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Airpods Pro und Airpods 2. Generation – die Unterschiede

04.11.2019 | 16:29 Uhr | Halyna Kubiv

Dass sich die beiden Generationen – Airpods Pro und Airpods 2 – unterscheiden, sieht man auf den ersten Blick. Doch gibt es vielleicht noch Unterschiede, die nicht so offensichtlich sind?

Die Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Generation von Airpods konnte man nur am neuen Ladecase festmachen – Das Ladelämpchen ist vom Inneren auf die vordere Seite gewandert. Die Pro-Generation erkennt man dagegen mit dem bloßen Auge: Die Form hat sich grundlegend geändert. Für diejenigen, bei denen die Vorgänger-Airpods ständig aus den Ohren fielen, ist das eine gute Nachricht: Die neuen passen wirklich allen, hat unser Test bestätigt. Dies spiegelt sich in den äußeren Abmessungen: Die Airpods Pro sind um 10 mm kürzer geworden, dafür breiter bei den Ohransätzen. Im Lieferumfang sind dazu noch drei Silikontips inkludiert, welche davon am besten passen, verrät ein Hörtest. Durch die zusätzlichen Sensoren sind die Airpods Pro auch schwerer geworden: Haben Airpods noch jeweils 4 Gramm gewogen, wiegen die Airpods Pro einzeln 5,4 Gramm. Die kabellose Ladehülle hat sich ebenfalls leicht geändert: Sie ist vor allem breiter (um fast 7 mm) und um 5,6 Gramm schwerer geworden.

Der Preis ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Die Airpods Pro kosten 50 Euro mehr als die Airpods 2 mit der kabellosen Ladehülle, die Variante mit einer normalen Hülle wird erst gar nicht angeboten, der Sprung von der einfachsten Variante der Airpods 2 auf Airpods Pro beträgt gleich 100 Euro.

Chips und Sensoren

Neben den bereits in Airpods vorhandenen Sensoren wie optische Sensoren oder Beschleunigungsmesser mit Spracherkennung kommen bei den Airpods Pro noch zwei zusätzliche dazu: Ein nach Innen gerichtetes Mikrofon, das die aktive Geräuschunterdrückung regelt, und ein Drucksensor. Dieser ist wohl der neuen Form geschuldet, bedecken doch die Kopfhörer die Gehörgänge komplett. Was sich nicht geändert hat, obwohl die technischen Daten von Airpods 2 dies nicht ausdrücklich verraten, – die beiden Generationen unterstützen Bluetooth 5, ein Sprung nach vorne vom Bluetooth 4.2 der ersten Generation.

Nominell hat sich bei dem Chip nichts geändert, sowohl Airpods 2 als auch Airpods Pro führen den H1-Chip in ihrem Inneren. Apple hat offenbar die Steuerung noch etwas ausgebaut, denn für die Airpods Pro weist der Hersteller gleich ein System-in-Package (SiP) auf, das auf dem H1 basiert. Erfahrungsgemäß kann dies zur Leistung oder dem Funktionsumfang beitragen, wie dies bei der Apple Watch 5 passiert ist.

Anders als die Airpods 2 sind die neuen Airpods nach IPX4 zertifiziert, heißt soviel, dass sie zumindest gegen Schweiß geschützt sind und sich auch im Regen tragen lassen - im Schwimmbad aber bitte nicht.

Funktionsumfang, neue Gesten, Akkulaufzeiten

Apple hat auch an der Audio-Qualität gearbeitet, was unser Test bezeugt. Zudem kann man zwischen zwei neuen Modi wählen – mit aktiver Geräuschunterdrückung und dem Transparenzmodus, wenn die Airpods die Umgebungsgeräusche durchstellen. Die Bedienung hat sich wegen der Form ebenfalls etwas geändert, statt tippen wie auf den Airpods 2 muss man die Kopfhörer nur leicht drücken. Dazu versteht die neue Generation zusätzlich dreimal drücken, die Musikwiedergabe springt zum vorherigen Track. Wenn der Nutzer einen Kopfhörer gedrückt hält, kann er zwischen den Modi wechseln.

Eine vollständige Ladung der Ladehülle reicht bei den Airpods Pro für 24 Stunden Wiedergabe und 18 Stunden Sprechdauer, das hat sich im Unterschied zu Airpods 2 nicht geändert. Bei einer einzelnen Aufladung halten die neuen Kopfhörer allerdings eine halbe Stunde weniger (4,5 Stunden) aus also noch die Airpods 2. Bei ausgeschalteter Geräuschunterdrückung kommen die Airpods Pro auf die gleichen 5 Stunden. Die Sprechdauer hat sich jedoch leicht verbessert, statt 3 Stunden wie bei Airpods 3 kann man mit den Airpods Pro gleich 3,5 Stunden telefonieren.

Ausstattung, Kompatibilität

Airpods Pro führen wie die neuen iPhones 11 (Pro Max) ein Lightning auf USB-C-Kabel. Es ist wohl nur die Frage der Zeit, dass alle Apple Produkte zumindest auf einer Seite der mitgelieferten Kabel einen USB-C-Anschluss haben werden.

Anders als die Airpods 2 werden sich die Airpods Pro nicht mehr mit dem iPhone 5S und iPhone 6 verbinden können, kein Wunder, denn die beiden Geräte nicht mehr iOS 13 unterstützen. Auch bei den iPhones SE, 7 und 6S gibt es eine Beschränkung: Die Audiofreigabe wird nicht erteilt. Bei den iPads scheiden iPad Air erster Generation, iPad Mini 2 und 3 aus. Bei den iPad Air 2, iPad Mini 4, iPad Pro 12,9 erster Generation,  iPad Pro 9,7, ist es die gleiche Beschränkung wie bei iPhone 7 und älter: Audiofreigabe kann man vergessen. Bei den Apple-Watch-Modellen und Apple TV hat sich an der Kompatibilität nichts geändert. Eine Faustregel bei den Macs besteht für die Airpods Pro: Alle Geräte ab Mitte 2012 werden noch unterstützt.

Preise für Reparaturen und Ersatzkopfhörer

Seit September bietet Apple seinen Service Apple Care+ auch für die drahtlosen Kopfhörer an. Die Dienstleistung kostet für die zweite Generation wie für die Airpods Pro 39 Euro und gilt zwei Jahre nach dem Kauf von Apple Care+. Die Selbstbeteiligung in diesem Zeitraum für zwei Reparaturen beträgt 29 Euro. Wenn man bedenkt, dass die Apple Care+ 30 Tage nach dem Kauf der Kopfhörer abschließen kann, hat man eine relativ günstige Möglichkeit, kurz vor dem Ablauf der Apple Care+ die Batterien in den Airpods zu erneuern.

Apple gewährt zusätzlich dazu eine eingeschränkte Garantie von einem Jahr nach dem Kauf. Der Batterieservice für Airpods, Airpods Pro, alle Arten von Ladehüllen beträgt in diesem Zeitraum 55 Euro. Außerhalb der Garantie kostet Batterie-Service bei den Airpods Pro 99 Euro, bei der Ladehülle dazu – ebenfalls 99 Euro. Die Inhaber der Airpods erster und zweiter Generation kommen etwas billiger weg – neue Batterie im Airpod (genau genommen ein neuer Airpod) kostet außerhalb der Garantie 75 Euro, eine neue Ladehülle – 65 Euro, neue drahtlose Ladehülle – 75 Euro. Beim Verlust sind Apples Ersatzpreise so hoch (ab 65 Euro bei der normalen Ladehülle und bis 109 bei der drahtlosen Hülle der Airpods Pro), dass es sich fast nicht mehr lohnt, ein Ersatz-Kopfhörer zu holen, sondern gleich ein neues Paar zu kaufen.

Fazit: Ob sich das Upgrade von Airpods 2 auf die Airpods Pro lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Die aktive Geräuschunterdrückung und der neue Transparenzmodus sind sicherlich eine Überlegung wert. Allein der Umwelt zuliebe würden wir empfehlen, die alten Airpods solange zu nutzen, solange dies die Batterie erlaubt – und sich erst dann den Umstieg zu überlegen.

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