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Das ist neu in macOS Ventura – der Stage Manager

26.06.2022 | 10:30 Uhr | Thomas Armbrüster

Um die Übersichtlichkeit auf dem Display zu verbessern, blendet der Stage Manager automatisch nur das Fenster des aktiven Programms ein.

Ganz neu ist die Idee eigentlich nicht, immer nur die Fenster des gerade verwendeten Programms einzublenden. Denn im Vollbildmodus nimmt jedes Programm immer den gesamten Bildschirm ein, alles andere wird ausgeblendet. Benötigt man mehrere Fenster, weil man mehrere Dateien öffnen möchte, werden diese in der Regel als Tabs hinzugefügt, sodass man zwischen ihnen schnell wechseln kann. Es gibt aber Programme, die sich hier verweigern wie Word. Dort muss man das Menü „Ansicht“ bemühen oder mit drei Fingern über das Trackpad streichen, um zwischen den geöffneten Dokumenten zu wechseln, da Word jedes Fenster in einem eigenen Space öffnet.

Zudem gibt es bisher schon eine Möglichkeit, immer nur die Fenster der aktiven Anwendung einzublenden, ohne den Vollbildmodus zu aktivieren. Dazu klickt man im Dock die Programmsymbole mit gedrückter Taste Option (⌥) an. Manchmal muss man dies wiederholen, damit der Effekt aktiviert wird. Mithilfe des kostenlosen Programms Tinker Tool kann man dies auch generell aktivieren und braucht dann keine zusätzliche Taste mehr gedrückt halten, wenn man über das Dock zwischen den Programmen wechselt. Dort wählt man unter „Dock“ die Option „Beim Umschalten auf ein Programm alle anderen ausblenden“ und klickt anschließend auf „Dock neu starten“. Auf den Programmumschalter, den man mit Command (⌘)-Tabulatortaste (⇥) einblendet, hat dies jedoch keinen Einfluss, beim Umschalten werden die anderen Fenster nicht versteckt.

Auch unter älteren Systemversionen kann man die Fenster nicht aktiver Anwendungen ausblenden, komfortabler ist aber der Stage Manager von macOS Ventura.
Vergrößern Auch unter älteren Systemversionen kann man die Fenster nicht aktiver Anwendungen ausblenden, komfortabler ist aber der Stage Manager von macOS Ventura.

Der Stage Manager

Der Stage Manager automatisiert in macOS Ventura das Umschalten zwischen den Fenstern der Anwendungen ohne Vollbildmodus und funktioniert auch mit dem Programmumschalter. Eingeschaltet wird die Funktion über das Kontrollzentrum. Ist noch kein Programm geöffnet und startet man die erste Anwendung, blenden sich alle Objekte auf dem Schreibtisch aus und das Fenster des Programms ein. Um den Schreibtisch wieder sichtbar zu machen, klickt man auf den Hintergrund. Dann wird das Fenster der Anwendung zu einer Miniatur verkleinert und auf der linken Seite des Displays abgelegt. Öffnet man eine weitere Anwendung, wird das bisher aktive Programm zur Miniatur und das neue Programm mit seinem Fenster geöffnet. Man klickt jeweils auf die Miniatur einer Anwendung, um sie in den Vordergrund zu holen und um alle anderen Programmfenster als Miniatur abzulegen. Alternativ nimmt man den Programmumschalter. Wechselt man zum Finder, blendet sich nicht der Schreibtisch ein, sondern es sind nur die im Finder geöffneten Fenster zu sehen. Der Schreibtisch lässt sich ausschließlich per Klick auf den Hintergrund aktivieren.

Der Stage Manager wird im Kontrollzentrum aktiviert.
Vergrößern Der Stage Manager wird im Kontrollzentrum aktiviert.

Man kann zudem einstellen, ob die Miniaturen der Programmfenster sichtbar bleiben oder ausgeblendet werden. Dazu klickt man im Kontrollzentrum auf das Symbol des aktivierten Stage Managers und wählt die gewünschte Option aus. Um die ausgeblendeten Miniaturen zu sehen, bewegt man den Mauszeiger an den linken Rand des Monitors. Die Miniaturen sind aber immer zu sehen, wenn der Schreibtisch aktiviert ist, unabhängig von der Voreinstellung des Stage Managers.

Lässt man die Miniaturen eingeblendet, werden sie am linken Bildschirmrand abgelegt.
Vergrößern Lässt man die Miniaturen eingeblendet, werden sie am linken Bildschirmrand abgelegt.

Man kann die Fenster von zwei (oder auch mehr) Anwendungen miteinander kombinieren, sodass diese beim Umschalten immer gemeinsam eingeblendet werden. Dazu aktiviert man zuerst das eine Programm ein und zieht dann die Miniatur des anderen über das Fenster. Um die Programme wieder zu trennen, zieht man eines der Fenster an den linken Bildschirmrand, es wird dann wieder zur Miniatur. Öffnet man anstatt Tabs mehrere Fenster in einem Programm, werden diese separat behandelt und immer nur eines davon eingeblendet und das andere als Miniatur angezeigt. Ist die Anwendung komplett ausgeblendet, stapelt der Stage Manager die im Programm geöffneten Fenster in einer Miniatur, und man kann eines davon anklicken. Alternativ kombiniert man die Fenster. Oder man verwendet den Tastaturkurzbefehl „Fokus in nächstes Fenster“, zu finden in den Systemeinstellungen unter „Tastaturkurzbefehle > Tastatur“, um zwischen den Fenstern des aktiven Programms umzuschalten.

Etwas umständlicher als bisher ist es, ein Objekt vom Schreibtisch in ein Dokument einzufügen. Dazu blendet man zuerst den Schreibtisch mit einem Klick auf den Hintergrund ein, klickt das Objekt an, fängt an zu ziehen und blendet dann über den Programmumschalter die Anwendung ein, in der das Objekt eingefügt werden soll. Oder man zieht das Objekt auf die Miniatur des Programmfensters.

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