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iPad Pro: die besten Word- und Excel-Alternativen

24.09.2019 | 13:30 Uhr | Thomas Hartmann

Trotz unbestrittener Vorteile muss es nicht immer Microsoft Office sein. Diese Alternativen bieten sich auf dem iPad an.

Wie die meisten  BĂŒroarbeiter geht es auch bei uns nicht ohne Office-Dateien. Microsofts Word, Excel und Powerpoint sind weiter der Standard, wenn es um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und PrĂ€sentation geht. Wer darauf nicht verzichten will: FĂŒr 99 Euro pro Jahr erhĂ€lt man das Office-Paket Office 365 von Microsoft , seit Anfang des Jahres auch im Mac App Store . HĂ€ufig gibt es deutlich gĂŒnstigere Sonderangebote, etwa bei Amazon.de . Das Paket lĂ€sst sich mit der jeweils aktuellen Version auf bis zu fĂŒnf oder gar sechs PCs oder Macs und auch MobilgerĂ€ten wie iPhone und iPad installieren. Inklusive ist immerhin 1 TB Speicherplatz auf dem Microsoft One-Drive-Cloudspeicher. Vielleicht die eleganteste Lösung – auch wenn die Abo-GebĂŒhr jĂ€hrlich fĂ€llig wird.

Wer Microsoft-Produkte aber scheut oder zu teuer findet, dem hilft unser Überblick. Wir haben im Laufe der letzten Jahre mehrere Apps ausprobiert, die diese Dateitypen öffnen, bearbeiten und erstellen können.

Test ĂŒberarbeitet – neue Bewertungen

Unseren Office-Test mit Word- und anderen Microsoft-Alternativen fĂŒr das iPad haben wir ĂŒberarbeitet und angepasst. Etwa die Preise auf das aktuelle Niveau korrigiert, die Problembesprechung fĂŒr Verbindungen mit Apples iCloud gestrichen, weil dies immer seltener eine Herausforderung ist. Und vor allem ein neues Office-Paket hinzugenommen, das uns sehr gut gefĂ€llt: die Office Suite von Mobisystems, die wir im Folgenden besprechen.

OfficeSuite von Mobisystems

Vieles, was man unten zu Docs To Go Premium liest, trifft auch fĂŒr die Office Suite von Entwickler Mobisystems  zu: Volle KompatibilitĂ€t mit Microsoft Office in allen Bereichen gibt es in unserem Test auch hier nicht. Dennoch macht dieses BĂŒropaket einen sehr guten Eindruck auf uns, wenn man eine Kröte gewillt ist zu schlucken: Es funktioniert ebenfalls nur im Abo, vergleichbar zu Microsoft Office 365. Freilich kostet die Office Suite ”nur” 31 Euro im Jahr und bietet dafĂŒr zahlreiche Möglichkeiten, die man auch aus Microsofts BĂŒropaket kennt. Und auch das Paket Mobisystems lĂ€sst sich neben dem iPad auf immerhin bis zu drei EndgerĂ€ten (einschließlich Windows, iOS und Android, es gibt also auch eine Desktop-Version fĂŒr PCs ) installieren. Ein siebentĂ€giges Test-Abo ist kostenlos, die VerlĂ€ngerung fĂŒr ein Jahr geschieht aber automatisch, wenn man nicht aufpasst und spĂ€testens 24 Stunden vorher kĂŒndigt.

Doch lohnt sich diese Alternative zu Microsoft Office? Der Vorteil ist auf jeden Fall, dass man nicht fĂŒr jede Dateiart wie bei Microsoft eine eigene App öffnen muss, also Word, Excel und Powerpoint fĂŒr das jeweilige Dokument. Sondern Office Suite erkennt automatisch, um welche Dateiart es sich handelt und öffnet diese relativ flott. Dazu bietet es im Abo-Preis inbegriffen einen eigenen Cloud-Speicherplatz mit 5 GB an. Zugriff auf die Dokumente hat man mit einem proprietĂ€ren Dateimanager, der Dokumente auf dem iPad darstellt ebenso wie in der iCloud oder auf anderen Online-Speicherlaufwerken wie Dropbox & Co.

Die OfficeSuite bietet einen übersichtlichen Dateimanager samt eigenem Speicherplatz
VergrĂ¶ĂŸern Die OfficeSuite bietet einen übersichtlichen Dateimanager samt eigenem Speicherplatz

Die Verbindungen respektive Genehmigungen dafĂŒr fĂŒgt man einfach hinzu und sogar ein direkter Import von Dokumenten ĂŒber GerĂ€te hinweg beispielsweise vom Mac ist per WLAN-Transfer ĂŒber den Browser möglich. Umgekehrt klappt es leider nicht, hier wird nur ein Icon der Datei transportiert. DafĂŒr lassen sich die Dateien aus dem Dateimanager von Office Suite leicht ĂŒber die ĂŒblichen iOS-Optionen teilen.

Das Abo-Modell gefällt nicht jedem
VergrĂ¶ĂŸern Das Abo-Modell gefĂ€llt nicht jedem

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, PDF-Dateien nicht nur direkt zu öffnen, sondern sie auch in ĂŒbliche Office-Formate zu konvertieren. Dabei sind wir beeindruckt, wie gut Layout und Formatierungen meist erhalten bleiben, im Großen und Ganzen auch beim Öffnen von anderen Office-Dateien, die nicht mit Office Suite erstellt wurden. Ein paar Abstriche muss man aber hier und da machen.

Vertraute Ansichten fast wie von Microsofts Office-Paket
VergrĂ¶ĂŸern Vertraute Ansichten fast wie von Microsofts Office-Paket

Sogar mit ZIP-Dateien kann das BĂŒropaket umgehen – deren Inhalt wird einfach geöffnet und geladen. Sehr gut gefĂ€llt uns auch die UnterstĂŒtzung fĂŒr den Dark Mode, den der Entwickler selbst schon fĂŒr iOS 12 verfĂŒgbar macht.

Hier beim Excel-Äquivalent
VergrĂ¶ĂŸern Hier beim Excel-Äquivalent

NatĂŒrlich werden auch viele bekannte Funktionen aus Microsoft Office wie Änderungen nachverfolgen, Bildumlauf und anderes unterstĂŒtzt respektive nachgeahmt, auf manche Funktionen wie beispielsweise eine direkte Bildunterschrift muss man aber verzichten. Die MenĂŒs und die BenutzerfĂŒhrung sind insgesamt stark an Office 365 fĂŒrs iPad angepasst, sodass man beim Umstieg wenig Probleme hat. Eine Outlook-Variante gibt es hier ebenso wie bei anderen ”Ersatz-Officen” auch nicht, allerdings ein E-Mail-Programm exklusiv fĂŒr die Windows-Version. Ärgerlich war, dass wir aus unerfindlichen GrĂŒnden neu kreierte Test-Ordner in Dropbox in der App nicht aufrufen konnten, obwohl es mit anderen Cloud-Speichern wie OneDrive problemlos klappte.

Und auch für Präsentationen muss man sich nicht sehr umgewöhnen
VergrĂ¶ĂŸern Und auch fĂŒr PrĂ€sentationen muss man sich nicht sehr umgewöhnen

Trotz derartiger gelegentlicher Ungereimtheiten keine Frage – OfficeSuite von Mobisystems ist von iWork abgesehen unser neuer Favorit als gĂŒnstigere Alternative zu Microsoft Office. Es kostet deutlich weniger, aber an einer jĂ€hrlichen Abo-GebĂŒhr kommt man auch damit nicht vorbei.

Docs To Go Premium

Im tĂ€glichen Einsatz hat sich auch Docs To Go Premium   bewĂ€hrt (18,99 Euro). Keine App ist voll kompatibel mit Microsofts Office-Dateien, Formatierungen sind dabei öfter ein Problem. Die genannte Lösung von Dataviz  bietet hier aber viel. Es gibt von der App auch die abgespeckte kostenlose Lösung Docs to Go Standard , die sich durch In-App-KĂ€ufe bis hin zur Premium-Version erweitern lĂ€sst, sodass man beispielsweise fĂŒr acht Euro immerhin Cloud-Zugriff erhĂ€lt, ohne die teuerste Variante erstehen zu mĂŒssen. Mit dieser App lassen sich sogar iWork-Dateien öffnen, aber nur als Bild, also nicht editierbar. DafĂŒr zahlt man hier weniger als 20 Euro nur einmalig statt Abo und kann damit ebenfalls alle ĂŒblichen Office-Formate öffnen, bearbeiten und erstellen.

iA Writer

FĂŒr die reine Texterfassung nutzen wir iA Writer   (9,99 Euro, von iA Labs ), eine sehr gute App. Nicht so ĂŒberladen wie typische Textverarbeitungen, konzentriert sie sich auf das Wesentliche: das Erfassen von großen Textmengen mit dennoch vielen Zusatzfunktionen . Der Programmierer hat dem tollen Textprozessor zudem eine Verbindung zu iCloud und Dropbox spendiert.  Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch der Import und Export von Word-Dateien (*.docx) und die Einbettung von Bildern oder Tabellen – klein, aber vorbildlich.

Pages, Numbers und Keynote

Apple selbst hat seit Jahren mit seiner kostenlosen iWork-Suite drei Programme fĂŒr Office-Anwendungen auf dem Mac im App-Angebot, lĂ€ngst gibt es Pages, Numbers und Keynote als Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und PrĂ€sentations-Modul aber auch als iOS-Versionen. In einem reinen Mac-Umfeld mit zusĂ€tzlichen iOS-GerĂ€ten (oder umgekehrt) bietet Apples Lösung auf jeden Fall ein deutliches Plus an Bedienkomfort und gleichwertige, wenn nicht in mancher Hinsicht bessere FunktionalitĂ€t, verglichen mit der Microsoft-Lösung.

Dennoch: Zwar nutzen wir unter iOS gern Apples iWork-Programme, haben sie also als Apps auf dem iPad installiert, doch ohne eine ”echte“ Office-Lösung wie Office Suite, Docs to Go Premium oder eben Microsoft Office selbst kommen wir nicht aus, da wir immer wieder mit ”reinen“ MS Office-Dateien aus anderen Quellen umgehen mĂŒssen, deren KompatibilitĂ€t zu iWork hĂ€ufiger eingeschrĂ€nkt ist. Wer daher in heterogenen Umgebungen arbeitet wie wir und im Zweifel volle Übereinstimmung benötigt, sollte fĂŒr alle Varianten Lösungen aus beiden Welten auf dem iPad parat haben.

Fazit: Das kostengĂŒnstigste und komfortabelste mobile Office

Mit der vorgestellten Kombination aus Apps, Software fĂŒr Mac und Windows sowie den diversen Online-Diensten und -Speichern lĂ€sst es sich zuhause wie unterwegs auf dem iPad recht gut arbeiten. Die Apps bieten gĂŒnstiger als Microsoft Office ebenfalls alles Wesentliche, was im GeschĂ€ftsumfeld unterwegs gefordert ist. Kommt man mit 2 Gigabyte Speicherplatz bei Dropbox aus, lĂ€uft das kostenlos mit, ansonsten sind dort pro Jahr zirka 100 Euro fĂŒr 1 TB inklusive VerschlĂŒsselung der Dateien fĂ€llig – dann lohnt sich aber preislich schon das Office 365-Paket mit 1 TB One Drive-Speicher. Im Vergleich gibt es Box.com mit immerhin 10 GB kostenlos, 100 GB kosten dort aber schon 9 Euro monatlich. Bei der OfficeSuite von Mobisystems sind 5 GB Drive-Cloudspeicher dabei.

Um auf dem iPad unabhĂ€ngig von der aktuell verwendeten Office-App damit besser und prĂ€ziser arbeiten zu können, empfiehlt sich fĂŒr viele sicherlich ein externes Keyboard, etwa ein Smart Keyboard von Apple , die freilich je nach AusfĂŒhrung um die 200 Euro kosten. Allerdings gibt es kostengĂŒnstigere Alternativen von Drittherstellern, die man beispielsweise bei Amazon und ĂŒber den Suchbegriff ”Keyboard fĂŒrs iPad” etwa von Hersteller Logitech findet.

In diesem Artikel haben wir fĂŒnf Tastaturen vorgestellt , die sich am meisten fĂŒr das iPad (Pro) lohnen.

Das neue iPadOS bringt weitere Vorteile auch fĂŒr Office-User, insbesondere die Option, mehrere Dokumente oder Fenster einer App nebeneinander gleichzeitig zu öffnen und zu bearbeiten.

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