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Apple Pay mit Sparkasse: So geht's - endlich

10.12.2019 | 13:22 Uhr | Peter Müller

Ein Jahr nach dem Deutschlandstart von Apple Pay sind nun auch die Sparkassen mit dabei. Was tun aber, wenn die Anmeldung nicht sofort klappt?

Fünf Jahre nach dem Start von Apple Pay und immerhin noch eines nach dessen Einführung in Deutschland können nun auch Kunden der Sparkasse mit dem iPhone oder der Apple Watch bezahlen . Es sind aber einige kleine Hürden zu überwinden – vor allem, wenn man schon lange Kunde eines der öffentlich-rechtlichen Institute ist.

So wie ich. Das erste Konto vor nunmehr 33 Jahren in der Stadtteilfiliale der Stadtsparkasse München eröffnet, Kreditkarte habe ich seit dem Jahr 1999, damals eine silberne Mastercard, die ich in diesem Jahr gegen eine goldene ausgetauscht habe. Bezüglich Apple Pay hätte ich auch bei der silbernen bleiben können, für mich waren aber andere Vorteile entscheidend, die Auslandskrankenversicherung für die gesamte Familie etwa.

Dass man eine Kreditkarte für Apple Pay mit der Sparkasse benötigte, schwante mir schon letzten Dezember – im Sommer dieses Jahres hatten die Sparkassen versprochen, sich nun doch Apple Pay anzuschließen. Die Girocard, früher als EC-Karte bekannt, werde 2020 folgen. Technische Gründe seien die Ursache, ich vermute aber eher administrative hinter der Entscheidung: Mit der Girocard als Basis wollten die Sparkassen ihr eigenes digitales Zahlungssystem etablieren. Auf Android-Handys funktioniert das ja auch, trotz eines neuen Gesetzes (wegen seiner Nebenbedingungen) wird das iPhone aber nur über die Wallet und eben Apple Pay zugänglich bleiben.

Für mich persönlich ist das kein Problem, habe ja schon lange eine Kreditkarte der Sparkasse. In der Zwischenzeit hatte ich die App samt Girokonto der Wirecard-Tochter boon genutzt, seit Sommer alternativ die American Express Blue – die ist witziger Weise mit meinem Konto der Stadtsparkasse verknüpft und kostet keine Gebühren, da ich nicht am Payback-Programm teilnehme. Aber bezahlen kann man mit Amex eben nicht überall, auch nicht immer dort, wo Apple Pay mit Master- oder Visacard akzeptiert wird.

Vermutlich werde ich beide Dienste erst einmal behalten. Boon kostet zwar 1,49 Euro im Monat, immer wieder aber kann man sich fünf oder zehn Euro Prämie verdienen, wenn man damit ein paar mal bezahlt. Effektiv habe ich in dem einen Jahr mit Boon für den Service nichts gelöhnt – nur meine Einkäufe im Supermarkt, im Getränkemarkt, im Baumarkt und an der Tankstelle.

Dennoch ist mir daran gelegen, die Mastercard der Stadtsparkasse München in Apple Pay einzubinden. Warum? Amex wird eben nicht überall akzeptiert und Boon ist eine Prepaid-Lösung, auf deren Konto immer dann zu wenig liegt, wenn ich mal etwas größeres bezahlen will.

Für Apple Pay mit der Sparkasse gibt es aber noch ein paar Hürden zu überwinden. So geht's:

1. Kreditkarte erforderlich

Das sollte ab 2020 ein etwas niedrigeres Hindernis sein, wenn auch die Girocard an das System angeschlossen ist. Girocard können sogar Kinder und Jugendliche bekommen, Apple Pay setzt aber das Mindestalter von 16 Jahren.

2. Online-Banking erforderlich

Klingt nach der geringsten Anforderung, wer Apple Pay nutzen will, dürfte schon längst seine Bankgeschäfte über das Internet tätigen. Die Voraussetzung hat es aber in sich, es gibt einige Nebenbedingungen, die wir im Folgenden betrachten.

3. pushTAN oder chipTAN erforderlich

Was jetzt auch nicht als großes Problem erscheint, wer sich erst kürzlich das Online-Banking eingerichtet hat, dürfte ohnehin von Anfang an auf pushTAN gesetzt haben, manche, die schon länger dabei sein, haben womöglich beim Umstieg von der TAN-Liste auf Papier zu einem sichereren Verfahren lieber einen Generator geordert haben, der die TANs erzeugt, wenn man sie benötigt: chipTAN. Wer aber, wie ich, in diesem Jahrtausend keinen einzigen papierenen Überweisungsträger ausgefüllt hat, dafür seit der Jahrtausendwende ein Handy nutzt, wird sein Online-Banking heute noch mit smsTAN betreiben. Die Methode ist sicher, aber bei Weitem nicht so sicher wie pushTAN oder chipTAN. Warum sollte man aber, wenn Apple einen so hohen Wert auf Sicherheitsstandards setzt, ein Verfahren aus dem letzten Jahrtausend einsetzen? Also umgestellt auf pushTAN – geht per Auftrag im Online-Banking der Stadtsparkasse.

4. Geduld beim Umstieg

Einen Brief mit einem QR-Code schickt die Stadtsparkasse innerhalb von wenigen Werktagen zu. Darin stehen auch Anweisungen, was man damit machen soll: In der App S-ID-Check scannen, diese wird dann auch die TANs generieren, sobald sie mit dem Konto gekoppelt ist. Einen ersten Code gibt man nun in den entsprechenden Dialog im Online-Bankig beim ersten Login ein. Wenn man den richtigen Login verwendet. Ich hatte aber noch einen, der höchsten Sicherheitsstandards gehorcht, also solchen aus dem Jahr 2002. Der Loginname: Meine Kontonummer. Die PIN: Fünfstellig. Dazu eben smsTAN, es grenzt an ein Wunder, dass mein Konto noch nicht abgeräumt wurde.

Erst einen Tag darauf kam der zweite Brief der Stadtsparkasse, mit neuen Zugangsdaten für das Online-Banking und einem Einmal-Passwort. Ist ja auch sinnvoll, das in separater Post abzuhandeln, so wie man den PIN für eine neue Karte auch getrennt davon bekommt. Zugangsdaten eingegeben, dazu den Freischaltcode für pushTAN und Safari ein neues, sicheres Passwort festlegen lassen, fertig. Was verwundert, aber freut: Auch die Kreditkarte ist nun online verfügbar, bisher hatte ich nur einmal im Monat die Abrechnung per PDF bekommen. Was nur verwundert: Der Zugang mit smsTAN funktioniert weiterhin, meine Bank löscht diesen aber für mich auf meine Aufforderung hin.

Apple Pay mit der Stadtsparkasse - endlich. Ein paar Hürden waren noch zu überspringen.
Vergrößern Apple Pay mit der Stadtsparkasse - endlich. Ein paar Hürden waren noch zu überspringen.

5. Geduld bei Apple Pay

Nun aber, alle Voraussetzungen erfüllt? Fast – denn die aktuelle Sparkassen-App ist auch noch zwingend erforderlich. In der Wallet ist die Karte ja schnell hinzugefügt, darin präsentiert sie auch gleich einen Link in die App, in der man die Aktivierung vornehmen kann. Kein Problem, sofern automatische Updates aktiviert sind und die letzte Version auf dem iPhone liegt. Denkste. Denn die App mag zwar auf dem aktuellen Stand sein, der Account aber nicht. Richtig – ist noch der alte mit smsTAN, eine Aktivierung darüber aber nicht möglich. Bevor ich wieder verzweifelt den Bankberater anrufe, erinnere ich mich an die Lösung von oben: Einfach mit den neuen Daten eingeloggt. Geht nur so einfach nicht. Bevor ich lange in den Einstellungen suche, lösche ich die App und installiere sie neu. So wie erst vor ein paar Wochen, als sie mein Passwort nicht mehr kennen wollte – eine Passwortwiederherstellung fehlt aus Sicherheitsgründen. Immerhin geht die Neuanmeldung flott voran und nach dem Login ruft mich eine Benachrichtigung dazu auf, die Aktivierung abzuschließen. Fertig!

Fazit

Was lange währt, wird endlich gut, so lautet das Sprichwort. Immerhin mit einem Jahr Verspätung kann ich nun Apple Pay mit meiner Hausbank verwenden. Dass man dazu auch die aktuelle Software und moderne Sicherheitsmethoden verwenden muss, ist keine lästige Pflicht, sondern eine beruhigende Maßnahme. Bei anderen Banken ist das aber auch nicht anders, so hatte heute etwa auch die Norisbank auf der neuesten Version ihrer App für die Aktivierung bestanden. Hätte mir nur von Anfang an etwas mehr Informationen gewünscht, an einigen Stellen musste ich mir den Weg selbst erschließen. V on nun an werde ich aber nicht mehr der Exot sein, der im Supermarkt mit Uhr bezahlt – die Sparkassen haben nun einmal die meisten Kunden und viele davon haben auf Apple Pay gewartet. Apples Bezahlservice wird weiter boomen.

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