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Antivirus für den Mac: Zehn Programme im Vergleich

06.05.2022 | 10:00 Uhr | Stephan Wiesend

Update März 2022: Viren sind auf dem Mac vergleichsweise selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber auch unter Monterey eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen zehn aktuelle Virenscanner.

Malware-Angriffe auf Macs sind vergleichsweise selten, vor allem im Vergleich zur besonders stark angegriffenen Windows-Plattform. Das bedeutet aber keineswegs, dass es keine Mac-Viren gäbe oder macOS keine Sicherheitslücken hätte: Erst am ersten April 2022  etwa musste von Apple mit dem Update auf macOS 12.3.1 einen schweren Sicherheitsfehler beheben, der auch iOS betraf. Ein Fehler im Intel-Grafiktreiber und einer Video-Bibliothek ermöglichten Angreifern Angriffe auf Macs und iPhones . Noch häufiger wird man aber Opfer von Phishing- oder Spam-Attacken, die nicht immer harmlos bleiben .

Die zehn besten Antivirenprogramme für den Mac

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text .

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Trotz mäßiger Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern überraschend groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind auch für macOS verfügbar, wir testen eine repräsentative Auswahl von zehn Programmen. In unserem Test treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira , AVG und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von Clario , F-Secure , Bitdefender , Kaspersky, TotalAV, Norton Life Lock und Trend Micro an. Die Messdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Anfang 2022 unter Monterey durchführte.

Bitdefender

Bitdefender ist einer der besten Virenscanner auf dem Markt und wurde schon in früheren Tests  mehrmals Testsieger. Auch dieses Jahr ist der Scanner wieder unsere Empfehlung. Auf zusätzliche Funktionen wie Firewall und Kinderschutz muss man allerdings verzichten.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: € 40, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.10 (VPN setzt 10.12 voraus)

Bitdefender

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AVG

AVG ist eine der besten kostenlosen Antivirenlösungen für den Mac, hier zeigte die Software gute Leistungen. Der Funktionsumfang ist bei der Freeware-Version beschränkt, die kostenpflichtige Version bietet zusätzlich Browser-Schutz, Ransomware-Absicherung und Phishing-Schutz für 55 Euro im Jahr.

Gesamtnote: 1,8 -  gut

Preis: Kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.10

AVG

Norton

Schon seit Jahrzehnten gibt es die Antivirussoftware von Norton auch als Mac-Version. Mac-Malware und Adware erkennt Norton (seit 2019 heißt das Unternehmen Norton Life Lock) sehr gut, leider ist die Erkennung von Windows-Viren wie schon bei früheren Tests etwas schwächer. Dafür ist die Systemlast niedrig, die Bedienung ausgereift und der Funktionsumfang ausgezeichnet, so ist eine Firewall enthalten. Drei Version sind verfügbar, die teuerste Deluxe-Version gibt es inklusive Kindersicherung und Online-Backup. Der VPN-Dienst Norton Secure VPN kostet extra.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis: € 35, CHF 37

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Norton Security

Avast

Kostenlos ist der Virenscanner von Avast nutzbar, Adware erkannte er ausgezeichnet. Auch bei der Erkennung von Windows-Viren ist die Lösung top. Leider recht lästig: Ein kostenpflichtiger VPN-Dienst wird von der App stark beworben.

Gesamtnote: 1,8 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.11

Avast

Avira Antivirus

Auf der Windows-Plattform hat Avira einen hervorragenden Ruf, auch die Mac-Version ist recht beliebt. Die Erkennung von Adware ist mit 95 Prozent allerdings wieder einmal nur Mittelklasse. Wie Avast ist der Virenscanner kostenlos nutzbar, der mit enthaltene VPN-Dienst Phantom nur begrenzt - ohne Abo stehen nur 500 MB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung.

Gesamtnote: 1,9 gut

Preis: kostenlos

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Avira

Trend Micro Antivirus

In unserem Test zeigte die Lösung von Trend Micro in den letzten Jahren eine der besten Erkennungsleistungen – und lieferte über Jahre konstant gute Testleistungen. Sowohl Mac- als auch Windows-Viren wurden erfolgreich erkannt, ebenso unerwünschte Werbetools bzw. Adware. Beim aktuellen Test gab es allerdings einen Ausrutscher, nur 99 Prozent der Mac-Viren wurden erkannt. Bedienkomfort und Funktionsumfang sind ohne Tadel. Eine Browsererweiterung für mehr Privatsphäre wird ebenso geboten.

Gesamtnote: 1,9 gut

Preis: € 50, CHF 53

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

Trend Micro

Kaspersky

Kaspersky hat auch auf der Mac-Plattform einen hervorragenden Ruf und ist sehr beliebt. Gut ist der Funktionsumfang, es gibt auch teurere Versionen mit Passwort-Manager, Kinder-Schutzfunktion und VPN. Schwächen zeigte die Lösung allerdings bei der Erkennung von Adware, was die App einen der vordersten Plätze kostete. Da es sich um eine russische Firma handelt, rät  das BSI aktuell aber von der Nutzung ab .

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis:  € 40, CHF 42

Systemanforderungen: ab OS X 10.12

F-Secure Safe

Die finnische Software F-Secure liefert bei der Erkennung von Mac-Malware und Windows-Viren nur mittelmäßige Leistungen, nur 98 Prozent der Mac-Viren und 90 Prozent der Windows-Viren wurden erkannt. Leider ist die Erkennung von Adware mit 35 Prozent viel zu schlecht und Schlusslicht im Test. In der Version Total ist auch ein guter VPN-Dienst namens Freedome dabei, auf Wunsch werden zudem E-Mail-Adressen auf Datenpannen geprüft.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis:  € 50, CHF 53

Systemanforderungen: ab OS X 10.14

F-Secure

Total AV

Die Lösung TotalAV gehört in unserem Test zum Schlussfeld, mit 98 Prozent ist die Mac-Virenerkennung unzureichend, auch die Erkennung von Adware und Windows-Malware ist mäßig. Einen schlechten Ruf hat der Hersteller durch hohe Abo-Kosten und aggressives Marketing, worüber sich Leser bereits bei uns beschwert haben.

Gesamtnote: 2,5 befriedigend

Preis:  € 99, CHF 99

Systemanforderungen: ab OS X 10.9

TotalAV

Clario Mac Keeper

Mac Keeper ist eine unter Mac-Anwendern fast schon berüchtigte Software, die unter ihren früheren Besitzern vor allem für aufdringliches Marketing bekannt war. Sie wurde aber vor einigen Jahren von der ukrainischen Firma Clario übernommen und soll nun als seriöses Multifunktions-Tool vermarktet werden. Die hier getestete Scanner-Funktion bietet gute Leistungen, auch die Systemlast ist gering. Unter dem Namen Clario bietet die Firma eine Sicherheitslösung für Firmen an, die zusätzlichen Support bietet.

Gesamtnote: 2,0 gut

Preis:  € 60, CHF 64

Systemanforderungen: ab OS X 10.13

Clario

Mac-Malware gibt es wirklich und vor allem in Unternehmen und Universitäten kann manch Systemadministrator ein Lied davon singen. Im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac  selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss gerade einmal knapp 130 Schädlinge blockieren – vor allem lästige Adware wie Genieo. Die Anzahl an bekannten Mac-Viren ist kontinuierlich weiter gestiegen, meist handelt es dabei um längst bekannte und teilweise bereits unwirksame Viren. Gefährlicher sind komplett neue Vertreter an Schadsoftware und hier gab es in den letzten Jahren doch einige neue Entwicklungen, was die Art der Schadprogramme betrifft. In seinen Statistiken unterscheidet das renommierte Institut AV-Test etwa zwischen "echter" Malware wie Spyware und Trojanern und PUA (Potentially Unwanted Applications) bzw. Adware – sogenannten Lästlingen, die oft in einer Grauzone aus offenem Betrug und aufdringlichem Marketing agieren. Interessant: Das Verhältnis von Malware und den getrennt beobachteten PUAs ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Auffällige Anstiege gab es während des Bitcoin-Hypes etwa bei sogenannten Crypto-Minern, die fremde Rechner für das Schürfen von Krypto-Währungen nutzen.

Empfehlung: Unnötige Programme entfernen mit CleanMyMac

Grundsätzlich sind Android und Windows aber viel stärker betroffen.
Vergrößern Grundsätzlich sind Android und Windows aber viel stärker betroffen.
Zuletzt schien die Zahl der Adware-Attacken zu sinken, zuletzt ist der Anteil aber wieder stark gestiegen.
Vergrößern Zuletzt schien die Zahl der Adware-Attacken zu sinken, zuletzt ist der Anteil aber wieder stark gestiegen.
© AV-Test


Zehn Antivirus-Programme im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich deshalb schnell ändern. In diesem Test schnitt der Großteil der getesteten Programme besonders gut ab – das war in früheren Tests nicht immer so…

Das Aufkommen der von AV-Test gesammelten Malware-Samples ist zwar seit 2019 gestiegen, allerdings handelte es sich dabei meist um sehr ähnliche Malware-Arten. Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden im März 2022 immerhin 200 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren. Weitverbreitete und relevante Schädlinge, die in den letzten Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 2766 repräsentative Schädlinge. An der lästigen und verbreiteten Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier müssen 1436 Testobjekte erkannt werden.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert und ist ausgezeichnet:  Acht Programme erkennen alle Mac-Malware-Objekte und erreichen hier volle hundert Prozent. Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede aber größer – die Mehrzahl erkennt knapp 99 Prozent der Schädlinge. Norton schafft allerdings nur 70 Prozent Erkennungsleistung. Das ist seit Jahren eine Schwäche des Tools, bzw. ist Norton der Meinung dass dies für einen Mac-Scanner ausgreicht. Auch F-Secure erkennt nur 90 Prozent der Windows-Viren.

Es gibt neben der Erpresser- und Schadsoftware aber auch unzählige Lästlinge: Bei diesen sogenannten Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools, die etwa Safari auf Werbeseiten umlenken. Hier patzen F-Secure und Total AV und erkennen nur 35 Prozent bzw. 85 Prozent. Ein weiteres Problem bei Virenscannern sind False Positives, also Warnmeldungen ohne Anlass: In diesem Test gab es hier aber keine Fehler.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, sind fast alle Lösungen brauchbar – auch kostenlose. Wir empfehlen aber die Lösungen von Bitdefender und den kostenlosen Scanner Avast. Diese Virenscanner haben auch in früheren Tests konstant gute Leistungen bewiesen.

Zehn Antivirus-Programme im Test: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein hat sich die Optik der Virenscanner stark angenähert. Immer mehr Programme sind in den aktuellen Versionen außerdem an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

Zehn Antivirus-Programme im Test: Sonderfunktionen wie Firewall und VPN

Vollausstattung biete t Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Auch eine Passwortverwaltung wird oft geboten, wir empfehlen aber grundsätzlich eher zu Apples iCloud-Schlüsselbund zu greifen.

Avast kann das WLAN des Nutzers nach Schwachstellen überprüfen, Avira Junk-Dateien löschen und Apps installieren. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind übrigens oft nur bei den teureren Versionen eines Scanners verfügbar.

Auch Avira bietet einen VPN-Dienst an.
Vergrößern Auch Avira bietet einen VPN-Dienst an.

Viele der Programme sind in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem seit Jahren, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo anbieten. Vor allem kostenlose Lösungen wie Avira empfehlen oft einen kostenpflichtigen VPN-Dienst – wodurch sie sich offensichtlich finanzieren. Auf einen eigenen Test der jeweiligen VPN-Dienste haben wir aus Platzgründen verzichtet und auch nicht in der Wertung berücksichtigt. Funktionsumfang und Leistung der VPN-Dienste sind zudem sehr ähnlich, wie frühere Tests zeigten. Schließlich mischt sogar Apple seit Kurzem mit der Sicherheitsfunktion Private Relay hier mit.

Festplattenzugriff muss den Tools eigens gestattet werden.
Vergrößern Festplattenzugriff muss den Tools eigens gestattet werden.

Gut: Einige Hersteller wie Avira und Trend Micro bieten kostenlose und kostenpflichtige Versionen ihrer Scanner im App Store an. Diese bieten weit weniger Funktionen als die Voll-Programme, da dies die App Store-Regeln verletzen würde. Die Version von Avira kann beispielsweise ausschließlich den Download-Ordner überwachen – was allerdings auch Vorteile bietet und für viele Privat-Anwender ausreicht. Dafür kostet der Virenscanner von Trend Micro im App Store deutlich weniger als die reguläre Version. Interessant: Auf iOS-Versionen wird auf den Webseiten der Hersteller oft verwiesen, obwohl Antivirenscanner für iOS gar nicht erlaubt sind. Bei den Apps handelt es dann meist um reine VPN-Apps.

Viele Apps sind übrigens untereinander verwandt: Letzten März hatten Norton Life Lock und Avast eine Fusion angekündigt, was Auswirkungen auf Produktpolitik und Preisgestaltung haben könnte. AVG wurde schon 2016 von Avast aufgekauft, bleibt aber weiter im Angebot.

Unbedingt achten sollte man auf die Abo-Preise: Für das erste Jahr eines Abos gibt es bei fast allen Anbietern Rabatte. Aber Achtung: Dieses Angebot gilt nur für das erste Jahr der Nutzung und das Abo wird ohne Kündigung automatisch verlängert – natürlich ohne Rabatt! Hier kann es sich rächen, wenn man zum besonders hoch rabattierten Premium-Paket gegriffen hat. In unserer Übersicht geben wir deshalb den Abo-Preis ohne Rabatt an.

Besonders oft kritisiert wurde der Umgang mit Abo-Verlängerungen übrigens bei dem Tool TotalAV: Wir erhielten mehrere Beschwerdemails von Lesern über die Abo-Politik der Herstellerfirma. Wie auch Berichte im Web bestätigen, gab es hier wohl öfter Probleme mit der Kündigung des Abos.

iOS-Geräte benötigen laut Apple keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak wären gefährdet. So gibt es auch keine Antivirenscanner im App Store. Wie Vorfälle mit Tools wie Pegasus zeigten, gilt dies aber nicht für staatliche Organe. Geheimdienste sind sehr wohl in der Lage, auf iPhones Spyware zu installieren oder iPhones zu entsperren. Hier würde aber eine Antivirensoftware nur wenig helfen, so verhindert die Abschottung des Systems, dass ein Antivirenprogramm nach Malware suchen kann. Man kann allerdings ein iPhone-Backup überprüfen, etwa mit dem Tool iMazing .

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder überflüssig?

Installation

Seit High Sierra nutzt macOS die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter macOS Catalina oder Monterey sind deshalb zusätzliche Schritte nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Erlauben" (Tipp: Bei der Installation wird diese Option oft erst verzögert angezeigt, man muss die Systemeinstellung dann mehrmals aufrufen). Zusätzlich ist dann auch noch unter der Systemeinstellung Sicherheit -> Datenschutz eine Erlaubnis für Festplattenzugriff nötig. Die Tools erläutern dies bei der Installation ebenfalls. Alle Tools unterstützen den Anwender mit hilfreichen Assistenten, so öffnen sie etwa per Knopfdruck die beiden erforderlichen Systemeinstellungen. Achtung bei der Installation: Die oft tief im System verankerten Programme müssen für eine rückstandsfreie Entfernung  über eine integrierte Deinstallationsfunktion oder separates Uninstall-Tool deinstalliert werden. Einige Probleme mit M1-Macs scheinen allerdings aufzutreten, so berichteten Nutzer der Lösung Norton etwa über Probleme mit der integrierten VPN-Dienst bzw. der Firewall.

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Bei einem Macs mit herkömmlicher Festplatten wirkte ein im Hintergrund alle Aktivitäten prüfendes Antivirenprogramm als eine Systembremse. Bei einem aktuellen Macs mit SSD fällt das permanente Überwachen aber kaum noch auf. Verlangsamen kann eine Sicherheitssoftware etwa das Kopieren von Dateien, deutlich wurde dies in früheren Tests. Bei diesem Test blieben aber alle Testkandidaten unauffällig, im Unterschied zu früheren Tests. Die höchste Bremswirkung messen wir bei Bitdefender und Kaspersky mit 33 und 30 Prozent Verlangsamung bei der Installation von Apps, das ist aber kaum spürbar. Besonders niedrig war die Systemlast bei Norton.

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie DetectX oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und MacUpdate von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Tuning-Tools vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen außerdem aus rechtlichen Gründen darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind manchmal schnelle Tests des Systems mit einer Anti-Adware-App wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden. Das gilt auch für DetectX.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Verdächtige Links in E-Mails kann man mit Virustotal.com überprüfen.
Vergrößern Verdächtige Links in E-Mails kann man mit Virustotal.com überprüfen.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Eine Stichprobe kann das belegen: Wir geben regelmäßig per Phishing-Email erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 80 dieser Online-Datenbanken zugreift. So gut wie nie schlägt aber eines der Angebote Alarm! Vorsichtsmaßregeln sollte man also immer beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist schließlich jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung gegen Mac-Malware

TotalAV

100%

Clario

100%

Kaspersky

100%

F-Secure

98%

Avira

100%

Avast

100%

Norton

100%

AVG

100%

Bitdefender

100%

Trend Micro

99%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Virenscanner können nicht nur die Performance verschlechtern, sie können sich auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool den Mac nicht nur ausbremst, sondern auch eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast durch das im Hintergrund laufende Scan-Programm plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner komplett ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung vor allem für professionelle Anwender und in Unternehmen. So wird neue Mac-Schadsoftware schließlich meist durch Nutzer von Antivirensoftware bekannt. Das BSI meint , eine Antiviruslösung für Mac-Anwender sei bei "privaten Anwendern nicht zwingend notwendig, aber dennoch empfehlenswert, um nicht versehentlich gefährliche Dateien an andere weiterzugeben."

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