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Culture Code (Things): WWDC selbst ohne Ticket nützlich

24.05.2021 | 10:05 Uhr | Peter Müller

Seit Anfang an im App Store dabei ist die To-Do-App "Things". Der Entwickler hat daher viel zu erzählen. Etwa, welchen Gewinn man aus der WWDC zieht – selbst wenn man kein Ticket dafür bekommen hat.

"Things" ist eine preisgekrönte To-Do-App für den Mac, iPad, iPhone und Apple Watch mit langer Geschichte. Sie kombiniert Produktivität, Einfachheit und klares Design zu einem unverzichtbaren Alltagsbegleiter.

Das 2004 gegründete, privat geführte Unternehmen Culture Code stellte zunächst Software für Webentwickler her. Im Jahr 2007 änderte die Firma ihren Kurs und konzentrierte sich auf die Anwendung "Things". Im darauffolgenden Sommer kam die Version 1.0 am selben Tag auf den Markt, an dem der App Store eröffnet wurde – und gehörte damit zu den ersten 500 Apps des Store. Dreizehn Jahre später entwickelt das kleine 11-köpfige Entwicklerteam das ursprüngliche Produkt weiter – mittlerweile in der dritten Hauptversion – und hat auf diesem Weg mehr als fünf Millionen Downloads verbucht und viele Preise gewonnen, darunter zwei Apple Design Awards.

Weitere Entwickler-Geschichten zu der kommenden WWDC 2021 können Sie hier nachlesen.

Unsere Fragen beantwortet Werner Jainek, der Geschäftsführer der Culture Code GmbH:

Warst du schon mal live auf der WWDC in San Francisco oder San Jose und wann war das genau?

Ja, Things gibt es schon seit einer ganzen Weile. Seit meiner ersten WWDC 2009 habe ich lediglich zwei oder drei ausgelassen.

Wie kamst du zur WWDC? Glück bei der Verlosung der Tickets gehabt oder durch Einladung von Apple?

Sowohl als auch. Wir hatten das Glück, gleich zweimal den Apple Design Award zu gewinnen. Dieser “Oscar” der App Entwicklung wird immer auf der WWDC verliehen und ich denke, es war kein Zufall, dass wir als Preisträger auch Tickets bekommen haben.

Verdienter Preis: Things hat schon zweimal den Apple Design Awards (ADA) gewonnen.
Vergrößern Verdienter Preis: Things hat schon zweimal den Apple Design Awards (ADA) gewonnen.
© Wener Jainek

Wir haben unsere Entwickler allerdings schon öfter ohne Ticket zur WWDC geschickt. Um den eigentlichen Veranstaltungsort herum finden zeitgleich einige andere Konferenzen statt, es gibt privat veranstaltete Partys – und die Straßen und Cafés wimmeln von Entwicklern. Vieles, was die WWDC ausmacht, kann man auch ohne Ticket erleben.

Welche WWDC-Erfahrung hat dir bei der Entwicklung oder Vermarktung deiner App am meisten geholfen? Und welche WWDC-Erfahrungen waren für dich nicht so gut?

WWDC-Neulinge machen oft den Fehler, sich auf die “Sessions” zu konzentrieren, obwohl man diese auch im Nachhinein auf Video anschauen kann. Dabei verpassen sie die Chance, sich in den “Labs” persönlich mit den Apple-Ingenieuren zu unterhalten, die an den Programmierschnittstellen gearbeitet haben. Wir tragen im Laufe des Jahres immer eine Liste an Fragen zusammen, die wir dann in den Labs zu klären versuchen.

Was war deiner Ansicht darüber hinaus die wichtigste Software-Entwicklung Apples in den letzten Jahren in Bezug auf deine App? Was hat am meisten enttäuscht?

Fürs iPhone ist eine tolle Neuerung, dass man jetzt Widgets für den Home-Bildschirm entwickeln kann. Mit den Things-Widgets sieht man zum Beispiel mit einem Blick die Aufgaben für heute, oder auch beliebige andere Listen.

Auf dem iPad haben wir Unterstützung für Scribble eingebaut: um einer Liste neue Aufgaben hinzuzufügen, reicht es, einfach drauf loszuschreiben. Und Nutzer, die ein iPad mit Magic Keyboard haben, können mit Tastaturkürzeln und Mauszeiger unsere App so effizient und schnell bedienen, als seien sie auf dem Mac.

Ansonsten gibt es einige Bereiche, in denen wir uns mehr Schnittstellen von Apple wünschen, sodass sich "Things" tiefer ins System integrieren kann. Apple baut diese allerdings in der Tat jedes Jahr aus – wir sind also auch diesmal gespannt.

Wie hat dir das reine Online-Event von 2020 gefallen? Ist das deiner Ansicht nach auch in Zukunft das bessere Format oder sehnst du dich schon nach einer realen WWDC im Jahr 2022?

Ich wünsche mir auf jeden Fall wieder eine “reale” WWDC! Ein großer Reiz war schon immer der persönliche Austausch mit anderen Entwicklern, die zufälligen Bekanntschaften und die Atmosphäre vor Ort. Aus dem Online-Event hat Apple letztes Jahr das Beste gemacht, was man konnte, aber ein Ersatz ist es nicht.

Volles Haus: 2022 könnte das wieder möglich sein.
Vergrößern Volles Haus: 2022 könnte das wieder möglich sein.
© Wener Jainek

Was erwartest du konkret von iOS 15, iPadOS 15, watchOS 8 und tvOS 15?

Am meisten bin ich auf das neue iPadOS gespannt. In den letzten zwei Jahren hat es bereits große Fortschritte gemacht, aber ich bin mir sicher, dass da noch einiges kommt. Auf meiner Wunschliste steht zum Beispiel ein überdachter Home-Bildschirm und flexibleres Multitasking.

Was erwartest du konkret vom neuen macOS 12?

Am spannendsten für den Mac ist derzeit der schrittweise Übergang zu Apples eigenen M1-Chips (vielleicht sehen wir schon den M2?) und die damit verbundene neue Hardware. Was Neuerungen am Betriebssystem angeht, lasse ich mich überraschen.

Welchen Namen wird Apple dem nächsten Mac-System verpassen, wie lautet dein Tipp?

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