2674183

Diese Apple-Produkte können Sie von der Steuer absetzen

06.08.2022 | 19:40 Uhr | Stephan Wiesend

Auch dieses Jahr gelten Sonderregeln bei der Absetzbarkeit von IT, für Käufer eines teuren Apple-Gerätes eine interessante Besonderheit.

Sie planen den Kauf eines Apple-Geräts wie einen Mac? Dann können Sie unter Umständen den Kaufpreis nächstes Jahr in ihrer Steuererklärung angeben. Hier hat sich aber in den letzten Jahren viel getan und im Web kursieren viele veraltete Informationen. Das hat sich aber als Folge von Pandemie und Home-Office geändert und das sogenannte Vierte Corona-Steuerhilfegesetz hat einige Erleichterungen für Arbeitnehmer und Selbstständige gebracht. Wir haben hier deshalb die wichtigsten Informationen für Sie gesammelt. Eine fundierte Steuerberatung kann dies allerdings nicht ersetzten.

Den kompletten Kaufpreis geltend machen

Wie im letzten Jahr gilt für das Steuerjahr 2021 eine Sonderregel : Haben Sie 2021 beruflich genutzte Computerhardware gekauft, können Sie diese komplett von der Einkommensteuer absetzen. Dies gilt offenbar auch für die Steuererklärung 2023, in der Sie Ihre Käufe von 2022 angeben werden.

WISO Steuer 2022 für die Steuererklärung 2021 bei Amazon ansehen

Das galt bisher

Der große Vorteil der neuen Regelung: Eigenständig nutzbare Computer oder auch Software durfte man bisher im Jahr der Anschaffung nur unter bestimmten Voraussetzungen komplett absetzen: nur eigenständige Geräte – also nicht den Mac Mini – und nur bei einem Kaufpreis unter 800 Euro ohne Mehrwertsteuer als Geringwertiges Wirtschaftsgut. Das Macbook Air für 1499 Euro konnte man nach den alten Regeln über drei Jahre ab Kaufdatum abschreiben und nur ab Kaufdatum. Also bei einem Kauf im Dezember 2021 lediglich 42 Euro. Dies ist optional auch weiterhin möglich, falls die komplette Abschreibung gar nicht gewünscht ist.

Das sind die Neuerungen

Das Prinzip: Statt einer Nutzungsdauer von drei Jahren oder länger, wird rechtlich eine Nutzungsdauer von einem Jahr zugrunde gelegt. Eine Besonderheit: Die Abschreibung müsste bei einem Kauf in 2021 eigentlich ab Zeitpunkt des Kaufes beginnen, bei einem Kauf im März also von März 2021 bis März 2022 erfolgen. Die Abschreibung kann aber ausdrücklich innerhalb des Jahres komplett erfolgen. Interessant ist die Neuerung auch für frühere Käufe. Es ist nämlich möglich, die verkürzte Abschreibung für Käufe anzuwenden, die in früheren Wirtschaftsjahren stattfanden und Sie auf drei oder mehr Jahre aufgeteilt haben. Man kann also eine vielleicht Mitte 2020 begonnene Abschreibung komplett für 2021 anwenden und verkürzen.

Berufliche Nutzung

Immer wieder ein Streitfall ist die Aufteilung bei einem nur teilweise beruflich genutzten Rechner. Nutzen Sie ihn als Angestellter oder Selbständiger nur zu 50 Prozent beruflich, können Sie nur 50 Prozent veranschlagen – bei einem Macbook Air (M2 bei Amazon ansehen) also 750 statt 1500 Euro. 50 Prozent gilt hier offenbar als üblicher Wert. Nutzen Sie den Rechner nur zu 10 Prozent privat, gilt laut Buhl aber eine sogenannte 10-Prozent-Hürde und Sie können ihn trotzdem komplett angeben. Nutzen Sie ihn aber zu weniger als zehn Prozent beruflich, ist ebenfalls kein Abzug möglich. Die Berechnung der Aufteilung ist ein eigenes Thema und führte schon zu einigen Urteilen, wie etwa Steuertipps erläutert .

Werbekostenpauschale unter Umständen einfacher

Zusätzlich zur Sofortabschreibung gibt es auch eine neue Home-Office-Pauschale. Sie mussten 2021 statt im Büro im Home-Office arbeiten? Das können Sie als Arbeitnehmer auch ohne eigenes Arbeitszimmer geltend machen: für 120 Tage im Jahr und 5 Euro pro Tag. Der Höchstbetrag sind 600 Euro. 

Der Haken dabei: Sowohl die Sofortabschreibung Ihres Macs als auch die 600 Euro Home-Office-Pauschale werden auf die Arbeitnehmer-Werbekostenpauschale von 1200 Euro (bis 2022 1000 Euro) angerechnet. Sie müssen deshalb schon auf über 1200 Euro kommen, um Ihre Steuerlast zu vermindern. Viele Pendler überschreiten aber allein schon durch Fahrtkosten diese Schwelle. Da man für die Werbekostenpauschale keine Nachweise bringen muss, könnte es trotzdem leichter sein, einfach diese Pauschale zu nutzen.

Wann ist die Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 2022 fällig?

Haben Sie schon ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2021 gemacht? Das hat dieses Jahr noch etwas Zeit: Wenn Sie die Steuererklärung selbst erledigen, gilt der 31. Oktober 2022 als letzter Abgabetermin. Mit einer schriftlich beantragten Fristverlängerung sogar noch später.

Welche Geräte kann ich angeben?

Um was es sich bei dieser Hardware handelt, wird in einem Schreiben des Finanzministeriums genau erklärt: Computer, Desktop-Computer, Notebook-Computer, Desktop-Thin-Clients, Workstations, Dockingstations, externe Speicher- und Datenverar- beitungsgeräte (Small-Scale-Server), externe Netzteile sowie Peripheriegeräte – inklusive Mikro und Headset. Auch jede beruflich genutzte Software gehört dazu. Zu den Computern werden laut Text auch Tablets hinzugezählt. Smartphones sind leider nicht enthalten, bei Airpods lässt sich nach unserer persönlichen Einschätzung eine rein berufliche Nutzung schwerlich begründen – trotz Headset-Funktion.

Unterschiede für Selbständige

Die neue Regelung gilt auch für Selbständige, ein Kauf kann in der Gewinnermittlung des Kaufjahres angerechnet werden. Die Abrechnung wird durch die Mehrwertsteuer allerdings etwas komplizierter. So können Sie als Kleinunternehmer mit weniger als 22.000 Euro Umsatz Sie den Bruttowert eines Kaufs angeben, bei höheren Einnahmen den Nettowert.

Was gilt für Studenten

Auch Studenten können einen Kauf in einer Steuererklärung angeben. Hier muss man allerdings zwischen Erst- und Zweitstudium unterscheiden. Im Erststudium kann ein Rechner als Bildungsausgabe geltend gemacht werden, aber nur als sogenannte Sonderausgabe (und wenn man in dem Jahr steuerpflichtige Einkünfte hatte). Diese Sonderausgaben sind auf 6.000 Euro begrenzt. Im Zweitstudium können Sie die Ausgaben als Werbungskosten angeben.

Wo gibt man die Daten ein?

Vermutlich machen Sie Ihre Steuererklärung über das Portal Elster oder eine Steuer-App. Dort müssen Arbeitnehmer ihre Kosten auf der Anlage N angeben. Und Unternehmer sowie Selbstständige tragen die Daten als Ausgaben unter der Anlage EÜR ein.

Gibt es weiterhin GWG-Abschreibungen?

Die Abschreibung als Geringwertiges Wirtschaftsgut ist weiterhin möglich. Kostet der Computer unter 800 Euro (Nettopreis ohne Mehrwertsteuer, also Brutto 950 Euro) und ist eigenständig nutzbar, können Sie ihn ebenfalls als GWG komplett absetzen.

Macwelt Marktplatz

2674183