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Apple Pay in der Praxis: Ein Erfahrungsbericht

10.04.2020 | 08:34 Uhr | Peter Müller

Apple Pay ist seit etwas mehr als einem Jahr auch in Deutschland als Zahlungsmittel verfügbar. Kontaktloses Zahlen wird dieser Tage immer populärer.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Autobauer versuchen nun Beatmungsgeräte zu produzieren, auf Werbeschilder spezialisierte Unternehmen stellen nun lieber Plexiglasscheiben für Bankschalter und Supermarktkassen her. Und genau an jenen zeigt sich nun, dass die noch vor Wochen und Monaten als Exoten belächelten Leute, die mit einem Wink ihres iPhones oder ihrer Apple Watch im Vorteil sind und dabei sich und andere weniger gefährden: Kein Austausch von Scheinen und Münzen, nicht einmal die Eingabe einer PIN am Kartenlesegerät braucht es noch.

Wie man denn beim Bezahlen an der Kasse Apple Pay am besten einsetzt, hatte ich im Dezember 2018 bereits von einem Artikel eines Kollegen der Süddeutschen Zeitung (oder war es ein anderes Blatt?) erfahren: Niemals sagen, man würde mit dem iPhone oder der Apple Watch bezahlen wollen, sondern immer nur "Mit Karte bitte!". Denn bei ersterem Wunsch werde man komisch und unwissend angeschaut, beim zweiten schalten die Kassierer ihr System um und aktivieren die Kartenzahlung – sei sie nun per Magnetstreifen und PIN-Eingabe, drahtlos per NFC-Chip auf der Karte oder eben per NFC-Chip, der in iPhone und Apple Watch sitzt. Heute werde ich (meist) nicht mehr komisch angeschaut, wenn ich statt eine Karte zu zücken das linke Handgelenk mit der Uhr an das Lesegerät halte. In den meisten Geschäften, in denen ich regelmäßig einkaufe, kann ich nun auch einfach nichts sagen und das Handgelenk demonstrativ anheben – die Leute an der Kasse verstehen dann schon. Nun habe ich sogar beim Metzger auf kontaktloses Bezahlen umgestellt. Die dortigen Verkäuferinnen werden ihr drahtloses Lesegerät, das sie über ein längliches Tablett über den Verkaufstresen hinweg reichen, bald auch nicht mehr im Nebenraum lagern, sondern direkt neben der Kasse – nicht nur, wenn ich den Laden betrete, in dem sich gleichzeitig nur noch zwei Kunden aufhalten.

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Natürlich hatte ich schon Dezember 2018 Apple Pay aktiviert , nach vier Jahren Warten war es auch an der höchsten Zeit. Und doch ist Apple Pay im April 2020 noch nicht so weit in Deutschland verbreitet, wie man sich das wünschen würde – die Adaption nimmt aus bekannten Gründen nun aber Fahrt auf. Theoretisch sollte zwar ein jedes Kassenterminal mit berührungsfreiem Kontakt auch Apple Pay akzeptieren, das funktioniert aber nicht immer. Wenn auch immer öfter.

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Apple Pay Deutschland: Diese Banken sind dabei

Auch wenn noch die VR-Banken noch fehlen, gibt es ein reichhaltiges Angebot von Kreditinstituten, die ihren Kunden Apple Pay ermöglichen - seit Dezember auch die Sparkassen, zumindest für Kreditkartenkunden. Apple musste mit jedem einzelnen Institut verhandeln, was die Einführung des Services auch ein wenig verzögerte. In kaum einem Land gebe es so viele, teils nur regional tätige Banken, erklärt Apple die Komplexität der Aufgabe. Bis Januar konnte der Anbieter aber folgende Banken und Unternehmen für seinen Service gewinnen:

Allianz
American Express (25 Euro Bonus)
boon.
bunq
comdirect (75 Euro Bonus)

Commerzbank
Consors Bank
Consors Finanz
Crosscard
Deutsche Bank
Deutsche Kreditbank AG
fidor BANK
Fleetmoney
Hanseatic Bank
HypoVereinsbank/UniCredit Bank AG
ING
Klarna
Monese
N26
Netbank
Norisbank
o2 Banking
Revolut
Sparkasse
Ticket Restaurant Edenred
Viabuy
VIMpay

Einschränkungen bei den Banken

Es war im Vorfeld ja schon abzusehen, dass Apple Pay in Deutschland Grenzen hat. Die beiden wichtigsten Bankenverbände, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken waren von Beginn an nicht dabei. Die Gründe: Sparkassen und VR-Banken hatten ihre eigenen Bezahlsysteme entwickelt und wollten damit selbst Provisionen nehmen und das Geschäft nicht Apple überlassen. Der iPhone-Hersteller seinerseits war aber nicht bereit, den NFC-Chip in iPhone und iPad Dritten zu öffnen. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Aber natürlich will man ja auch selbst mit dem Service Geld verdienen.

Ende 2018 fragte man sich, wer würde zuerst zucken: Apple, das nicht auf die Millionen von Sparkassen- und VR-Bank-Kunden verzichten könne oder eben jene Institute, welche es sich nicht leisten könnten, auf Dauer vor allem junge Kundschaft an die Konkurrenz zu verlieren. Raten Sie mal, wie das ausgeht: Doch beide Verbände hatten angekündigt, noch 2019 ihren Kunden Zugang zu Apple Pay zu gewähren . Die Sparkassen haben das Versprechen mittlerweile umgesetzt und ich konnte meine Mastercard in Apple Pay hinterlegen. Auch mit einer Visa-Card ginge es, Nutzer der Girocard sollen das im Jahr 2020 können, die VR-Banken haben im Dezember wegen technischer Probleme die Einführung auf 2020 verschoben, einen genauen Termin gibt es immer noch nicht. Der Verband steht aber unmittelbar vor der Einführung von Apple Pay, nach den Osterferien könnte da passieren. Dass kontaktloses Zahlen aber gerade jetzt Vorteile bietet, erklären die VR-Banken ausführlich .

Im Dezember 2019 ließ ein neues Gesetz aufhorchen: Im Zuge der Umsetzung der EU-Geldwäscherichtlinie haben Bundestag und Bundesrat nun Anbieter von Bezahlsystem wie Apple verpflichtet, ihr System auch Dritten anzubieten. Dabei kann Apple jedoch die Bedingungen bestimmen – etwa die Nutzung über die Wallet und nicht über Dritt-Apps – und vor allem die Gebühren festlegen. Das Gesetz kann aber unter Umständen wegen fehlender Notarisierung nicht in Kraft treten: Die Partnerländer im EU-Binnenmarkt wurden nicht rechtzeitig und rechtskonform unterrichtet. Es bleibt also weiter unwahrscheinlich, dass Giropay oder andere digitale Bezahlsysteme auf das iPhone kommen.

Natürlich gab und gibt es noch eine dritte Möglichkeit neben Warten auf die Sparkassen und Wechsel der Hausbank, etwa zu Hypo und oder Comdirect , die von Anfang an ihre Kunden an Apple Pay angeschlossen hatten

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Das wäre natürlich auch für mich eine Lösung gewesen, eines der Konten bei der Sparkasse oder der Raiffeisenbank zu  kündigen und auf eine junge, moderne Bank umziehen oder einfach ein weiteres Konto bei einer solchen zu eröffnen. Ich hatte ich aber für eine Übergangslösung entschieden, respektive für deren zwei, nach und nach. Zunächst meldete ich mich bei Boon an, für eine virtuelle Debit-Card, die man in seine Wallet integrieren kann. Der Preis von 1,50 Euro im Monat, den die Tochter von Wirecard aufruft, ist akzeptabel. Zudem gibt es immer wieder kleinere Cashback-Beträge: Wenn man in einem gegebenen Zeitraum wie der Wiesnzeit oder dem Advent öfter per Boon bezahlt, gibt es fünf Euro gut geschrieben, sozusagen also drei Monate Gratisnutzung. Die niederländische Onlinebank Bunq konnte mich mit ihrem Preismodell von 8 Euro im Monat nicht überzeugen, die Vorteile, die ich neben Apple Pay dort genossen hätte, waren für mich nicht relevant. Boon steht bei mir persönlich mittlerweile auch auf der Liste der zu kündigenden Dienste – ich nutze diese Karte nicht mehr.

Apple Pay Österreich: Diese Banken sind dabei

Das Angebot in Österreich ist ein wenig übersichtlicher. Immerhin standen die Sparkassen schon früh  auf der Liste:

boon.
Erste Bank und Sparkasse
Monese
N26
Revolut
VIMpay

In einem eigenen Artikel haben wir beschrieben, wie die Konteneinrichtung bei Boon funktioniert . Im Wesentlichen handelt es sich um ein Guthabenkonto respektive eine Debitcard, die man immer wieder auffüllen muss. Entweder per SEPA-Überweisung oder per Belastung einer beliebigen Kreditkarte. Das kann man automatisieren, wenn etwa das Restguthaben einen gewissen Schwellenwert unterschreitet, wird ein bestimmter Betrag überwiesen oder belastet. Ich habe das bei mir so eingependelt, dass ich unter 50 Euro Guthaben immer 100 Euro aufladen lasse. Das geht sehr schnell, aber nicht im Voraus: So ist es mir schon mal passiert, dass das Restguthaben für den Einkauf nicht ausreichte und ich doch noch zur Girocard greifen musste. In einem anderen Fall hatte ich nicht mitgedacht: Mir und meiner Bank war der Wechsel von einer Mastercard zu einer solchen in Gold ein wenig missglückt, anstatt eines Upgrades bekam ich ein neues Stück Plastik mit einer neuen Nummer – und musste diese an diversen Stellen in meinen persönlichen Bezahlsystemen neu hinterlegen. An Boon hatte ich erst mal nicht gedacht, das automatische Aufladen versagte daher.

Nun, da ich mit Mastercard Gold am Handgelenk bezahlen kann, könnte ich Boon ja kündigen. Ich denke noch darüber nach, es schadet aber gewiss nicht, für bestimmte Zwecke ein eigenes Konto zu unterhalten, dessen spärlichen Inhalt man im Zweifelsfall verlieren kann. Wie eine Geldbörse für den Kauf von Fahrkarten für den ÖPNV – Apple Pay hat ein Äquivalent dazu entwickelt. Denn auf Apple Watch und iPhone kann man eine der Karten für den ÖPNV konfigurieren – dann bezahlt man an kompatiblen Automaten ohne weitere Authentifizierung und quasi im Vorbeigehen. Praktisch, auch wenn es in New York jüngst angeblich Systemfehler gegeben hat, die zu doppelter Bezahlung führten . Bis es Apple Pay Express Transit in Deutschland geben wird, fließt noch viel Wasser die Isar, die Elbe und Rhein hinab. Das führende Transportunternehmen des Landes hat vor allem im Nahverkehr große Probleme. So stand ich letztens an einem Automaten, um eine Monatskarte für die S-Bahn zu erwerben und freute mich über das Symbol, das kontaktloses Bezahlen versprach. Aber, Sie ahnen es: Wie ich auch meinen Arm verrenkte, da war nichts mit Apple-Pay-Bezahlung. Klar, das an den Automaten angeschlossene Terminal forderte auch explizit dazu auf, eine Karte in den dafür vorgesehen Einschub zu stecken. (Dafür haben manche Züge nach einem monatelangen Werkstattaufenthalt WLAN eingebaut. Gratis und lahm: Meine Messungen zeigten lächerliche 2Mbit im Download. So viel also zum Stand der Digitalisierung in Deutschland. Wenigstens hat sich für mich das Thema ÖPNV vorerst erledigt, bis weit in Herbst hinein nur noch Fahrrad oder HomeOffice. Und dann sehen wir weiter.)

Apple-Pay-Karte mit einer jeden Bank – aber nicht überall nutzbar: Amex Blue

Das Upgrade auf die – oder die Neubestellung der – goldenen Mastercard im vergangenen Sommer war einerseits spekulativ: Womöglich würde die Stadtsparkasse München ja ihre Premiumkunden bevorzugen und bietet denen zuerst Apple Pay an? Das war dann nicht der Fall, eine jede von den Sparkassen ausgegebene Kreditkarte ist zu Apple Pay kompatibel. Man muss aber weitere Voraussetzungen erfüllen: Zugang zu Online-Banking, das aber mit pushTAN oder chipTAN gesichert ist. smsTAN, das im Gegensatz zu den auf Papier ausgegebenen Listen auch nach dem 14. September 2019 noch gültig war, reicht für Apple Pay nicht aus. Vernünftig, denn eine jede Sicherheitskette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Für mich hatte das Upgrade auf die Mastercard Gold noch andere Gründe, mit der goldenen Karte bekommt man auch noch Auslandskrankenversicherung, Reiserücktrittskostenversicherung und weitere Vorteile, sodass man den Preis von 90 Euro im Jahr kaum mit dem des bloßen Onlinekontos bei Boon vergleichen kann. Die andere Auslandskrankenversicherung, die noch hatte und die rund 60 Euro im Jahr kostet, habe ich schon gekündigt. Irgendwann wird das mit Auslandsreisen dann schon wieder …

Es geht aber auch ohne Kreditkarte der Sparkasse mit einem Konto bei einem der öffentlich-rechtlichen Institute (oder überhaupt einem bei der VR Bank) direkt mit Apple Pay, ohne dass man sich um den Füllstand eines weiteren Onlinekontos kümmern müsste: Mit der Blue Card von American Express . Auch dieses Angebot und wie man es einrichtet, haben wir in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben. Der Vorteil: Die Karte ist gratis, nur wenn man an einem Cashback-Programm teilnehmen will, zahlt man 30 Euro im Jahr. Kann sich amortisieren, muss aber nicht – ich habe mich für die kostenlose Variante entschieden.

Apple Pay Schweiz: Diese Banken sind dabei

Das ausgewiesene Bankenland Schweiz konnte Apple Pay bereits viel früher anbieten. Mit derzeit (September 2019) folgenden Instituten:

Bonus Card (Kredit- und Prepaidkarten von Visa)
boon. by Wirecard
Cornèrcard (Kredit- und Prepaidkarten von Mastercard und Visa)
Credit Suisse
Monese
N26
Revolut
Swiss Bankers (Prepaidkarten von Mastercard)
Swisscard (Kreditkarten von American Express, Cashback, mydrive, Pointup, SWISS Miles & More, Neutral Mastercard-Kreditkarten, wow Visa-Prepaidkarte)

Ansonsten ist die Amex Blue eine ganz normale Kreditkarte, mit der ich am Automaten auch Bargeld abheben kann (gegen Gebühr, bei der goldenen Mastercard ist das zwölfmal im Jahr weltweit gratis möglich). Das Limit ist auch ausreichend, um mehr als Lebensmittel einzukaufen. Das Beantragen der Karte war relativ schmerzfrei, natürlich musste das Unternehmen meine Bonität prüfen und erst einmal per Post-Ident meine Identität feststellen. Das geht ja auch per App, nur hat das in meinem Fall nicht geklappt – die App der Deutschen Post AG setzt den Personalausweis im Scheckkartenformat voraus, den ich erst Anfang 2020 bekommen hatte.

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Beim Einkauf im Supermarkt und dem angeschlossenen Getränkemarkt half mir die Amex Blue als Zweitkarte auch weiter, wenn auf der Boon zu wenig Guthaben ist. Nur im Gartenbaumarkt musste dann wieder der Griff zur Plastikkarte von der Stadtsparkasse sein, denn dort nehmen sie keine Amex. Grund: American Express verlangt eine höhere Transaktionsgebühr, nicht ein jeder Händler ist bereit, diese abzugeben. Merke: Mit Apple Pay kann man zwar überall bezahlen, wo ein NFC-Terminal steht, das gilt aber nur, wenn der Händler auch American Express akzeptiert. Es kommt also nach wie vor auf die richtige Karte an.

Weitere Einschränkungen

Wie weiter oben angedeutet: Apple Pay ist vor allem von jungen Leuten gewünscht. Auch sehr jungen Leuten. Mein Junior etwa musste im Dezember 2018 die Erfahrung machen, dass er zwar von Bunq dank meiner elterlichen Genehmigung ein Konto eingerichtet bekommen hatte, das aber nicht weiter half: Apple Pay erst ab 16. Das war dann diesen Sommer der Fall, aber Bunq finden wir aus bekannten Gründen nicht attraktiv. Boon hätten wir akzeptiert, aber: Erst ab 18. Von der betulichen Kreissparkasse zur Hypovereinsbank wechseln, die bei uns im Ort auch (noch) eine Filiale unterhält? Deren Startkonto hat aber auch einen Haken, Girocard gibt es zwar schon ab 14, aber Mastercard und Onlinebanking ab 18. Jetzt setzen wir auf die Kreissparkasse, die eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte für Minderjährige im Angebot hat.

Sicherheitsrisiko NFC – auf Plastik

Warum bestehen wir aber so auf Apple Pay, wo es doch an jeder Ecke Geldautomaten gibt? Ja, noch. Das Bargeld wird zwar nicht aussterben, beim Bäcker bei uns im Ort etwa gibt es dazu nach wie vor keine Alternative. Hie und da müssen wir sogar noch unterschreiben, wollen wir mit Karte zahlen. Die Vision ist aber klar: Ohne Geldbeutel aus dem Haus gehen, nur mit Uhr und/oder iPhone, allenfalls mit einer sehr dünnen Börse. D azu müssten aber auch die vielen Kunden- und Bonuskarten, die wir so haben, auch digitalisierbar sein . Sind aber nur die wenigsten, also ziehen wir an der Kasse im Supermarkt doch wieder eine Karte raus, auf die wir zwar Punkte gut geschrieben bekommen, mit der wir aber nicht bezahlen können.

Noch einen Grund gibt es, warum wir gerne mal die physische Karte daheim ließen oder uns wieder eine ohne NFC-Chip geben lassen. Denn so sicher sind die Karten nicht. Ende August 2019 berichtete etwa der SWR darüber , wie man mit einem Lesegerät leicht an kleinere Beträge von ahnungslosen Kartennutzern kommt, hält man dieses nahe genug an die Tasche oder das Portemonnaie. Das sind etwa fünf Zentimeter, das lässt sich durchaus unbemerkt bewerkstelligen. Bei Beträgen unter 25 Euro muss man keine PIN eingeben, das Geld ist schnell futsch. Ein Lesegerät nah an das iPhone oder die Apple Watch zu halten, bringt indes nichts. Schließlich muss man einerseits die Wallet aktivieren (Doppeldruck auf die Seitentaste der Uhr oder des iPhones respektive Home-Button bei älteren Modellen) und andererseits sich per Touch ID oder Face ID authentifizieren – respektive per Code-Eingabe bei der Apple Watch, sobald man die angelegt hat.

"Wie viel Uhr ist es?" – "38,75 Euro!" - "Ja, bei mir auch"

Das ist auch der Grund, warum ich zum Zahlen die Apple Watch gegenüber dem iPhone bevorzuge. Ich muss sie nicht erst aus der Tasche ziehen und mich auch nur dann mit einem persönlichen Code identifizieren, wenn die Uhr noch gesperrt ist. Anfangs war ich im Supermarkt und im Getränkemarkt ein wenig der Exot. Ich habe brav immer meinen Wunsch geäußert, mit Karte zu bezahlen, etliche Wochen und wenige Monate waren die Kassierer erstaunt, dass das auch mit der Uhr geht. Interessanterweise nicht an Tankstellen, dort hatte ich es aber meist mit recht jungen Kassierern und Kassiererinnen zu tun.

Mittlerweile kennt man mich aber und weiß, wie ich zu bezahlen gedenke. "Bei mir ist es 38 Uhr 75," heißt es dann etwa im Getränkemarkt – und nach einem erfolgreichen Uhrenvergleich – weil: "Bei mir auch!" – gibt das Terminal dann die Meldung aus: Zahlung erfolgt. Geldbeutel und iPhone blieben dabei sicher in der Tasche.

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