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Die besten Tipps für den Mac Mini

11.04.2019 | 08:34 Uhr |

Lange hat Apple den beliebten Mac Mini stiefmütterlich behandelt. Seit Ende 2018 ist damit Schluss: Das neue Modell wurde komplett überarbeitet und besitzt ordentlich Rechenleistung. Allerdings sind noch einige Tricks und Kniffe nötig, um das Maximum aus dem kleinen Mac zu holen.

Vom Einsteiger-Mac zum Profi-Tool: Als Apple 2005 den Mac Mini vorstellte, war dieser klar als Einsteiger-Mac positioniert: Mit seinem niedrigen Preis bei mit höheren Modellen vergleichbarer Ausstattung fand er schnell eine große Fangemeinde – und dürfte für den ein oder anderen Anwender auch erst den Umstieg auf den Mac ermöglicht haben. Nach einigen Krisen, inklusive einer vierjährigen Episode ohne Hardware-Update, ist der Mac Mini seit Ende 2018 wieder zurück. In schickem Space-Grau und mit satter Rechenleistung bietet er sich als echte Alternative zu anderen Macs an – wenn man weiß, wie man das Maximum aus ihm heraus holt.

Tipp 1: Mac-Mini-Festplattenspeicher preiswert vergrößern

Wie bei allen neuen Macs ist Apple auch beim Mac Mini nach wie vor ausgesprochen knausrig mit dem Festplatten-Speicher. Die Basis-SSD ist fest verlötet und fasst gerade einmal 128 Gigabyte. Nach Installation einiger essentieller Apps stehen nur noch 90 Gigabyte oder sogar weniger für Daten zur Verfügung. Angenehm ist das nicht, weshalb es sinnvoll ist, den Speicher mit einer externen USB-C-SSD zu erweitern: Geräte wie Samsungs T5 oder die schnelle SanDisk Extreme 900 sind inzwischen für kleines Geld zu haben und können permanent  mit einem Desktop-Rechner wie dem Mac Mini verbunden bleiben .

Fast so flott wie der interne Speicher: Sandisks Extreme 90
Vergrößern Fast so flott wie der interne Speicher: Sandisks Extreme 90
© Sandisk

Tipp 2: Schreibtisch-Platz sparen mit dem Mac Mini

Der Mac Mini ist elegant und kompakt, allerdings kann es je nach Schreibtisch-Größe durchaus sein, dass er hier stört. Zahlreiche Drittanbieter haben dieses Problem erkannt – und bieten sogenannte „Mounts“ für das Gerät an. So gibt es zum Beispiel von HIDEit eine preiswerte Halterung , mit dem sich der Mini an der Wand, an den VESA-Schraublöchern eines Drittanbieter-Bildschirms oder unter dem Schreibtisch montieren lässt. Wer zusätzlich noch eine Kabelsicherung braucht, kann zum Maclocks-Halter greifen, der das am neuen Mini fehlende Kensington-Schloss nachrüstet. Wer es einfacher mag und einfach Platz schaffen möchte, findet bei Newertech eine Lösung , die den Mac Mini vertikal auf den Schreibtisch stellt.

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Der Hideit-Halter trägt nicht auf und erlaubt die flexible Montage des Mini an Tischen, Wänden oder Vesa-Halterungen.
Vergrößern Der Hideit-Halter trägt nicht auf und erlaubt die flexible Montage des Mini an Tischen, Wänden oder Vesa-Halterungen.
© hideitmounts.com

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Tipp 3: Grafikleistung mit externer Grafikkarte verbessern

Seit der Version 10.13.4 unterstützt MacOS externe Grafikkarten, sogenannte eGPUs für den Thunderbolt-3-Anschluss . Da der Mac Mini ab Werk nur mit einer recht schwachbrüstigen Chipsatzgrafik, der Intel 630, ausgestattet ist, prozessor- und systemseitig aber ansonsten durch den 4 bis 8-Kern-Prozessor ein Rechenmonster ist, empfiehlt es sich also, bei Bedarf eine externe Grafiklösung nachzurüsten . Die eGPU besteht dabei aus einem Gehäuse und einer kompatiblen Grafikkarte. Wie sooft bei Apple sollte hier nicht blind zugegriffen werden: Es gibt nur eine kleine Reihe unterstützter Grafikkarten und das eGPU-Gehäuse muss die nötige Leistung bringen, um diese auch unter Volllast zu versorgen.

Eine eGPU trägt ein wenig auf...
Vergrößern Eine eGPU trägt ein wenig auf...

Tipp 4: RAM selbst aufrüsten

Anders als die Festplatte können Sie den Arbeitsspeicher des Mac Mini mit handwerklichem Geschick selbst aufrüsten. Allerdings ist das Prozedere komplizierter als bei den meisten Vorgängermodellen: Das Mainboard muss dafür komplett aus dem Mini entnommen werden! Die Computer-Bastler von iFixit zeigen die Vorgehensweise in einem Video  – und das ist nichts für schwache Nerven.

Trotzdem besteht zumindest die Option einer Aufrüstung, was ja bei diversen Mac-Modellen nicht mehr der Fall ist.

Die RAM-Aufrüstung des Mac Mini ist nichts für schwache Nerven.
Vergrößern Die RAM-Aufrüstung des Mac Mini ist nichts für schwache Nerven.
© iFixit.com

Aber mit ein wenig Geduld und etwas Geschick ist der Austausch des RAM kein Hexenwerk.

Tipp 5: Mac Mini mit Display-Port-Bildschirmen verbinden

Mit Thunderbolt 3 hat Apple den Thunderbolt-2/Mini-Display-Port an seinen Macs eingestampft. Dadurch lässt sich der Mac Mini zunächst augenscheinlich nur mit HDMI- oder (teuren) Thunderbolt-Monitoren verbinden. Das stimmt jedoch nicht: Jede Thunderbolt-3-Buchse ist natürlich nach wie vor auch ein Display-Port-Anschluss – und kann auch dementsprechend genutzt werden. Einen älteren Monitor müssen Sie deshalb nicht ersetzen: Ein einfacher Adapter tut es auch. Das teure Original von Apple verbindet Thunderbolt 2 und 3, für den Betrieb eines Monitors reicht aber ein einfacher USB-C zu Mini-Displayport-Adapter wie etwa der IB-AD550-C von IcyBox .

Ein einfacher Adapter bringt den alten Monitor und den neuen Mac Mini zusammen
Vergrößern Ein einfacher Adapter bringt den alten Monitor und den neuen Mac Mini zusammen
© Raidsonic

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Tipp 6: Fotos-Speicherplatz auf dem Mac Mini sparen

Die Fotos-Mediathek zählt zu den größten Platzfressern auf dem Mac, wenn viele Fotos gemacht werden. Dieser Platz kann eingespart werden: Die Lösung ist Apples iCloud und hier die Möglichkeit, die Fotos in die Cloud auszulagern. Dazu sollte zunächst geschaut werden, wie groß die Foto-Bibliothek ist: Öffnen Sie dazu Ihren Benutzerordner und werfen Sie einen Blick auf die Größe der Fotomediathek im Ordner „Bilder“. Anschließend können Sie in den iCloud-Einstellungen unter „Verwalten -> Mehr Speicher kaufen“ ein iCloud-Abo abschließen, das dieser Größe (und künftigen Entwicklungen) gerecht wird.

Speicherplan optimieren...
Vergrößern Speicherplan optimieren...

Zuguterletzt müssen Sie jetzt Apple Fotos öffnen und hier in den Einstellungen iCloud-Fotos mit der Option „Mac-Speicher optimieren“ aktivieren. Die Fotos werden jetzt in die Cloud verschoben und nur bei Bedarf auf den Mac heruntergeladen, was viel Speicher spart. Positiver Nebeneffekt: Alle Fotos sind immer auf allen Apple-Geräten verfügbar und können z.B. auch am iPad, iPhone oder einem Macbook bearbeitet werden.

... und ab in die iCloud mit den Fotos!
Vergrößern ... und ab in die iCloud mit den Fotos!

Tipp 7: Große Mediatheken auf externe Laufwerke auslagern

Das klappt natürlich auch ohne iCloud, sofern ein externes Laufwerk angeschlossen ist: Alle Mediatheken der Apple-Apps, also Fotos, iTunes und iMovie, können bequem auf ein externes Laufwerk verschoben werden. Da bei diesen Mediatheken Geschwindigkeit zweitrangig ist, tut es auch eine kostengünstige mechanische Festplatte. Schließen Sie dafür die jeweilige App und kopieren Sie die Mediathek anschließend aus dem Benutzerordner auf das externe Laufwerk. Benennen Sie die Originale auf der internen SSD des Mac Mini zunächst um, etwa in „Fotomediathek-alt“. Anschließend hängt es von der App ab, wie Sie die verschobene Mediathek einbinden:

- Starten Sie die Fotos-App mit gedrückter (Option)-Taste und wählen Sie die Fotomediathek auf dem neuen Laufwerk aus. Klappt alles, können Sie die Fotomediathek auf der internen SSD des Mac Mini löschen.

- Auch unter iTunes können Sie die Mediathek am neuen Speicherort auswählen, indem Sie das Programm mit gedrückter (Option)-Taste starten. Die Mediathek auf der internen SSD können Sie anschließend löschen.

- Um eine verschobene Mediathek in iMovie zu öffnen, reicht es, diese auf dem neuen Laufwerk anzuklicken: Sie wird eingebunden. Klappt alles, können Sie die Mediathek von der Mac-Mini-SSD löschen.

Tipp 8: Bluetooth-Probleme beheben

Der Mac Mini 2018 hat leider ein Bluetooth-Problem : Durch Interferenzen im 2,4 GHz-Band kann es mit USB-3-Hardware sowie dem WLAN-Adapter vorkommen, dass Bluetooth-Geräte nicht richtig funktionieren: Kopfhörer stottern, Mäuse ruckeln. Um das Problem zu beheben, gibt es allerdings einen Workaround: Wenn möglich, sollten Sie die USB-Hardware per USB-C-Hub verbinden und nicht zwischen Mac Mini und das Bluetooth-Gerät stellen. Außerdem kann es sinnvoll sein, die Netzwerkverbindung auf 5-GHz-WLAN oder gleich auf Ethernet umzustellen. Potentielle Störquellen wie DECT-Telefone, Babyfons oder WLAN-Repeater sollten entfernt werden. Wenn das alles nicht hilft, sollten Sie zunächst versuchen, den Mini ohne externe Hardware zu betreiben, und Geräte nach und nach hinzufügen, um den Verursacher der Störungen dingfest zu machen.

 

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