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iOS 11: Homekit setzt die Hürden niedriger

30.06.2017 | 15:55 Uhr |

Homekit, Apples Zentrale für das smarte Home, setzt die Einstiegshürden für Hersteller in iOS 11 niedriger.

Wichtige Neuerungen mit iOS 11

Mit iOS 11 gibt es für Homekit-Nutzer und -Hersteller eine ganze Reihe an Änderungen, die im Rahmen der WWDC auch in einigen  Vorträgen näher erläutert wurden. Macs bleiben übrigens als so genannter Home Hub außen vor, Homekit bleibt iOS, watchOS und tvOS vorbehalten. Mit dem neuen HomePod kommt allerdings ab Ende 2017, Anfang 2018 ein weiteres Steuergerät dazu und man kann mit dem neuen Apple-Lautsprecher auch Homekit-Geräte steuern.

Mehr Komfort bei der Automatisierung

Bei der Automatisierung von Aufgaben wird Homekit deutlich funktionsreicher. Es gibt neue Events und Trigger. So sind etwa bei der Steuerung der Beleuchtung feste Zeitangaben wenig sinnvoll, wird es doch etwa im Sommer erst spät dunkel. Ab iOS 11 kann man aber die Beleuchtung bei Sonnenaufgang ausschalten, bei Sonnenuntergang einschalten – auf Wunsch täglich oder nur an bestimmten Wochentagen und eine Stunde oder mehrere Stunden verspätet. Apple nennt dies End Events und Recurrent Events. Neu sind auch Möglichkeiten, Schwellwerte einzugeben, beispielsweise das Einschalten der Heizung bei bestimmten Temperaturbereichen und zeitbasierte Aktionen. Ebenfalls neu sind so genannte Presence Events, bei denen beispielsweise eine Szene bei Betreten des ersten Bewohners oder Verlassen des letzten Bewohners startet. Man kann also beispielsweise festlegen, dass sich Beleuchtung und Heizung nur bei Anwesenheit von Bewohnern einschalten. Auch eine einmalige Aktivierung ist möglich – etwa wenn man nur einmalig für zehn Minuten die Außenbeleuchtung einschalten will.

Schnellere Statusmeldungen

Dank einer Erweiterung der Bluetooth-LE-Spezifikation können Statusänderungen jetzt schneller erfolgen. Statt einiger Sekunden soll die Meldung dann nach weniger als einer Sekunde vorliegen, Apple nennt diese neue Methode Secure Broadcast Session. Ältere Geräte benötigen für die Nutzung dieser verschlüsselten Secure Broadcast Notifications aber wohl ein Firmware-Udpate.

Mehr Geräte

Zu den von Homekit unterstützten Gerätekategorien, den so genannten Accesory Typen kommen neue Geräte hinzu. Dabei handelt es sich um Wasserarmaturen, Berieselungsanlagen und Airplay-2-Lautsprecher. Zu letztern gehört dann natürlich auch der HomePod.

Wichtig für Gerätehersteller:

Für die Unterstützung von Homekit ist kein Apple Authentication Chip mehr erforderlich. Bisher musste ein Hersteller in jedes Gerät einen von Apple lizenzierten teuren Spezialchip einbauen, damit es als echtes Homekit-Gerät ansteuerbar war. Die Authentifizierung ist jetzt per Software möglich, eine so genannte Software-based Authentication kommt dazu. Da dies in der Dokumentation noch etwas schwammig formuliert ist, ließ sich dies der Dienstleister Grandcentrix von Apple sogar noch einmal schriftlich bestätigen. Leider ist die genaue Form der Authentifizierung noch nicht veröffentlicht, die Beraten tippen aber auf ein aufwändigeres kryptografisches Verfahren oder digitale Signaturen. Was leider immer noch nicht bekannt ist, ob weiterhin eine Beschränkung der Hersteller besteht: Bisher darf ein Homekit-Gerät nur von einem von Apple als MFi Manufacturer geprüften Hersteller produziert werden. Immerhin ist dadurch erstmals möglich, bereits bestehende Geräte mit Homekit noch kompatibel zu machen.

Apple hat außerdem die Anzahl der US-Prüflabors auf zwei erhöht, weitere sollen in UK und China eröffnen.

Für die Einbindung in Homekit, muss man mit einem iOS-Gerät einen QR-Code einscannen. Sinnvollerweise muss das Gerät bei der Erfassung auch nicht mehr eingeschaltet sein, was bisher nötig war. Dieser kann nun ein Standard QR-Code der Größe 1x1 cm sein - weit kleiner als bisher. Alternativ kann man das Gerät nun auch per NFC drahtlos einbinden. Apple nennt dies „Tap-to-pair“.

Nichtkommerzielle Version

Für Studenten und Open-Source-Entwickler gibt es außerdem eine nichtkommerzielle Version des Homekit Accessory Protocol (HAP), das bisher nur für MFI-Lizenznehmer einsehbar war. Nun genügt eine Apple-Developer-Mitgliedschaft, etwa um Open-Source-Lösungen für den Raspberry zu entwickeln. Die Dokumentation ist bereits veröffentlicht. Für die kommerzielle Nutzung ist aber weiterhin eine MFi-Mitgliedschaft nötig, es handelt sich um eine spezielle nichtkommerzielle Version. Laut FAQ wird dann etwa bei Einbinden des Geräts eine Warnung angezeigt und es muss ich im gleichen Wi-Fi-Netz befinden.

Ursprünglicher Artikel: Was ist Homekit und welche Geräte sind dafür ausgelegt?

Schon seit ein paar Jahren buhlen verschiedene Hersteller um die Gunst von technikaffinen Benutzern, die ihr Zuhause cool via Smartphone überwachen und steuern wollen. Je nach Geldbeutel gibt es recht komplexe und kostspielige Komplettlösungen wie die von Somfy, intelligente Thermostate zur Heizungssteuerung wie die von Tado oder Netatmo oder smarte Beleuchtungssysteme wie Philips Hue oder Elgato Avea .

Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass der Benutzer für jede Lösung eine eigene App benötigt, die Hardware nach unterschiedlichen Standards untereinander und/oder mit einem Gateway kommuniziert und in vielen Fällen zur Steuerung von unterwegs neben dem Gateway einen Cloud-Account beim jeweiligen Hersteller benötigt. Genau damit will Homekit aufräumen und ermöglichen, dass alle Geräte, die das Framework von iOS unterstützen, miteinander kommunizieren, eine komplette Standardisierung ist also das Ziel. Dazu hat sich Apple entschieden, das smarte Zuhause nicht nur per App, sondern auch per Siri steuerbar zu machen – Raumschiff Enterprise lässt grüßen.

So funktioniert Home in iOS: Häuser, Räume und Gruppen

Neben Homekit-zertifizierten Geräten und einer zugehörigen App des Herstellers benötigt der Bewohner des Smart Home ein iOS-Gerät mit mindestens Version 8. Wir empfehlen das aktuelle iOS 10, da Apple in seinem mobilen Betriebssystem Homekit stetig verbessert.

Die Einrichtung der Homekit-Geräte ist kinderleicht, sie folgt einem genauen Ablaufplan. Ist das Gerät mit Strom versorgt (per Steckdose oder integrierter Batterie), annonciert es seinen Namen und seine Services im lokalen Netzwerk, es sagt quasi: „Ich heiße Steckdose, lasse mich ein- und ausschalten und zeige den Stromverbrauch an.“ (Lesen Sie hier: WiFi Plug – ”Smarte” WLAN-Steckdose von iSmart im Macwelt-Test )

Um nachher eventuell Dutzende Geräte einfach steuern zu können, sind sie bei der Erstanmeldung Orten zuzuordnen. Vorher fragt die Homekit-App aber nach einer „Pairing-Nummer“, die auf das Gerät gedruckt ist, optional zudem im Handbuch verzeichnet. Sie dient als eindeutige Identifizierung.

Homekit kennt das „Haus“, verwaltet aber auf Wunsch auch mehrere, etwa zusätzlich die Ferienwohnung. In jedem Haus kennt Homekit Räume, die sich frei definieren oder aus einer Vorschlagsliste wählen lassen, und natürlich die Geräte. Optional unterstützt Homekit auch „Gruppen“: Das können alle „Badezimmer“ sein oder jeweils eine Etage. Die Einstellungen lassen sich später an veränderte Gegebenheiten anpassen.

Service, Aktionen und Historie

Homekit kennt weitere Einteilungen, ein paar seien hier exemplarisch genannt. Mit „Aktionen“ lassen sich übergreifend über mehrere Homekit-Geräte Funktionen auslösen, etwa das Außenlicht automatisch einschalten und die Heizung etwas absenken, wenn ein Lichtsensor „bemerkt“ hat, dass es dunkel wird. Mit zeitbasierten Triggern lassen sich Steuerungen zu einer bestimmten Uhrzeit festlegen, „Service-Gruppen“ fassen bestimmte Homekit-Devices zur Steuerung zusammen: So lassen sich über die Servicegruppe „Kronleuchter“ die Deckenleuchten in einem Raum ausschalten, während die Leselampen im selben Raum weiter mit Strom versorgt sind.

Spannend und notwendig ist natürlich auch die Option, historische Daten zu verfolgen, etwa bei Wetterstationen. Das erfolgt – wenn vom App-Hersteller vorgesehen – lokal auf dem Gerät, also dem iPhone oder iPad.

Siri befiehlt, Apple TV verbindet

Elegant wird das Ganze durch den intelligenten Sprachassistenten Siri – nach dem Willen von Apple das eigentliche Interface zur Bedienung. Das ist alles andere als trivial, aber spannend – auch wegen der vielen unterstützten Sprachen. So muss iOS auf die Frage „Wie warm ist es im Wintergarten?“ wissen, dass es um Homekit geht, in diesem Fall um die Abfrage eines Merkmals einer Wetterstation, die im Wintergarten arbeitet. Nur durch die vorher festgelegten Merkmale kann das gelingen. Siri muss wissen, dass „Wintergarten“ ein Raum von Homekit ist, sonst wird im Web gesucht.

Ist eine Homekit-kompatible Wetterstation eingerichtet, lassen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mehr einfach abfragen. Per Siri kann man Homekit-Geräte auch steuern, im Bild eine Steckdose, die nebenbei den Stromverbrauch anzeigt.
Vergrößern Ist eine Homekit-kompatible Wetterstation eingerichtet, lassen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mehr einfach abfragen. Per Siri kann man Homekit-Geräte auch steuern, im Bild eine Steckdose, die nebenbei den Stromverbrauch anzeigt.

Ebenso spannend ist die Nutzung der Homekit-App unterwegs – hier kommen iCloud und Apple TV ins Spiel. Die Settopbox (wir empfehlen die neueste Version Apple TV 4 ) kommuniziert mit den Homekit-Geräten im Haus und macht die Verbindung zu iCloud, ist quasi das Gateway. So lässt sich die Steuerung auch von unterwegs nutzen, inklusive Siri.

Bereits zur CES Anfang des Jahres kündigte das deutsche Unternehmen Elgato mit der Produktlinie Eve eine ganze Reihe von Lösungen für Homekit an. Mittlerweile sind die ersten Geräte von Apple zertifiziert.
Vergrößern Bereits zur CES Anfang des Jahres kündigte das deutsche Unternehmen Elgato mit der Produktlinie Eve eine ganze Reihe von Lösungen für Homekit an. Mittlerweile sind die ersten Geräte von Apple zertifiziert.
© Elgato

Steuerung per Siri

Der intelligente Sprachassistent Siri „kennt“ Homekit-Funktionalität schon seit iOS 8, erst mit der Inbetriebnahme eines Homekit-Geräts klappt nach dessen Einrichtung auch die Nutzung. Dabei ist Siri nicht nur in der Lage, Sensoren abzufragen, sondern kann auch Aktionen auslösen, etwa das Einschalten von Lichtern und mehr. Das klappt nicht nur im lokalen Netzwerk, sondern nach dem Willen von Apple auch von unterwegs, ein Apple TV als Gateway vorausgesetzt.

Homekit: Das Angebot

Für Ende 2016 hatte Apple mindestens hundert Homekit-Geräte versprochen, auf einer Übersichtsseite verweist der Hersteller auf immerhin knapp unter achtzig Geräte – wenn hier allerdings auch einige Kits doppelt zählen. Bei genauerer Betrachtung wird ein Homekit-Interessent in Deutschland jedoch enttäuscht sein: Die meisten Geräte sind nur in den USA verfügbar – und auf amerikanische Standards zugeschnitten.

Wir zeigen in unserer Übersicht die wichtigsten Produktgruppen für Homekit und sagen, welche Geräte wo verfügbar sind.

Beleuchtung

Mit einem Siri-Sprachbefehl die Beleuchtung anzuschalten, ist ein netter Effekt. Hier gibt es eine Vielzahl an Lösungen, wir empfehlen aber dringend, nur für den europäischen Markt gedachte Lösungen zu verwenden. So lassen sich zwar US-Lampen mit den Fassungen E27 oder E14 auch in Deutschland verwenden, allerdings sind sie für eine andere Betriebsspannung ausgelegt.

Sylvania / Osram

Ein wenig an Philips' Hue-Lampen erinnert die neue Sylvania Smart Multicolor A19. Die LED-Lampe unterstützt Homekit und soll per Siri steuerbar sein. Funktionen sind Licht-Szenen, Zeitsteuerung, Farbwechsel und Aktivierung/Dimmen per Fernsteuerung. Sylvania ist der in den USA gebräuchliche Markenname des Lampenherstellers Osram, dessen Sparte Allgemeinbeleuchtung mittlerweile dem aus einem chinesischen Konsortium hervorgegangenen Unternehmen Ledvance gehört. In Deutschland sind die Lampen unter der Marke Osram erhältlich, im September will Ledvance hierzulande eine 60-Watt-LED-Lampe mit E27-Sockel herausbringen, die 16 Millionen Farben darstellen kann. Hinzu kommt eine LED-Flexband, das ebenso 16 Millionen Farben beherrscht. Beide Produkte arbeiten mit Apples HomeKit zusammen.

Sylvania ist vielleicht unter dem alten Namen Osram bekannter.
Vergrößern Sylvania ist vielleicht unter dem alten Namen Osram bekannter.

Logitech Pop

Es gibt sie eben doch noch: Die Leute, die lieber auf physische Knöpfe drücken als auf dem Smartphone herum wischen oder mit einer Maschine sprechen wollen. Für diese hat   Logitech   mit dem programmierbaren Pop eine Lösung. Es handelt sich hier im Wesentlichen um einen Knopf, den man etwa an die Wand anbringen kann und der ein bestimmtes HomeKit-Szenario auslöst – und sei es einfach, das Licht ein- und auszuschalten. Anders als der herkömmliche Lichtschalter - der ja eine intelligente Lampe einfach aus dem Netz nimmt – pfuscht Pop den von HomeKit begeisterten Nutzern nicht ins Handwerk, diese können immer noch mit ihrem iPhone oder ihrer   Apple Watch   munter das vernetzte Haus steuern. Jeder Knopf kann bis zu drei Funktionen übernehmen.     Im Paket mit einer HomeKit-Bridge kostet er 90 Euro jeder weitere Pop schlägt mit 40 Euro zu Buche.

Logitech Pop
Vergrößern Logitech Pop

Philips Hue

Nicht nur per App kann man die verbreiteten Hue-Lampen von Philips steuern. Einbindung in Homekit wird möglich, wenn man seine Lampen über die so genannte Hue Bridge steuert - ein kleines Kästchen, das als Zubehör oder im Set mit zwei Lampen verfügbar ist. Pairt man diese Bridge mit Homekit, kann man ab sofort seine Lampem mit Siri oder über Szenen steuern. Verfügbar sind die Philips-Lampen im Fachhandel, empfehlenswert sind die Kits Philips Hue White Ambiance Startpaket 929001199801, Philips Hue White and Color Ambiance Startpaket 456210 und Philips Hue White Startpaket 929001136901. Die Geräte sind nicht ohne Grund sehr beliebt und auch in deutschen Elektronikgeschäften einfach zu bekommen.

Incipio

Von dem für Smartphonehüllen bekannten Zubehörhersteller Incipio gab es bis vor kurzem den Homekit-Lampenadapter Incipio CommandKit, das Modell mit WLAN-Schnittstelle ist aber schon wieder vom Markt verschwunden. Die Kommentare der Nutzer auf Amazon.de waren allerdings auch verheerend.

Nanoleaf

Die Aurora-Lichtpanel von Nanoleaf sind unter anderem bei Amazon und Gravis verfügbar . Bei diesem System erhält man für knapp 200 Euro neun frei kombinierbare LED-Panel, deren Farbe und Animationen man per App konfiguriert. Bis zu 30 Module sind kombinierbar.

Die LED-Lichtpanel kann man per Homekit und eine App steuern.
Vergrößern Die LED-Lichtpanel kann man per Homekit und eine App steuern.

Türschlösser

Statt dem Haustürschlüssel seine Apple Watch oder das  iPhone nutzen - das machen Homekit-Türschlösser mit Bluetooth-Funktionalität möglich. Hier gibt es aber unseres Wissens bisher nur Angebote für den US-Markt.

August Intelligentes Türschloss ASL02

Trotz deutsch klingendem Namen ist die Firma August Home nur in den USA und Kanada aktiv und nur über die USA kann man das Augst Smart Lock bestellen. Das elektronische Türschloss ersetzt den herkömmlichen Wohnungsschlüssel komplett, iPhone oder Apple Watch weisen den Nutzer per Bluetooth-Signal aus. Per Szene oder Siri-Sprachbefehl kann man mit dem Netz-Türschloss seine Wohnung oder ein Zimmer öffnen und zuschließen. Gästen und Familienangehörigen kann man per Homekit Zugangsberechtigung erteilen, die Nutzung wird auf Wunsch protokolliert. Im App Store kostet das System 230 US-Dollar pro Stück. Allerdings scheint der Einbau nicht immer problemlos zu sein und ist für US-Häuser bzw. -Türen konzipiert. Auch die Bewertungen im Apple Store sind eher negativ.

Schlage

Ebenfalls nur in den USA verfügbar sind die in vier Designs verfügbaren Schließsysteme namens Schlage Sense . Wie die Lösung von August ist das Türschloss über den Apple Store verfügbar,  die Nutzerbewertungen sind etwas positiver als beim Konkurrenz-Gerät. Aber auch hier gibt es auffallend viele Anwender mit Verbindungsproblemen, vor allem nach einem Update auf iOS 10. Allgemein scheinen ausgerechnet die Homekit-Türschlösser noch Stabilitäts-Probleme zu haben..

Die Lösung würde 230 Euro kosten, durch hohe Importgebühren zahlt man bei Bestellung über Amazon.com allerdings satte 292 Euro.

Schlösser von Schlage sind in den USA recht beliebt.
Vergrößern Schlösser von Schlage sind in den USA recht beliebt.

Kwikset

Ein weiterer Hersteller von Homekit-Schlössern ist Kwikset , aber auch dieses Schloss kostet als Amazon-Global-Kauf knapp 300 Euro.

Spezialisierte Hubs und Bridges

Bei Homekit dienen ein iPad oder ein Apple TV als "Server", für die Verwaltung von mehreren Geräten kann aber auch ein Gerät eines Herstellers dienen. Diese können zudem Smart Home-Geräte von anderen Herstellern einbinden.

Lutron

Eine Smart Bridge für Homekit hat der US-Hersteller Lutron für seine Caseta-Produkte im Angebot. Auch hier handelt es sich um Belichtungssteuerung, die Dimmer und Markisen des Licht-Spezialisten steuert. Der Hersteller ist aber nur in den USA aktiv, der Einbau sollte dem Profi überlassen werden.

Auf Beleuchtung ist Lutron spezialisiert.
Vergrößern Auf Beleuchtung ist Lutron spezialisiert.

Focalcrest

Mittlerweile gibt es schon eine ganze Reihe an Standardars für Home Automation, der interessante Mixtile Hub von Focalcrest bindet einige dieser Geräte in Homekit ein. Unterstützt werden ZigBee, WLAN, Bluetooth und Z-Wave, laut Hersteller werden diverse Temperatursensoren, Lampen, Schalter, Schlösser und Alarmanlagen dank des Hubs mit Homkeit kompatibel werden. Erhältlich ist das US-Gerät noch nicht.

Mit dem Hub von Focalcrest soll man Nicht-Homekit-Geräte einbinden können.
Vergrößern Mit dem Hub von Focalcrest soll man Nicht-Homekit-Geräte einbinden können.

Insteon Hub Pro HomeKit-Enabled 2243-222

Für die Verwaltung mehrere Homekit-Geräte ist ein Apple TV oder iPad nötig, als Alternativen „Homekit Hub“ hat Insteon seinen Hub Pro konzipiert. Die Bestellung in den USA würden wir uns aber sparen, die Bewertungen in ersten Tests sind jedoch nicht gerade eine Empfehlung für das Gerät.

Steckdosen

Eve Energy

Steckdosen sind in der Homekit-Liste besonders zahlreich vertreten, nicht jedoch Versionen für den EU-Stecker. Eine Ausnahme ist das Modell Eve Energy, genauer gesagt das Modell Elgato Eve Energy. Die Bedienung ist problemlos, allerdings bieten die Geräte eher wenig. Man kann Geräte per App und Sire ein- und ausschalten, zusätzlich wird der Stromverbrauch gemessen. Aktuell ist bereits die zweite Version erschienen, bei der Elgato anscheinend die Stabilität verbessert hat. Einen ausführlichen Test der Eve-Geräte finden Sie hier .

Nur für den US-Markt sind dagegen die Modelle von Connect Sense, Opro und Opso.

Heizung und Thermostate

Besonders viele Angebote gibt es für Heizungen, kann man durch intelligente Programmierung doch nicht zuletzt Geld sparen. Das Problem: Die meisten Lösungen sind für den US-Markt konzipiert, in dem Heizungen völlig anders aufgebaut sind als in Deutschland.

Elgato Eve Thermo

Mit den meisten deutschen Heizungen kompatibel ist wohl Elgatos Eve Thermo . Der kleine weiße Quader wird statt des herkömmlichen Drehgriffs auf eine Heizung gesetzt, man kann also pro Gerät einen Heizkörper kontrollieren. Batterien sorgen für etwa ein Quartal für Energie, per Bluetooth erfolgt Konfiguration und Bedienung. In unserem Langzeittest macht Eve Thermo einen guten Eindruck, nur das Abfragen der Daten dauert uns zu lange. Knapp 70 Euro kostet ein Gerät.

Eve Thermo kann einfach auf eine deutsche Heizung aufgesteckt werden.
Vergrößern Eve Thermo kann einfach auf eine deutsche Heizung aufgesteckt werden.

Tado

Das Unternehmen Tado aus München bietet einen per iOS steuerbaren Thermostat, der schon vor der Veröffentlichung von Homekit entwickelt wurde. Ein Starterkit aus zwei per App bedienbaren Thermostaten kostet 200 Euro. Kompatibilität mit Homekit soll in Kürze durch eine neue Version der Internet Bridge möglich werden. Diese verbindet man mit seinem Router und macht die Geräte so mit Homekit kompatibel. Für Kunden einer älteren Version des Starter Kits v3 ist diese neue Bridge kostenlos . Der Hersteller bietet nebenbei auch einen Installationsservice für den Einbau der Thermostate, die Geräte kann man wahlweise mieten oder kaufen. Das so genannte Connector Kit ist dagegem nicht mit Home Kit kompatibel. Unterstützt werden neben Homekit, auch Amazon Echo und IFTTT.

Thermostat und Internet Bridge von Tado.
Vergrößern Thermostat und Internet Bridge von Tado.

Sensoren und Bewegungsmelder

Besonders interessant für Homekit sind Sensoren, da sie bestimmte Aktionen auslösen können: Beispielweise das Einschalten der Heizung bei bestimmten Temperaturen oder das Einschalten des Lichts bei Betreten der Wohnung.

Fibaro

Gleich drei verschiedene Sensoren hat Fibaro im Angebot. Der Flood Wassermelder empfiehlt sich etwa für Hausbesitzer mit einen Fluss in der Nähe: Er meldet eine Überschwemmung per Bluetooth. Der Fibaro Door and Window Sensor registriert dagegen eine sich öffnende Tür oder eine Fenster und kann so eine Wohnung überwachen. Allgemeine Bewegungen spürt dagegen der Fibaro Motion Sensor auf. Verfügbar sind die Geräte unter anderem bei Cyberport .

Der Sensor von Fibaro registriert das Öffnen einer Tür oder eines Fensters.
Vergrößern Der Sensor von Fibaro registriert das Öffnen einer Tür oder eines Fensters.

Eve Room

Einen gemischten Eindruck hinterließ in unserem Test der Luftsensor Eve Room von Elgato. Der kleine Kasten misst Temperatur und Luftqualität in einem Wohnraum. Technisch machte das Gerät eigentlich einen guten Eindruck, wenn auch die Abfrage mit Siri nicht möglich ist. Im Langzeittest entpuppte sich das Gerät außerdem als ein echter Batterienfresser: Schon nach drei Monaten muss man die drei AA-Batterien austauschen.

Netatmo Home Coach

Noch relativ neu ist der Healthy Home Coach von Netatmo. Die kleine Säule misst Feuchtigkeit, Temperatur, Luftqualität und Lautstärke in einem Raum. Bei Amazon kostet das Gerät hundert Euro.

Das Gerät von Netatmo überwacht Temperatur, Luftqualität, Feuchtigkeit und Lautstärke.
Vergrößern Das Gerät von Netatmo überwacht Temperatur, Luftqualität, Feuchtigkeit und Lautstärke.

First Alert

Einige US-Hersteller bieten außerdem Rauchsensoren mit Homekit-Unterstützung an. Dazu gehören drei Modelle von First Alert , diese sollten aber von einem Fachman eingebaut werden. Welche Vorteile Homekit-Unterstützung bei einem Rauchmelder bringen soll, ist uns allerdings nicht ganz klar.

Kameras

Netatmo Welcome

Homekit-Kameras für die Überwachung des Heims sind noch selten. Moderne Netzwerk-Geräte können oft schon Gesichter erkennen und beispielsweise per Push-Nachricht das Eintreffen von Familienangehörigen melden. Einen ausführlichen Test der Netatmo Welcome finden Sie hier.

Netatmo Welcome.
Vergrößern Netatmo Welcome.
© Netatmo

Omna 180 Cam HD

Will man eine Wohnung per Videokamera überwachen, etwa um ein Kind, eine Zweitwohnung oder einen Hund im Auge zu behalten, ist die  Omna 180 Cam HD eine interessante Lösung. Die ab sofort per Apple Store verfügbare Kamera von D-Link erfasst ein Sichtfeld von 180 Grand, nimmt Videos in HD-Auflösung auf (1920 x 1080 Pixel) und kann Audio aufnehmen und per Lautsprecher ausgeben. Ein Nachtsichtmodus bietet fünf Meter Reichweite, lokale Aufnahme auf eine SD-Karte sind möglich. Ein Bewegungssensor registriert Bewegungen und kann dies per Homekit melden. Der Nutzer erhält dann Schnappschüsse als Benachrichtigung auf sein iPhone oder iPad. Auch andere Homekit-Geräte, etwa Lampen oder Steckdosen kann man über diesen Bewegungssensor steuern – beispielsweise eine Lampe beim Betreten eines Zimmers einschalten. Für 230 Euro ist das Gerät über den   Applestore  verfügbar.

Nur USA und andere Länder

Delonghi

Einen kompletten kleinen Heizkörper mit Homekit-Unterstützung gibt es von DeLonghi, allerdings ist er nur in den USA und in Japan verfügbar. Bei einem Preis von 945 US-Dollar ist dies allerdings nach unserer Meinung kein großer Verlust, schließlich kann man einen Heizkörper auch über eine Netzwerksteckdose ein - und ausschalten.

Der einzige uns bekannte Heizkörpert mit Homekit-Unterstützung.
Vergrößern Der einzige uns bekannte Heizkörpert mit Homekit-Unterstützung.

Ecobee lite

Für 169 US-Dollar bekommt man den WiFi-Thermostat ecobee 3 lite, für 250 Dollar das Modell ecobee. Was für das Gerät ebenfalls spricht: Es war sogar schon in den amerikanischen Apple Stores präsent, was fast schon einer Kaufempfehlung gleich kommt. Eine für Amazon Alexa zugeschnittene Version ist im US-Amazon-Shop sehr beliebt,  Beide Gerät steuern auf Wunsch per Siri die Raumtemperatur und sind per App steuerbar.  Als Zubehör gibt es außerdem Raumsensoren. Wie fast alle in den USA erhältlichen Thermostate sind sie aber auf die US-Heizungsanlagen maßgeschneidert.

Sehr erfolgreich ist in den USA die Alexa-Version des Thermostats.
Vergrößern Sehr erfolgreich ist in den USA die Alexa-Version des Thermostats.

Weitere Hersteller

Eine ganze Familie an Thermostaten hat Honewell mit der Lyric Produktfamilie im Angebot. Auch hier handelt es sich aber um Geräte, die auf den US-Haushalt zugeschnitten sind. Auch von iDevices gibt es einen Thermostat, ebenso von Netatmo.

Haier D-Air Hanging Smart

Von Haier stammt außerdem die Klimaanlage D-Air Hanging Smart AC 15DGC23AU1 , eine per Homekit kontrollierbare Klimaanlage. Die anscheinend nur in China verfügbare Klimaanlage ist theoretisch auch nach Deutschland lieferbar, würde aber mangels Betriebserlaubnis vermutlich nicht durch den Zoll kommen.

Hunter Deckenventilatoren

Deckenventilatoren sind eher in tropischen Ländern und auch den USA üblich, so sind auch nur dort die Homekit-Ventilatoren Apache, Signal und Smyphony von Hunter verfügbar - in Eiche, Walnuss und Weiß. Beim Kauf über Amazon Global muss der Homekit-Fan allerdings neben dem preis von 300 US-Dollar auch 157 Dollar Zoll und Liefergebühren anlegen.

Die Deckenventilatoren von Hunter sind mit WLAN ausgestattet.
Vergrößern Die Deckenventilatoren von Hunter sind mit WLAN ausgestattet.
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