu verhindern, mĂŒssen wir die Serienaufnahme löschen, nachdem wir unsere Lieblingsbilder festgelegt haben. Dies löscht alle Fotos - außer den Favoriten.

In Zeitlupe

Die neue "Slo-Mo"-Funktion ist die vielleicht spaßigste Neuerung der Kamera. In der Kamera-App ist dies jetzt ein zusĂ€tzlicher Modus neben der Videofunktion. Dies ist vor allem fĂŒr kurze Videosequenzen gedacht. Hier kommt es vor allem auf das richtige Timing an: Die Kamera im richtigen Modus eingestellt haben und dann genau den wichtigen Moment festhalten. Die Foto-App zeigt diese Hochgeschwindigkeits-Aufnahmen immer wie im TV an: Am Anfang in normaler Geschwindigkeit, dann verlangsamt, den Schluss wieder im Originaltempo. Mit den zwei Schiebereglern oben ĂŒber dem Vorschaubild können wir langsame und schnelle Passagen verschieben.

Leider ist es nicht möglich, Zeitlupenaufnahmen per Kabel auf den Computer zu ĂŒbertragen. Denn das Video wird dann in normaler Geschwindigkeit auf dem Rechner angezeigt. Dies ist nur sinnvoll, wenn man beispielsweise nachtrĂ€glich mit Final Cut Pro eine Zeitlupe aus dem Highspeed-Film macht. Um den Film außerhalb des iPhones in Slow Motion zu sehen, muss man ihn ĂŒber die "Teilen"-Funktion exportieren, beispielsweise per Mail.

Fazit

Die Kamera des neuen iPhone 5S ist vor allem eines: schnell. Die neue Serienbild-Funktion und die Zeitlupenaufnahme erlauben es, interessante Aufnahmen einzufangen. Auch beim schnelleren Autofokus, schnelleren HDR-Bildern und dem besseren Bildstabilisator macht sich die neue Power bemerkbar. Dass die Fotos selbst keineswegs detailreicher sind als beim VorgÀnger, ist dagegen eine glatte EnttÀuschung.

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