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12 Antivirus-Lösungen für Mac im Vergleich

13.04.2018 | 16:31 Uhr |

Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen zwölf aktuelle Virenscanner.

Malware auf dem Mac ist nicht so weit verbreitet wie auf Windows-PCs, doch sollte man die Gefahr nicht unterschätzen. Laut dem McAfee Labs Threats Report von Juni 2017 ist die Masse an Mac-Malware geradezu rasant angestiegen – bis Mitte 2016 zählten die Forscher des Antivrensoftware-Herstellers weniger als 100 000 Mac-Attacken, im ersten Quartal 2017 waren es dagegen schon über 700 000. Dabei handelte es sich vor allem um Adware.

Vor allem durch Adware sind die Angriffe auf Macs gestiegen.
Vergrößern Vor allem durch Adware sind die Angriffe auf Macs gestiegen.

Aufsehen erregte zuletzt etwa die Spyware Fruitfly, eine Spionsoftware mit der ein Amerikaner tausende Macs ausspioniert und überwacht hatte .  Es sind aber keineswegs nur Einzeltäter, so warnt etwa Bitdefender davor, dass die russische Hackergruppe APT28 nun auch den Mac als Ziel für ihre Malware auserkoren hat. Dagegen hilft Antivirensoftware – die aber auch nur so gut ist, wie sie ihre Hersteller pflegen. Damit Sie nicht in andere Fallen tappen, haben wir haben zwölf aktuelle Antivirus-Programme für Sie getestet und bewertet.

Ist der Mac denn noch sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat so sein Zweifel, besonders Ransomware hat sich im Jahr 2017 als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben, das beweisen Proof of Concepts wie ein erfolgreicher Hack des Desktop-Browsers Safari auf der Sicherheitskonferenz Pwnfest oder der vom Sicherheitsforscher Samy Kankar entwickelte Dongle PoisonTap , der sich selbst auf gesperrten Computern in Web-Konten einloggen konnte – das gleichermaßen unter macOS, Windows und Linux.

  • Platz 1: Bitdefender Antivirus, Note 1,7 - hier kaufen

  • Platz 2: Trend Micro Antivirus, Note 1,9 - hier kaufen

  • Platz 3: Eset Cyber Security Pro, Note 1,9 - hier kaufen

  • Platz 4: Avast, Note 2 - kostenlos

  • Platz 5: Sophos, Note 2 - kostenlos

  • Platz 6: McAfee, Note 2,4 - hier kaufen

  • Platz 7: Kaspersky Internet Security, Note 2,4 - hier kaufen

  • Platz 8: Norton Internet Security, Note 2,5 - hier kaufen

  • Platz 9: Intego Internet Security, Note 2,5 - hier kaufen

  • Platz 10: Sentinel One, Note 2,5 - auf Anfrage

  • Platz 11: F-Secure, Note 2,5 - hier kaufen

  • Platz 12: Comodo, Note 4,0 - kostenlos

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Aber im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac eher selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss gerade einmal knapp 92   Schädlinge blockieren – vor allem Adware wie Genieo-Varianten. Dagegen registriert das Testinstitut AV-Test ganze 390 000 neue PC-Viren pro Tag! Virenscanner haben auf dem Mac weit weniger Daseinsberechtigung als auf der Windows-Plattform, einige Hersteller von Mac-Antiviren-Software übertreiben unserer Meinung nach die Gefährdung. Doch völlig frei von Bedrohung sind Macs eben nicht. Vor allem in den USA scheinen sich recht aggressive Adware-Attacken zu häufen. Mit dem iWorm-Botnet gab es die ersten von Hackern kontrollierten Mac-Netze, die Fachleute von Kaspersky erwarten auch auf der Mac-Plattform das häufigere Auftreten von Erpressersoftware (Ransomware). In vielen Unternehmen ist außerdem ein Schutzprogramm für Macs ganz einfach vorgeschrieben, nicht zuletzt, um auch auf einem Mac schlummernde Windows-Malware zu entfernen. Gibt es doch viele Firmenangehörige, die ihr privates Macbook in der Firma nutzen bzw. ihr Firmen-Macbook privat verwenden. Will man wissen, ob ein Mac von Spyware oder anderer Malware befallen ist, kommt man um einen Virenscanner nicht herum. Vor kurzem wurde sogar eine Krypto-Malware für den Mac registriert, die nach der Installation auf dem befallenen Rechner eine der Kryptowährungen schürft.

Trotz geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern überraschend groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind für macOS verfügbar, wir testen eine Auswahl von 12 Programmen. In unserem Test für 2018 treten die kostenlos nutzbar Tools von Sophos , Comodo und Avast gegen neun kostenpflichtige Virenscanner von Kaspersky , Eset , Bitdefender , Norton , Trend Micro , Sentinel One , McAfee , F-Secure und Intego an. Die Meßdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Dezember 2017 und macOS Sierra durchführte. Mit Sentinel One ist eine reine Firmenlösung mit dabei, aber auch Sophos, McAfee und Eset testen wir in der für Firmenanwender konzipierten Version. Die Heim- und Firmen-Versionen von Sophos zeigten dabei die identische Leistung, weshalb wir sie nicht separat auflisten.

High Sierra

Der Test fand aus Stabilitätsgründen unter Sierra statt, da die tief ins System eingreifenden Tools einige Probleme mit High Sierra hatten. Die Antivirenscanner sind aber mittlerweile mit High Sierra kompatibel. Neu unter High Sierra ist etwa die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter High Sierra ist deshalb jetzt ein zusätzlicher Schritt nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Allow". Das funktioniert bei den meisten Scannern problemlos, nur bei der Installation von Trend Micro hatten wir mit der Option einige Probleme. Erst stark verzögert und nach einem Neustart war die Option in der Systemeinstellung sichtbar. Empfehlen können wir Trend Micro trotz erstklassiger Testnoten deshalb nur eingeschränkt.

Unter High Sierra muss man die Installation der Antivirensoftware über die Systemeinstellung "Sicherheit" erlauben.
Vergrößern Unter High Sierra muss man die Installation der Antivirensoftware über die Systemeinstellung "Sicherheit" erlauben.

Vor Viren schützen

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern.

Das magere Aufkommen an Mac-Malware beeinflusst die Anzahl der Testobjekte: Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden lediglich 514 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten vier Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 5022 Schädlinge. An der lästigen Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier stehen 693 Testobjekte zur Verfügung.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert, acht der Probanden erkennen alle 514 Mac-Malware-Objekte. Noch akzeptabel sind die Ergebnisse von Intego und McAfee, mit 93,8 Prozent Erkennungsleistung zeigt allerdings F-Secure Schwächen. Nicht mithalten kann der Vertreter von Comodo, der auch bei anderen Tests nur mäßige Erkennungsleistungen zeigt.

Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede größer – einige Hersteller verzichten nämlich komplett auf gute Windows-Virenerkennung. So gut wie keine PC-Viren erkennen Intego, Sentinel One und F-Secure, unter 75 Prozent der Windows-Schädlinge bemerken Comodo und Norton. Beste Erkennung von Windows-Viren bieten Bitdefender, Eset, Kaspersky, McAfee, Sophos und Trend Micro.

Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware auch Lästlinge. Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools. Besonders schlecht schneidet hier F-Secure mit 10 Prozent Erkennungsleistung ab, aber auch Comodo (35 %) und Kaspersky (40 %) erkennen viel zu wenige der PUAs. 99 Prozent Erkennung schaffen dagegen Avast, Bitdefender, Sentinel One und Trend Micro. Vor allem Kasperksy sollte seine vorsichtige Haltung zu Adware besser noch einmal überdenken, sind doch diese Schädlinge auf dem Mac ein echte Plage.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir Bitdefender, Eset und Trend Micro. Die beiden kostenlos nutzbaren Tools Avast und Sophos bieten aber ebenfalls eine akzeptable Erkennungsleistung.

Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein scheint sich die Optik der Virenscanner immer mehr anzunähern.

Nicht überzeugen kann uns ein weiterer Trend, die Einführung von Web-Accounts wie etwa bei Sophos und Bitdefender: Immer mehr Programme sind nämlich in den aktuellen Versionen an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Wir finden aber, dass dies die meisten Anwender wohl eher unnötig verwirrt. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

Sonderfunktionen

Vollausstattung bieten Kaspersky, Eset und Norton, so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind ebenfalls Mangelware.

Viele der Programme sind in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So sind Norton Security und Eset zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind sie als noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet beispielsweise zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Bei Eset unterscheidet sich die Basis-Version Cyber Security von der teureren Version Cyber Security Pro durch die fehlende Firewall und Kindersicherung. Letztere bieten übrigens auch Trend Micro und F-Secure.

Gut: Die Hersteller Bitdefender, Intego, Trend Micro und Kaspersky bieten eine Version ihrer Scanner im App Store an. Vor allem die Version von Kaspersky macht dabei einen guten Eindruck, so kann die Software den Download-Ordner überwachen und automatisch Downloads prüfen.

iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod .

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Systemlast

Vor allem bei Macs mit herkömmlicher Festplatten ist ein Antivirenprogramm eine Systembremse. Bei Macs mit SSDs fällt das permanente Überwachen jeder Dateiaktivität dagegen kaum noch auf. So misst AV-Test beim Kopieren von Daten bei einem aktuellen Mac kaum noch Verzögerungen durch den Hintergrundwächter der Virenscanner. Nur die Lösung von Intego fällt hier unangenehm auf. Verzögern kann eine Sicherheitssoftware aber auch Programmaktivitäten, was wir mit der Berechnung von Prüfsummen und Schreiben von Zufallsdateien testen. Hier ist wieder Intego eine besonders starke Systembremse, Verzögern können die CPU aber auch die Lösungen Eset, F-Secure, Kasperksy, und Sophos. Niedrig ist die Systemlast bei Avast, Bitdefender, Comodo, McAfee, Sentinel One, Symantec und Trend Micro.

Leider bieten nicht alle Antivirenscanner zeitgesteuerte Überprüfungen an, das tägliche Scannen der E-Mail- und Download-Ordner ist nämlich eine interessante Alternative zu einem Virenscanner, der ständig im Hintergrund arbeitet. Sowohl bei Bitdefender als auch Avast muss man auf diese Funktion verzichten.

Antivirensoftware: Ausstattung und Bewertung

Produkt

Kaspersky Internet Security  

Comodo

McAfee

Trend Micro Antivirus

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 40, CHF 44

Kostenlos

€ 60, CHF 66

€ 38, CHF 42

Vorzüge

guter Funktionsumfang, Kinder-Schutzfunktion, Webcam-Schutz

Niedrige Systemlast

Guter Funktionsumfang

Solide Leistungen, niedrige Systemlast, gute Browser-Erweiterung

Nachteile

Schlechte Erkennung von PUA

Mäßige Erkennungsleistung

Erkennung von PUA verbesserungsfähig

Installationsprobleme unter High Sierra

System- anforderungen

ab OS X 10.9

ab OS X 10.9

ab OS X 10.11

ab OS X 10.9

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

nein

ja

ja

E-Mail-Schutz

ja

nein

ja

nein

Firewall

ja

nein

nein

nein

zeitgesteuerte Scans

ja

nein

ja

ja

Gesamtnote

2,4 gut

4,0 ungenügend

2,4 gut

1,9 gut

Produkt

Bitdefender Antivirus

Norton Internet Security

Intego Internet Security

Eset Cyber Security Pro

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

€ 40, CHF 44

€ 30, CHF 33

€ 40, CHF 44

ab € 30, CHF 33

Vorzüge

Einfache Bedienung, gehört zu den besten Scannern, günstige Appstore-Versionen

Guter Funktionsumfang, Deluxe-Version auch mit Kindersicherung und 5 Geräten

Gute Mac-Unterstützung, gute Erkennung von Mac-Malware

Gute PC-Virenerkennung, Guter Funktionsumfang, verschiedene Versionen verfügbar

Nachteile

Mäßiger Funktionsumfang,  keine zeitgesteuerten Scans, umständliche Weboberfläche

schwache Leistung bei Windows-Viren

Schlechte Leistung bei der Erkennung von  Windows-Viren, hohe Systemlast

keine, bremst Mac etwas aus

System- anforderungen

ab OS X 10.8

ab OS X 10.8

ab OS X 10.8

ab OS X 10.6

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

nein

ja

ja

ja

Firewall

nein

ja

ja

ja (Pro-Version)

zeitgesteuerte Scans

nein

ja

ja

ja

Gesamtnote

1,7 -  gut

2,5 befriedigend

2,5   befriedigend

1,9 gut

Produkt

Sentinel One

Sophos

F-Secure

Avast

Preis: (Jahreslizenz, 1 Gerät)

auf Anfrage

Kostenlos

- url link https://www.macwelt.de/preisvergleich?searchText=F-Secure € 60, CHF 66 _blank

Kostenlos

Vorzüge

Gute Mac-Virenerkennung

Kostenlos für Heimanwender, brauchbare Leistungen

Guter Funktionsumfang, Kindersicherung

Guter Funktionsumfang

Nachteile

Schlechte Erkennung von PC-Viren, Management-Server erforderlich

Home-Version etwas funktionsarm

Keine Erkennung von PC-Viren, sehr schlechte Erkennung von PUA

Mäßige Erkennung von PC-Viren, viel Werbung für kostenpflichtige Ergänzungen

System- anforderungen

ab OS X 10.9

ab OS X 10.8

ab OS 10.10

ab OS X 10.9

Funktionen

Scanner/Wächter

ja/ja

ja/ja

ja/ja

ja/ja

Browser-Schutz

ja

ja

ja

ja

E-Mail-Schutz

nein

nein

nein

ja

Firewall

nein

nein

ja

nein

zeitgesteuerte Scans

nein

nein

nein

ja

Gesamtnote

2,5 befriedigend

2,0  gut

2,5 befriedigend

2,0 gut

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.
Vergrößern Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und Mac-Update von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Mackeeper schließlich vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen aber darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen, was vor allem Kaspersky viel zu streng beachtet. Hier ist oft ein spezielles Anti-Adware-Programm wie Malwarebytes Anti-Malware erfolgreicher. (Hinweis: Es gibt auch eine kostenpflichtige PC-Version, die etwas versteckt angebotene Mac-Version ist kostenlos nutzbar.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Bitdefender bietet beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen. Eine Besonderheit des Trend-Micro-Angebotes ist eine Browser-Toolbar für mehr Datenschutz. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit auch die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Als Stichprobe geben wir einige per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 63 dieser Online-Datenbanken zugreift: Nur vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist jedes Schutzprogramm machtlos.

Schutzwirkung Mac-Malware

Symantec

100%

Kaspersky

100%

Sentinel

100%

Bitdefender

100%

Trend Micro

100%

Sophos

100%

Eset

100%

McAfee

99,6%

Intego

99,4%

F-Secure

93,8%

Comodo  

38,1%

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

Sophos Home ist ein guter kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigt.
Vergrößern Sophos Home ist ein guter kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigt.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung nur für professionelle Anwender, weniger für Heimnutzer.

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner wie Sophos oder eine App. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat Ein Virenscanner ist nur begrenzt sinnvoll. Für den manuellen Scan von Daten gibt es außerdem funktionsreduzierte kostenlose Version von Bitdefender im App Store, ebenso von Trend Micro und Kaspersky .

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, empfehlen wir Bitdefender.                                                                                     

Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die zwölf Virenscanner ein Test-Sample von neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu hunderten Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Besonders schlecht schneidet die Lösung Comodo ab, viele Scanner zeigen vor allem beim Erkennen von PC-Viren Schwächen.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Flash, PDFs und Java auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Flash sollte man möglichst deaktivieren, Java besser deinstallieren.

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