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Das ist neu in Big Sur – Mail, Fotos, Spotlight, Time Machine

24.11.2020 | 10:36 Uhr | Thomas Armbrüster

Nicht alle Änderungen in macOS Big Sur sind so gut zu erkennen wie die neu gestaltete Oberfläche. In manchen Anwendungen muss man genauer hinschauen, um sie zu finden.

Mail

Wie die anderen Anwendungen von Apple verwendet auch Mail die neu gestaltete Seitenleiste und Symbolleiste. Auch die Symbole für die Postfächer und diejenigen in der Symbolleiste zeigen sich im neuen Look. Was weniger auffällt, ist die Handhabung der Postfächer, die von iOS übernommen wurde. Es gibt nicht mehr die automatisch angelegten Postfächer (Eingang, Entwürfe, Gesendet, Spam und Papierkorb) für alle Accounts unter einem Dach, sondern jeder Account wird in der Seitenleiste separat mit seinen Postfächern aufgelistet. Zum Einblenden der Postfächer bewegt man den Mauszeiger auf den Namen des Accounts und klickt auf das sich einblendende Pfeilsymbol. Ersetzt werden die gemeinsamen Postfächer durch die Favoriten. Unter „Alle“ sind die Eingangspostfächer zu finden, für die gesendete, gelöschte und archivierte Post sowie für den Spam gibt es Favoriten mit der Zusatzbezeichnung „alle“. Bewegt man den Mauszeiger über den Eintrag „Favoriten“, blendet sich ein Plussymbol ein. Ein Klick darauf öffnet ein Dialogfenster, über das man festlegt, welche Postfächer unter „Favoriten“ aufgelistet werden.

Um die Postfächer mehrerer Accounts gemeinsam anzuzeigen, muss man nun Favoriten einrichten, wie unter iOS.
Vergrößern Um die Postfächer mehrerer Accounts gemeinsam anzuzeigen, muss man nun Favoriten einrichten, wie unter iOS.
© Thomas Armbrüster

Für den Filter in der Nachrichtenliste nimmt man nun die Einstellungen über das Menü „Darstellung“ vor. Zuerst klickt man das Filtersymbol oberhalb der Liste an, dann werden die E-Mails standardmäßig nach „Ungelesen“ ausgefiltert. Über „Darstellung > Filter“ lassen sich weitere Kriterien hinzufügen oder Kriterien durch nochmaliges Anklicken wieder aus dem Filter entfernen. Diese Einstellungen werden beibehalten, auch wenn man den Filter wieder ausschaltet.

Die Einstellungen zum Filtern der E-Mail-Liste sind jetzt im Menü „Darstellung“ zu finden.
Vergrößern Die Einstellungen zum Filtern der E-Mail-Liste sind jetzt im Menü „Darstellung“ zu finden.
© Thomas Armbrüster

Fotos

Auf den ersten Blick hat sich, ausgenommen das neue Erscheinungsbild von Big Sur, in Fotos nichts geändert. Nur in der Seitenleiste steht jetzt an oberster Stelle „Fotos“ und nicht mehr „Mediathek“. Die beiden Begriffe haben aber nur ihren Ort getauscht, funktionell hat sich nichts geändert. Es lassen sich aber ein paar neue beziehungsweise geänderte Funktionen finden. So ist im Bearbeiten-Modus unter „Farbe“ der Regler „Kontrast“ durch den Regler „Lebendigkeit“ ersetzt worden. Der Regler "Lebendigkeit", auf Englisch "Vibrance", verstärkt oder schwächt wenig gesättigte Farben in einem Bild, lässt aber schon gesättigte Farben unberührt. Darin unterscheidet er sich vom Regler „Sättigung“, der alle Farben im Bild verstärkt oder abschwächt. Mit Lebendigkeit erhält man darum meist natürlicher wirkende Bilder als mit Sättigung. Auch der frühere Regler „Kontrast“ unter „Farbe“ hat ähnlich gearbeitet, während der Regler „Kontrast“ unter „Licht“ den Kontrast im ganzen Bild erhöht oder abschwächt.

Der Regler „Lebendigkeit“ verstärkt oder schwächt wenig gesättigte Farben in einem Bild, lässt die gesättigten Farben jedoch unberührt.
Vergrößern Der Regler „Lebendigkeit“ verstärkt oder schwächt wenig gesättigte Farben in einem Bild, lässt die gesättigten Farben jedoch unberührt.
© Thomas Armbrüster

Kein Fortschritt lässt sich beim Retuschierwerkzeug erkennen. Laut Apple soll es durch maschinelles Lernen bessere Ergebnisse ermöglichen als bisher. Wenn wir uns die Fußnoten dazu auf Apples Webseite anschauen, verstehen wir warum: Man benötigt dazu ein Macbook Pro 15 Zoll oder 16 Zoll, 4k oder 5K Retina-iMacs, einen iMac Pro oder einen Mac Pro. Unser Testgerät ist jedoch ein Macbook Air. Anders wird es vielleicht mit den neuen M1-Macs aussehen, die ja mit der Neural Engine insbesondere maschinelles Lernen unterstützen sollen.

Nachdem man bisher Videos in Fotos nur anschauen, aber nicht bearbeiten konnte, ist das unter macOS Big Sur nun möglich. Fast alle Bearbeitungswerkzeuge stehen jetzt auch für Videos zur Verfügung, inklusive des Werkzeugs zum Zuschneiden sowie die Filter. Und bei den Filtern gibt es nun die Möglichkeit, die Stärke des Effekts per Schieberegler zu steuern, und zwar sowohl für die Fotos als auch für die Videos.

Wählt man einen Filter aus, kann man über den Schieberegler nun die Stärke bestimmen.
Vergrößern Wählt man einen Filter aus, kann man über den Schieberegler nun die Stärke bestimmen.
© Thomas Armbrüster

Spotlight

Bei der Suchfunktion Spotlight gibt es Neues unter macOS Big Sur. Und zwar haben die Entwickler die Darstellung im Ergebnisfenster geändert, nicht unbedingt zum Besseren. Bisher ist es so, dass im Fenster mit den Suchergebnissen an oberster Stelle ein oder zwei Toptreffer aufgelistet werden. Darunter ordnen sich dann die einzelnen Kategorien an, wie Ordner, Programme, Dokumente oder Bilder. Wird kein Toptreffer gefunden, beginnt die Liste mit der ersten Kategorie. Als Toptreffer kann ein Programm, ein Dokument oder auch eine Visitenkarte aus dem Adressbuch aufgelistet werden, wenn man nach dem Namen einer Person gesucht hat. Ein in den Toptreffern aufgelistetes Programm lässt sich per Doppelklick oder, wenn es markiert ist, durch Drücken der Zeilenschaltung öffnen. Bei Dokumenten oder Visitenkarten in den Toptreffern blendet sich rechts im Fenster eine Vorschau auf den Inhalt ein, wenn das Objekt markiert ist. Die Vorschau gibt es auch bei allen anderen Einträgen in der Ergebnisliste ein, sobald ein Eintrag markiert ist.

Klickt man in Spotlight einen der ersten Einträge in den Suchergebnissen an, wird das Dokument sofort geöffnet, ohne eine Vorschau anzuzeigen.
Vergrößern Klickt man in Spotlight einen der ersten Einträge in den Suchergebnissen an, wird das Dokument sofort geöffnet, ohne eine Vorschau anzuzeigen.
© Thomas Armbrüster

Unter macOS Big Sur gibt es die Kategorie "Toptreffer" nicht mehr. Es werden aber weiterhin an der ersten Stelle der Ergebnisliste diejenigen Dinge angezeigt, die Spotlight für die wesentlichsten hält. Was sich jedoch geändert hat: Klickt man eines dieser Suchergebnisse an, wird nicht mehr wie bisher zuerst eine Vorschau rechts im Fenster eingeblendet, sondern das Objekt wird sofort geöffnet, egal, ob es ein Ordner, ein Dokument oder ein Programm ist. Eine Vorschau wird nicht angezeigt. In den einzelnen Kategorien zeigt das Fenster die Voransicht auf ein Suchergebnis zudem nur dann an, wenn man es zuerst anklickt oder markiert und die Zeilenschaltung drückt, nicht jedoch, wenn man nur mit den Pfeiltasten der Tastatur durch die Ergebnisliste scrollt, so wie es bisher der Fall war. Erst wenn man ein Objekt angeklickt und damit einmal die Vorschau aktiviert hat, erscheint diese auch bei den anderen Objekten, wenn man mit den Pfeiltasten durch die Liste scrollt. Zu hoffen ist, dass es sich dabei um einen Fehler und nicht um ein Feature handelt.

Beim Scrollen per Pfeiltasten durch die Suchergebnisse werden die Vorschauen auf den Inhalt der Dokumente nicht eingeblendet.
Vergrößern Beim Scrollen per Pfeiltasten durch die Suchergebnisse werden die Vorschauen auf den Inhalt der Dokumente nicht eingeblendet.
© Thomas Armbrüster

Sucht man mit Spotlight unter macOS Big Sur nach einem Namen, um schnell die Visitenkarte der Person aus dem Adressbuch im Suchfenster einzublenden, geht das nicht mehr mit einem Arbeitsschritt. Sondern neben dem Namen in der Ergebnisliste ist zuerst nur ein Pfeil zu sehen, den man anklicken muss, um die Visitenkarte einzublenden. Neu in der Ergebnisliste ist ein Symbol von Safari, das unterhalb der ersten Suchergebnisse zu sehen ist. Ein Klick darauf öffnet den Browser und startet dort eine Suche nach dem eingetippten Suchbegriff. Dieser Eintrag ist unabhängig davon, ob man in der Systemeinstellung „Spotlight“ die Option „Lesezeichen und Verlauf“ aktiviert hat. Ist ein anderer Browser als Standardbrowser festgelegt, erscheint stattdessen sein Symbol in den Suchergebnissen. Dieser wird dann nach dem Klick geöffnet.

Bei der Suche nach einer Person muss man den Namen in den Suchergebnissen zuerst anklicken, um die Visitenkarte zu sehen.
Vergrößern Bei der Suche nach einer Person muss man den Namen in den Suchergebnissen zuerst anklicken, um die Visitenkarte zu sehen.
© Thomas Armbrüster

Time Machine

Time Machine richtet unter macOS Big Sur die Backup-Medien automatisch im Format AFPS ein. Ausgenommen, man verwendet ein altes Backup weiter, dessen Medium noch als HFS+ (macOS Extended) formatiert ist. Schließt man ein leeres Medium, egal ob Festplatte oder SSD, an einen Mac mit macOS Big Sur an, auf dem noch kein Medium für die Sicherung mit Time Machine ausgewählt war, blendet sich eine Mitteilung ein mit der Frage, ob man das Volume für das Backup verwenden möchte. Klickt man die Mitteilung an, hat man die Auswahl zwischen „Konfigurieren“ und „Nicht erneut fragen“.

Beim Anschließen eines neuen externen Mediums erscheint in manchen Fällen die Nachfrage, ob man es für das Backup verwenden möchte.
Vergrößern Beim Anschließen eines neuen externen Mediums erscheint in manchen Fällen die Nachfrage, ob man es für das Backup verwenden möchte.
© Thomas Armbrüster

Wählt man die Konfiguration, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem man ein Passwort für das Backup-Medium vergeben muss, da in diesem Fall das Backup verschlüsselt wird. Möchte man das Backup nicht mit einem Passwort sichern, nimmt man „Nicht erneut fragen“. Anschließend öffnet man die Systemeinstellung „Time Machine“ und wählt dort das Medium mit einem Klick auf „Volume auswählen“ aus. Die Systemeinstellung verwendet man ebenfalls, wenn die automatische Nachfrage beim Anschließen eines neuen Backup-Mediums nicht erscheint. Im sich nach dem Klick auf „Volume auswählen“ einblendenden Fenster kann man die Verschlüsselung aktivieren oder deaktiviert lassen. Nicht mehr möglich ist es, Programme und System wie unter macOS Catalina vom Backup auszunehmen, diese Option ist nicht mehr verfügbar. Interessant ist, dass zusammen mit der Verschlüsselung auch die Berücksichtigung der Groß-/Kleinschreibung auf dem Backup-Medium aktiviert wird.

Beim Auswählen eines Speichermediums in der Systemeinstellung „Time Machine“ lässt sich die Verschlüsselung aktivieren.
Vergrößern Beim Auswählen eines Speichermediums in der Systemeinstellung „Time Machine“ lässt sich die Verschlüsselung aktivieren.
© Thomas Armbrüster
Unter macOS Big Sur formatiert Time Machine neu ausgewählte Backup-Medien automatisch im Format APFS.
Vergrößern Unter macOS Big Sur formatiert Time Machine neu ausgewählte Backup-Medien automatisch im Format APFS.
© Thomas Armbrüster

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