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Adapter für Macbook Pro 2016 – Darauf müssen Sie achten

12.12.2016 | 12:05 Uhr |

Aufpassen beim Kauf von Adaptern. Wie Sie das richtige Zubehör für das Macbook Pro kaufen und Fehlkäufe bei Dongles und Kabeln vermeiden

Thunderbolt 3 ist auf der einen Seite großartig . Jeder der zwei bis vier Anschlüsse beim neuen Macbook Pro kann Display-Ausgang, Stromanschluss oder USB-Buchse sein. Dank des USB-C-Steckers ist es sogar egal, wie herum wir den Stecker einstöpseln. Ein einziger Thunderbolt-Stecker kann zwei 4K-Birdschirme versorgen. Auf der anderen Seite hat Apples Entscheidung, nur noch Thunderbolt 3 zu nutzen, für Internet-Häme gesorgt. Das neue Macbook Pro sei ein Subventionsprojekt für die Adapterindustrie – Wir helfen dabei, beim Kauf von Adaptern und Kabeln Fehlkäufe zu vermeiden.

Das richtige Kabel auswählen

Weil Thunderbolt 3 so vielseitig ist, enorm große Bandbreite und zugleich hohe elektrische Leistung unterstützt, stellt es auch große Anforderungen an die Thunderbolt-Kabel. Hier müssen wir ganz genau darauf achten, was das Kabel machen soll. Handelt es sich um ein Ladekabel? Dann ist vor allem wichtig, dass es den vollen „Power Delivery“-Standard unterstützt, also bis zu 100 Watt Leistung.

Wollen wir einen 4K-Monitor anschließen, muss das Kabel ein echtes Thunderbolt-3-Kabel sein und 40Gb/s Bandbreite bieten – auch wenn aktuell noch kaum ein Nutzer einen Monitor mit Thunderbolt 3 auf dem Schreibtisch stehen hat. Da Thunderbolt 3 mechanisch den USB-3-Stecker nutzt, gibt es viele Kabel auf dem Markt, die beispielsweise nur USB-2-Bandbreite bieten und keine Power Delivery, weil sie für Smartphones und Co. gedacht sind. Das mitgelieferte Ladekabel von Apple beispielsweise unterstützt zwar Power Delivery bis 100 Watt, jedoch nur Datenübertragung mit der Geschwindigkeit von USB 2.0.

In der Praxis gibt es mechanisch passende Kabel mit USB 2.0, USB 3.0 oder 40Gb/s-Thunderbolt-Kabel - auch die Leistungsübertragung kann von einigen wenigen bis 100 Watt reichen. Hier ist es sehr wichtig, schon beim Kauf ganz genau auf die Zertifizierung des Kabels zu achten. Nutzt man ein Ladekabel wie das von Apple mit einer USB-C-SSD, die USB 3.0 unterstützt, erreicht dieses nur ein Zehntel der möglichen Geschwindigkeit, mit einem Handyladekabel dagegen lädt das Macbook nicht.

Kabel, die alles können, also hochauflösende Monitore versorgen und gleichzeitig das Macbook laden, gibt es aktuell noch kaum auf dem Markt (Beispiel: Cable Matters von 0,5m mit Thunderbolt 3 und 60 Watt Ladeleistung für 19,99 Euro ).

USB-Adapter: Stecker oder Kabeladapter?

Thunderbolt auf klassisches USB-A zu wandeln, dürfte die häufigste Form der benötigten Adapter sein. Apples Adapter von USB-C auf USB 3 besteht aus zwei Steckern mit einem kurzen Kabel. Das wirkt unnötig groß und baumelt an der Seite des Macbooks herum. Viele andere Adapter bestehen dagegen aus einem Stück. An der einen Seite ein Stecker, an der anderen eine Buchse. Das ist klein, sieht eleganter aus und scheint insgesamt die bessere Lösung zu sein (Beispiel: Sannysis für Macbook 12 Zoll für 3 Euro ).

Steckeradapter sind kompakt, werden aber zum gefährlichen Hebel.
Vergrößern Steckeradapter sind kompakt, werden aber zum gefährlichen Hebel.

Kein Wunder, dass Kickstarter und Amazon zahlreiche derartige Mini-Adapter im Angebot haben, die gerne auch noch in den Farben des Macbooks (und Macbook 12 Zoll) angeboten werden. Unsere Erfahrung zeigt jedoch das Gegenteil. Ein solcher Steckeradapter sieht zwar schön aus, hat ansonsten aber nur Nachteile: Zum einen ist er viel breiter als ein normaler USB-C-Stecker. Denn schließlich muss hier Platz für den alten, breiten USB-A-Stecker sein. Dies bedeutet, dass beim Macbook Pro der benachbarte Thunderbolt-Anschluss womöglich blockiert ist oder nur sehr schmale Stecker nebenan noch Platz finden.

Der zweite Nachteil ist die Mechanik. Denn ein Steckeradapter ist zusammen mit dem eingesteckten USB-Kabel ein großer, langer und schwerer Stecker. Die Schwerkraft wirkt auf ihn ein und zugleich ist diese Konstruktion ein gefährlicher Hebel, dessen Kraft voll auf die zierliche USB-C-Buchse des Macbooks einwirkt. Die Auswirkung: Jede Bewegung am Kabel überträgt sich direkt auf den Adapter und die Buchse.

Dies äußert sich bei unserem schicken Hipsteradapter darin, dass die Verbindung zur USB-SSD gelegentlich ganz kurz verloren geht. Das bedeutet, die Festplatte wird ohne Auswerfen getrennt. Potenziell katastrophal, wenn die SSD eine Arbeitsfestplatte ist. Wer nur kurz einen SD-Kartenleser oder einen Drucker verbinden will, wird eher keine Probleme haben. Für Arbeitsumgebungen mit hohem Anspruch an die Zuverlässigkeit ist dies jedoch ungenügend.

Apples Thunderbolt-Stecker sind schmal. Adapterstecker dagegen sehr breit.
Vergrößern Apples Thunderbolt-Stecker sind schmal. Adapterstecker dagegen sehr breit.

Ein kurzes Kabel wie bei Apples Adapter hat den Vorteil, dass sie Stecker und Buchse mechanisch voneinander entkoppelt. Bewegt sich das Kabel, passiert an der Buchse gar nichts. Zudem sitzt bei Apples Kabeladapter der USB-A-Stecker sehr fest in der Buchse des Adapters. Hier haben wir keine Verbindungsabbrüche. Dazu ist der USB-C-Stecker des Apple-Adapters so schmal wie auch Apples USB-C-Ladekabel. Zum aktuellen Aktionspreis von neun Euro ist Apples Adapter absolut eine Empfehlung wert.

Native Kabel statt Adaptern nutzen?

Adapter, beispielsweise von USB 3 auf Thunderbolt haben den Vorteil, dass man all die alten Kabel weiterhin verwenden kann und Geräte schnell mit dem Macbook Pro und mit klassischen USB-Anschlüssen verbinden kann. Alternativ kann es sich für manche Peripheriegeräte lohnen, ein Kabel zu nutzen, dass beispielsweise direkt zwischen USB 3 und USB C verbindet. Das spart den Adapter, reduziert die Anzahl der Zubehörteile und sorgt für einfache, zuverlässige Verbindung. Externe SSDs, Bildschirme oder USB-Sticks bieten sich dafür an, als „native“ Version genutzt zu werden.

Hier kommt es auf den Einzelfall an, ob man ein Gerät per Adapter mit dem Macbook nutzt und ohne Adapter mit anderen Rechnern oder das Macbook beispielsweise der einzige Rechner ist, der den Monitor oder die externe Festplatte nutzt. Im zweiten Fall kann es sinnvoll sein, ganz auf Adapter zu verzichten und auf Kabel mit USB-C/Thunderbolt 3 umzusteigen.

Alles in einem: Docking-Adapter

Die vielleicht tollste Eigenschaft von Thunderbolt ist, dass dieser Anschluss alle anderen in sich vereint. Monitorausgang, Ladekabel, Festplatten und Peripherie können gleichzeitig über einen einzigen Thunderbolt-Anschluss laufen. Über jeden: ob das Display oder das Netzteil in dem einen oder dem anderen Anschluss stecken, ist völlig egal. Dies erlaubt bezahlbare Dockingstationen. Einen Stecker einstöpseln und schon ist das Macbook Pro mit der gesamten Umgebung auf dem Schreibtisch verbunden und wird auch noch mit Strom versorgt.

Ein Thunderbolt-Dock verbindet viele Anschlüsse in einem Gerät, hat jedoch eigene Tücken.
Vergrößern Ein Thunderbolt-Dock verbindet viele Anschlüsse in einem Gerät, hat jedoch eigene Tücken.

Günstige Adapter, die USB 3.0, HDMI, Stromeingang (Power Delivery) und eventuell noch SD-Kartenleser oder LAN-Buchse in sich vereinen, gibt es bereits ab rund 40 Euro. Viel günstiger als klassische Dockingstationen für Businesslaptops, die dazu einen speziellen Anschluss benötigten. Lohnt sich das? Das kommt auf die Erwartungen an. Als USB-Adapter funktionieren diese gut. Nur Apples USB-Superdrive, das externe DVD-Laufwerk, funktioniert mit den meisten Adapter-Lösungen nicht, es benötigt zu viel Strom.

Neues Macbook Pro und alte Peripherie - ein Kapitel für sich. Unser Macworld-Kollege Glenn Fleishman erklärt , warum sich etwa Apples Cinemadisplay nicht via Thunderbolt-2-Adapter an die Thunderbolt-3-Buchse des Macbook Pro anschließen lässt: Es fehlt schlicht und ergreifend das Mini-Display-Port-Signal auf diesem Weg. Einen Adapter von USB-C auf MiniDiplay-Port hat bisher nicht einmal Apple im Angebot, solche Stecker sind aber von Drittherstellern zumindest in Vorbereitung. Es gibt aber auch wilde Lösungen, in denen man mehrere Adpater miteinander verknüpft, so soll etwa der Weg USB-C => Display-Port => Adapter auf Mini Display Port => Adapter Mini Display Port mit zwei Buchsen => Mini-Display-Port-Stecker funktionieren.

Auch beim Monitoranschluss muss man aufpassen. Denn ein HDMI-Ausgang, wie ihn alle bezahlbaren Docking-Hubs haben, arbeitet nicht mit allen Monitoren zusammen. Hier gibt es meistens HDMI 1.4, was theoretisch 4K mit 30Hz erlaubt. Hat der Monitor aber einen anderen Anschluss, wird es schwierig. Dual-Link-DVI-Adapter oder HDMI-Displayport-Adapter funktionieren hier nur eingeschränkt oder gar nicht. Denn HDMI-Displayport funktioniert in diese Richtung nicht, nur umgekehrt. HDMI-DVI klappt nur halb: Wir erhalten maximal 1080p, also Full HD an der anderen Seite des Adapters, Dual-Link geht nicht. Wer also eine höhere Auflösung als Full HD aus einem HDMI-Dock erhalten will, sollte einen passenden HDMI-Monitor haben.

Die HDMI-Ausgänge der Universal-Docks sind nicht für alle Monitore geeignet.
Vergrößern Die HDMI-Ausgänge der Universal-Docks sind nicht für alle Monitore geeignet.

Alternativ funktionieren Thunderbolt auf Displayport-Adapter beispielsweise problemlos, müssen aber direkt an das Macbook angeschlossen werden. Hat ein Adapter oder Dock beispielsweise auch noch einen LAN-Anschluss, sind dafür Treiber des Herstellers für macOS nötig, die nicht unbedingt aktuell und mit Sierra kompatibel sind oder in Zukunft noch weiter aktualisiert werden. Einige Hubs erlauben es, Strom direkt an das Macbook zurück zu speisen, wenn das Netzteil dort angeschlossen wird. Hier kann es Limitierungen für die maximale Leistung geben, die das Macbook Pro 15 Zoll ausschließen.

Zusammenfassung

  • Bei Kabeln auf den Zweck achten: unterstützt es Thunderbolt 3 oder Power Delivery?

  • Adapter mit kurzem Kabel wie Apples Adapter haben schmalere Stecker und wackeln nicht in der Buchse.

  • HDMI-Ausgänge von Multiadaptern funktionieren nicht gut mit Displayport- und DVI-Adaptern.

Ratgeber zu USB-C, Thunderbolt 3 und die notwendigen Adapter

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